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Will Adams – Die Jagd am Nil

Benjamin Jendro

25.September
2012

Adams - Die Jagd am NilMysterythriller mit einem historischen Backround haben schon immer mein Interesse herausgekitzelt. In meinem Bücherregal finden sich zahlreiche verschiedene Werke des Genres und auch die Audio-Sammlung ist zuletzt auf einen beachtlichen Bestand gewachsen. In den meisten Fällen handelt es sich um die Mysterien der katholischen Kirche, welche im 21. Jahrhundert durch das Auftauchen eines verborgenen Dokuments oder Gegenstandes neu in den Fokus gerückt werden. Im aktuellen Werk von Will Adams, „Die Drachenflotte“, geht es zur Abwechslung mal um ein chinesisches Schatzschiff aus der Renaissance. Um mich auf das Stück vorzubereiten und mir die Abenteuer des Archäologen Daniel Knox zurück in die Erinnerung zu rufen, habe ich noch einmal den Zeilen von „Die Jagd am Nil“ gelauscht.

Auf den Spuren der ägyptischen Geschichte

Von der ägyptischen Geschichte geht eine immense Anziehungskraft aus. Jedes Jahr pilgern Millionen nach Gizeh, um sich die Pyramiden anzusehen, beim Tal der Könige sind es nicht gerade weniger und selbst der Tempel von Hatschepsut ist täglich gut besucht. Dass sich der Ägyptenfan Will Adams diese Szenerie für sein zweites Werk ausgesucht hat, scheint so nicht ganz unbegründet. Der Erfolg gibt ihm in jedem Fall Recht. Daniel Knox, seinerseits Archäologe und bekannt durch seine Entdeckung des Grabes von Alexander dem Großen („Das Gottesgrab“), gilt als einer der absoluten Experten für altertümliche Geschichte. Nachdem sein Freund auf der Suche nach einem Geheimnis ermordet wird, gerät Daniel ins Visier der Fahnder. Um die eigene Haut zu retten, muss er ein Mysterium aufklären, an dem auch jede Menge Übeltäter interessiert sind.

Spannung, Liebe und jede Menge Action

Auf seiner Flucht wird Knox, der ein wenig an Indiana Jones erinnert, mit interessanten Rätseln konfrontiert. Diese drehen sich um das Schicksal von Echnaton, einem Aushängeschild der Geschichte. Dieser habe versucht, in seinem Reich eine andere Religion, die stark an das spätere Christentum erinnert, zu verbreiten. Zündstoff ist damit vorprogrammiert. Die Spannung wird durch Sprecher Johannes Steck perfekt aufrechterhalten und durch mehrere actiongeladene Auseinadersetzungen mit den Widersachern verstärkt. Im Hintergrund läuft auch noch ein Nebenstrang rund um das Schicksal der Kryptologin Gaille, die letztlich zur einzigen Hilfe für Knox mutiert. Zu empfehlen ist dieses Thrillerspektakel auf jeden Fall. Genau genommen macht es Lust auf mehr Hörabenteuer von Will Adams, vielleicht ist ja auch bald „Die Drachenflotte“ dran.

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Reinhold Messner - EverestManche Menschen verbindet man mit den Sachen, die sie machen. Wir verbinden sie nur damit, schauen bei der Betrachtung der Tätigkeit letztlich nur auf sie und schaffen es gar nicht so recht, das Bild aus dem Gedächtnis zu verbannen. Bergsteiger Reinhold Messner ist für mich so ein Fall. Da er heute auch noch 68 Jahre alt wird, lohnt es sich gleich noch einmal, ihn in den Fokus zu rücken. So kann man sich ruhig einmal zurücklehnen und seinem Bericht von der Besteigung des Mount Everest lauschen. Ein Abenteuer ist „Everest – Himmel, Hölle, Himalaya“ allemal, selbst wenn man die Expedition nicht persönlich miterlebt hat.

Ohne Sauerstoff in schwindelerregender Höhe

Während sich die Großzahl der Normalsterblichen schon in ein paar Metern Höhe ein wenig fehl am Platz vorkommt und einige sogar schon bei Normalnull ein Sauerstoffzelt benötigen, verzichtete Messner bei der Erklimmung der berühmten 8000er komplett auf die Nutzung von zusätzlichem Sauerstoff. Dass dies enorme Gesundheitsrisiken mit sich bringen kann, war ihm durchaus bewusst. So berichtet er im Hörbuch, das er selbst eingesprochen hat, auch von all jenen Phasen, in denen die Luft im wahrsten Sinn des Wortes eng wurde. Es war das Jahr 1978, in dem Messner den Aufstieg wagte und so in die Geschichte einging. Es ist das Jahr 2012, in welchem, wir dies nacherleben dürfen.

Man folgt dem Abenteuer Stück für Stück

Während man an einigen Stellen einen Einblick davon bekommt, wie die ersten Versuche den Everest zu bezwingen aussahen und Messner über die Legende des Yeti sprechen hören, sind es vor allem die persönlichen Erfahrungen, die Aufmerksamkeit verdienen. Dafür sorgen die lebhaft gesprochenen Zeilen, die uns der Bergsteiger von seiner Expedition übermittelt. Das wirkt so authentisch, dass man annehmen kann, er habe den Aufstieg selbst noch einmal vor Augen erlebt und möchte die dabei entstandenen Gefühle direkt an den Zuhörer übermitteln. So kann man sogar die Todesangst spüren, die Messner bei 8000m Höhe empfand und das Glücksgefühl beim Erblicken des Gipfels.

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Lucinda Riley – Das Mädchen auf den Klippen

Benjamin Jendro

11.September
2012

Riley - Das Mädchen auf den KlippenWas denken Sie ist die beste Möglichkeit, um besonders einfühlsame Familiengeschichten zu schreiben? Sollte man selbst Teil einer großen Familie sein, in der täglich neue Ereignisse passieren oder eher das ein oder andere schwere Schicksal verarbeiten müssen. Ausschließen tut sich beides ohnehin in den seltensten Fällen, denn Rückschläge, egal welcher Natur, wiederfahren jedem von uns. Ist die Zahl der Angehörigen höher, ist es auch die Wahrscheinlichkeit, eben solch Sonderbares zu erleben. Ob Autorin Lucinda Riley letztlich bei einem ihrer Spaziergänge in der irischen Heimat auf ein Mädchen gestoßen ist, das verwaist an einer Klippe saß, entzieht sich mir jeder Kenntnis. Dennoch aber ist ihr Werk „Das Mädchen auf den Klippen“ sehr authentisch und demnach einfühlsam und bewegend geschrieben.

Bei emotionalen Büchern ist die eigene Geschichte nicht auszublenden

Durchaus realistisch wäre eine solche Begegnung auf jeden Fall. Schließlich hat sich die Autorin Riley bisher stets daran gehalten, ihre individuellen Erfahrungen verstärkt in ihre Werke einfließen zu lassen. Ihr Welterfolg „Das Orchideenhaus“ erzählt die Geschichte einer thailändischen Familie. Unweigerlich auffallend wirken da ihre zahlreichen Reisen während der Kindheit in eben jene Region, was der Arbeit des Vaters geschuldet war. Auch in der Szenerie ihres neuen Werkes kennt sie sich bestens aus und kann so aus erster Hand die Landschaft um das Geschehen beschreiben.

Ein fremdes Mädchen zur Erklärung der eigenen Wurzeln

Heimatverbunden wie sie ist, schickt Riley ihre Akteurin Grania zurück in die irische Heimat. Mit Herzschmerz gesegnet verlässt die Bildhauerin ihre Wahlresidenz in New York, um sich wieder dem Wesentlichen zu widmen. Bei einem Spaziergang entdeckt sie ein kleines, nur mit einem Nachthemd bekleidetes, Mädchen. Grania bringt die Kleine zurück zu ihrem Vater, der ihr ein Angebot macht, das sie nicht ablehnen kann. Aus Mitgefühl erklärt sie sich bereit, auf das Mädchen aufzupassen, während sich der Vater auf einer Reise befindet. Damit baut sie zugleich eine Brücke zu ihrer eigenen Vergangenheit, die schon bald aufgeschlüsselt wird. Womöglich werden dabei auch Parallelen zur Lebensgeschichte der Autorin gezogen.

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Shades of Grey Bd. 2 Gefährliche LiebeEine Fortsetzung zu schreiben, ist ganz sicherlich keine einfache Sache. Man muss sich an das bisher Geschriebene halten und sich mit dem Erfolg des vergangenen Werkes messen. Es bietet sich aber auch die Chance, wahre Fans an einen zu binden, die sich dann auch die folgenden Werke kaufen. Die Verbindung, die man beispielsweise zu einem Hauptprotagonisten aufbaut, kann in vielen Fällen viel wichtiger sein als die Qualität des Textinhaltes. Beim zweiten Band von E. L. James´ skandalöser Reihe musste es die Autorin ebenfalls schaffen, in die eigens getätigten, gigantischen Fußstapfen zu treten. Zum Erfolg von „Shades of Grey Bd. 2 Gefährliche Liebe“ verhalfen ihr unter Garantie auch die Charaktere des Christian Grey und seiner Liebschaft Ana Steele.

Bekannte Motive, neue Probleme

Schon vorab war klar, worum es in diesem zweiten Band geht. Es ist das Thema Sex und die Elemente heißen prickelnde Erotik und das unbegrenzte Ausleben der eigenen Fantasien. Beim zweiten Teil wird der Unterschied zwischen Hörbuch und Buchform noch deutlicher. Zu gravierend ist einfach die Qualität, in der die Geschichte bei einem ankommt. Da die Inhalte sich letztlich nicht groß verändert haben und sich das Paar nun nicht nur intern mit den eigenen Wünschen auseinandersetzen muss, sondern auch in der Öffentlichkeit damit klarzukommen hat, lebt die Story vom Mitgefühl des Lesers oder auch Hörers. Dieser bekommt bei den Stimmen von Sonja Hauser und Andrea Brandl mehr Emotionen überliefert als es das Buch fertigbringen könnte.

Ex-Freundin, aufdringlicher Chef und eigenartige Paar-Kombinationen

Nachdem es Ana alles ein wenig zu viel geworden ist, entscheidet sie sich dazu, Christian zu verlassen. Zumindest kurzzeitig bleiben wir damit ein wenig verwirrt zurück. Schließlich geht es hier ja um die beiden Hauptprotagonisten. Wenig später merkt sie, dass es ohne ihn nicht geht. Fortan müssen sich die Beiden den Tücken des Alltags stellen. Ana wird von ihrem Chef angefasst und darf endlich einmal eigene Stärke zeigen, Christian wird von der Ex-Freundin belästigt. Auch seine Mutter lässt den Liebenden keinerlei Ruhe, ein folgenschwerer Unfall ohnehin nicht. Ein wenig zu weit hat es Miss James meines Erachtens bei den Nebenfiguren getrieben. Christians Bruder ist mit Anas bester Freundin zusammen, seine Schwester neuerdings mit dem Bruder dieser besten Freundin. Zur sehr eng vernetzten Personenkonstellation gesellen sich einmal mehr die lüsternen Fantasien. Spekulationen über zukünftige Kinder und eine Hochzeit wirken bei alldem irgendwie unglaubwürdig.

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