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Todsünde – Tess Gerritsen

Benjamin Jendro

30.August
2010

Nach “Die Chirurgin” und “Der Meister” kommt chronologisch der nächste Tess Gerritsen Hörbuch Bestseller – Todsünde. Erneut sind Detective Rizzoli und Rechtsmedizinerin Maura Isles im Einsatz, um ein Verbrechen aufzuklären. Sie werden in ein Kloster gerufen, wo die Leiche einer Novizin und eine schlimm zugerichtete weitere Nonne aufgefunden wurden. Kurze Zeit später erliegt die Ordensschwester ihren Verletzungen und wir haben es hier wohl mit einem Doppelmord zu tun.

Die Autopsie der Nonne sorgt jedoch für einige Aufregung und Verwirrung. Denn es wird festgestellt, dass sie vor kurzem entbunden hat. Doch wer ist der Vater und wo ist das Baby? Wenig später wird noch eine Leiche in einem verlassenen Restaurant aufgefunden und auch hier birgt die Autopsie einige Überraschungen, die ich jetzt nicht alle herausplaudern möchte.

Gerritsen hat mit Todsünde wieder einmal einen spannenden Thriller hervorgebracht, der zudem detaillierter auf die Charaktere eingeht, vor allem auf Rizzoli. Für manchen mag das evtl. ein wenig die Spannung herausnehmen, andere freuen sich über eine nähere Betrachtung der Protagonistin, zumal diese nun schon im dritten Roman mitspielt.

Das Kloster als Handlungskulisse ist ein wunderbar morbider Ort, der nichts mehr von dem heiligen Flair versprüht, zu dessen Zweck er eigentlich erbaut wurde. Auch ist bis zum Schluss nicht klar, wer der Mörder sein könnte und ob alles miteinander zusammenhängt.

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Mordshunger – Frank Schätzing

Benjamin Jendro

29.August
2010

Spätestens seit „Der Schwarm“ kennen wir Frank Schätzing und schätzen vor allem sein Talent, eine hervorragende Story zu kreieren. Meisterlich im Zeichnen von Charakteren zeigt sich der Autor auch dieses Mal in seinem zweiten Buch Mordshunger mit dem Protagonisten Romanus Cüpper, seines Zeichens Kriminalkommissar, obwohl er wohl doch irgendwie lieber Koch wäre. Cüpper zeichnet vor allem seine unbändige Liebe zum Kochen und Essen aus, derer er auch im Buch herrlich nachkommt. Wer hungrig ist, sollte das Hörbuch keinesfalls anmachen – Sie werden tausend Tode sterben!

Die Story selbst gerät bei all dem Reden von Essen fast zur Nebensache, was jedoch keinesfalls negativ ist. Cüpper muss zwei fast perfekte Morde aufklären und macht das in einer unnachahmlichen Weise. Wer lediglich einen Krimi erwartet, liegt hier falsch. Schätzing präsentiert mit Mordshunger einen Roman, der spannend und unterhaltsam ist und in dem sich auch der eine oder andere Schmunzler verbirgt. Krimi-Entertainment, wenn man so möchte.

Das Hörbuch selbst ist gut umgesetzt, lediglich an den doch vielen Musikeinspielungen scheiden sich die Geister. Der eine mag es für die Dramatik gut finden, andere könnten es als zu viel musikalische Unterhaltung empfinden. Glücklicherweise ist das für die eigentliche Geschichte kein Abbruch, denn die bleibt sehr gut.

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Juliet, Naked

Benjamin Jendro

27.August
2010

Nick Hornby ist wieder da, und wie! Mit Juliet, Naked hat er ein Hörbuch herausgebracht, das fernab seiner jugendlichen Storys existiert und nun älter gewordene Personen thematisiert. Man könnte sagen, die Protagonisten sind mit dem Autor erwachsen geworden, obwohl das Alter nicht zwangsläufig auf die innere Einstellung schließen lässt, wenn man sich deren Gebaren als Vorlage nimmt.

Bei Juliet, Naked geht es um Duncan und Anni, die ein Paar sind, aber kein wirklich ruhmreiches. Ihr Leben ist durchschnittlich bis langweilig und entbehrt jeglicher Abwechslung, bzw. Höhepunkten. Duncan führt nebenher noch ein Leben als Experte für Tucker Crowe, einem ehemaligen Singer-Songwriter, der vor etlichen Jahren spurlos verschwunden ist und um den sich die skurrilsten Legenden ranken.
Als Duncan ein Demotape einer alten Aufnahme von Crowe in die Hände bekommt, ist er ganz aufgeregt und überschwänglich. Dementsprechend fällt auch seine Kritik im Internet nur voll des Lobes aus. Ganz anders bei Anni, die zwar immer noch wohlwollend, aber weit objektiver ist bei ihrer Kritik.

Es kommt, wie es kommen muss. Crowe meldet sich bei ihr und zwischen Anni und ihm entbrennt etwas, das sie aus ihrer Lethargie befreit. Ein ziemlich ereignisloses Buch, das aber genau deshalb so authentisch und viel Charakterstudie ist.

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Das fünfte Zeichen – Jo Nesbo

Benjamin Jendro

23.August
2010

Unglücklicherweise gibt es von den Jo Nesbo-Bestsellern „Rotkehlchen“ und „Die Fährte“ keine Hörbücher, weswegen ich hier einen Sprung zum 5. Buch mache: Das fünfte Zeichen. Harry Hole-Fans kommen hier wieder voll und ganz auf ihre Kosten. Denn der Kommissar steht dieses Mal ganz im Mittelpunkt des Geschehens.

Natürlich war er auch schon in den vorangegangenen Romanen der Protagonist, um den sich irgendwie alles dreht. Doch Nesbo hat das wohl nicht genügt und nun haben wir das ganze Seelenleben vor uns ausgebreitet.

Eine Figur, die privat gescheitert ist und nur für den Beruf lebt, der ihn zwar nicht erfüllt, aber dennoch am Leben hält. Die Charakterzeichnung ist ganz vortrefflich und so werden wir auch zugleich in den menschlichen Scheiterhaufen von Hole hineingeworfen. Die Beziehung zu Rakel ist am Ende, die Kündigung liegt auf dem Tisch und er hat auch wieder angefangen zu trinken. Doch eine neue Mordserie muss noch aufgeklärt werden und Hole kann so etwas natürlich nicht einfach liegen lassen.

In der Sonderedition, gelesen von Heikko Deutschmann, ist der Wandel von Hole förmlich zu hören. Sehr gut wird der gebrochene Charakter am Beginn des Romans verkörpert und man kann förmlich spüren, wie schlecht es um Hole bestellt ist. Im Verlauf des Romans ändert sich diese Gemütslage und wird von der Jagd auf den Serienmörder weiter zu neuem Leben geführt.

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Kakerlaken – Jo Nesbo

Benjamin Jendro

22.August
2010

Nach dem erfolgreichen Debüt von „Der Fledermausmann“ hat Jo Nesbo seinen alkoholkranken, eigenbrötlerischen Kommissar Harry Hole in sein nächstes Abenteuer geschickt. Kakerlaken erzählt davon, wie Harry Hole dieses Mal in Bangkok einen Mord aufklären muss. Doch nicht irgendeinen. Der norwegische Botschafter, ein guter Freund des Ministerpräsidenten, wird in einem Bordell tot aufgefunden und hat zu allem Überfluss auch noch pädophile Fotos in seiner Tasche. Das ist natürlich allerhand „Sprengstoff“, wenn die norwegische Öffentlichkeit das erfährt.

Also schickt man Harry in der Hoffnung, er würde die Sache ein wenig unter den Teppich kehren oder vor lauter Alkohol selbst so vernebelt sein, dass keine große Sache daraus wird. Ihm zur Seite wird Liz Crumley gestellt, eine Tochter einer Thailänderin und eines US-Amerikaners. Sie ist sozusagen dafür zuständig, Hole Bangkok zu zeigen mit all seinen Seiten. Und alle seine Seiten bedeutet eben auch die Unterwelt, in der es recht ruppig zugeht, um hier mal eine Untertreibung anzuführen. Der Kommissar findet sich also in einem Milieu aus Pädophilen, Prostituierten, der Mafia und den schlimmsten aller Kakerlaken wieder – Politikern.

Nesbo versteht es, herrlich politisch inkorrekt zu schreiben und Holes ganz originelle Art lässt ihn wieder schnell zum Sympathieträger werden. Auch lernt man viel von Bangkok kennen, vor allem Seiten, die so nicht im Touristenführer vermerkt sind. Sehr spannendes Buch und ein Muss für Hole-Fans!

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Jo Nesbo – Headhunter

Benjamin Jendro

16.August
2010

Jo Nesbo und Harry Hole sind eigentlich ein unschlagbares und vor allem unzertrennliches Gespann. Das hat sich wohl auch Jo Nesbo gedacht und wollte mal etwas Neues probieren. Also stellt er seinen Kommissar Hole zur Seite und widmet sich einem gänzlich neuen Metier. Als Headhunter ist Roger Brown ein gefragter und erfolgreicher Mann. Sein Wort ist Gesetz. Doch das Leben, das er und seine Frau führen, ist ein kostspieliges und da reicht das normale Einkommen nicht. Daher verdingt sich Brown nebenbei noch als Kunstdieb bei seinen Klienten.

Sein neuester Klient scheint dabei eine wahre Goldgrube zu sein, denn er hat einen Rubens und es könnte Browns größter und finaler Coup sein. Doch etwas geht schief und viel zu spät merkt Roger Brown, was genau das ist. Vom Jäger zum Gejagten.

Nesbo hat sicherlich gut daran getan, einmal abseits von Harry Hole ein Buch zu schreiben und er hat seine Sache auch nicht schlecht gemacht. Headhunter ist ein wahrer Pageturner, der den Leser immer auf Trab hält und selten zu Atem kommen lässt. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die evtl. besser hätten gelöst werden können. So sind überraschende Wendungen immer gut, wenn sie unglaubwürdig wirken, jedoch zweifelhaft. Die Szene der Headhunter ist gut, wenn auch z.T. überzeichnet dargestellt. Auch ein wenig Effekthascherei muss sich Nesbo vorwerfen lassen, wenn er einige Szenen schreibt, die wohl über das normale Maß hinausgehen.

Alles in allem aber ein sehr lesenswerter Roman, den man nicht so schnell aus der Hand legen will.

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Der Fledermausmann – Jo Nesbo

Benjamin Jendro

15.August
2010

Nachdem mit Headhunter momentan der neueste Jo Nesbo-Roman erschienen ist, möchte ich an dieser Stelle an die Anfänge des Autors erinnern. Mit Harry Hole hat er einen der erfolgreichsten Krimi-Protagonisten geschaffen und mit dem Buch Der Fledermausmann nahm alles seinen Lauf.

Harry Hole wird nach Australien berufen, um dort den Tod einer jungen Norwegerin aufzuklären. Ihm zur Seite wird Andrew gestellt, ein Aborigine. Durch das Buch erfährt man viel von der Geschichte Australiens und insbesondere der Aborigines, die z.T. vertrieben und verbannt wurden. Fast lyrisch wirkt es manchmal, wenn Nesbo von diesem einzigartigen Kontinent erzählt. Doch etwa aber der Mitte des Buches wird es dann immer rasanter und aus einem einzelnen Mordfall wird eine ganze Serie. Auch die Romanze zwischen Harry und der Schwedin Brigitte spitzt sich zu, bis auf einmal alles eine dramatische Wendung nimmt.

Man merkt dem Roman noch ein wenig an, dass er der erste Teil ist. Nesbo verliert sich ein wenig zu sehr in der Detailbeschreibung Australiens, aber es wird ebenso schnell klar, dass hier viel Potential für spannende Szenen verborgen ist. Alleine, weil es der erste Teil ist und Harry Hole hier vorgestellt wird, muss man den Roman jedoch lesen. Denn die folgenden Bücher sind ein absolutes Muss für jeden Krimi-Fan.

Wer die gesamte Harry Hole-Reihe lesen möchte, sollte diese Reihenfolge verwenden:

1.) „Der Fledermausmann“
2.) „Kakerlaken“
3.) „Rotkehlchen“
4.) „Die Fährte“
5.) „Das fünfte Zeichen“
6.) „Der Erlöser“
7.) „Schneemann“
8.) „Leopard“

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Miriam Meckel, die Lebensgefährtin von Anne Will, ist für ihr intellektuelles Auftreten bekannt. Eine Frau mit medialer Präsenz. In ihrem Hörbuch Brief an mein Leben: Erfahrungen mit einem Burnout berichtet sie über die neue Volkskrankheit. Burnout, das ist eine scheinbar immer weiter grassierende Krankheit, ein Erschöpfungssyndrom, dem immer jüngere Menschen zum Opfer fallen, teils schon in den Hochschulen.

Die Autorin erzählt in ihrem Buch ihre ganz eigene Geschichte mit Burnout. Wie sie mit 42 Jahren auf einmal merkt, dass nichts mehr geht und eine Auszeit von Nöten ist. Doch anstatt sich wirklich auszuruhen, schreibt sie das vorgestellte Buch und man darf sich fragen, ob es im Sinne des Erfinders ist, so zu pausieren. Doch jedem das Seine! Frau Meckel sinniert über die Gründe und man erhält vor allem Einblicke in ihren Klinikalltag. Doch auch ihr Privatleben, bzw. ihre innersten Gedanken, bleiben nicht verborgen.

Man muss jedoch gestehen, dass der Hörer keine allzu großen Hoffnungen haben sollte, hier nun ein emotional geladenes Buch vorzufinden. Stattdessen wird fast klinisch untersucht, wie es zu dem Burnout kam und was man dagegen machen kann. Es lockt nicht mit Enthüllungen, sondern mit Einsichten, die z.T. banal sind, aber wohl angesprochen werden müssen. Ein zwiespältiges Buch zu einem zwiespältigen Thema.

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Herr Lehmann von Sven Regener

Benjamin Jendro

10.August
2010

Man kann bei dem Buch Herr Lehmann getrost von einer banalen Handlung sprechen. Nicht, dass es der Geschichte als solches einen Abbruch tun würde. Sie lebt gerade von dieser leichten Lethargie, die mitschwingt. Im Mittelpunkt des „Nicht“-Geschehens ist Frank, der von allen aber nur Herr Lehmann genannt wird, was ihm nicht unbedingt gefällt, aber auch nicht änderbar ist. Was ich noch ganz vergessen habe zu erwähnen: Wir befinden uns in Kreuzberg, jenem schönen Stadtteil Berlins, der sein ganz eigenes Flair ausstrahlt und das vor allem um die Wende, sprich den Mauerfall, herum.

Psychisch sollten Sie versuchen, Ihre Denkfähigkeit zwischen 0,5 und 2,5 Promille zu justieren. Einem Zustand der beschwipsten Leichtigkeit, bis hin zur grenzenlosen Trunkenheit. Da mag es auch nur wenig verwundern, dass man sich inmitten eines Bettenroulettes befindet, weniger aus erotischen Gründen, sondern mehr dem Rausch geschuldet. Man wird Zeuge von tiefgehenden, aber vor allem realistischen Dialogen über die Frage, ob die Zeit schneller oder langsamer vergeht, wenn man betrunken ist, oder ob ein einsamer Kristallbiertrinker ein Zivi-Bulle ist.

Das Buch lebt von seiner Unaufgeregtheit, die größtenteils vom Protagonisten ausgeht, der weder wirklich spannend, noch sonderlich langweilig daherkommt, sondern vielmehr einfach nur ist. Dieses Sein ist es auch, das den Leser ergreift oder sagen wir einlümmelt. Das Dahingleiten über die Blätter ist meditierend und eine interessante Abwechslung zu unserer hektischen Welt.

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Garou: Ein Schaf-Thriller

Benjamin Jendro

4.August
2010

Die Schafe sind wieder los! Und wie scharf sie diesmal sind! Garou: Ein Schaf-Thriller ist das zweite Buch mit den lustigen Schafen. Wem das erste, Glennkill, gefallen hat, der wird auch am zweiten seine helle Freude haben. Wer jedoch schon dem ersten nicht viel abgewinnen konnte, sollte sich nicht wundern, wenn ihm das zweite auch nicht sonderlich zusagt.

Dieses Mal verschlägt es die Schafe, samt Schäferin Rebecca, nach Frankreich. Sozusagen Winterquartier beziehen. Doch hier in dem kleinen Dorf soll ein loup garou (französisch für Werwolf) sein Unwesen treiben. Klar, dass man sich als Schaf da nicht unbedingt besser fühlt. Als dann auch noch die Leiche eines Mannes gefunden wird, machen sich die Schafe daran, dieses Mysterium aufzuklären. Und da man neu in der Gegend ist, kommt man auch nicht umhin, sich Rat bei den Ziegen zu holen. Was muss, das muss!

Es ist die verspielte Art, die dieses Buch so außergewöhnlich macht. Und wer dem Humor etwas abgewinnen kann, wird sich wieder schlapplachen. Die Schafe werden dieses Mal nicht ausführlich vorgestellt, was aber nicht weiter stört. Man erkennt schnell die Wesenszüge und auch die neue Ziege sorgt für einigen Wirbel.

Und Frau Sawatzki als Synchronsprecherin alias auditive Schafshüterin macht auch einen sehr guten Job.

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