...entführen dich in eine andere Welt

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Arnold Schwarzenegger – Total Recall

Benjamin Jendro

26.Juli
2012

Arnold Schwarzenegger - Total RecallDass eine Persönlichkeit aus dem Showgeschäft mal irgendwann in die illustren Kreise der Politik einzieht, ist eigentlich eher einer Geschichte aus Filmen. Sie spiegelt den Wunsch vieler Menschen wieder, für die Politik noch immer ein sehr undurchsichtiges Feld ist. Für dieses wollen sie jemanden, mit dem sie sich identifizieren können, weil sie davon überzeugt sind, dass diese Person ihre Interessen am besten durchboxt. Arnold Schwarzenegger ist im Filmgeschäft groß geworden und wohl zum beliebtesten österreichischen Exportschlager seit dem Wiener Schnitzel avanciert. Was den Hype um den ehemaligen Bodybuilder letztlich ausgemacht hat, bleibt mir bis heute verborgen, zumal er doch in „Conan der Barbar“ noch recht eigenartig wirkte.

Vom Grazer Jungen zum Senator Kaliforniens

Die Richtung, die der kleine Grazer Junge, der als Muskelpaket durch die USA zog, fortan nahm, führte ihn über seine Paraderolle des „Terminator“. Diese ist wohl auch der große Schritt zum international gefeierten Topstar gewesen, so dass es heute gerechtfertigt ist, die Arnold Schwarzenegger Autobiografie  „Total Recall“ durch den CD-Player laufen zu lassen. „I´ll be back“ war das Motto, das alle Menschen mit dem Stahlhelden in Verbindung brachten und so kam Schwarzenegger wortwörtlich auch nach vielen privaten Rückschlägen immer wieder in die Spur zurück. Dass diese ihn letztlich bis zum Senator eines der bekanntesten US-Staaten führen sollte, konnte jedoch niemand ahnen.

Anfangs belächelt, mittlerweile angesehen

Die Ehe mit Journalistin Maria Shriver hatte daran bestimmt einen nicht allzu kleinen Anteil. Schließlich ermöglichte sie es, Arnie auch in den höheren Kreisen in der Fremde nach und nach Fuß zu fassen. Umso unverständlicher wirkt es, dass er die Frau seines Lebens letztlich so fahrlässig wiederhergab. Neben den privaten Aspekten, den Rückschlägen und positiven Erinnerungen, steht in dem Hörbuch aber auch seine politische Karriere im Fokus. Hat man ihm anfänglich eher kein politisches Knowhow nachgesagt, seine Taten kritisiert und ihn schnell zum Rücktritt bewegen wollen, zeigte Arnie in der Folge sein kämpferisches Temperament. Dieses hielt ihn sogar mehr als sieben Jahre im Amt – eine Zeit, in der er auch viele politische Erfolge verzeichnen konnte.

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Stephen King – Das Mädchen

Benjamin Jendro

23.Juli
2012

Stephen King - Das MaedchenAls Kinder bekommen wir eine Geschichte von zwei verstoßenen Geschwistern erzählt, die von ihren Eltern ausgesetzt werden und sich fortan alleine durch die dunklen Momente des Waldes begeben müssen. Die beiden, Hänsel und Gretel, stoßen auf ein Lebkuchenhaus, in welchem eine Hexe ihr Unwesen treibt. Letztlich geht alles gut aus, beide überleben unverletzt, besiegen das Ungetüm und verbringen glückliche Tage. „Das Mädchen“, welches Stephen King im Wald alleine lässt, wird vielleicht in die gleiche Ausgangssituation versetzt, ihr folgender Weg jedoch ist alles andere als ein gut ausgehendes Märchen.

Von Base zu Base

Die kleine Patricia McFarland alias Trisha ist ein begeisterter Fan der Baseball-Mannschaft Boston Red Sox und möchte eigentlich viel lieber zu einem Spiel ihres Idols, dem Star-Pitcher Tom Gordon. Ihre Mutter hingegen hält nicht viel von Baseball und fährt stattdessen mit Trisha und ihrem Bruder Pete zum Wandern in die Appalachen. Dort möchte die 9-Jährige nur mal eben kurz auf Toilette, als sie sich kurz vom Weg entfernt. Leider nur findet sie weder Pete noch die Mutter wieder und ist in der Folge auf sich allein gestellt. Mit im Rucksack hat sie unter anderem eine Tüte Kartoffelchips und ein Thunfischsandwich, eine Flasche Wasser und einen Poncho sowie einen Walkman, dem eine ganz besondere Bedeutung zukommen wird. Dieser ist nicht nur ein treuer Begleiter, sondern versorgt die Kleine dank seiner Radiofunktion auch mit den aktuellen Ergebnissen ihres Lieblingsteams. Am Erfolg der Truppe zieht sie sich irgendwie hoch und bekommt eine Art Lebenselixier, das sie immer weiter antreibt, ihr ganz persönliches Spiel fortzusetzen.

Der Wald ist gefährlich

Anders als in vielen Werken von King ist es dieses Mal kein Monster und auch kein Kranker, der die Szenerie in eine Richtung bewegt. Zwar geht bei der Polizei ein Hinweis auf einen Pädophilen ein, dieser aber stellt sich schnell als nebensächlich heraus. Viel größer ist die Gefahr, die vom Wald selbst ausgeht. Trisha weiß kaum, was sie tun muss, um sich am Leben zu halten. Sie verzehrt aus unbändigem Hunger Sumpffarn und Kaulquappen, nimmt Scheinbeeren und Bucheckern als Müsli zu sich. Die Folgen sind Magenschmerzen und Schwächeanfälle, die zahlreiche Plagen wie Schlangen und von Insekten zerfetzte Kadaver nicht gerade hilfreicher erscheinen lassen.

 

 

 

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Kinofans und die zumeist in geringerer Zahl vorhandenen Literaturästheten stoßen bei dem Werk „Nero Corleone“ von Elke Heidenreich sofort auf Erinnerungen, die ganz sicher mit einem gewissen Don Vito zu tun haben. Dieser nämlich eroberte einst als „The Godfather“ sowohl die Kinoleinwände als auch sämtliche Bestsellerlisten. Aus dem kleinen sizilianischen Dorf Corleone machte sich ein mächtiger Mann auf den Weg, um in den USA seine ganz eigene Welt aufzubauen. Auch den Kater, um den es heute geht, kann man gerechterweise als mächtig einstufen. Wie der Namensvetter verlässt er die Heimat und beherrscht schon bald ein ganz anderes Gebiet.

Unerwünschtes macht sich selbstständig

Als ein italienischer Bauer mal wieder ein schwangeres Tier übersehen hat, nimmt das Unheil seinen Lauf. Vier Kinder brachte der Katzenwurf hervor, eines von diesen war zu allem Pech auch noch schwarz. Binnen kürzester Zeit jedoch verschafft sich der kleine Kater Respekt bei den anderen Tieren und wird fortan nur noch „Nero Corleone“, schwarzes Löwenherz, genannt. Dieser kennt alle Tücken des Bauernhofs und weiß, wie er sie für seinen Zweck zu nutzen hat. Nachdem er es sich bei einem deutschen Pärchen, das des Öfteren in Italien Urlaub macht, gemütlich gemacht hat, beschließt dieses, ihn und seine Schwester Rosa mit nach Deutschland zu nehmen. Kaum dort angekommen, checkt Nero die Lage ab und auch hier gelingt es ihm schnell, das Revier zu erobern.

Die Heimat vergisst niemand

Als Rosa stirbt und beerdigt wird, fährt das Paar wieder zu einem Urlaub nach Italien und nimmt Nero mit an seine alte Wirkungsstätte. Dort verliebt sich der mittlerweile 15-Jährige in ein junges Kätzchen und entschließt sich schweren Herzens dazu, die Wahlheimat zugunsten der Liebe in der Herkunft aufzugeben. Dies tut er vermutlich auch, weil er vor Ort längst zu einer lebenden Legende geworden ist. So zeigt uns die Darstellung der Autorin, die das Hörbuch auch persönlich eingesprochen hat, zusammenfassend vieles – Katzen haben die gleichen Lebensmotive wie Menschen. Sie wollen leben, lieben und Erfolg haben, bleiben stets der Heimat verbunden und blicken im Alter anders auf die Dinge.

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Bei aller Hochachtung für die in dem Beruf Tätigen erscheint mir der Job eines Ornithologen doch recht trist zu sein. Diese beobachten Vögel, studieren ihr Verhalten und wundern sich über Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf, der gewöhnlich immer nach dem selben Schema abläuft. Von eben so einem Wissenschaftler bekommt der exmatrikulierte Louis Antioche ein Jobangebot. Ohne langes Zögern begibt sich der Jungakademiker unter die Fittiche des Schweizers Max Böhm. Dieser muss mit Besorgnis feststellen, dass in diesem Jahr die Störche nicht wie sonst so zahlreich den Weg in die Heimat finden. So will er sich gemeinsam mit Louis nach Afrika begeben, um der Ursache auf den Grund zu kommen. Ehe es jedoch soweit ist, wird Böhm ermordet und Louis muss sich in „Der Flug der Störche“ allein auf die Reise begeben.

Von der Schweiz über den Balkan bis nach Afrika        

Zunächst erkennbar verwirrt, wagt Louis die bereits gebuchte Reise und begibt sich damit in ein Abenteuer, dessen grausame Episoden selbst der Zuhörer nicht glauben mag. Noch vor der Abreise findet er in den Sachen des Toten ein Foto von einem menschlichen Schlachthaus, das bereits einen Vorgeschmack auf das weitere Geschehen liefern soll. Bei eigentlich allen weiteren Etappen der Reise, den Ostblockstaaten, Israel und im afrikanischen Dschungel ist der Weg mit Leichen gepflastert. Louis stößt auf ein Geheimnis, das nicht nur ihm die Nackenhaare emporsprießen lässt.

Grangé versteht es zu schockieren

Dass der Franzose Jean-Christophe Grangé mit dem Werk ein ganz besonders brutales Szenario darstellt, wird schon in den ersten paar Minuten deutlich. Selbst beim bloßen Hören der Geschehnisse wie dem Leichenfund Böhms im Storchennest zu Beginn läuft einem der Schauer über den Rücken. Man möchte sich die Bilder dazu gar nicht erst ausmalen. Brillant von Sprecher Joachim Kerzel erzählt, wird dieser Thriller so zu einem Hörerlebnis, das man besser nicht in einsamen Stunden genießt.

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Als ein gewisser Martin Luther im Jahr 1517 in Wittenberg seine insgesamt 95 Thesen an die Schlosskirchentür nagelte, war Karl der Große schon ein halbes Jahrhundert verstorben. Gut zweieinhalb weitere Jahrhunderte vergingen, als mit Schiller und Goethe die großen Poeten ihre Zeilen verfassten und ein gewisser Herr Kant unsere Vernunft auf die Probe stellte. Ungefähr in diese Zeit fiel auch das Werk des Musikgenies van Beethoven. 1901 erwarb sich der Physiker Conrad Röntgen den ersten Nobelpreis dieser Kategorie, von seinen Strahlen sprechen wir noch heute. Leider konnten auch diese nicht dabei helfen, die genauen Umstände des Mordes an der kleinen, aber redegewandten Rosa Luxemburg endgültig aufzudecken. In der Zeit nach ihr folgten die eindrucksvollen Politikgrößen wie ein Adenauer oder auch ein Brandt, womit wir auch schon in der heutigen Zeit bei unserer werten Frau Bundeskanzlerin angekommen wären und somit „Die Deutschen – Große Personen unserer Geschichte“ zusammengetragen hätten.

Die Großen der Vergangenheit

Ohne Frage würde schon eine Sammlung, die nur aus den Benannten besteht, schon ordentlich etwas hermachen, doch zu ihnen gesellen sich noch weitere spannende Biografien, so dass diese 8 Audio-CDs im Ganzen 32 der größten Persönlichkeiten unserer Vergangenheit bzw. Gegenwart ableuchten. Gesprochen vom mittlerweile verstorbenen Achim Höppner, der unter anderem Gandalf aus Tolkiens Epos „Der Herr der Ringe“ die Stimme geliehen hat, bekommt man so einen gutstrukturierten Geschichtsexkurs, der einem auf über zehn Stunden Unterhaltung bietet.

Geschichte kann spannend sein

So bietet diese Sammlung letztlich einen hervorragenden Überblick, nach dem man sich den Gang in den Geschichtsunterricht genau genommen sparen kann. Der Aufbau ist an sich in allen Fällen ähnlich, wenngleich sich die einzelnen Lebensabschnitte natürlich unterschiedlich gestalten. Eingeleitet werden sie mit einer ganz besonderen Szene aus dem Leben der jeweiligen Persönlichkeit. Den weiteren, chronologisch-strukturierten Werdegang begleiten kunstvoll ausgewählte Anekdoten, die dafür sorgen, dass das Werk zu keiner Zeit langweilig wird, sondern stets amüsant und unterhaltsam bleibt.

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Wieder einmal hat es ein Teil der Betsy Taylor Reihe von Grund auf überzeugt. Schon allein aufgrund der etwas anderen Darstellung der Hauptprotagonistin, die im dritten Teil der Reihe nicht ganz so taff wirkt wie in den bisher bekannten Ausgaben, hat es dieses Mal geklappt, mich besonders zu beeindrucken. Betsy ist und bleibt natürlich auch in “Happy Hour in der Unterwelt Bd. 3” jene Betsy, die in erster Linie durch ihr ungezügeltes Mundwerk im Gedächtnis auffällt. Nichtsdestotrotz sind es aber auch einige Rückschläge und ungewohnte Wendungen, die ihr einen Hauch Menschliches verleihen, wobei gerade dies wohl nicht im Interesse der Autorin lag, schreibt sie doch im Wesentlichen über einen Vampir.

Die Rückkehr des Königs

Der attraktive Sinclair kehrt im Band von seiner Italienreise zurück und mit ihm sind auch die saukomisch dargestellten, fliegenden Fetzen der Beiden wieder da. Zu allem Überfluss will auch noch Andrea, ebenfalls Vampir, mit ihrem menschlichen Freund vorbeikommen, wobei Betsy gleich noch die Hochzeitszeremonie der beiden Verliebten leiten soll. Als wäre das nicht schon genug, werden sie auch noch auf eine Babyparty eingeladen. Wohlgemerkt soll diese zur Nachmittagszeit stattfinden, wo man als Vampir in der Regel schläft. Frech ist das schon ein bisschen, vor allem, weil Betsy für diesen Anlass gar nicht das Richtige zum Anziehen im Schrank hat.

Irgendwie sind die Probleme nicht unmenschlich

Betrachtet man allein diese Ereignisse im Werk Davidsons, das im Übrigen von Nina Spier vorgetragen wird, erscheinen weder die Themen noch die Probleme Betsys sich groß von den humanen zu unterscheiden. Was soll ich anziehen, wie alles zeitlich organisieren? Auch die einzelnen Phasen, eine Art Streit zwischen Partnern, das Thema Eifersucht, Organisationsprobleme sind bei uns genauso gegeben. Vielleicht ist gerade deshalb Betsys Verhalten so verständlich und die dritte Episode so authentisch wie keine zuvor.

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Moritz Matthies – Ausgefressen

Benjamin Jendro

5.Juli
2012

Manche Geschichten sind einfach zu gut, um nicht erzählt zu werden. Ganz sicher hat sich Autor Moritz Matthies dies auch gedacht und sich einfach einmal an ein Gedankenexperiment herangewagt, welches eigentlich viel zu banal klingt, um wahr zu sein. Dass Tiere sprechen können, scheint uns im Regelfall fragwürdig und dennoch findet diese Thematik Eingang in die unterschiedlichsten Filmproduktionen. Bei Matthies´ „Ausgefressen“ können sie nicht nur das, sie sind zudem in der Lage, Kriminalfälle zu lösen. Erklärt wird dies von Hauptprotagonist Ray ganz einfach. Schon in der genetischen Ausrichtung sei es Erdmännchen einfach in die Wiege gelegt, zu schnüffeln, zu observieren und Spuren zu lesen.

So abstrus es klingt, so lustig kommt es durch die Stimme von Comedian Christoph-Maria Herbst durch die Lautsprecher. Im Berliner Zoo fühlen sich die Erdmännchen längst nicht mehr ausgelastet, gar unterfordert seien sie und genervt von den täglichen Strapazen, die Schaulustige mit ihren Kamerablitzen so mit sich bringen. Ray und Co. haben sich deshalb eine neue Beschäftigungstherapie verordnet – sie wollen dabei helfen, eine vermisste Person wiederzufinden. Dass es im Rudel momentan um einen Konkurrenzkampf in Bezug auf den Posten des nächsten Clanchefs geht, spielt dabei eine amüsante Nebenrolle. Eine menschliche Komponente gibt es im Werk auch noch, wobei Privatdetektiv Phil nach einen paar Schlücken aus seinem Flachmann selbst zum Teil des Rudels wird.

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Henning Mankell – Der Chinese

Benjamin Jendro

3.Juli
2012

Alter Schwede – selbst am skandinavischen Autor Mankell scheint das Phänomen Globalisierung nicht vorbei zu gehen. Konnte er sich in seinen Romanen rund um die eigenwillige Ermittlungsart des Kommissars Kurt Wallander noch dagegen wehren und die Szenerie in die Grenzen Schwedens eindämmen, wirken diese beim Thriller „Der Chinese“ wie weggeblasen. Ohne Frage hat Mankell mit der von ihm ausgelösten Pensionierung seiner Galionsfigur Wallander einen Schritt in eine andere Richtung gesetzt. Wo genau er damit angekommen ist, lässt sich so ohne Weiteres nicht genau definieren, denn die gewohnte Szenerie in Ystad oder Schonen hat sich in eine Art ganze Welt transformiert.

Zwar wirkt der Ausgangspunkt im kleinen und überschaubaren Dorf Hudiksvall noch recht typisch für den Autor, schnell wird der Hörer aber eines Besseren belehrt. Die Polizei findet 19 Leichen und ein rotes Seidenband am Tatort vor, ist aber vollkommen orientierungslos. Erst als Richterin Roslin, deren Adoptiveltern zu den Opfern zählen, eins und eins zusammenzählt, scheint sich das Blatt in Richtung Täter zu wenden. Um diesen ausfindig zu machen schicken uns Mankell und Sprecher Milberg in die USA, nach Afrika und China. Ohne so richtig zu wissen, warum letztendlich alles so passiert ist, gelangen wir zurück in des Autors Heimat und sind umso verblüffter von den Dingen, die er uns auf über acht Stunden erzählt hat.

 

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