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Das Alphabethaus von Jussi Adler-Olsen

Benjamin Jendro

27.Januar
2012

Jussi Adler-Olsen, der gefeierte Krimi-Autor, weiß nicht nur in seinem Heimatland Dänemark zu überzeugen, sondern hat auch hierzulande mit seinen Thriller-Bestsellern eine große Fangemeinde bekommen. In seinem neuesten Werk „Das Alphabethaus“ erzählt er die Geschichte von zwei englischen Fliegern, die am Ende des Zweiten Weltkrieges über Deutschland abgeschossen werden und sich im Feindgebiet durchschlagen müssen. Die beiden sind seit Kindesbeinen an befreundet und beschließen, um nicht in Kriegsgefangenschaft zu geraten, sich im Feindesland in eine psychiatrische Klinik einweisen zu lassen und vorzugeben, zwei vom Krieg traumatisierte deutsche Offiziere zu sein. Doch die Geschehnisse, die die beidem im „Alphabethaus“ miterleben und die Tatsache, sich ständig verstellen zu müssen, nagen tatsächlich an ihren Psychen und stellt ihre Freundschaft auf eine harte Probe.

Hier wird dem Leser bewusst, dass es sich in „Das Alphabethaus“ um weit mehr als nur eine Kriegsgeschichte dreht. Der Roman beschreibt die Themen Freundschaft, gemeinsames Leiden, menschliches Versagen und die Grenze, an der man bereit ist, die eigene geistige Gesundheit vor eine lebenslange Freundschaft zu stellen. Adler-Olsen stellt im Nachwort zu seinem Roman auch dar, inwieweit die Tätigkeit seines Vaters als Psychiater in einer psychiatrischen Klinik ihn und seine Kindheit beeinflusst hat. Die authentische Darstellung von psychisch kranken Personen konnte ihm aus diesem Grund umso besser gelingen.

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Stephen King – Der Anschlag

Benjamin Jendro

25.Januar
2012

Der Großmeister des Horrors und weltweit gefeierter Bestseller-Autor Stephen King bringt mit seinem neuen Werk „Der Anschlag“ wieder einmal frischen Wind in die Buchregale. Hier thematisiert er die Möglichkeit, mithilfe von Zeitreisen den Verlauf den geschichtlichen Ereignissen zu verändern und beweist dabei einmal mehr sein großes Talent für ausgefallene Erzählweisen und unterschiedliche Handlungsebenen. Der Leser wird dabei ganz bewusst selbst angesprochen, wie er mit der Möglichkeit einer Zeitreise umgehen würde. Wäre es die Nachforschung in der eigenen Vergangenheit oder würde man eher historische Ereignisse live miterleben und vielleicht sogar verändern wollen?

Um Zweiteres dreht es sich in Kings neuem Werk, denn der Hauptprotagonist Jake Epping soll nichts Geringeres tun, als das Attentat auf den damaligen Präsidenten John F. Kennedy zu verhindern. Hierzu wird er mehr oder weniger unfreiwillig ins Jahr 1958, fünf Jahre vor dem Anschlag, zurück geschickt und trifft hier nicht nur auf Persönlichkeiten der Zeitgeschichte, sondern auch auf die schöne Bibliothekarin Sadie, in die er sich prompt verliebt.

Stephen King stellt in seinem Buch besonders die Frage, ob es dem Menschen überhaupt zusteht, die Vergangenheit ändern zu dürfen. Denn selbst wenn die technischen Möglichkeiten irgendwann einmal gegeben sein sollten, wären die Folgen solcher Handlungen extrem weitreichend und kaum vorhersehbar. Auch Jake zweifelt im Verlauf der Handlung immer häufiger an der Richtigkeit seiner Mission und muss schließlich feststellen, dass sich nicht nur sein Gewissen gegen ihn richtet, sondern offensichtlich auch die Zeit selbst etwas dagegen hat, dass die Vergangenheit beeinflusst wird.

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Einmal durch die Hölle und zurück

Benjamin Jendro

13.Januar
2012

Einmal durch die Hölle und zurück. Das klingt nach jeder Menge Spannung, Action und brutalsten Szenen. Falsch gedacht! Um ehrlich zu sein, kann ich mir nicht ganz erklären, wie der Verlag ausgerechnet einen solchen Titel wählen konnte, denn es verwirrt mehr und scheint lediglich dem Absatz zu dienen, obwohl das Hörbuch absolut vom Inhalt überzeugen kann. Josh Bazell ist dank seines Debütromans „Schneller als der Tod“ schlagartig berühmt geworden und hat ein ganz neues Genre im Krimi-Metier geschaffen. Auch sein Nachfolgewerk schlüpft in diese Rolle und weiß zu gefallen.

Der Ex-Mafiakiller Pietro Brwna wird von einem IT-Millionär angeheuert, um die schöne, doch leicht gestörte Paläontologin Violet auf ihrer Forschungsreise zu begleiten und gleichzeitig zu beschützen. Denn sie macht sich daran ein Monster ausfindig zu machen. Kein Serienkiller oder dergleichen. Wir reden von einem Urzeit-Monster, dass angeblich in einem See in Minnesota sein Unwesen treiben soll. Eine Gruppe von Jägern soll es zur Strecke bringen. All das unter der Führung eines ganz speziellen Schiedsrichters, der für Chancengleichheit bei den Jägern und viel Unterhaltung bei ihnen sorgen soll.

Bazell ist erneut eine Krimi-Chimäre geglückt, die mit ihrem beißendem Humor, dem ungewöhnlichen Fußnoten und der eingebauten Gesellschaftskritik für Furore sorgt. Dabei sorgt Christoph Maria Herbst als Sprecher erneut für die gelungene Atmosphäre.

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Zug um Zug

Benjamin Jendro

11.Januar
2012

Wenn zwei politische Schwergewichte, noch dazu aus verschiedenen Perioden, wie Peer Steinbrück und Helmut Schmidt aufeinandertreffen, ist das schon für sich genommen außergewöhnlich. Noch besser ist allerdings der Dialog in den beide in dem Hörbuch: “Zug um Zug” treten und versuchen eine gewisse Struktur in aktuelle Debatten zu bringen, ohne diese allzu oft zu bewerten.

In einer Art Zwiegespräch (obwohl sie oftmals der gleichen Meinung sind) beleuchten die beiden Herren zurückliegende als auch aktuelle Ereignisse. So geht es zunächst um die persönlichen politischen Wege, wobei insbesondere seitens Schmidt Missbilligungen zu hören sind. Auch die geopolitische Lage, bspw. zu Russland & Polen oder zum Nahen Osten wird aufgegriffen und dabei ermahnt ein äußerstes Fingerspitzengefühl seitens der Regierung an den Tag zu legen.

Doch man gibt auch eigene Versäumnisse zu, wie das Ignorieren der Integrationsproblematik, die laut Steinbrück, viel früher von der SPD hätte angesprochen werden müssen und nicht erst durch Thilo Sarrazin zum Thema werden musste. Auch hier bemüht man sich, auch wenn Namen genannt werden, sachlich zu bleiben.

Selbstverständlich wird auch über die aktuelle Finanzkrise gesprochen, ohne hier allerdings konkrete, oder gar neue Lösungen zu präsentieren. Vieles kennt man so schon.

In dem Buch geht es jedoch auch nicht um das präsentieren von fertigen Konzepten. Vielmehr soll ein fundiertes Hintergrundwissen vermittelt werden, um neuartige Entwicklungen besser einschätzen zu können. Und das ist gelungen!

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Cut

Benjamin Jendro

4.Januar
2012

Debütromane sind so eine Sache. Zum einen weiß man natürlich herzlich wenig über den oder die Autor/in. Man muss sich notgedrungen auf Rezensionen und evtl. den Klappentext verlassen und das gewisse Quäntchen Glück haben. Doch auch für den Schreiber sind sie ganz besonders. Das erste Baby sozusagen und letztlich entweder der Grundstein oder der Sargnagel für die eigene Karriere. Für Amanda Kyle Williams prophezeie ich, dass es nicht ihr letzter Roman gewesen ist. Denn Cut bringt alles mit, um den Leser bzw. Zuhörer zu fesseln.

Ein Psychothriller, wie man ihn sich wünscht. Schon die Protagonistin ist vielschichtig. Von den leiblichen Eltern aufgrund derer Drogenprobleme getrennt, kam sie zunächst zu ihren Großeltern, bis diese auf tragische Weise verstarben. Auch ihre Adoptivfamilie ist alles andere als „normal“. Als Profilerin machte sie Karriere doch ihre Alkoholabhängigkeit, zwang das FBI dazu sie zuentlassen. Seit dieser Zeit verdingt sie sich als Privatdetektivin, die der Polizei in besonders schweren Fällen hilft. Der vorliegende Fall ist einer dieser speziellen Fälle, in denen ein sadistischer Serienkiller sein Unwesen treibt.

Insbesondere das Profiling wird hier sehr explizit beschrieben und steht im Mittelpunkt. Hinzu kommen äußerst facettenreiche Charaktere und ein packender Spannungsbogen. Was wünscht man sich von einem Debütroman mehr? Ach ja, richtig. Evtl. einen Cliffhanger. Keine Sorge, auch an den wurde gedacht…

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