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Kälteschlaf / Kommissar Erlendur-Krimi Bd.8

Benjamin Jendro

28.Oktober
2011

Dank des Titels dürfte jedem klar sein, dass es sich hier um eine Krimireihe handelt, mit Kommissar Erlendur als Hauptfigur. Der nunmehr achte Band gibt sich als Hörbuch die Ehre und ich möchte all jenen, die noch nie ein Buch aus dieser Serie gehört bzw. gelesen haben, wärmstens ans Herz legen, mit dem ersten Band zu beginnen. Zumal dieser achte Band, Kälteschlaf, ein wenig aus der Rolle fällt und nicht stellvertretend für die vorangegangenen stehen kann.

Eine junge Frau wird inmitten ihres Hauses erhängt aufgefunden. Alles deutet auf einen Selbstmord hin, weshalb die Beamten den Fall auch möglichst schnell abschließen möchten. Doch Kommissar Erlendur beschleicht ein merkwürdiges Gefühl. Bei der Durchsicht der Akten, der Befragung von Bekannten und Verwandten und nicht zuletzt beim Mitschnitt einer Séance, an der die Frau beteiligt war, kommt ihm ein ungutes Gefühl. Auf eigene Faust macht er sich gegen den Willen seiner Kollegen an die Ermittlung. Dass dabei auch seine eigene Vergangenheit keine unbedeutende Rolle spielt, wird ihm erst später klar.

Geschickt versteht es der Autor, die Figuren und die Umgebung Islands in den Vordergrund zu rücken. Seine einfache Sprache und die wenigen, aber schlagkräftigen Worte vermitteln das Gefühl der Kälte und lassen den Zuhörer richtiggehend mitfrösteln.

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Ja, aber…: Die heimliche Kraft alltäglicher Worte und wie man durch bewusstes Sprechen selbstbewusster wird. Das ist ein ungewöhnlich langer Titel für ein ungewöhnliches Buch. Die Autorin Lelia Kühne de Haan hat aber auch nichts Geringeres im Sinn, als Ihre Denkmuster zu beeinflussen. Da darf man sich schon einmal einen längeren Titel aussuchen.

In ihrem Buch geht es darum, alltägliche Wörter zu durchleuchten, bzw. ihnen auf den Grund zu gehen. Der Ansatz ist dabei ein leichter. Unser Denken beruht auf den Wörtern. Sind diese falsch gewählt, kann auch das Denken nicht funktionieren und man dreht sich im Kreis. Wer daher mit Problemen zu kämpfen hat, sollte die Wörter hinterfragen, mit denen er diese beschreibt. Soweit, so logisch.

Zum einen ist dieses Buch sehr flott und flüssig, bisweilen sogar amüsant geschrieben, was es dem Leser ermöglicht, am Ball zu bleiben. Aber lassen Sie sich nicht täuschen! Der Kern dahinter bedarf eines tiefergehenden Verständnisses. Ganz klar haben wir es hier mit einem Buch aus der Kategorie Ratgeber/Lebenshilfe zu tun und wer einfach nur durchliest und das Buch anschließend weglegt, verschwendet ein großes Potential.

Man sollte sich mit dem hier Vorgestellten wirklich auseinandersetzen und sich selbst hinterfragen. Dann wird einem die Chance erst gewahr, die man hier geboten bekommt.

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Ralf Schmitz: Schmitz‘ Mama

Benjamin Jendro

19.Oktober
2011

Ralf Schmitz bleibt sich und seiner Linie treu. Nach seinem „Katzenbuch“ bekommt nun die liebe Verwandtschaft und vor allem Mama ihr Fett weg. Schmitz‘ Mama: Andere haben Probleme, ich hab‘ Familie erzählt kurzweilige Geschichten querbeet durch die Zeit hinweg über die Beziehung zu seiner Mutter und die lustigen Erlebnisse.

Dabei ist es keinesfalls so, dass Schmitz zynisch daherkommt. Vielmehr ist es ein gewisses Unverständnis, das wohl jeder von uns nachvollziehen kann. Darin liegt auch die Stärke des Buches. Denn es erzählt Geschichten, die jeder von uns so oder in ähnlicher Form wohl schon selbst erlebt hat. Kopfschüttelnd überlegt man dann, wie es überhaupt dazu kam. Es ist die Situationskomik, die jeder nachvollziehen kann und deshalb auch so lustig findet.

Das Hörbuch steigert sich allmählich und Schmitz kommt als Sprecher so richtig in Fahrt. Seine quirlige Art kommt dabei gut rüber und spätestens bei dem Weihnachtsshopping oder dem Wäschewaschen bleibt kein Auge trocken.

Manches wirkt etwas überzogen, aber wir haben es hier auch nicht mit einer Biographie zu tun. Die vorgestellten Mama-Tipps, wie man bspw. ein Telefonat beendet, sind dabei durchaus hilfreich und könnten Ihnen noch mal zugutekommen.

Fazit: Witzig, spritzig und ideal als kurzweilige Unterhaltung.
Nebeneffekt: Man möchte evtl. Mama mal wiedersehen :).

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Des Todes dunkler Bruder (Hörbuch)

Benjamin Jendro

14.Oktober
2011

Die Serie Dexter dürfte vielen ein Begriff sein. Der sympathische Serienkiller, sofern es das gibt, ist auch der Protagonist des Hörbuchs Des Todes dunkler Bruder. Im Grunde lernen wir hier etwas über den Werdegang von Dexter Morgan. Als kleines Kind muss er dem brutalen Mord an seiner Mutter beiwohnen und ist fortan davon geprägt und von einem Blutdurst beseelt.

Sein Adoptivvater Harry, selbst Polizist, merkt schon früh, welche Tendenzen Dexter entwickelt und versucht diese mit Regeln und einem Verhaltenskodex zumindest in gelenkte Bahnen zu treiben. Dexter wird also der Rächer der Wehrlosen und bringt nur Menschen um, die es in seinen Augen verdient haben, da sie sich selber sträflich verhalten haben. Niemand trauert ihnen nach, weshalb es eine moralisch pikante Frage ist. Mord bleibt Mord, aber heiligt der Zweck nicht auch manchmal die Taten?

In dem Hörbuch gibt es bald eine Art Doppelgänger. Jemanden, der Dexters Tötungsschema offenbar kopiert. Ein Nachahmer, ein Bewunderer? Oder leidet er bloß an Gedächtnisverlust und hat die Taten selbst begangen, ohne jetzt noch von ihnen zu wissen?

Der Psychothriller ist spannend und unterhaltsam aufgebaut, vor allem dank des allzu menschlichen und doch ungewöhnlichen Protagonisten. Dexter-Fans werden ihre helle Freude haben und auch jeder, der Ironie und Sarkasmus mag, kommt hier nicht zu kurz.

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Von vielen wurde das neue Buch von Sebastian Fitzek, Der Augenjäger, schon sehnlichst erwartet. Nach seinem durchschlagenden Erfolg mit dem Roman “Der Augensammler” war es im Grunde nur eine Frage der Zeit, bis die Fortsetzung erscheint. Womit an dieser Stelle auch eine Empfehlung ausgesprochen wird: Sollten Sie irgendwann vorhaben, den Augensammler zu lesen, dann tun Sie sich den Gefallen und machen es vor der Lektüre des Augenjägers. Zwar ist es nicht zwingend notwendig für das Verständnis, aber gewisse Hintergrundinfos werden damit klarer und wer den Augenjäger gelesen hat, kann beim Augensammler viele überraschende Momente nicht genießen.

In seinem neuen Hörbuch geht es um einen Serientäter, der seinen Opfern im wahrsten Sinne des Wortes die Augen öffnet. Er schneidet den Frauen nämlich die Augenlider ab und vergewaltigt sie anschließend auf brutalste Art und Weise. Er bereitet ihnen solche großen körperlichen und seelischen Qualen, dass sie nach ihrer Freilassung lieber den Freitod wählen, als weiter zu leben.

Die Berliner Polizei ist dem Täter auf der Spur, doch kann sie keine eindeutigen Beweise aufbringen, weshalb man sich an die Physiotherapeutin Alina Gregoriev wendet, um bei den Ermittlungen zu helfen. Die blinde Frau hat eine besondere Gabe, sie kann in die Zukunft sehen. Doch auch sie ahnt nicht, worauf sie sich einlässt…

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Richard Montanari – Septagon (Hörbuch)

Benjamin Jendro

9.Oktober
2011

Richard Montanari hat mit seinen Büchern über die Detectives Kevin Byrne und Jessica Balzano schon für einiges Aufsehen in der Thriller-Szene gesorgt. Sein nunmehr vierter Band, Septagon, ist hier keine Ausnahme, auch wenn der Autor neue Wege beschreitet.

In dem vorliegenden Hörbuch Septagon haben wir es mit einem Mord an einem Mädchen zu tun, das mitten in den Deadlands ertrunken ist. Die hiesige Mordkommission steht vor einem Rätsel und bittet das Ermittlerduo um Hilfe. Bald ist klar, dass es sich hier nicht um einen Einzelfall handelt, sondern wir es mit einer Mordserie zu tun haben.

Was das Hörbuch so besonders macht, ist die Herangehensweise von Richard Montanari. Anstatt den Spannnungsbogen mittels der Suche nach dem Täter aufrechtzuerhalten, verrät er schon von Beginn an, wer der Mörder ist. Stattdessen erhält man als Zuhörer Einblicke in die verstörte Psyche. Das Hörbuch gliedert sich demnach in die eigentliche Ermittlung der Detectives, welche, anders als der Zuhörer, im Dunkeln tappen, und in das Eintauchen in einen Mörder. Hieraus bezieht das Buch auch seine besondere Atmosphäre und schafft es so dennoch, eine unglaubliche Spannung aufzubauen, bzw. den Zuhörer zu fesseln.

Es ist ein mutiger Schritt, die Schreib- bzw. Herangehensweise innerhalb einer Buchreihe zu ändern. Hier wird er eindeutig belohnt.

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Ich möchte Ihnen mal wieder einen Ken Follett-Roman vorstellen. Seit „Die Nadel“ ist der Autor ja nicht mehr wegzudenken und schafft es, einen Bestseller nach dem anderen zu fabrizieren. Für „Das zweite Gedächtnis“ ließ er sich zwei Jahre Zeit und nutzte diese für ausgiebige Recherchen.

Wir befinden uns im Januar des Jahres 1958. Ein Wettrüsten im Weltraum zwischen den USA und der Sowjetunion hat stattgefunden und bisher liegen die Amerikaner abgeschlagen auf dem verhassten zweiten Platz. Inmitten dieser Szenerie erwacht der Protagonist des Hörbuchs inmitten von Washington und kann sich an nichts erinnern. Stück für Stück versucht er, die Puzzelteile zu rekonstruieren und ihm schwant als wäre er irgendwie am falschen Ort.

Gekonnt schafft es Follett, den eigentlich abgedroschenen Kniff des Gedächtnisverlustes anzuwenden. Neben dem Erzählstrang des Mannes lässt er Rückblenden und weitere Perspektiven einfließen, was dem Roman eine gewisse Fülle verleiht. Neben dem Genre des Agentenromans ist es vor allem die Liebesbeziehung in dem Hörbuch, die den Zuhörer fesselt. Ein typischer Zug von Follett. Die Recherche ist beeindruckend und durch die gekürzte Fassung kommt eine gute Spannung auf. Ideal für Vielfahrer oder beim Bügeln zu Hause ;).

Fazit: Erneut ein solider, spannender und vor allem gut recherchierter Follett-Roman mit viel Liebe.

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Kopf schlägt Kapital – Hörbuch

Benjamin Jendro

4.Oktober
2011

Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, ein Unternehmen zu gründen oder bisher immer wieder eine eigentlich gute Idee verworfen haben, weil Sie Angst vor den bevorstehenden Schwierigkeiten und Risiken hatten, die man als Selbstständiger trägt, könnte dieses Buch Ihr Leben verändern. Zugegeben, das ist sehr polemisch, im besten Fall aber schlichtweg wahr.

Wir lesen ständig von den schlechten Aktienwerten, fallenden Kursen, sinkenden Beschäftigungszahlen und der unterdurchschnittlichen Quote an selbstständigen Unternehmen in Deutschland. Zu viel Bürokratie, zu viele finanzielle Hindernisse etc. Da verlässt einen schnell der Mut. Günther Faltkin schafft es, mit seinem Hörbuch Kopf schlägt Kapital: Die ganz andere Art ein Unternehmen zu führen eine ganz neue Sicht auf die Dinge zu geben.

Sie müssen kein Betriebswirtschaftler oder ausgebildeter Akademiker sein, um erfolgreich ein Unternehmen zu gründen. Sein Erfolgsrezept: Halten Sie zunächst an der Grundidee fest und präsentieren Sie den ihr zu Grunde liegenden Vorteil dem Kunden auf eine einfache Art und Weise. Für alles andere gibt es bereits Experten, die besser und billiger sind. Kaufen Sie Know-How ein und konzentrieren SIE sich auf das Wesentliche. Klingt doch eigentlich plausibel, oder?

Der Mann spricht aber nicht nur in Phrasen. Sein Projekt „Teekampagne“ ist mittlerweile der größte deutsche Teeimporteur, der Mann weiß also, wovon er redet. Ein Hörbuch, das Jungunternehmern neue Hoffnung und Mut schenkt. So etwas können wir gebrauchen!

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