...entführen dich in eine andere Welt

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Life – von Keith Richards

Benjamin Jendro

26.November
2010

Richards kann zwischen seiner eigenen Wahrnehmung und seinem Image unterscheiden. „Die Leute lieben dieses Image. Sie haben sich ein Fantasiebild von mir gemalt, sie haben mich gemacht, die Leute da draußen haben sich diesen Volkshelden geschaffen.“

Das zeigt wohl eindrucksvoll, was Richards ausmacht. Er kann zwischen sich und seinem Abbild in der Welt unterscheiden. Er weiß, dass er ein Idol ist, aber eben nur in den Köpfen der Menschen, nicht immer auch vor sich selbst.

So verwundert es auch nicht, dass sein Hörbuch damit anfängt, wie er mit Drogen erwischt wird – erneut. Doch wie so oft haut ihn sein Anwalt auch hier raus. Man braucht eben manchmal auch Glück im Leben, oder einen guten Anwalt.

Richards erzählt schonungslos und offenkundig ehrlich von seiner Kindheit, welche so typisch für die Nachkriegsjahre war. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und musste sich durchkämpfen. Wie er Mick Jagger kennenlernte und sie die Band gründeten. Wie sie durch die harten Anfangsjahre näher zu wirklichen Freunden wurden und natürlich auch wie sie sich stritten…und wieder versöhnten.

Life ist Keith Richards ganz persönlicher Rückblick auf eine Karriere, die die Rolling Stones hervorgebracht hat, eine der erfolgreichsten und berühmtesten Rockbands, die wir kennen.

Vorgetragen von Musiker Stephan Remmler bekommt das Hörbuch eine ganz besondere Stimme, die wohl kaum besser zum Inhalt hätte gewählt werden können.

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Ken Follett: Sturz der Titanen

Benjamin Jendro

24.November
2010

Sein Geschick für komplexe und dennoch leicht zu lesende Handlungen hat Follett mehr als einmal unter Beweis gestellt. Und auch wenn Fans nunmehr drei Jahre auf sein neustes Werk warten mussten, ist ihm mit Sturz der Titanen ein erneuter Bestseller gelungen.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen drei Personen, aus Deutschland, England und Russland, deren Mikrokosmen die Geschichte Europas zur Zeit des ersten Weltkriegs erzählen. Aus ihrer Sicht erfährt der Leser, wie es für die Menschen zu dieser Zeit gewesen sein muss. Sturz der Titanen ist demnach mehr als Unterhaltung, es ist eine Art Geschichtsunterricht, der dem Leser offenbart, mit welchen gravierenden Änderungen, Ängsten und Hoffnungen die damaligen Menschen zu kämpfen hatten und was es tatsächlich für sie bedeutet haben muss, in dieser Ära zu leben. Als die Monarchie vor der Umwälzung stand und der einfache Mensch von Gottes Gnaden schuften musste, ohne Aussicht auf Erfolg. Drei Geschichten, verwoben zu einer großen, die eine noch viel größere Jahrhundertgeschichte wiedergibt.

Follett gelingt es erneut – und hier hat sich das Warten eindeutig gelohnt – den Leser in eine andere Epoche zu versetzen. Ihn mit Fakten zu füttern und vor allem ein authentisches Bild abzuliefern, das letztlich wohl jedem klar macht, dass es kein Zuckerschlecken war, auch wenn es immer wieder heißt: „Früher war alles besser!“.

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Mit seinem Buch „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ hat Richard David Precht einen Bestseller geschrieben, der Millionen zu Philosophen machte und sie dabei noch unterhielt. Infotainment könnte man es fast nennen. Mit seinem neuen Buch „Die Kunst, kein Egoist zu sein: Warum wir gerne gut sein wollen und was uns davon abhält“ knüpft der Autor nahtlos an und hat erneut ein Werk geschaffen, dessen philosophische Ausrichtung unverkennbar ist. Doch ist die Kunst, kein Egoist zu sein, auch politischer als sein Vorgänger. Precht zeigt nicht nur den Ist-Zustand, er zeigt auch Wege auf, um diesen zu einem Besseren zu verändern, ohne dabei belehrend zu wirken.

Das Hörbuch ist in drei Teile gegliedert
– Gut und Böse
– Wollen und Tun
– Moral und Gesellschaft

Der erste Teil beschreibt so etwas wie eine Bestandsaufnahme des moralischen Handelns, was es hier und da so gibt und warum. Im zweiten Teil wird deutlich, dass zwischen Vorstellung und Realität eine Lücke klafft, die es vom Individuum zu überwinden gilt, oftmals immer aufs Neue, manchmal initial. Der letzte Teil beschäftigt sich dann eingehend mit der Bedeutung von Moral in unserer Gesellschaft. Was für einen Stellenwert hat sie?

Mit seinem neuen Buch gelingt es Precht aufs Neue, unterhaltsam ein Sachbuch zu schreiben und viele Denkanstöße zu geben. Außerdem erhält man einen interdisziplinären Eindruck von Moral, was manchmal ein wenig viel erscheint und erst mal verdaut werden muss, in der Fülle jedoch wohl kaum woanders in der Art geboten wird.

Dieses Hörbuch ist ein „Must-Listen“!

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Adventskalender zum Hören

Gisela

17.November
2010


Die Weihnachtszeit ohne Adventskalender? Da könnte man auch gleich auf den Nikolaus und den Christbaum verzichten. Adventskalender sind inzwischen in zahlreichen Varianten erhältlich: Neben der ursprünglichen einfachen Version mit Bildchen hinter den Türen gibt es natürlich den mit Schokolade gefüllten Klassiker, Spielzeug-Ausgaben von unzähligen Marken wie Barbie, Lego und Star Wars oder sogar Adventskalender mit Hundekuchen für das liebe Haustier. Seit einigen Jahren gibt es aber auch akustische Adventskalender: Liebevoll gestaltete CDs mit besinnlichen und humorvollen Geschichten und Liedern, die das Warten auf Weihnachten verkürzen. Drei dieser Adventskalender zum Hören möchte ich heute hier vorstellen:

Der Audiobuch-Adventskalender Frohes Fest ist grafisch besonders schön gestaltet und enthält eine gelungene Auswahl weihnachtlicher Gedichte und Prosa von namhaften Autoren wie Heinrich Heine, Theodor Fontane, Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz oder Robert Gernhardt. Die Texte werden stimmungsvoll von den hervorragenden Sprechern Konrad Beikircher, Eva Mattes, Ulrich Matthes und Doris Wolters vorgetragen. Ein besonderes Schmankerl ist Siegfried Lenz‘ Erzählung „Das Wunder von Striegelsdorf“, die vom Autor selbst gelesen wird. Neben dem Hörgenuss kann man als nette Dreingabe auf dem Cover auch täglich Türchen öffnen, hinter denen witzige Bilder versteckt sind.

Vom Kinderhörbuch-Verlag uccello gibt es dieses Jahr einen Adventskalender zum Hören und Träumen – ein Klangerlebnis nicht nur für die Kleinen, sondern auch für Erwachsene, die wieder einmal ins Träumen kommen möchten. In den Geschichten und Gedichten – ein adventliches Potpourri aus traditionellen Texten und modernen Erzählungen – geht es winterlich kalt und menschlich warm zu. Vorgetragen von Johannes Steck, Rosemarie Fendel und anderen namhaften Sprechern und musikalisch umrahmt von klangvollen Liedern des Ensemble Rossi stimmt der vielschichtige Adventskalender wunderbar auf Weihnachten ein. Als nettes Extra findet man im Booklet einen kleinen Adventskalender zum Aufstellen, hinter dessen Türchen jeweils ein Wort steckt – bis Weihnachten entsteht aus den 24 Wörtern ein stimmungsvolles Gedicht.

Während die oben genannten Titel für Erwachsene bzw. für die ganze Familie geeignet sind, ist Der Hör-Adventskalender mit der Maus ein schönes Geschenk für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter. Die 3 CDs enthalten 24 ca. vier Minuten lange Lieder und Geschichten aus der Sendung mit der Maus, die jeweils mit einem Glöckchen „eingeläutet“ werden. Das verleiht den Beiträgen den weihnachtlichen Touch, denn inhaltlich haben die Texte und Lieder nicht unbedingt mit Weihnachten zu tun – die CDs sind eigentlich für das ganze Jahr geeignet. Das ganze Maus-Repertoire wird gespielt: Stimmungsvolle Lieder wie „Die Gedanken sind frei“ und „Stella Funkel“, auch spannende und nachdenkliche Geschichten wie „Schnee-Esser“ und „Gedankensammler“ und zwei Geschichten mit Nulli und Priesemut.

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Blutmale – Tess Gerritsen

Benjamin Jendro

17.November
2010

Es ist Heiligabend, eigentlich ein Tag der Besinnung und Einkehr, die Familie sitzt zusammen und alles ist friedlich. Nicht so jedoch an unserem Schauplatz, an dem eine Frau tot und verstümmelt aufgefunden wird, inmitten von rituellen Symbolen, die an Satanismus erinnern. Es ist ein neuer Fall für Jane Rizzoli und Maura Isles.

Schnell stellt sich heraus, dass die abgetrennte Hand, welche neben der Leiche gefunden wurde, gar nicht zum Opfer gehört und es wird klar, dass es sich hierbei nicht um einen Einzelfall handelt. Und so kommt es, wie es kommen muss: Ein weiterer Mord geschieht. Bei ihren Ermittlungen stoßen die beiden Frauen auf eine Gruppierung, die sich die Mephisto Foundation nennt und das Böse aus der Welt schaffen will. Stecken sie hinter den Mordanschlägen, zumal doch „Peccavi“ (ich habe gesündigt) am Tatort geschrieben stand?

Gerritsen zeigt in einem Rückblick aus der Perspektive des Täters, wie es zum Mord kam, ohne dabei jedoch seine Identität preiszugeben. Eine sehr interessante und abwechslungsreiche Herangehensweise, die der Spannung keinen Abbruch tut. Vielmehr ist der Spannungsbogen gewohnt konstant und ansteigend und obwohl man sich hie und da auf der richtigen Spur wähnt, wird man von der Autorin in Blutmale meisterhaft auf einen Holzweg geführt, bis es zum finalen Showdown kommt.

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Rüdiger Hoffmann – Obwohl…

Benjamin Jendro

12.November
2010

Ja, hallo erst mal…

Rüdiger Hoffmann ist ein Unikat. Mit seinen Monologen über das Alltägliche hat er uns sensibilisiert für den Humor im Hier und Jetzt, der weder konstruiert werden muss, noch wie Klamauk wirkt. Es ist manchmal einfach nur komisch, richtig zuzusehen und hinzuhören, wenn die Umwelt vor sich hin wabert.

Mit seinem neusten Werk, Obwohl…, verspricht Rüdiger Hoffmann uns, an alte Zeiten anzuknüpfen. Zeiten, wie wir sie z.B. von seinem Album „Der Hauptgewinner“ kennen und lieben. Ich persönlich erinnere mich immer wieder mit einem lachenden Auge an seinen „Senf-Sketch“, wo er die genaue Aussprache des Wortes Senf, und nicht etwa Sempf, aufs Korn nimmt.

Allein die Art seiner Intonation lässt einen hier und da lachen. Es ist wahrlich eine Kunst, aus Alltagssituationen ein solches Spektakel an Wortwitz zu generieren und zu Recht ist Hoffmann eine Ikone unter den Kabarettisten.

Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass er uns noch lange erhalten bleibt und angesichts seiner noch jungen 45 Jahre, auch wenn die Glatze etwas anderes vermuten lässt, stehen die Chancen doch sehr gut, dass Obwohl… nicht sein letztes Album bleibt. Doch bevor wir allzu sehr in die Zukunft abschweifen, sollten wir doch erst einmal in dieses Hörbuch reinhören. Denn Lachen ist ja bekanntlich gesund!

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Envy – Sandra Brown

Benjamin Jendro

10.November
2010

Envy von Sandra Brown erzählt die Geschichte von Maris Matherly-Reed, einer Lektorin, die eines Tages unaufgefordert einen Stapel Manuskripte vor sich hat. Widerwillig durchforstet sie diese und bleibt tatsächlich bei einem Prolog hängen. Angetan von den ersten Seiten möchte sie den Autoren gerne näher kennen lernen, doch das gestaltet sich aufgrund des Fehlens von Adresse und Namen als ein wenig schwierig. Doch nach einiger Zeit spürt sie ihn in Georgia auf und reist zu ihm.

Es ist Parker Evans, ein an den Rollstuhl gefesselter mürrischer Mann, der nur auf Bitten und Betteln einer Fortführung seines Romans zustimmt, mit der Bedingung, dass sie seine Lektorin sein darf. Doch die Zusammenarbeit gestaltet sich nicht nur aufgrund seiner Launen als schwierig, zunehmend verbinden die beiden auch Gefühle und Maris beschleicht ein schlechtes Gewissen ihrem Mann gegenüber, obwohl sie annimmt, dass der es auch nicht allzu genau nimmt mit der ehelichen Treue.

Im Laufe der Zeit wird klar, dass der Protagonist in Parkers Buch er selbst ist und dass er mit seinem Buch mehr verfolgt als das bloße Schreiben und dass dahinter ein lang durchdachter Plan steckt. Erst spät merkt Maris, dass sie Werkzeug seiner Rache ist.

Ein spannender Roman, mit überraschenden Wendungen und einem ausgefeilten Plot.

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Ken Follett: Sturz der Titanen

Gisela

9.November
2010

Unter 1.000 Seiten geht es bei Ken Follett anscheinend nicht mehr: Hatten schon Leser seines letzten Bestsellers „Die Tore der Welt“ über 1.300 Seiten zum Schmökern, durchbricht sein neuester Roman „Sturz der Titanen“, der erste Band einer dreiteiligen Jahrhundertsaga, schon wieder die 1.000 Seiten-Schallmauer. Wer auf diesen Wälzer keine Lust hat, sich eigentlich aber schon für Folletts neuestes Werk interessiert, dem sei die bearbeitete Hörbuch-Fassung von „Sturz der Titanen“ empfohlen. Zwölf CDs muss man zwar auch erst einmal anhören, aber mit dem hervorragenden Johannes Steck als Sprecher und bei dem spannenden historischen Thema vergeht die Zeit wie im Flug.

Folletts Auftakt der Trilogie über das 20. Jahrhundert umspannt die Jahre 1914 bis 1923 – also vom Vorabend des ersten Weltkrieges bis zur Niederschlagung des Hitlerputsches in München. Anhand von einigen europäischen Familien, die er geschickt miteinander verknüpft, gelingt es Follett wieder einmal meisterhaft, das Panorama einer Epoche zu entwerfen. Da wäre die englische Adelsfamilie Fitzherbert, die mit einem deutschen Militärattaché in London, Walter von Ulrich, befreundet ist. Die Wege der Fitzherberts kreuzen sich aber auch mit denen der walisischen Familie Williams, anhand deren Kinder Ethel und Billy der politische Aufstieg der Arbeiterschicht dargestellt wird. Die Wirren der Russischen Revolution erleben die Hörer mit den Brüdern Grigori und Lew Peschkow, wobei letzterer in die USA auswandert. Dort trifft er auf Gus Dewar, Mitglied des Beraterstabs von Präsident Woodrow Wilson und wiederum mit dem Earl Fitzherbert und dem Deutschen von Ulrich bekannt. Ob die schicksalhaften Verbindungen seiner Charaktere und die wiederholten Begegnungen im Laufe des Romans – z.B. auf den Schlachtfeldern in Frankreich oder bei diplomatischen Empfängen – realistisch erscheinen, sei dahingestellt. Unbestritten ist aber, dass Ken Follett den geschichtlichen Hintergrund seines Buches gewissenhaft recherchiert hat und es ihm mühelos gelingt, anhand seiner Romanfiguren historische Ereignisse spannend und verständlich darzustellen. Als Hörer ist man mittendrin sowohl in der walisischen Kohlegrube als auch in der Schlacht an der Somme oder im Spiegelsaal von Versailles. Bei so vielen historischen Details geraten Folletts Figuren zwar ziemlich oberflächlich, aber das ist man als Leser bzw. Hörer seiner Werke schon gewohnt. Ebenso wie die zum Teil deftigen Liebesszenen, die er immer wieder in die Handlung einstreut.

Fazit: Ein echter Follett – hervorragend recherchiert, hervorragend gelesen, beste Unterhaltung, bei der man auch noch was dazulernt.

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Freiheit – Jonathan Franzen

Benjamin Jendro

5.November
2010

Nach „Die Korrekturen“ aus dem Jahr 2001 ist „Freiheit“ nun wieder ein Weltklasseroman von Jonathan Franzen. Er beschreibt das augenscheinliche Familienidyll der Familie Berglund. Sie leben in St. Paul/Minnesota in einer renovierten viktorianischen Villa. Patty und Walter sind mit ihren Kindern Joey und Jessica so etwas wie die Vorzeigefamilie. Doch die Fassade bröckelt und mit ihr die Hoffnungen auf tatsächliches Glück.

Er ist ein Anwalt, der sich der Erhaltung unserer Ökologie verschrieben hat und dafür auch seine Karriere opferte, nun jedoch ein zwielichtiges Angebot der Kohleindustrie annimmt. Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Vorsätzen. Sie ist eine ehemalige Sportlerin, die ihrer Vergangenheit nachhängt und in Depressionen verfällt, die nur durch Alkohol unterdrückt, oder im Grunde doch verstärkt werden. Denn auch wenn Walter der „Gute“ ist, hat sie doch insgeheim immer Augen für seinen guten Freund Richard gehabt, den Lebemann.

Die Sache spitzt sich zu, als Joey aus dem linksliberalen Haus freiwillig zu den konservativen Republikanern zieht, um seinen frühzeitig ausgeprägten sexuellen Drang zu befriedigen. Das vermeintliche Glück zerbricht an überbordenden Hoffnungen und idealisierten Werten, deren Erfüllung zwangsläufig scheitern muss.

Freiheit beschreibt die Familie der USA tiefgreifend, analysiert sie und gibt dem Leser Einblicke in eine Institution, die sich gerne als perfekt hinstellt und selten etwas von sich preisgibt.

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Vorsicht vor Leuten

Benjamin Jendro

3.November
2010

Der Autor Ralf Husmann ist vor allem für seine Serie Stromberg bekannt und hier ist natürlich Christoph Maria Herbst das Gesicht der Serie. Die beiden haben sich erneut zusammengetan und heraus kam das sehr unterhaltsame Hörbuch Vorsicht vor Leuten, das nicht von ungefähr Ähnlichkeiten mit Stromberg aufweist, aber dennoch anders ist. Hier liegt auf jeden Fall ganz viel Kultpotenzial in den Texten.

Der Protagonist ist Lorenz Brahmkamp. Einer, den niemand so richtig mag. Seine Frau hat ihn verlassen und seine Kollegen wollen nichts mit ihm zu tun haben, wofür er allerdings nach wie vor hart kämpft. Seine Frau hingegen möchte er schon ganz gerne zurück haben, terrorisiert sie daher mit Gedichten, die ungewollt komisch und ebenso ungewollt romantisch sind. Er schafft es eben, genau das Gegenteil von dem zu erreichen, was er eigentlich gerade bezweckt. Nun trifft Brahmkamp auf Alexander Schönleben, der sozusagen die andere Seite der Medaille darstellt. Erfolgreich, gutaussehend und wohlhabend. Klar, dass unser schnöder Sachbearbeiter hier eine Konspiration vermutet. Das Ziel vor Augen heftet er sich an Schönlebens Fersen und versucht zu erkunden, wie es so weit kommen konnte.

Vorsicht vor Leuten ist definitiv gelungen. Es ist witzig, und wer den Humor à la Stromberg mag, wird das Hörbuch lieben. Christoph Maria Herbst beweist erneut sein Talent als Sprecher und verleiht nebst Stimme auch sein Charisma. Das führt dazu, dass der Protagonist, so verkorkst er auch sein mag, einen absoluten Sympathiebonus mit sich trägt und man sich als Zuhörer mit ihm identifizieren kann.

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