...entführen dich in eine andere Welt

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Achtung! Bei den folgenden Vorschlägen kann es einem wirklich schon einmal mit einem heftigen Schauer durchziehen. Einen richtig guten Thriller zu lesen kann beeindruckend sein, man kann sich gruseln. Auch bei einer Hollywoodproduktion ist das möglich, sieht man doch zur Story auch noch die bildliche Darstellung. Am schlimmsten jedoch ist es, etwas zu hören und es nicht zu sehen, sich selbst Gedanken darüber zu machen, wie die Szenerie ausgemalt erscheinen könnte. Nichts ist so gruselig wie unsere eigene Phantasie. Die folgenden Krimi-Hörbücher liefern auf jeden Fall den richtigen Anstoß, um sich etwas wirklich Gruseliges vorzustellen.

John Katzenbach hat mir schon mehrfach einen Schrecken eingejagt. Das Hörbuch zu „Der Professor“ ist aber bisher unerreicht, was vor allem damit zu erklären ist, dass man beim Zuhören irgendwie die Demenz des Professors gleich mitgeliefert bekommt und selbst nicht mehr so wirklich unterscheiden kann, was echt und was Fiktion ist. „Totengleich“ von Tana French ist auch nicht gerade etwas für schwache Nerven. Explizit werden diese gleich zu Beginn auf die Probe gestellt, als Agent Cassie Maddox eine Frauenleiche findet, die ihr bis auf jede Einzelheit genau aus dem Gesicht geschnitten scheint. Zur „Obsession“ wird Angst bei Simon Beckett. Wer sich bis dato noch nicht gegruselt hat, wird bei ihm garantiert sein erste Mal erleben. Als Witwer Ben den Schrank seiner verstorbenen Frau Sarah ausräumt, erkennt er, dass auch sein letzter Halt im Leben, ihr autistischer Sohn Jacob, gar nicht ihr Sohn war, sondern sie ihn einst entführte.

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Die schönsten Hörbücher zum Osterfest

Benjamin Jendro

28.März
2012

Bald geht es wieder los, das große Ostereier- und Geschenkeverstecken. Gemeinsam in der Familie begeben sich alle Mitglieder auf die Suche, an Ostern nach den verborgenen Sachen und bereits vorher nach den richtigen Kleinigkeiten. Um das Osterfest richtig zu genießen und ein schönes gemeinsames Familienfest mit der ganzen Familie zu feiern, haben wir heute mal ein paar Hörbücher zum Osterfest zusammengestellt. Diese bieten vor allem den kleinen Zuhörern einen Hochgenuss, sind aber auch eine tolle Abwechslung für all jene, die meinen, sie seien aus dem Alter bereits schon herausgewachsen.

Die Geschichte von „Alice im Wunderland“ kennt jeder, sie sich auf einem Hörbuch angehört haben aber garantiert die Wenigsten. Die verschiedenen Sprecher bringen die Geschichte von Lewis Caroll in einem tollen Klang zu Ihnen und so wird das Abenteuer der kleinen Alice auch zum Abenteuer für alle Zuhörer. Bei den Heidehasen ist immer mächtig etwas los, in ihrem neuen Hörspiel „Der Sängerkrieg der Heidehasen“ schließen sie daran nahtlos an. Zuhörer begleiten den brillanten Sänger Lodengrün in seinem Kampf der beste Sänger zu sein und so die Prinzessin zu erobern, ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Viele weitere tolle „Ostergeschichten“ bietet auch Ursel Scheffler, die vielen eine tolle Übersicht über all das gibt, was mit Ostern zusammenhängt, vom Hasen bis zu sprießenden Osterglocken.

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Wenn der Mensch sein Herz für einen anderen öffnet, ist er verliebt. Seine Taten und Gedanken konzentrieren sich auf diese angehimmelte Person, sie scheint allgegenwärtig. Verliert man diesen anderen Menschen, durch einen schweren Schicksalsschlag oder eine Trennung, ist man folglich verletzt. Normalerweise ist dies der Punkt, an dem man schlecht über das Thema Liebe denkt, sie zumindest für einen gewissen Zeitraum ablehnt und sich lieber im Frust bestätigt fühlt. Diese Phase scheint bei Musikerin Christiane Rösinger nicht enden zu wollen, weshalb sie aus ihren ganz persönlichen Erfahrungen zum Thema Liebe ein Werk geschrieben hat, das als „Liebe wird oft überbewertet“ eine ganz subjektive Sicht offenbart.

Anfangs wirkt das Werk ein wenig wie die melancholische Absage an das Thema Liebe, wie die tiefwurzelnde Verbitterung einer Enttäuschten. Im Verlauf der 70 Hörminuten aber muss man selbst als Liebender eingestehen, dass ihre Ansichten über Paare und deren Eigenart, durch das Leben zu wandeln, nicht komplett aus der Luft gegriffen sind. Wir verändern uns, wenn wir einem Partner unser Herz schenken, geben womöglich eigene Vorlieben auf, gehen unzählige Kompromisse ein und leben so scheinbar glücklich miteinander. Wir bleiben nach Rösinger nicht wir selbst und leben nur wie emotionslose Steine nebeneinander. Eine Ansicht, die in unserer von Pärchen bestückten Gesellschaft sehr gewagt wirkt und deshalb den Reiz des Werkes ausmacht.

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Daniel Kehlmann – Ruhm

Benjamin Jendro

21.März
2012

Worin besteht der Sinn des Lebens? Auf diese Frage gibt es genau genommen keine patente Antwort, schließlich sind wir alle verschieden und wollen unterschiedliche Sachen. Während die einen möglichst viel Geld machen wollen und in Statussymbolen ihre Erfüllung finden, handelt es sich bei anderen um Familienmenschen. Manch einer will Kinder hinterlassen, ein anderer seine Spuren in der globalen Geschichte. Hier könnte man dann von wirklichem Ruhm sprechen und wäre wohl bei einem der Grundbedürfnisse des Menschen angelangt. Autor Daniel Kehlmann hat sich diese Problematik zu Herzen genommen und in „Ruhm“ viele verschiedene Personen zusammengeführt, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben und trotzdem durch ihren Wunsch nach eben jenem Grundbedürfnis vereint sind.

Ab morgen kann man das Werk auf der Kinoleinwand bewundern, im Hörbuch lauscht man einfach den Stimmen von Nina Hoss und Ulrich Matthes. Diese erzählen die insgesamt neun Geschichten und liefern so mehr als fünf Stunden die jeweiligen Probleme und Bedürfnisse der einzelnen Charaktere. Unter ihnen wären zum Beispiel ein Schauspieler, der plötzlich keine Rollenangebote mehr bekommt oder eine Autorin, die in Zentralasien verschwindet. Eine ältere Dame protestiert gegen den Schriftsteller, der sie erfunden hat. Ein Internetblogger hingegen würde gerne mal eine Rolle in einem Roman spielen. Mit seiner Rolle kommt ein Mann nicht mehr klar, der ein Doppelleben mit zwei Frauen führt. Ebenso wenig die Frau eines anderen Schriftstellers. Diese fürchtet sich davor, einmal im Werk ihres Mannes vorzukommen, wo wir dann auch wieder beim verwirrten Internetblogger oder dem angebotslosen Schauspieler sein könnten.

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Jo Nesbø – Headhunter

Benjamin Jendro

16.März
2012

Ein guter Thriller braucht einige gewisse Attribute, damit er den Leser auch wirklich berühren kann. Es bedarf einer Handlung, die man so oder in ähnlicher Form noch nicht woanders gelesen oder gehört hat. Außerdem einen charakteristischen Hauptprotagonisten, der zur Identifikation einlädt und einige gruselige Darstellungen bestimmter Szenen und Orte. In Perfektion hinbekommen haben das in den letzten Jahren vor allem Autoren aus Skandinavien. Vielleicht liegt es an der dortigen Kälte, eiskalt sind ihre Szenarien auf jeden Fall. Der Norweger Jo Nesbø macht da keine Ausnahme und so wird auch „Headhunter“ zu einem grandiosen Hörerlebnis mit absolutem Thriller-Faktor.

Von Johannes Steck gesprochen kann man Jo Nesbø zu einhundert Prozent spüren und anders als viele andere Thriller gilt das für die gesamte Zeit. Ohne Langeweile aufkommen zu lassen wird der Zuhörer auf die Fährte von Headhunter Roger Brown geschickt. Dieser berät jegliches Personal erfolgreich und genießt einen hohen Ruf in allen Wirtschaftskreisen. Er hat aber noch ganz andere Vorlieben und Stärken, von denen niemand weiß. Sein Fable für Kunstgegenstände jeder Art hat schon so manchem Klienten ein leeres Haus hinterlassen. Ähnlich soll es auch dem Niederländer Greve gehen, der einen lang verloren gedachten Rubens besitzt. Brown entwendet diesen, doch dieses Mal bleibt sein brillanter Coup nicht ohne Folgen.

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Vermutlich hat sie nicht den höchsten IQ und ohne ihr nahe treten zu wollen, wahrscheinlich ist sie auch ein wenig bekloppt. Gerade das aber ist es, was Daniela Katzenberger gar nicht leugnen möchte und was letztlich auch ihren Erfolg determiniert hat. Wir Deutschen sind dahingehend ein absolutes Phänomen, dass wir uns immer darüber aufregen, wie dumm doch manche sind und wie sie es trotzdem immer wieder in die Öffentlichkeit schaffen. Dafür gibt es eine ganz einfache Antwort. Jeder will es sehen, weil es unterhaltsam ist. Wir wollen dumme Sache sehen und Daniela Katzenberger hat es geschafft, aus ihrem Talent, nämlich unterhaltsam zu sein, das Beste zu machen.

In dem Sinne kann man gar nicht von dumm sprechen, denn was sie anfasst, hat Hand und Fuß. Sie ist damit erfolgreich, die Marke Katzenberger möglichst rentabel zu verkaufen. „Sei schlau, stell dich dumm“ ist auch deshalb ein cleverer Titel, weil sie damit alles exakt auf den Punkt bringt. Katzenberger ist etwas Besonderes, bei vielem von dem, was sie tut, greifen wir uns an den Kopf. Dies passiert übrigens auch mehrfach, wenn wir dem von ihr selbst gesprochenen Werk zuhören. Doch sie macht es definitiv richtig und verschweigt nichts, wirkt stets authentisch und bleibt trotz künstlichen Nägeln und Silikonbusen immer das, was sie ist – Daniela Katzenberger.

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Sebastian Fitzek – Der Augenjäger

Benjamin Jendro

9.März
2012

Es scheint im menschlichen Naturell zu liegen, dass wir auch heute noch, im 21.Jahrhundert, sammeln. War es in der Urzeit meist die Aufgabe der weiblichen Geschöpfe, kennt das Sammeln heute keine Geschlechtergrenzen. Wir sammeln Briefmarken, Fußballbildchen, Modellautos und Kuscheltiere, Porzellantierchen oder Gartenzwerge. Weder der Art der Gegenstände noch dem Umfang ihrer Anzahl sind Grenzen gesetzt. Das andere Phänomen der Urzeit waren die Jäger, deren Aufgabe darin bestand, der Familie etwas für das Essen zu besorgen. Um diese Aufgabe zu bewerkstelligen müssen wir heute nicht mehr mit Speer bewaffnet durch das Land ziehen. Sebastian Fitzek hat in seinem Thriller „Der Augenjäger“ die Kategorie auf ein erschreckende Art und Weise wiederbelebt.

Definitiv die richtige Wahl wurde bei der Besetzung des Hörbucherzählers getroffen, spricht doch mit Simon Jäger einer, der sich zumindest vom Namen her identifizieren können müsste. Wie schon beim Vorwerk „Der Augensammler“ ist es die blinde Physiotherapeutin Alina, welche die letzte Hoffnung für die Polizei darstellt, einem Psychopathen das Handwerk zu legen. Bei diesem handelt es sich um den Augenspezialisten Dr. Suker, der tagsüber sehr nett wirkt, abends jedoch auf Frauenjagd geht. Seinen Opfern trennt er zunächst chirurgisch perfekt die Augenlider ab ehe er sie vergewaltigt und dadurch ihr Leben komplett zerstört.

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Susanne Fröhlich – Lackschaden

Benjamin Jendro

7.März
2012

Irgendwann im Leben muss jeder Mensch mal seinen Platz finden. Einen, an dem er sich wohlfühlt und der ihm jene Erfüllung bringt, die er sich ganz persönlich vom Leben erhofft. Ob das die Führungspositionen in einem Millionen-Unternehmen ist oder die der fürsorglichen Mutter, die als Hausfrau zuhause den Zusammenhalt der Familie wahrt. Schlimm ist es, wenn der vermeintlich gute Platz, den man gefunden zu haben scheint, sich später als etwas darstellt, welches eben nicht dem Erhofften gleichkommt. In „Lackschaden“ von Autorin Susanne Fröhlich geht es um solch eine Suche nach dem richtigen Platz und ebenso um die Erkenntnis, dass der bisherige der falsche ist.

Die Aufnahmen für das Hörbuch übernahm die Autorin gleich höchstpersönlich und wahrscheinlich ist es auch nur ihr möglich, die eigens kreierte Akteurin Andrea Schnidt mit der richtigen Authentizität zu verkörpern. Diese ist Mutter, Hausfrau, Ehefrau und Schwiegertochter. Alles schien einst ihr richtiger Platz, doch mittlerweile kommt sie ebenso wenig an ihre Kinder heran wie auch an den Mann, der lieber Golf spielt. Der Schwiegervater will sie stets als Ansprechpartner und so wirklich das Richtige scheint auch der Nebenjob in der Werbefirma nicht zu sein. So hat sie die Nase gestrichen voll und will nicht länger Putzfrau, Trostspenderin, Köchin oder Chauffeurin spielen. Sie will mal wieder etwas vom Leben haben.

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Gespannt warten viele ihrer Fans auf das nächste einfühlsame Werk der jungen Autorin Cecelia Ahern, die der Welt mit ihrem Besteller „P.S. Ich liebe dich“ eine überaus erfolgreiche Vorlage für eine Hollywood-Verfilmung präsentierte. Die herzzerreißende Abschiedsformel jeden Briefes, als Liebesbeweis aus dem Jenseits, rührte Leser wie Kinobesucher gleichermaßen. Auch ihre anschließenden Veröffentlichungen erreichten eine große Leserschaft und bestachen durch viel Gefühl und philosophische Fragen, die das Leben mitunter aufwirft.

 

Ihr neues Werk trägt den Titel „Solange du mich siehst“ und beinhaltet, eigentlich untypisch für sie, zwei Kurzgeschichten. Diese sind zwar thematisch ähnlich beseelt wie ihre Vorgänger, entführen aber in andere, etwas düstere Gefühlswelten. In der ersten Erzählung, „Das Lächeln der Erinnerung“, erfährt man von der Erfindung eines Mannes, die in der Lage ist, schlechte Erfahrungen aus dem Verstand zu löschen. Der zuerst vermutete Segen dieser Maschine entwickelt sich jedoch zum auferlegten Fluch. Noch schauriger wird es dann im zweiten Beitrag „Das Mädchen im Spiegel“, in dem Ahern die Protagonisten, innerhalb von zwei Zeitschienen, durch die gruseligen Winkel eines alten Hauses schickt. Beide Geschichten beschreiben die Bedeutung der Vergangenheit und stellen eine hypothetische Beeinflussung der eigenen Zukunft kritisch in Frage.

Zauberhaft wie immer nimmt Cecelia Ahern ihre Leser an die Hand, erzählt, erklärt und tröstet zuweilen, aber verzichtet dabei auf eine unangemessene Sentimentalität. Die atmosphärische Vorstellung der professionellen Stimmen von Luise Helm und Heikko Deutschmann erklärt gerade das Hörbuch zur stimmungsvollen, alternativen Freizeitbeschäftigung, die man guten Gewissens empfehlen kann.

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