...entführen dich in eine andere Welt

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Wer bin ich – und wenn ja wie viele?

Benjamin Jendro

27.März
2009

Wer bin ichSchon an anderer Stelle habe ich den geneigten Zuhörer dazu ermutig, sich dem Denken zu widmen. Eine allgemein hin unterschätze Aufgabe, die jedoch paradoxer Weise von vielen als weitgehend besonders intensiv genutzte Tätigkeit angesehen wird. Angesichts der Boulevardpresse, oder des nachmittäglichen Fernsehens eine, wie ich finde, nicht ganz zutreffende Aussage. Wie dem auch sei. Mit „Wer bin ich – und wenn ja wie viele?“ schafft Richard Precht den Einstieg in das Denken. Dabei geht er durchaus methodisch vor und führt uns in die Welt der Philosophen, ohne dabei abgehoben oder metaphysisch zu werden. Wichtige Fragen werden behandelt und vor allem gestellt, so dass man unweigerlich anfangen muss mitzudenken. Precht bewegt sich dabei auf einem spielerischen Niveau, welches Verständnis und Unterhaltung im gleichen Maße vereint und schon deshalb eine Kunst bei dieser Thematik darstellt. Wo sonst ist man anderenorts von Bildung fasziniert und wird nicht gleich mit Nichtbeachtung gestraft?


Dabei schafft der Autor es auch immer wieder die verschiedenen Standpunkte heraus zu kristallisieren, wodurch man zunächst dem Einen und dann umgehend dem Anderen lauthals zustimmen möchte. Ein Wechselbad der Gefühle, das so durchaus gewollt ist. Auch der Verknüpfung der einzelnen Kapitel stellt eine wahre Glanzleistung dar, wenngleich sich beim geschulten Zuhörer womöglich Protest regen möchte. Doch genau darum geht es – mitdenken!

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der FürstNiccolo Machiavellis „Der Fürst“ ist wohl eines der bedeutendsten Bücher der vergangenen Jahrhunderte und sollte jedem ein Begriff sein. Über Generationen hinweg galt es als Leitlektüre für die Staatsführung und darüber hinaus für die Führung von Untergebenen allgemein. Für Kritiker ist es ein Handbuch der Tyrannen, Fürsprecher halten dagegen, dass erst mit der Lektüre dieses Buches die Mechanismen der Macht verstanden werden. Machiavelli entwickelt in seinem Buch eine Staatstheorie, die ethische Verpflichtungen, bzw. eine Staatsmoral unterhalb der Sicherheit eines Staates ansiedelt und damit skrupelloser Machtpolitik Tür und Tor öffnet. Dagegen betont Machiavelli auch, dass ein Führer sich nicht lange an der Spitze halten kann, der das Volk gegen sich hat. Die Geschichte lehrt uns selbstverständlich auch Ausnahmen! Keineswegs aber ist es der Aufruf an Herrscher sich ihrer absolutistischen Macht rücksichtslos zu bedienen.

Das Hörbuch gibt es in zwei Versionen. Wer Bildung light bevorzugt, der holt sich die 1 CD Version, welche die komplette Einleitung weglässt und sich mehr oder minder auf die Highlights beschränkt. Wer hingegen einen umfassenden Beitrag zur Bildung erlangen möchte, der sollte in jedem Fall die 4 CD Version wählen, da sie das komplette Werk, als auch Anmerkungen zu Geschichte und Personen hat, um sie im Kontext besser zu verstehen. Die Stimme des Lesers wird hier auch so manch einem bekannt vorkommen, ist es doch die Synchronstimme von Gandalf aus dem Herrn der Ringe – Achim Höppner.

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Ohne Chaos geht es nichtDie Chaostheorie besagt im Wesentlichen, das es Systeme gibt, deren Dynamik unter bestimmten Bedingungen empfindlich von den Anfangsbedingungen abhängt, so dass ihr Verhalten nicht langfristig vorhersagbar ist. Im Klartext: Wir wissen einfach nicht ganz genau was passieren wird! Jan-Uwe Rogge versucht diesen zugegebener Maßen abstrakten Begriff ins Kinderzimmer zu bringen und Eltern dabei zu helfen, sich selbst zu helfen. Dabei ist sein Hörbuch: „Ohne Chaos geht es nicht“ kein detailierter Ratgeber mit speziellen Tipps für jede erdenkliche Lebenslage. Vielmehr geht es ihm vor allem darum, die Eltern, mental darauf vorzubereiten, was kommt bzw. kommen kann.

Relaxen sie mal ein wenig! Nicht alles lässt sich steuern und das ist auch gut so. Natürlich geht es hier nicht einzig um die geistige Haltung. Ein paar hilfreiche Anregungen werden schon gegeben, so dass sie beim nächsten Mal mit einem neuen Arsenal an Möglichkeiten aufwarten können, um die Kleinsten ins Bett zu bekommen, oder zum Essen zu bringen. Dieses Hörbuch ist eine brillante Mischung aus Unterhaltung und gleichzeitiger Vermittlung vom Umgang mit Kindern. Dabei empfiehlt es sich hervorragend als Geschenk für werdende, oder seiende Eltern. Oder Überraschen sie doch mal selbst beim nächsten Besuch der leicht überforderten Eltern mit fundierten und alternativem Wissen. Man wird sie lieben und es ihnen ein Leben lang danken!

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Dem Weltall so nahe

Benjamin Jendro

19.März
2009

Der geheime Schlüssel zum UniversumWie kann man selbst Kindern vom Faszinosum Weltall erzählen? Wie schafft man Interesse für so abstrakte Dinge, wie schwarze Löcher, oder einer Supernova zu wecken? Ist es gar ein völlig sinnloses Unterfangen und zum Scheitern verurteilt? Mitnichten, denn Stephen Hawking schafft es erneut sein geballtes Wissen so vorzutragen, dass selbst Laien ihm folgen können und in die weiten Fernen eintauchen. Dabei hilft ihm dieses Mal seine Tochter Lucy über das reine Erzählen von Sachverhalten hinaus zu gehen und gemeinsam spinnen seine eine Geschichte rund um George und seinem Schwein. Alles fängt mit einem Loch im Garten und einem ausgebüchstem Schwein an und endet mit einem Ritt auf dem Kometen. Das Hörbuch: „Der geheime Schlüssel zum Universum“ ist gleichermaßen für Kinder ab ca. 10 geeignet, als auch für jeden Älteren, der sich vom Geheimnis des Universums beeindrucken lassen möchte.

Sollte sie dieses Thema nicht mehr loslassen, oder sie einen sachlicheren, dabei aber nicht minder unterhaltsamen Ansatz wünschen, so empfiehlt sich auch ein Blick auf „Das Universum in der Nußschale“, welches ebenfalls von Stephen Hawking stammt und von seinem witzigen Stil profitiert. Es wurde in kürzester Zeit zum Bestseller und hat so manchen Weltall-Fan hervorgebracht. Natürlich ist Stephen Hawking nicht der Einzige, der über dieses Thema zu berichten weiß. „Eine kurze Geschichte von fast allem“ versucht darüber hinaus uns mit dem wichtigsten zwischen Himmel und Erde vertraut zu machen und sollte in keiner Allgemeinbildung fehlen.

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Die Chemie des Todes

Benjamin Jendro

1.März
2009

Schon als Buch konnte Die Chemie des Todes überzeugen. Und auch als Hörbuch Version kann man nun über 460 Minuten lang Spannung und Grusel audiophon verfolgen. Johannes Steck schafft es dabei virtuos den verschiedenen Charakteren einen unvergleichlichen Ausdruck zu verleihen, ohne dabei gedrungen oder übertrieben zu wirken.

Chemie des TodesForensik hat in TV-Shows mittlerweile Kultstatus und so könnten moderne Serien, wie CSI Miami, oder Dexter überhaupt nicht funktionieren, wenn die Forensik außen vor gelassen würde. Das zunächst unappetitlich wirkende Metier versprüht seinen ganz eigenen, skurrilen Charme und verlockt zum weiter gucken. Chemie des Todes zeigt in brillant recherchierter Methode und auf dem letzten Stand der Wissenschaft das Leben der Obduktions-Koryphäe David, der zwar auf der einen Seite einen Mord aufdecken soll, auf der anderen Seite aber auch Hauptverdächtiger ist. Ein extrem spannender Krimi und eine packende Story. Dabei sollten sie eine Vorliebe zum Detail haben, denn in diesem Hörbuch wird nicht zimperlich zu Werke gegangen. Ausführlich werden die Laichen beschrieben und jeder mit etwas Phantasie wird sich leicht ein innerliches Bild des Geschehens machen können.


Was sie also normalerweise in einer Nacht verschlingen würden, können sie nun in schauriger Abendstimmung geruhsam in ihrem Sessel auf sich einrieseln lassen. Ein gruseliges Vergnügen wartet auf sie…

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