...entführen dich in eine andere Welt

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Cornelia Funke wird vielen Lesern ein Begriff sein. Die Autorin der Tinten-Trilogie konnte mit ihren Büchern viele Leser verzaubern und in eine Fantasiewelt entführen. Mit Reckless – Steinernes Fleisch versucht sie erneut, die Fantasie des Lesers anzusprechen. Vorweg sei an dieser Stelle jedoch gesagt, dass man die Hörbücher keinesfalls vergleichen sollte, das führt zwangsläufig zu überhöhten Erwartungen, die nur enttäuscht werden können.

In Reckless geht es um Jacob, der unbemerkt immer wieder in eine Märchenwelt abtauchen kann und dort als Schatzjäger einigen Erfolg hat. Er sucht Aschenputtels Schuh und auch das Tischlein deck dich. Selbst im Dienst ihrer Kaiserin stand er schon. Doch nun hat sich sein Bruder Will in diese Welt verirrt und verwandelt sich peu à peu in einen sagenumwobenen Goyle aus Jade. Die Goyles sind normalerweise mit steinernen Häuten und Herzen versehen und kämpfen gegen die Menschen und Will soll nun ihre ultimative Waffe darstellen. Ein Kampf gegen die Zeit beginnt.

Wer noch nie ein Funke-Hörbuch in den Händen gehalten, bzw. gehört hat, wird mit Reckless einen interessanten Einstieg in die Fantasiewelt bekommen, in der Märchen und Zauber vorherrschen. Wer schon die Tinten-Trilogie gelesen hat, könnte jedoch, aufgrund des zwangsläufigen Vergleichs, ein wenig enttäuscht sein. Zu ähnlich sind sich die Bücher und vor allem scheint Reckless ein wenig konstruiert, fast so, als wäre es schon ein Drehbuch für einen kommenden Film. Dennoch bleibt festzuhalten, dass es routiniert geschrieben ist und Märchenfreunde begeistern kann.

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Mädchenfänger

Benjamin Jendro

27.Oktober
2010

Wir alle haben sicher mindestens einmal die Warnung unserer Eltern gehört, nicht zu Fremden ins Auto zu steigen. Eine so einfache Sache kann sich jeder merken. Doch die Gefahren für Kinder und Jugendliche sind mit der Zeit größer geworden. Auch der Cyberspace lockt mit seinen Geheimnissen und insbesondere Jugendliche können oft genug nicht abschätzen, welche Gefahr sich dahinter verbergen kann. Zu naiv, zu triebgesteuert ist das Verhalten.

Jiliane Hoffman hat mit ihrem Buch Mädchenfänger ein Szenario gewählt, dessen Aktualität wohl kaum größer sein könnte. Lainey, ein dreizehnjähriges Mädchen, ist verschwunden und der FBI-Agent Bobby Dees will nicht an einen verharmlosenden Ausreißversuch glauben. Nicht zu Unrecht, da doch seine eigene Tochter vor einem Jahr spurlos verschwand und seitdem nicht mehr auftauchte. Als Dees dann noch ein Bild zugespielt bekommt, auf dem ein gesichtsloses Mädchen gefoltert wird, wird schnell klar, dass Lainey in die Fänge eines Mörders geraten ist, denn ihre Schultasche ist auch auf dem Bild zu sehen.

Geschichten um die Entführung oder Misshandlung von Kindern sind immer schockierend und mitreißend. Man fühlt mit und wünscht sich, dass der Täter augenblicklich gefasst wird. Mit der Cyberspace-Komponente bekommt das Thema eine zusätzliche Dramatik, da es noch einfacher scheint, Kinder für sich zu gewinnen, sie laufen den Tätern praktisch in die Arme.

Wenn zudem Andrea Sawatzki das Hörbuch liest, ist für Spannung und Abwechslung gesorgt und ein aufregender Hörgenuss garantiert.

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Griechische Sagen II und III

Benjamin Jendro

22.Oktober
2010

Dimiter Inkiow hat schon in seinem ersten Buch die Griechischen Sagen näher beleuchtet und für jedermann verständlich aufbereitet. Das klappte so gut und kam so gut an, dass aus dem ersten Teil eine Art Serie wurde und Griechische Sagen II und Griechische Sagen III folgten. Maßgeblich am Erfolg des Hörbuchs ist zudem der Sprecher Peter Kaempfe beteiligt, der den Mythen einen ganz eigenen Charme einhaucht durch seine gekonnte Intonation. Er bringt sozusagen das Fleisch an die Knochen und lässt die beschriebenen Figuren zum Leben erwachen.

Die Fortsetzung der Griechischen Sagen erläutert erneut kindergerecht die Mythen und Mysterien der Antike. Vieles hat man irgendwie schon einmal gehört und doch wird es hier fast neu und viel lebendiger präsentiert. Wer das nicht glaubt, kann ja mal versuchen, die Ilias von Homer im Original zu lesen, in altgriechischer Sprache versteht sich ;).

Das Hörbuch ist für all jene ideal, die ihren Kindern Wissen auf spielerische Art vermitteln wollen oder auch ruhig mal selber mithören möchten. Denn die Geschichten sind interessant und nicht nur für die Kleinen spannend. So kann der Fernseher auch mal aus bleiben und die Kinder sind dennoch beschäftigt. Oder während der Autofahrt, so dass nicht ständig die Frage ertönt: „Ist es noch lange und wann sind wir endlich daaaaahaaaa?“.

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Griechische Sagen I

Benjamin Jendro

20.Oktober
2010

Wir alle haben mindestens schon eine gehört, die Rede ist von Griechischen Sagen. Die Mythen und Legenden wurden über Jahrtausende weitererzählt und sind noch heute zum Teil in unserem Sprachgebrauch vertreten, z.B. wenn man von einer Sisyphusarbeit spricht. Doch noch bekannter sind wohl Götter wie Zeus, Aphrodite und deren Kinder, die Halbgötter wie z.B. Herkules. Sie alle haben Vieles erlebt im alten Griechenland und mit den Erzählungen von ihren Abenteuern den Menschen auch Vorbild sein können, sei es nun positiv oder negativ.

In dem Hörbuch Griechische Sagen I nach der Buchvorlage von Dimiter Inkiow hat der Sprecher Peter Kaempfe die Geschichten für Kinder aufbereitet. Teilweise unterscheidet sich der Inhalt des Hörbuchs vom Original, da er noch mehr an Kinderhörer angepasst wurde. Dafür sind die Geschichten auch für Ihre Jüngsten verständlich, ohne an Spannung und Unterhaltungswert zu verlieren. Doch auch Erwachsene können hier noch mal ihr Wissen auffrischen und von den alten Mythen lernen.

Selten waren die Griechischen Sagen so verständlich und einprägsam. Einen Großteil trägt dazu der Sprecher bei, der es durch seine Nuancierung schafft, den verschiedenen Charakteren Leben einzuhauchen und sie so in unser Gedächtnis einzubrennen.

Ein Hörbuch für Jung und Alt, bei dem auch die Familie beieinander sitzen kann und den Fernseher mal ausgeschaltet lässt.

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Das BGB ist nun nicht gerade dafür berüchtigt, besonders unterhaltsam oder gar lustig zu sein. Gesetzestexten ist es vielmehr inhärent, dass sie einen eher trockenen Charakter haben. Verbunden mit ewig langen Schachtelsätzen und der typischen juristischen Beamtensprache, gilt das BGB wohl doch eher als beschwerliche Lektüre, eben eine, die man nur lesen muss, wenn man z.B. Anwalt ist.

Dass man das BGB aber auch mit einem gewissen Humor vorlesen kann, beweist Christoph Maria Herbst. Wobei der wahrscheinlich sogar ein Telefonbuch interessant vorlesen könnte. Mal leicht lakonisch, mürrisch, sarkastisch oder einfach nur trocken, trägt er die Schachtelsätze vor. Man muss sich ein wenig einleben in diese leicht bizarre Welt, kommt dann aber immer besser damit zurecht und wird fast süchtig nach dieser abstrusen Sprache.

Dabei ist BGB – Das Beste aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch nicht nur als Unterhaltung zu verstehen. Neben einigen Schmunzlern kann man auch tatsächlich etwas lernen und das Gelernte sicher in der einen oder anderen Situation gebrauchen. So können Sie z.B. auch den Paragraphen vorspielen, der Ihre Kinder zur Hilfe im Haushalt anhält. Wie könnte man besser mit der eigenen Brut argumentieren als mit Gesetzen! Es ist eben ein anderes Hörbuch, das sich schwer kategorisieren lässt und auch nicht jeden Geschmack trifft. Wenn, dann aber voll ins Schwarze

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Die Enden der Welt

Benjamin Jendro

13.Oktober
2010

Roger Willemsen tritt in seinem Buch Die Enden der Welt als eine Art Reiseführer auf. Er entführt Sie literarisch an die entlegensten Orte unserer Erde – vom Nordpol nach Südafrika oder in den Himalaya. Viele, wenn nicht gar alle seiner Orte haben einen gewissen Endzeitcharakter und beschreiben ein Ende.

Dabei sind die Enden manchmal symbolisch, oder auch zum Greifen nahe. Das Ende einer Bahnfahrt, das Ende von Land und der visuelle Einsturz der Wassermassen. Aber auch das Ende vom Leben, zumindest dem Leben davor und die Neugeburt. Ein Neubeginn. Willemsen ist oft nachdenklich, ernst, bis hin zu philosophisch. Dabei vergisst er jedoch nicht, humorvoll aufzutreten und große Gefühle zu transportieren. Der Neubeginn, bei all den Enden, ist ihm wichtig und er kanalisiert damit Hoffnungen und Ängste unserer Gesellschaft. Hin und wieder zeigt er sogar Auswege.

Die Enden der Welt ist kein Krimi und wohl auch nicht unbedingt als abendliche Unterhaltung im klassischen Sinne gedacht. Es ist tatsächlich ein Führer zu entlegenen Welten, ein Ausbruch aus dem Alltag und wer sich an die anspruchsvolle Sprache des Autors gewöhnt hat, wird in ihr schwelgen und sich daran bereichern.

Eine Biografie des Autors, in der sich der Leser wohl nur allzu gerne wiederentdeckt und, wenn auch nur für kurze Zeit, ein anderes Leben führen kann.

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Liebe 3

Benjamin Jendro

8.Oktober
2010

Hagen Rether hat unter anderem schon den deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Kabarett gewonnen. Dabei zeichnete die Jury einen Klavier spielenden Kabarettisten aus, der mit seinem Piano gefühlvoll untermalt, was seine messerscharfen Beobachtungen gerade lauthals herausschreien. In der Tat ist Rether kein Mann der lauten Worte, wohl aber des ohrenbetäubenden Gedankenlärms, der von ihm ausgeht und sich im Kopf des Zuhörers festsetzt.

Es ist die Art der Unterhaltung, die auch bildet, oder zumindest eine Meinung offenbart und manifestiert. Dabei hat sein Programm Liebe 3 mit Liebe so viel gemein wie Leidenschaft mit einer Darmspiegelung. Er nimmt sich allem an und dabei kein Blatt vor den Mund. Politische Korrektheit ist ihm ebenso fremd wie Zimperlichkeiten gegenüber der Industrie. Der Mann spricht aus, was viele denken und bringt scheinbar ganz abstrakte Begriffe und Gedankenkonstrukte auf einen Punkt, er macht Dinge verständlich. Damit darf er wohl als großer Feind der Politik gelten, die in großem Maße davon lebt, dass man sie eben absichtlich nicht versteht.

Beispiel gefällig? – Aus dem Programm “Licht”:
“Du, lass uns doch mal was richtig Doofes erfinden!” – “Du meinst was, was nicht funktioniert?” – “Ja.” – “Hmm. Wie wäre es mit Energiesparlampen?!” – “Och, das klingt ja schon blöd.” – “Hmm. Wie machen wir das, dass die so richtig dämlich sind?” – “Also man könnte in den Sockel richtig viel Elektroschrott reinpacken, den man nirgends entsorgt kriegt.” – “Gute Idee.” – “Und wir machen noch keine Rücknahmestationen, dass die Leute die Dinger so lange in der Kommode sammeln, bis sie sie entnervt in die graue Tonne donnern.” – “Super Idee. (…)” – “Hmm. Und das Licht muss richtig scheiße aussehen.” – “Ja, das ist gut, das gefällt mir.” – “Ham wa nicht noch irgendwas Giftiges, was man reintun könnte?” – “Hm. Wie wäre es mit Quecksilber?!” – “Ach, das ist toll. Das haben wir grade aus den Thermometern verbannt… das könnwa doch da wieder reinblasen. Das ist toll, Quecksilber…” – “Du, aber so ein Scheiß kauft doch keiner?!” – “Doch, natürlich.” – “Wie denn?!” – “Man muss den Rest nur verbieten.” – “Ach so, ja. Das ist ne gute Idee. (…) Das ist ja schon ganz schön verrückt, aber das ist mir noch nicht abgedreht genug. Wir müssen noch erschwerte Bedingungen einführen” – “Hm. Man könnte die so bauen, dass man die mindestens 3 Minuten laufen lassen muss, sonst geht die nach 3 Wochen kaputt.” – “Oh, das klingt richtig unvernünftig. Super. Also du kannst die nirgends verwenden. Aufm Klo nicht, in der Küche nicht, in der Diele nicht. Perfekt.” – “(…) und die Dinger brauchen eine Minute bis sie überhaupt hell sind.” – “Herrlich!”

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Tiere Essen – Jonathan Safran Foer

Benjamin Jendro

6.Oktober
2010

Woher kommen die Wurst, das Steak, die Schnitzel und all die anderen Fleischprodukte, die täglich auf unserem Teller, dem Brot oder Brötchen landen? Dieser Frage ist Jonathan Safran Foer in seinem Hörbuch Tiere Essen auf den Grund gegangen und man ahnt schon, dass dabei nichts Gutes rausgekommen ist. Über Vegetarismus und Fleischverzehr wird schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, diskutiert und philosophiert. Wir sind heute in der glücklichen Lage, uns dank Nahrungsergänzungsmitteln etc. auch ohne Fleisch  gesund zu ernähren. Ein Höhlenmensch war auf Fleisch als Energiegrundlage angewiesen, für ihn kam Vegetarismus schon des Überlebens wegen nicht in Frage.

Doch hat die Massentierhaltung wenig mit der damaligen Jagd zu tun. Tiere werden eingepfercht und künstlich aufgepäppelt durch eine unnatürliche Ernährung samt Tagesablauf und viele Medikamente. Der Autor hat sich in Eigenregie an die Recherche gemacht und über drei Jahre Material gesammelt, indem er sich selbst (nicht immer unter legalen Umständen) ein Bild gemacht hat und Experten befragte.

Das Buch soll dem Leser nicht diktieren, was er zu essen hat, auch wenn der Autor seine Wahl getroffen hat. Vielmehr geht es darum zu informieren und sich Gedanken darüber zu machen, was wir tagtäglich verzehren. Es ist investigativ, philosophisch, ökologisch nachfragend, aber vor allem interessant!

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Tess Gerritsen – Grabkammer

Benjamin Jendro

1.Oktober
2010

Es ist der nunmehr 7te Roman von Tess Gerritsen – Grabkammer. Wieder einmal mit von der Partie sind Rizzoli und ihr Partner Frost nebst Dr. Maura Isles. Dieses Mal sind wir unter anderem in einem Museum, wo eine Mumie gefunden wird. Gut, das an sich ist nicht sonderlich ungewöhnlich. Wohl aber die Obduktion, denn diese ergibt, dass die Frau erst vor kurzem umgebracht und dann auf altägyptische Weise mumifiziert wurde. Das alles scheint zu Ehren von Josephine Pulcillo zu sein, einer verdammt gutaussehenden Ägyptologin.

Pulcillo trägt ein altes Geheimnis mit sich herum, das nun Schritt für Schritt aufgedeckt wird, obwohl sie und ihre Mutter so viel dafür getan haben, es zu vergessen. Mit der Mumie ist es aber noch nicht getan. Es folgen noch Moorleichen im Kofferraum, Schrumpfköpfe und vieles mehr. Es scheint so, als würde ein Mörder hier sein Spiel mit Pulcillo treiben und alles daran setzen, sie zu ihrer Erinnerung zu zwingen. Was geschah damals so Schreckliches?

Grabkammer ist wieder einmal sehr spannend, wenn auch erst ab dem zweiten Kapitel. Dann geht es aber Schlag auf Schlag und in gewohnter Gerritsen-Manier entwickelt sich der Thriller zum Pageturner, oder sollte ich Trackturner sagen?! Das Hörbuch fesselt und ist ausgezeichnet vorgetragen.

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