...entführen dich in eine andere Welt

Impressum Kontakt

Zerstört – Grant County Reihe

Benjamin Jendro

29.Juli
2009

Zerstört Protagonisten Jeffrey Tolliver, Sara Linton und Lena Adams sicher ein Begriff sein. Auch in Zerstört geben die drei sicher wieder einmal die Ehre. Zu der Geschichte möchte ich gar nicht all zu viele Worte verlieren, da man auch hier wieder einige Überraschungen serviert bekommt und bis zum Ende mitfiebert um den anfänglichen Mord aufzuklären.

Die Art und Weise, wie sich die Geschichte in Zerstört entwickelt, hat Karin Slaughter dieses Mal jedoch geändert und meiner Meinung auch gut damit getan. So hat sich ihr üblicher Schreibstil etwas geändert, so dass der Leser nun immer zwischen den zwei Hauptsträngen des Hörbuchs hin und her springt, was sicherlich zu der nötigen Spannung führt. Auf der einen Seite wären dort die aktuellen Ermittlungen um einen Mordfall, in den Lena Adams verwickelt ist, sich aber auf Biegen und Brechen zurück hält Details zu verraten und dann noch ihre Vergangenheit, mit der sich nun konfrontiert wird und in Rückblenden dargelegt ist.

Das Privatleben der Hauptfiguren erhält mir diesem Roman eine besondere Stellung, so dass gerade zu Beginn der Erzählung mitunter etwas langatmige Umschreibungen entstehen, die jedoch wichtig sind für den Fortlauf und das Verständnis der Charaktere. Doch auch die zum Teil erbärmlichen Lebensumstände im Süden und das teilweise desaströse Gesundheitssystem der USA werden hier angeprangert.

Der Krimi wird ab der Mitte des Buches immer rasanter und lässt auch dieses Mal ein fulminantes Ende erwarten.

0

Wie ich einmal versuchte reich zu werden

Benjamin Jendro

27.Juli
2009

Wie ich einmal versuchte reich zu werdenDie Finanzkrise entlockt den wenigsten Menschen ein Lächeln. Stattdessen ruft dieses Wort weitestgehend böse Überraschungen und negative Emotionen in uns aus, ähnlich wie Terror oder George W. Bush. Die meisten Menschen wissen dabei überhaupt nicht wirklich, warum es zur sogenannten Finanzkrise kam und interessieren sich auch nur latent dafür. Im Gegenteil hatte sich kurzweilig sogar etwas Gutes, nämlich fallende Benzinpreise.

Heike Faller war da ganz ähnlich, bis sie 2008 beschloss sich dem Finanzmarkt offen gegenüber zu stellen und ihm seine Geheimnisse zu entlocken. Man interessierte sich auf einmal für die Wirtschaft und die Finanzlage. Das ganze hat sie dann mit einem Experiment verbunden. In einem Jahr das eingesetzte Geld von stolzen (oder sollte ich sagen mickrigen) 10.000 zu verdoppeln. Blöd nur, dass sie es ausgerechnet zu einer Zeit macht, in der die Finanzkrise um sich schlägt. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Das Buch: Wie ich einmal versuchte reich zu werden bietet amüsante Anekdoten und erzählt offen aus der sicht eines Laieninvestors, den es bis nach Bagdad, New York und andere Metropolen verschlagen hat um z.B. dem Gold nachzufiebern. Es ist eine Geschichte, die hinter die Kulissen der Finanzwelt führt und davon erzählt, wo die Finanzkrise ihren Anfang genommen hat. Interessante Persönlichkeiten werden vorgestellt und man kann fast ein bisschen verstehen, wie man in den Rausch des Geldes verfällt.

0

Die Hütte – ein Wochenende mit Gott

Benjamin Jendro

24.Juli
2009

„Für die Gnade ist es nicht erforderlich, dass Leid existiert, aber dort, wo Leiden ist, wirst du immer auch die Gnade finden, in vielen Facetten und Farben.“

Die HütteEin Zitat, dass man erst mal sacken lassen muss. Es beschreibt hervorragend die Situation in dem Buch: Die Hütte. Dabei geht es um den tragischen Tod der Tochter von Mack. Dieser wird nun aus seiner melancholischen Lethargie durch eine Einladung gerissen, die ihm zum Ort des Geschehens zurück führt. Was dann passiert ist wohl so selbstverständlich, als auch unglaublich zugleich. Er führt Gespräche mit Gott, Jesus und dem Heiligen Geist über seine Tragödie und deren Zweck, falls es einen solchen denn überhaupt gibt. Obwohl wohl die erste Gedanken hier ist, dass es ein Kitschroman für Christen wird, ist es dem Autor fabelhaft gelungen das Gedankenkonstrukt von „Glauben“ näher zu bringen. Auch so unbequeme Fragen, wie: “Wenn Gott existiert, warum gibt es so viel Leid auf der Erde“ werden in die Diskussionen mit eingeflochten.

Wer jetzt glaubt, dass Buch sei nur etwas für tugendhafte Christen (gibt es so etwas überhaupt?), der täuscht gewaltig, Sowohl für Gläubige, Nicht-gläubige, als auch Anders-gläubige geeignet. Der Roman schafft zumindest eines, was sich jedes Buch wünschen sollte. Man hat anschließend das Bedürfnis über das Gelesene zu reden.

Schön erzähltes Hörbuch mit Suchtpotential…

0

Der Joker

Benjamin Jendro

14.Juli
2009

der jokerWas gibt es über dieses Buch zu sagen? Es hat den deutschen Jugendliteraturpreis 2007 gewonnen. Das ist schön, jedoch nicht ausschlaggebend. Auch die Story ist schnell erklärt. Ed bekommt eines Tages drei Adressen auf einer Spielkarte in seinen Briefkasten gesteckt. Neugierig fährt er zu den Adressen und entdeckt tragische Schicksale und Elend. Ergriffen und bewegt, fühlt er sich dazu berufen, diesen Menschen zu helfen und tut es auch tatsächlich. Doch das Spiel hat gerade erst begonnen.

Was den Roman vom Markus Zusak: „Der Joker“ so außergewöhnlich macht, ist nicht nur die moralische Komponente, das Auftreten von Pflichtbewusstsein und dem Wunsch zu helfen. Es sind die immer wieder überraschenden Wendungen, die Szenarien, die mit Liebe und Raffinesse geschrieben sind und authentische Charaktere hervorbringen. Manch einer behauptet, dieses Buch enthält so etwas wie Nachhaltigkeit. Etwas, das man wohl von den wenigstens Büchern sagen kann. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass es nicht auch unterhaltsam und komisch sein kann, vielmehr vereint es all diese Facetten und ist deshalb wohl etwas Besonderes. Doch Vorsicht, selbst wenn sie vorher ihr Leben für gut und erfüllt hielten, kann es ihnen in einem Moment des Insichgehens passieren, dass sie einen Sinn in ihrem Handeln vermissen. Doch vielleicht ist es ja auch genau dieser Anstoß, den es braucht, um Dinge – allgemeinhin bekannt als Leben – zu verändern…

1

Stieg Larsson – Verdammnis

Benjamin Jendro

13.Juli
2009

VerdammnisHolla die Waldfee sag ich da nur. Ich bin ja bisher nicht so der Krimileser gewesen. Nicht das ich sie kategorisch ausgeschlossen hätte, es waren nur meist andere Bücher interessanter. Ich habe dann vor einer Weile der ersten Teil der Larsson-Tiologie, Verblendung, gelesen und war hin und weg. So viel Spannung und mitreißende Story hatte mich tatsächlich geplättet. Schön, dass es da einen Nachfolger mit Verdammnis gibt.

Auch hier treffen wir alte Bekannte wieder, im Vordergrund Lisbeth Salander und Mikael, „Kalle“ Blomkvist. Auch dieses Mal gilt es ein Verbrechen zu klären, das mit Mädchenhandel zu tun hat. Ich will gar nicht so viel verraten, denn das kann man in anderen Foren lesen, oder aber auf dem Buchrücken. „All das Böse“ rückt jedoch mehr und mehr in den Fokus.

Das Buch fängt geschmeidig, fast unwillkürlich an und lebt von Seite zu Seite. Es generiert noch keine übermäßige Spannung, aber ein fortlaufendes Interesse an der Handlung. Dann passiert alles Schlag auf Schlag und man will das Buch gar nicht mehr zur Seite legen. Über 20 Seiten im Mittelteil wiederholten sich für meinen Geschmack zu viele Dinge, aber ansonsten ist das Buch grandios. Viele Fäden gekonnt in einem fulminanten Finale zusammen gesponnen, das zwar nicht unbedingt alltäglich und realistisch ist, jedoch zu gefallen und überzeugen weiß. Traurig wird einem nur um Herz zumute, wenn man bedenkt, dass ein solch begnadeter Journalist und Autor wie Larsson aufgrund seines Todes nie wieder neue Geschichten schreiben wird.

Auf jeden Fall zuerst Verblendung lesen, sonst tut man sich mit einem Quereinstieg keinen Gefallen und erfährt in der Fortsetzung zu viele Dinge.

0

Die Bücherdiebin

Benjamin Jendro

12.Juli
2009

Wie stellt man sich eine Geschichte vor, die vom Tod erzählt wird? Blutrünstig, kalt und niederträchtig vielleicht? Markus Zusak sieht das ganz anders. In seinem Roman: „Die Bücherdiebin“ lässt er den Tod über sich selbst und seine Ansichten von den Menschen erzählen. Es ist kein Tod, vor dem man Angst haben muss. Kein Kapuze tragender, Sense schwingender von Mordlust gepeinigter Charakter, sondern ein mitfühlendes Wesen, dem die Menschen beileibe nicht egal sind. Besonders hat es ihm die kleine Liesel Memmiger angetan, ein Mädchen das in den Wirrungen von 1939 zum ersten auftritt und am Grab ihres kleinen Bruders steht. Hier gerät sie auch zum ersten Mal mit Büchern in Kontakt, indem sie das Handbuch für Totengräber entwendet. Die Bücherdiebin ist geboren und rettet fortan auch Bücher vor der Bücherverbrennung. Sie lebt in ihren Büchern, verschlingt sie und gewinnt so die Sympathie des Todes.

Der Autor lässt den Leser anhand von Liesel die Schrecken des Naziregimes noch einmal durchgehen, ohne dabei mit erhobenem Zeigefinger anzuprangern. Es ist eine ungewöhnliche und anrührende Geschichte, die zum Teil in einer Poetik geschrieben wird, die wunderschön ist, ohne dabei schwülstig zu wirken. Es ist naturgemäß eine traurige Geschichte, die den Holocaust thematisiert, aber auch den Wahnsinn und die Liebe dieser Zeit, von Menschen die bedingungslos folgen und solchen, die sich wehren und etwas ändern wollen. Schon zu Beginn des Buches ahnt man, wohin die Reise gehen soll und so wird man auf den letzten Seiten auch geplagt von überkochenden Emotionen. Hier eine Träne zu vergießen ist nur gerechtfertigt.

Das Hörbuch wird durch Boris Aljinovic zu einer wahren Freude. Seine Stimme ist unglaublich eindringlich und zugleich zart. Passt hervorragend in die Atmosphäre.

0

A Long Way Down

Benjamin Jendro

11.Juli
2009

A Long Way DownKann man über Suizid humoristisch schreiben? Man kann, wenn man Nick Hornby ist! Dem englischen Schriftsteller gelingt es erneut einen Roman zu schreiben, der ein wichtiges und ernsthaftes Thema anschneidet und sich damit eingehend befasst, dabei aber nicht belehrend daherkommt, sondern unterhaltend, ja mitunter witzig wirkt, ohne die beschriebenen Charaktere als Witzfiguren darzustellen.

So sind es auch diese ominösen vier Charaktere, die kaum unterschiedlicher sein könnten, aus denen dieser Roman sein Potential schöpft.

„Even though we had nothing in common beyond that one thing”

So ist es das Miteinander dieser vier Protagonisten, der Wortwitz, Sarkasmus und die bitterböse Ironie, die “A long Way Down” so interessant und lesenswert machen. Sie alle treffen sich rein zufällig am Sylvesterabend an einem bekannten Hochhaus, oder Selbstmordtreff, um sich das Leben zu nehmen. Und von hier nimmt die Geschichte ihren Lauf. Die Hintergründe der Personen werden durchleuchtet und man bekommt einen Eindruck davon, wie es bis zu diesem Punkt kommen konnte.

Böse Zungen behaupten das Buch ist zur Mitte hin wirklich „ein langer Weg“, doch ist es durch und durch ein Pageturner und verleitet dazu es innerhalb weniger Stunden zu verinnerlichen. Wieder einmal ein gutes Buch von Nick Hornby und der erneute Beweis das diese sogenannte Pop-Literatur durchaus tiefgründig UND unterhaltsam sein kann.

Auch wenn das Hörbuch um ca. ein Drittel gekürzt ist, kann man jederzeit den Schwarzen Humor heraushören und die Kommentare und geäußerten Gedanken zum Geschehen strotzen nur so vor Sarkasmus. Die Stimmen der vier passen und wirken authentisch.

1

Die Therapie – genial verwirrend

Benjamin Jendro

3.Juli
2009

Die TherapieSetzen sie sich doch erst einmal, oder möchten sie sich lieber auf die Couch legen? Was führt sie denn zu mir? Ach ja, sie möchten sich über ein gewisses Buch informieren…wie hieß es noch gleich, richtig, hier haben wir es – Die Therapie von Sebastian Fitzek. Fitzek, Fitzek, der sagt mir etwas. Ich erinnere mich, der ist ja momentan in aller Munde wegen seines Bestseller „Der Splitter“.

Aber ich schweife ab, kommen wir zurück zur Therapie. Es handelt sich hier also um einen Psychthriller einer verschwundenen Tochter, Josy 12 Jahre alt. Es gibt keine Spur von ihr und nicht mal die tragische Erkenntnis ihres Todes, sie ist schlicht und einfach unauffindbar. Ach, es handelt sich dabei um ihre Tochter? Das tut mir leid! Wie genau kann ich ihnen denn nun helfen? Wirklich? Eine schöne Frau ist auf sie zugekommen und erzählt sie wüsste etwas zu dem Vorfall und ihrer Tochter und sie möchten der Spur nun nachgehen? Halten sie das für eine vernünftige, gar rationale Entscheidung, oder klammern sie sich hier vielleicht nur an einen Strohhalm? Nicht umsonst sind sie ja in einer geschlossenen Klinik und ihrem Urteilsvermögen muss man zumindest gewisse Grenzen attestieren. Kein Grund gleich aufbrausend zu werden Herr Larenz. Es ist nicht so, dass ich ihnen nicht glaube, ich zweifle eher an der Frau und ihren Visionen. Sie haben recht, dass man dieser Spur nachgehen könnte. Doch was dabei heraus kommt, könnte ihnen vielleicht nicht gefallen, sind sie darauf gefasst?

Eintrag ins Protokoll: Simon Jägers Leserstimme, welche ihnen bekannt sein dürfte als Synchronsprecher für Matt Damon, Heath Ledger oder Josh Hartnett, versteht es dieses Hörbuch zu einem wahren akustischen Genuss zu machen und die einzelnen Charaktere authentisch wirken zu lassen.

0

Ich werde ihnen nun ein Geheimnis verraten. Was sie damit anstellen, ist allein ihre Sache. Manche Menschen haben daraus wertvollen Nutzen gezogen, andere eher weniger. „The Secret – Das Geheimnis“ ist ein Hörbuch über Selbsterkenntnis und vor allem Glück. Nein, hier wird keine Exoterik ins Spiel gebracht, noch werden geheimnisvolle Quanten als Quelle allen Glücks ausfindig gemacht und stilisiert. Stattdessen drückt dieses Buch eine einfache Wahrheit aus: „Man ist sich selbst seines Glückes Schmied.“

Offensichtlich ist diese Erkenntnis nicht wirklich neu, doch wird sie stetig und immer wieder gerne vergessen oder verdrängt. Denn anstelle zu glauben, dass man sein Leben selbst in der Hand hat und sich ändern muss, um sein persönliches Glück zu finden, sucht man es bei anderen Gelegenheiten und Menschen. Bin ich unglücklich über mein Gewicht, renne ich zum Arzt, oder suche Beistand in der Diätzeitschrift, anstelle abzunehmen. Rauche ich zuviel, benutze ich Nikotinpflaster, anstelle tatsächlich aufzuhören. Man legt seine eigene Verantwortung, seine Mündigkeit in andere Leute Hände. Das Buch hat mit dieser einfachen Erkenntnis grundlegend Recht, daran ist nichts zu rütteln. Wie diese Erkenntnis nun vermittelt wird, darüber streiten sich die Geister und Kritiker.



Für die Abermillionen von Menschen, die dieses Buch so faszniert hat, gibt es nun noch ein weiteres Buch, dass sich mit diesem Mysterium beschäftigt.

0