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11.Mai
2012

Marc Levy – Wer Schatten küsst

Martin

Wer Schatten küsstDer studierte Informatik- und Betriebswirt kam über gut gemeinte Umwege zum Schreiben: Im Alter von ca. 37 Jahren wollte er seinem Sohn eine Geschichte erzählen, die echt Bedeutung hat. Daraus entstanden viele Weitere mit weltweitem Erfolg. Mittlerweile wurden seine feinsinnigen Romane in 42 Sprachen übersetzt und erfreuen Menschen aller Altersgruppen und Nationalität. Er lebt mit seiner Familie glücklich in New York und lebt mittlerweile von seiner Tätigkeit als Schriftsteller.

Marc Levys philosophische Geschichte „Wer Schatten küsst“ erklärt den Zwiespalt zwischen Kindheit und Erwachsensein. Es beschreibt den Verlust der Kleinigkeiten, die das Kinderauge bewundernd wahrnimmt. Außerdem erfragt es die Verantwortlichkeit für Chancen, seine Träume und die eigene Zukunft und ist damit eine wunderbare Erinnerung an sich selbst.

Ein Kind nimmt an sich die Fähigkeit wahr, aus den Schatten der Menschen ihr Träume und Wünsche lesen zu können. Gleichermaßen erhält es eine Aussicht auf die Zukunft. Sein eigener Schatten bittet ihn, den Menschen zu helfen, die nicht in der Lage sind, von selbst den Weg zum Glück zu finden. Bis er erwachsen ist, hat er seine Gabe vergessen und wird in einem besonderen Moment wieder daran erinnert.

Das unverkennbare tiefe Timbre der Sprecherstimme gehört dem bereits einschlägig erfahrenen Christoph Jablonka, der die Geschichte stimmungsvoll in Szene setzt. Einfühlsam, nachdenklich und herzerwärmend!

 

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9.Mai
2012

Kerstin Gier – Die Patin / Die Mütter-Mafia / Gegensätze ziehen sich aus

Martin

Kerstin GierKerstin Gier schläft oder schreibt. Sie unterscheidet sich in Gänze von ihrer Titelheldin Constanze, denn im Gegensatz zu ihr ist sie klein und dick. Schaut man sich ihre Homepage an, kommt man nicht umhin sich zu denken: „Mensch, die Frau hat echt eine Klatsche! Die würde ich wirklich gerne kennen lernen!“

Lauscht man ihren Hörbüchern erhält man einen ersten, verschrobenen Eindruck von ihrer Denkweise, die in Wahrheit aber gar nicht so weit hergeholt ist. In ihrer Trilogie rund um die „Mütter-Mafia“ veranstaltet sie eine literarische Hetzjagd auf Frauen, deren aalglattes Handeln beinahe an Perfektion erinnert und neben denen man zwangsläufig immer etwas schlechter und ja, auch dicker wirkt. Constanze wird „Die Patin“ der Mütter-Mafia und ihre Freundinnen ihre treuen Mitstreiterinnen im Kampf gegen Themen wie Klavierstunden, Kochrezepte und Handarbeit. Inmitten von Kleinstadtlästereien, Cappuccino und Stiletto-Tipps bleibt dann noch der ganz normale Wahnsinn: Ehemänner hauen ab, Teenies drehen durch und dann möchte frau auch irgendwann zwischendurch geliebt werden. Auch diese Konstellationen sind nicht frei von Zündstoff, denn „Gegensätze ziehen sich aus“!

Das perfekte Sprachrohr, um die Leidenschaft und das Desinteresse dieser liebenswerten Frauengruppe perfekt auf den Punkt zu bringen, ist keine Andere als Mirja Boes, die mit ihrem liebenswerten Schandmaul mal dramatisch, mal resignierend ihre Stimme erhebt. Drei fröhliche Hörbücher einer Serie, die kaum ein Auge trocken lassen und an denen auch Männer ihren Spaß haben werden!

 

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3.Mai
2012

Charles Bukowski – „Der Mann mit der Ledertasche“

Martin

Charles BukowskiCharles Bukowski gilt bis heute als Unikum der Literaturszene: Er lässt sich weder in eine Epoche noch einem bestimmten Stil zuordnen. Am ehesten nennt man ihn einen „modernen und ironischen Naturalisten“, der sich der „absoluten, literarisch unverstellten Wahrhaftigkeit von Empfinden und Darstellung“ voll und ganz verschrieb. Seine verwendete Sprache ist schroff, hart, zuweilen obszön. Er lebte ein überaus hedonistisches Leben und nutzte seinen leidenden Blick auf die Welt für seine überwiegend autobiografischen Veröffentlichungen. In ihnen berichtete er von Prostituierten, Trinkern, Obdachlosen und vielen weiteren Existenzen abseits des Amerikanischen Traums.

Der Mann mit der Ledertasche“ ist sein Erstlingswerk nach langen Jahren ohne Zuspruch von Verlegern. Sein Alter Ego Henry Chinasky ist ein pessimistischer Säufer, der sich nach einer Anstellung ohne Verantwortung und Anstrengung sehnt. Die Stelle des Aushilfsbriefträgers vereinigt anfangs alle gewünschten Ansprüche und darüber hinaus sogar die Aussicht, mit vereinsamten Hausfrauen ins Bett gehen zu können. Eine schnell folgende Versetzung durchbricht diesen bequemen Müßiggang durch wachsende Anforderungen. Er kündigt schließlich und überbrückt die Zeit ohne Einkünfte durch sporadische Wettgewinne auf der Pferde-und Hunderennbahnen. Zu dieser Zeit scheitert auch seine Beziehung zu Betty, die Liebe seines Lebens. Später wird er erfahren, dass sie an den Folgen des Alkoholkonsums gestorben ist. Er findet zwar immer wieder neue Jobs und Frauen, jedoch erstickt jede Verpflichtung im täglichen Rausch und der Angst vor Alltag. Nach weiteren elf Jahren in der Poststelle kündigt er, widmet sich dem Schreiben und verstärkt seine Abhängigkeit von Genussmitteln. Einziger Lichtblick seines Lebens und Grund genug, sich nicht umzubringen, wird seine Tochter.

Weite Teile des Romans lassen sich direkt auf das Leben Bukowskis übertragen. Ungeniert legt er die Schattenseiten seines Lebens offen, die andere gerne verstecken. Nach 40 Jahren erscheint erstmals ein Hörbuch des rauen Klassikers, dessen Stimmung punktgenau von seinem Sprecher Matthias Brandt erfasst wurde. Gerade in Deutschland feierte Bukowski mit seinem derben und direkten Stil große Erfolge und verkaufte mehr als 4 Millionen Bücher. Ein Hörbuch, das nicht auf Gefälligkeit abzielt, sondern brutal ein scheiterndes Leben dokumentiert.

 

 

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2.Mai
2012

Agatha Christie – Vier Frauen und ein Mord

Martin

Vier Frauen und ein MordDie Krimis von Agatha Christie wurden oft, gern und gut verfilmt. Dass Drehbuch und Romanvorlage zumeist aber entscheidend voneinander abweichen, ist den Wenigsten bekannt. Ein vortreffliches Beispiel hierfür ist das von Oliver Kalkofe gelesene Original von „Vier Frauen und ein Mord“, in der Agatha Christie ihren kauzigen Kommissar, Hercule Poirot, in einem Fall auf die Suche nach Beweisen schickt, der im Grunde längst schon geschlossen wurde.

Als die betagte Dame Mrs McGinty in ihrer Wohnung beraubt und ermordet gefunden wird, scheint die Lage klar: Zweifelsohne handelt es sich bei ihrem Mörder um ihren Untermieter James Bentley, auf den alle Indizien zeigen und der seine Schuld auch nicht widerlegt. Das Urteil lautet „Galgen“. Inspektor Spence vermutet einen größeren Zusammenhang und rekrutiert seinen Freund Hercule Poirot zur Aufklärung. Auch er tappt lange im Dunkeln, bis ihm ein Brief der Toten in die Hände fällt, der das Zeitungsbild von vier Verbrecherinnen beinhaltet. Zufall oder Zusammenhang?

Agatha Christie sät Zufälle so spärlich wie in der Wüste Blumen wachsen. Auch in „Vier Frauen und ein Mord“ durchwandert der Protagonist viele Sackgassen, Kreisverkehre und kommt schlussendlich doch ans Ziel. Oliver Kalkofe, eher bekannt als sympathisches Schandmaul der TV-Landschaft, navigiert seriös und unterhaltsam durch drei CDs. Der Facettenreichtum seiner Stimme passt perfekt zu den skurrilen Persönlichkeiten der Handlung, deren Ton er durchweg grandios trifft. Christie und Kalkofe – eine gelungene Kollaboration!

 

 

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27.April
2012

Edgar Wallace – Der Joker

Benjamin Jendro

Manche Menschen bekommen es einfach in die Wiege gelegt, diese Fähigkeit, andere mit den eigenen Worten zu berühren. Im Fall von Edgar Wallace ist es seit Urzeiten das Auslösen von Gefühlen wie Angst, Furcht und Spannung, was seine Kriminalgeschichten auszeichnet. Es ist schon verblüffend, wie die Ideen eines Mannes, der seit nunmehr über 80 Jahren nicht mehr auf einer Welt verweilt, die zunehmend grausamere Verbrechen kennenlernt, es noch immer schafft den dort lebenden Individuen einen Schauder in die Seele zu platzieren. Im Hörspiel von „Der Joker“ gelingt ihm dies einmal mehr, auch dank eines Protagonisten, der seine Brötchen auf clevere Weise ohne großes Dazutun verdienen möchte.

Er raubt weder einfachen Menschen noch großen Banken das Geld, dealt nicht mit Drogen oder hat seine Finger in anderen krummen Geschäften wie Prostitution und Glücksspiel. Seine große Einnahmequelle ist die eigene Autorität. Ganz nach großem Mafiavorbild will der Joker von jedem gedrehten Ding seinen Anteil haben. Jeder Ganove, der ihm das verweigert, bezahlt mit dem Leben. Alles, was die Ermittler Higgins und Lane dann bei den Leichen finden, ist eine Karte von Jolly Joker. Womöglich ist diese der einzige Weg, um dem Mörder das Handwerk zu legen, vielleicht aber auch dessen Vorliebe für schnelle schwarze Autos.

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25.April
2012

Marc-Uwe Kling – Das Känguru-Manifest

Benjamin Jendro

Mein erster Blick in dieses politische Stück Kulturgeschichte zauberte mir ein klitzekleines Lächeln auf die Lippen. Mit Karl Marx hat jeder von uns in der Schulzeit zu tun gehabt, der ein oder andere hat sich auch später noch mit seinem Kommunistischen Manifest auseinandergesetzt. So schien mir die gewählte Parallele im Namen von Marc-Uwe Klings Beitrag zur Politik, neben einer Hommage an einen großen Mann vergangener Tage, vor allem eines zu sein – ein lustiges Schriftstück, das man sich gerne mal als Lektüre unter die Augen oder aber auch wie in diesem Fall als Hörbuch an die Ohren führt.

Vermutlich würde sich Herr Marx im Grabe umdrehen, wenn er die lustigen Geschichten, die der Autor mit seinem kommunistischen Känguru erlebt, hören würde. Alles in allem steckt in „Das Känguru-Manifest“ aber auch eine gewisse politische Botschaft, nämlich jene, dass wir sie nicht ganz so ernst nehmen sollten. Anhand kurzer Episoden, die durchzogen sind von Affären, Intrigen, Weltbeherrschungstheorien und bedeutenden Enthüllungen schafft es Kling, wirklich gut zu unterhalten und seinen Zuhörer davon zu überzeugen, dass es besser ist, diesem Werk zu lauschen als den zwielichtigen Aussagen vieler Politiker. So bleibt am Ende des Tages letztlich mehr Wahres stehen, wenn wir über manche Dinge ein wenig lockerer denken.

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20.April
2012

Wolfgang Herrndorf – Sand

Benjamin Jendro

Im zweiten Versuch hat es dann doch geklappt. Während Wolfgang Herrndorf bereits im vergangenen Jahr für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war, konnte sein diesjähriges Werk „Sand“ den Preis in der Kategorie Belletristik abräumen. Belletristik ist das Werk auf jeden Fall, obwohl mir anfangs nicht komplett einleuchtete, was genau „Sand“ eigentlich ist. Handelt es sich um einen Roman in der Wüste, um einen mit Agenten oder einfach nur eine literarische Abenteuerdarstellung? Genau genommen treffen alle drei Sachen zu, ebenfalls die Zuordnung, dass der Autor einen echt großen Unterhaltungswert zu haben scheint.

In München überfallen die Palästinenser gerade das Olympische Dorf – ein Ereignis, das als der „Schwarze September“ des Jahres 1972 historischen Wert besitzt. Gleichzeitig passieren auch in der Sahara eigenartige Geschehnisse. Mitten in einer Hippie-Kommune werden vier Personen umgebracht. Außerdem plagt sich ein skurriler Kommissar mit dem Diebstahl eines Geldkoffers. Wenn ich jetzt noch erzähle, dass eine blonde Amerikanerin und ein völlig durch den Wind geratener Atomspion mit von der Partie sind, scheint die Verwirrung komplett. Zugegeben, man muss Sprecher Stefan Kaminski ganz genau zuhören, wenn man die Einzelheiten zu einem Gesamtwerk zusammenpuzzeln will. Hat man dies dann aber geschafft, hinterlässt es mehr als nur bleibenden Eindruck.

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18.April
2012

Ferdinand von Schirach – Der Fall Collini

Benjamin Jendro

Strafverteidiger Ferdinand von Schirach hat in seinem bisherigen Leben vermutlich mehr Übel in der Welt gesehen als es zehn andere Personen in zwei  oder drei Menschenleben schaffen würden. Zu seinem alltäglichen Klientel gehören Mörder, Erpresser und Drogenhändler, Psychopathen und, wohl noch schlimmer, vollkommen normale Menschen aus unserer Nachbarschaft. Hatte uns der Autor Ferdinand von Schirach anfangs mit der Darstellung von kürzeren Episoden seiner Arbeit begeistert, stellte er dies mit „Der Fall Collini“ zuletzt ein wenig auf den Kopf, was aber keinerlei Einfluss auf seinen Unterhaltungswert als Schriftsteller für bewegende Verbrechen ausüben konnte. Ganz im Gegenteil, denn anhand der längeren Geschichte kommt sogar noch ein wenig mehr Spannung auf.

In der Tat wird man bei der Betrachtung des jungen Anwalts Caspar Leinen und seinem Versuch, den Fall aufzuklären, irgendwie selbst zum Teil der Szenerie. Ein scheinbar friedlicher Mann, Werkzeugmacher Collini, bringt aus heiterem Himmel einen Großindustriellen auf heimtückische und brutale Art und Weise um. Leinen kennt den Toten und führte zumindest in seiner Kindheit eine recht enge Beziehung zu diesem. Der anfängliche Gewissenskonflikt, ob es richtig sei, weiter an dem Fall zu arbeiten, stellt im Vergleich zum Rest des Werkes, das von Burghart Klaußner gelesen wird, aber noch ein eher geringes Spannungsmoment da. Viel größer sind die nachfolgenden, die eine Wendung nach der anderen mit sich bringen.

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14.April
2012

Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht – Dieter Moor

Martin

Was wir nicht haben, brauchen Sie nichtDieter Moor ist Schweizer. Er ist bekannt und erfolgreich. Sein Kultformat „Titel, Thesen, Temperamente“ war der Sympathie der Zuschauer unheimlich zuträglich. Er ist glücklich verheiratet und lebt mit seiner Frau in einer idyllischen Berglandschaft nahe Zürich – ganz so wie in der Hustenbonbon-Werbung. Viele würden sich jetzt zurücklehnen und das Erreichte genießen. Herr Moor hingegen will mehr und etwas total Anderes. Etwas gelangweilt von der Züricher „Mehr-Schein-als-Sein-Welt“ überlegt er sich dorthin zu ziehen, wo die Menschen echt sind und Berühmtheit kein Freifahrtsschein ist. Gesucht wird eine Gegend, die alle Möglichkeiten hergibt, die es für einen Öko-Bauernhof braucht. Seine Wahl fällt auf Amerika. Amerika ist ein kleines Dorf im tiefsten Brandenburg, nördlich von Berlin, mit wenigen Häusern, aber ganz viel Umgebung. Nicht nur seine Freunde stellen seine Entscheidung in Frage, ausgerechnet in diese Ecke „Dunkeldeutschlands“ zu ziehen. Auch die Amerikaner sind nicht „very amused“ über die Pläne des Fremden. Diese Menschen sind härter zu knacken als jede Haselnuss, denn hier zählt nicht, was du hast, sondern nur, was du kannst. Dort, zwischen Gummistiefeln, Technoklängen und Nazimärschen, versucht er sein Glück zu finden und lädt uns ein, daran teilzuhaben.

Moor bricht in “Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht” eine Lanze für diesen verkannten Landstrich seine Bewohner. Mit viel Herz und Motivation, Vorurteile abzubauen, stellt er sich einem neuen Lebensabschnitt und der Aufgabe, die Brandenburger Einöde als heimliches Kleinod zu verkaufen, das es zweifelsohne ist. Niemand könnte seine Erlebnisse besser vortragen als er selbst. Der ausgebildete Schauspieler artikuliert glasklar, auf den Punkt und immer zur Freude des Zuhörers. Ein wirklich gelungener Hörgenuss – nicht nur für Einheimische, Urlaubsplanende und Menschen mit Vorbehalt.

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11.April
2012

“Schutzpatron” von Volker Klüpfel Kamp & Michael Kobr

Martin

Ohren gespitzt! Volker Klüpfel und Michael Kobr, das erfolgreichste Autoren-Duo Deutschlands, präsentieren mit „Schutzpatron“ den sechsten Teil ihrer überaus erfolgreichen Comedy-Krimi-Serie rund um ihren Lieblings-Hauptkommissar Kluftinger, der abermals dümmer ist, als die Polizei erlaubt. Seine Arbeitsweise beschreibt man besser mit unbedarft als ausgereift, doch darin liegt der Reiz dieses paradoxerweise spießigen Chaoten. Schauplatz ist wieder Kempten, der Geburtsort beider Autoren, den sie natürlich kennen wir ihre Westentasche. Vor dieser Kulisse inszenieren sie eine spannende wie aberwitzige Geschichte, die doppelt gut unterhält.

Kluftinger hat nicht nur ein Problem, sondern mehrere: Zuerst stellt sich der vorab vermutete natürliche Tod der 82-jährigen Maria Zahn als Mord heraus und parallel wird er außerdem dazu abberufen, die heimgekehrte Wanderausstellung des Burgschatzes zu beaufsichtigen. Teil dieser Ausstellung sind die sterblichen Überreste des heiligen Magnus, dem Schutzpatron des Allgäus, mit unschätzbarem Wert. Er und Maier, ein ähnlich plumper Kollege, staunen nicht schlecht, als sich Zusammenhänge zwischen dem Tod der alten Frau und der baldigen Museumsausstellung ergeben. Neben diesem verzwickten Fall steht er außerdem vor dem Problem, dass sein Auto gestohlen wurde. Vor Scham verschweigt er den Diebstahl vor seinen Kollegen und seiner Frau, was selbstverständlich stressige Momente und dämliche Erklärungen zur Folge hat.

Mit lockerer Zunge verlesen Klüpfel und Kobr auf 6 CDs keine klassische Variante eines Krimi-Hörbuchs, sondern Klamauk, Possen und sketchartige Situationen verpackt in eine spannende Rahmenhandlung. Unkonventionell und bodenständig, clever, aber auch irgendwie wahnsinnig löst der sympathische Pseudo-Held Kluftinger jedes noch so schwierige Rätsel und unterhält uns dabei auf ganz prächtige Weise mit seinen Marotten. Ein erstklassiger Hörgenuss!

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