...entführen dich in eine andere Welt

Impressum Kontakt

Sarah Kuttner – Wachstumsschmerz

Benjamin Jendro

28.Juni
2012

Sarah Kuttner ist sehr wahrscheinlich eher Moderatorin als Schriftstellerin, doch die Frische ihres Ausdrucks findet sich allen Medien wieder. Nach „Mängelexemplar“ schickt sie in “Wachstumsschmerz” erneut eine unsichere Protagonistin in die große weite Welt, um sich dem Leben zu stellen. Der stille Widerstand gegen das Erwachsenwerden ist ihr Thema, das sie mit den Beziehungsproblematiken eines jungen Paares verknüpft.

Flo und Luise planen ihr eigenes Leben. Die anfängliche Euphorie endet mit ihrem Einzug in ihre eigene Wohnung. Die Momente des unbeschwerten Lachens enden mit den Problemen eines eigenverantwortlichen Haushalts. Die gesellschaftlichen Maßregelungen setzen beide unter Druck. Luise vermisst das Kindsein und zerbricht beinahe an den neuen Anforderungen. Gereizt und zickig begegnet sie Flo, der ihr Verhalten nicht einzuordnen weiß und aus Resignation schweigt. Das erste Drittel des Lebens ist vollbracht und die kommenden zwei liegen ungewiss vor ihnen wie ein ungesichertes Mienenfeld.

Kuttner quasselt, wie bereits im letzten Roman, einfach darauf los. Leider fehlt ihr ein wenig das passende Konzept, das der eigentlich guten Grundidee, die rechte Würze verliehen hätte. Ihr Stärke liegt in der zynischen wie auch sarkastischen Beobachtung von sich selbst und ihrer Umgebung. In ihren Fragestellungen erkennt sich jeder wieder und findet darum auch schnellen Anschluss an ihre Geschichten. Ihr Stimmeinsatz jedoch ist unbestritten großes Entertainment.

 

0

J.R.R. Tolkin – Hobbit

Benjamin Jendro

22.Juni
2012

John R.R. Tolkin gilt als Begründer des Fantasygenres. Mit dem Tod seiner Eltern und den Erfahrungen des ersten Weltkriegs im Nacken gründete er mit seiner Frau Edith Bratt seine eigene Familie. Drei Söhne entstanden aus dieser Liebe, denen er sein erstes Buch „Der kleine Hobbit“ widmete. Ab 1925 war er Professor für Englische Philologie in Oxford. Auch seine 1954 veröffentlichte Trilogie „Der Herr der Ringe“, die aus der Hobbit-Geschichte entstand, überdauerte seinen Tod 1973 bis heute mit andauernder Begeisterung.

Der Hobbit Bilbo Beutlin lebt ein sorgenfreies und beruhigtes Leben in seiner Heimat, dem Auenland. Dem ist nicht sehr lange so, denn der Zauberer Gandalf taucht eines Tages unangemeldet bei ihm auf und bittet ihn um Hilfe. In einem fremden Land ist ein geheimnisvoller Schatz versteckt, den der kleine Hobbit bergen soll. Ohne auch nur gefrühstückt zu haben, bricht Bilbo auf und durchwandert magische Welten mit eigenwilligen Gestalten. Als Vorgänger des unantastbaren Meilensteins der Fantasy-Literatur „Der Herr der Ringe“ sollte man dieses fantastisch interpretierte Hörbuch mit der Stimme von Gert Heidenreich auf jeden Fall gehört haben.

 

0

Das Radiohörspiel „Per Anhalter ins All“ diente der gleichnamigen fünfteiligen Romanserie als Grundlage. Der 1982 erschienene dritte Teil „Das Leben, das Universum und der ganze Rest“ wurde von Douglas Adams eigentlich als Drehbuch für die BBC Sendung „Doctor Who“ gedacht. Dieser Vorschlag wurde allerdings abgelehnt. Dieser Teil beinhaltet die Geschichte des Planeten Krikkits, dessen Einwohner sich lange Zeit allein im Universum wähnten. Mit dem Absturz eines Raumschiffs und der plötzlichen Einsicht, dass dem nicht so ist, beschließen sie, alles weitere Leben im All zu zerstören.

Arthur Dent lebt allein in einer Höhle auf der prähistorischen Erde. Sein Freund Ford Perfect ist spurlos verschwunden. Mit der Dents Entscheidung, einfach verrückt zu werden, taucht auch Perfect wieder auf. Gemeinsam reisen sie auf einem Sofa durch das Raum-Zeit-Kontinuum nach London. Der Angriff der Vogonen steht kurz bevor, als beide auf Slartibartfaß treffen, der sie bittet, ihn zur Rettung der Erde, auf sein Raumschiff zu begleiten. Er klärt sie über den Planeten Krikkit auf, der im Zuge der Zerstörung allen Lebens im All vom galaktischen Richter Prag in eine Zeitblase verbannt wurde. Um diese zu durchbrechen, ist ein einzelnes abtrünniges Schiff der Krikkiter auf der Suche nach Bestandteilen des Wicket-Tors. Im weiteren Verlauf erfahren Arthur und Ford, dass sie vermeintliche Staubwolke um den Planeten in Wahrheit die Überreste eines Super-Computers sind, der die Krikkit-Bevölkerung zur Gewalt manipuliert. Die zwei Freunde haben viel zu leisten, wenn sie das Universum retten wollen.

 

0

Markus Heitz – Oneiros

Benjamin Jendro

13.Juni
2012

Markus Heitz ist bereits einschlägig bekannt für seine sagenhaften Fantasy-Romane über Zwerge, Vampire oder auch Werwölfe. Ähnliches hätte man an dieser Stelle bei „Oneiros“ auch erwartet, doch Enttäuschung muss sich nicht breit machen. Heitz ist es auch mit diesem Buch gelungen, eine fantastische Welt zu entwerfen, wenngleich diese eher gruselig und gefährlich ist als blumig und friedlich. Er kreiert die Idee des Menschen,der vom Tod nicht gefunden werden kann, hingegen aber alle tötet, wenn er einschläft. Gelesen und lebendig gemacht wird die Geschichte durch den bereits bekannten Simon Jäger.

In Paris setzt ein Flugzeug zur Landung an. Ungebremst rast es in einen Terminal und hinterlässt eine Kulisse der Verwüstung. Die ersten Ermittlungen zeigen, dass alle Insassen bereits vor dem Unfall nicht mehr am Leben waren. Ein Nachweis für beispielsweise Gift kann nicht erbracht werden. Das Paradoxe ist, dass ein Mann überlebt haben soll. Die Beamten stehen im Dunkeln. Nur Konstantin Korff, Bestatter aus Leipzig, erahnt das unmögliche Geheimnis hinter diesem Fall, das auch er in sich trägt. Parallel macht sich eine ebenso interessierte Wissenschaftlerin auf den Weg, die fest entschlossen alles tun würde, um den Mann zu finden. Korff findet ihn, einen Italiener, der wie er ein Todesschläfer ist. Mit seiner Hilfe hofft er, den ihm auferlegten Fluch, brechen zu können und endlich wieder zu schlafen, ohne, dass dies alles Leben in seiner Umgebung tötet.

0

Terry Pratchett – Alles Sense

Benjamin Jendro

1.Juni
2012

Hörbuchcover "Alles Sense"Alles Sense“ ist ein kurioses Fantasyvergnügen, wie es selten veröffentlicht wird. Terry Pratchett erzählt nicht von sagenhaften Abenteuern, sondern von abnormen Persönlichkeiten, deren Geschichten immer wieder zum Lachen verführen. Was passiert, wenn der Tod arbeitslos wird oder ein Zauberer nicht wie vorhergesagt stirbt, obwohl er doch eigentlich bereit wäre? Dem geht Pratchett frei von konventionellen Vorstellungen auf dem Grund und unterhält prächtig dabei.

Windle Poons, seines Zeichen Zauberer, hat ein Problem: Das Dasein des Zauberers hat den unbestrittenen Vorteil, seinen Todestag zu kennen. Seine Vorbereitungen hatte er gut getroffen. Seine Freunde waren informiert und auch die obligatorische Bürokratie hatte er hinter sich gebracht. Dumm nur, wenn der versprochene Todesschlaf nur eine Nacht anhält. Windle Poons erwacht und befindet sich leider nicht im Paradies, sondern im bereits weitervermieteten alten Zimmer, das er bis dato bewohnt hatte. Der Campus der Unsichtbaren Universität hat in diesem Moment allerdings ganz andere Sorgen als einen halbtoten Zauberer. Alles verschlingende Komposthaufen erscheinen aus dem Nichts auf dem Gelände und machen den Bewohnern das Leben schwer. Erzkanzler Ridcully, der Dekan und der Quästor suchen fieberhaft nach einer Lösung während anderenorts der Tod auf Arbeitssuche geht. Dieser wurde nämlich vom Dienst suspendiert und sitzt jetzt im selben Boot wie alle Menschen. Auch sein Leben ist nun vergänglich. So ist er angehalten, die restliche Zeit bestmöglich zu nutzen. Aufgrund seiner Vorkenntnisse im Umgang mit der Sense wird er auf einer Farm als Erntehelfer eingestellt. Es ist zwar sehr ungewöhnlich, dass er jeden Halm einzeln mäht, aber die Effizienz überzeugt trotzdem. Nachdem der neue Tod ihn besucht und sich als selbstherrlich und arrogant darstellt, entscheidet er sich dazu, um seine alte Position zu kämpfen.

0