...entführen dich in eine andere Welt

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Adler-Olsen - Das Washington-DekretMit Überwachung und Sicherheitsbeschränkungen ist es eine bekanntlich sehr ambivalente Sache. Zum einen fürchten wir uns vor Terroranschlägen, die aus dem Nichts heraus alles zerstören können, was uns wichtig ist. Gleichzeitig aber wollen wir Privatsphäre und beschweren uns darüber, dass wir unsere Zahnpasta beim Urlaubsflug in einem Zipp-Beutel verstauen müssen. Ohne Frage gibt es sinnvolle Maßnahmen und welche, die man getrost als diskussionswürdig deklarieren könnte. Jussi Adler-Olsen, der Entdecker des legendären Ermittlers Carl Mørck, hat sich bereits 2006 dieser Thematik gewidmet und ein Szenario geschaffen, das doch durchaus ein bisschen an „Der Staatsfeind Nummer 1“ erinnert. Im gewissen Sinne geht „Das Washington-Dekret“ sogar noch einen Tick weiter.

Zweimal ist dann doch ein Mal zu viel

Gerade erst wurde Bruce Jansen zum Präsident der Vereinigten Staaten gewählt. Gemeinsam mit seinen engsten Verbündeten will er in einem Luxushotel den Triumph feiern. Die Nacht, die karrieremäßig die bedeutendste seines Lebens ist, wird privat gesehen zu einer der dunkelsten. Seine hochschwangere Frau wird von einem Hotelangestellten erschossen. Wer nun denkt, dass dieser schwere Schicksalsschlag Jansen umwirft, mag zunächst Recht haben, wird aber schon bald eines Besseren belehrt. Der Präsident, der bereits vor 16 Jahren eine Ehefrau bei einem Raubüberfall verloren hat, bündelt seine Energie und erlässt, kaum vereidigt, sonderbare Gesetzesentscheidungen, die als Dekrete bzw. Executive Orders bezeichnet werden. Diese beinhalten verschärfte Überwachung, eingeschränkte Presse- und Meinungsfreiheit, engere Waffengesetze und die Rückbeorderung sämtlicher im Ausland stationierter Soldaten. Kurzum – Jansen stellt das gesamte System der USA auf den Kopf und versetzt das mächtigste Land des Erdballs in einen Ausnahmezustand.

Fragwürdige Szenarien

Als Jansen vor 16 Jahren den bereits benannten Schicksalsschlag hinnehmen musste, befand er sich mit den Gewinnern einer Quizshow in China. Die damals drittplatzierte Dorothy Rogers war da erst 14 Jahre alt. Seitdem ist sie dem heutigen Präsidenten freundschaftlich verbunden, hat sich sogar seinem Wahlkampfteam angeschlossen. Sie leidet mit dem Witwer, aber auch mit einer von ihm gehassten Person. Ihr Vater ist Bud Curtis, der wiederum das Hotel besitzt, in dem Jansens Frau niedergeschossen wurde. Der Attentäter selbst wurde an Ort und Stelle getötet. Curtis muss sich nun für die Tat verantworten und bekommt ziemlich schnell die Todesstrafe aufgebrummt. Auch wenn Dorothys Verhältnis zu ihrem Vater nie gut war, entschließt sie sich, für die Gerechtigkeit einzutreten. Das ist nur leider in einem Staat, der sich vom einen auf den anderen Tag vollkommen verändert hat, schwer zu realisieren. Zumal es bei der 677-minütigen Hörbuchfassung, die von Wolfram Koch gesprochen wird, zu jeder Zeit durchdringt, dass sich noch einiges mehr hinter der Geschichte um Jansen verbirgt.

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Die Geissens – Von nix kommt nix

Benjamin Jendro

23.Mai
2013

Geissens - Von nix kommt nixSie wurden belächelt wie kaum ein anderes Paar in Deutschland. Man machte sich über dieses Pärchen lustig und belächelte ihre zugegeben nicht immer ganz logisch konstruierten Dialoge. Nichtsdestotrotz aber fixierte sich eine äußerst hohe Resonanz an den Namen Geiss. Nicht zuletzt lag das an der Fernsehserie, die das Leben der Geissens nun schon seit ein paar Jahren an die Gesellschaft trägt. An Carmen und Robert scheiden sich die Geister, manche lästern, andere sind begeistert von ihrem Erfolg. Wieder andere schauen sich ihre Urlaubsreisen an, weil diese einfach eine richtig gute Unterhaltung darstellen. Das gilt im Übrigen auch für ihr 240-Seiten-Werk „Von nix kommt nix“, das die Autoren auch gleich noch persönlich eingesprochen haben.

Eine echte Erfolgsstory

Das Problem bei Büchern von Prominenten liegt immer darin, dass viele von ihnen aus rein kommerziellem Gedanken schreiben. Sie profitieren vom Hype um ihren Namen, der eben bekannt ist. In Sachen Inhalt bekommt der Leser oder auch der Zuhörer dann aber nur selten etwas Gutes geboten. Bei den Geissens sieht die Sache zur Überraschung ganz anders aus und das, obwohl man es in ihrem Fall am wenigstens gedacht hätte. Anders als man es erwarten konnte, ist das kein hohles Herumgedudel oder bloßes Sprücheklopfen von Robert. Nein ganz dem Titel nach erzählen die Beiden, wie sie dahin gekommen sind, wo sie heute stehen, nämlich durch harte Arbeit.

Man erfährt auch etwas über die Geissens als Menschen

Natürlich hat der Medienrummel den Geissens in Sachen Bekanntheitsgrad ordentlich unter die Arme gegriffen. Man sollte aber nicht vergessen, dass Robert einst als wahrer Workaholic eine heute nicht ganz unbekannte Modelinie zu dem gemacht hat, was sie ist. Der Mann hat ernsthaft einmal für den Luxus, den er heute besitzt, ackern müssen. An den eigenen Erfahrungen lässt er den Zuhörer teilhaben. So bekommen wir einzelne Tipps, wie wir es selbst weit bringen, Geld verdienen und es mehren können. Dass man obendrauf auch noch erfährt, wie Carmen und er zueinander gefunden haben und warum ihre Ehe trotz einzelner Differenzen so beständig ist, macht das Paket noch einen Tick sympathischer.

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Dan Brown – Inferno

Benjamin Jendro

14.Mai
2013

Dan Brown - InfernoDreieinhalb Jahre mussten sich die Fans von Dan Brown gedulden, ehe er im Mai 2013 nun endlich auf die literarische Bühne zurückkehrt. In „Inferno“ schickt er seinen Hauptprotagonisten Robert Langdon in die Renaissance-Metropole Florenz. In dieser war einst auch Dante Alighieri heimisch, dessen „La Divina Commedia“ Brown als Grundlage für die nunmehr vierte Episode des Harvard-Professors für Symbologie nutzt. Allein der Titel gibt eine Auskunft darüber, benannte Dante den ersten Abschnitt seines Meisterwerkes doch auch als Inferno bzw. als Hölle, die sein unbenannter Protagonist durchlaufen musste, ehe er seine Reise auf dem Läuterungsberg und schließlich im Paradies fortsetzen konnte.

Ein Verwirrter wird gejagt und auch Langdon wird verfolgt

Schon Monate vorher durften Fans sich einmal genau ansehen, was sie in „Inferno“ erwartet, so gab es den Prolog und das erste Kapitel gleich einmal als kostenlose eBook-Leseprobe nach Hause geliefert. In dieser folgen wir einem Unbekannten auf seiner Flucht durch Florenz. Unter anderem ist die Rede von Satan, abtrünnigen Seelen und großen Gelehrten früherer Tage. Auch Langdon selbst befindet sich in Gefahr. Ahnungslos erwacht er in einem Krankenbett rund 6000 Kilometer von seinem Campus entfernt. Wie er dahin gekommen ist, weiß er nicht. Auch die Ärzte wirken etwas mysteriös. Von der Frau, die zu seinem Fenster hinaufblickt und mal eben ihre Waffe entsichert, möchte man noch gar nicht reden.

Spannung ohne Ende garantiert Bestsellerstatus

Schon jetzt hat sich Dan Browns neuer Thriller wieder an die Spitze der Bestsellerlisten geschoben. Man spekuliert über Rekordverkaufszahlen, womöglich werden auch die 81 Millionen Hardcover-Ausgaben von „Sakrileg“ übertroffen. Dieses wiederum bescherte dem Meister des Mysterythrillers den großen internationalen Durchbruch. Auch das vorher veröffentlichte „Illuminati“ und das letzte Werk, „Das verlorene Symbol“ wurden millionenfach gelesen. Dass die Spannung des Werkes besonders in Hörbuchform in die Nervenbahnen dringt, ist auch kein Geheimnis. Dementsprechend lädt auch die von Wolfgang Pampel gelesene Sieben-Stunden-Hörbuchfassung zum spannenden Thrillerabenteuer auf der Couch ein.

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Heldt - Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnnen!Dora Heldt ist ohne Frage eine der erfolgreichsten Autorinnen, die sich in den letzten Jahren an die Spitze der Bestsellerlisten geschoben haben. Ihre Werke um Menschen, die sich auch im Bekanntenkreis oder gar in der eigenen Familie jedes einzelnen Lesers wiederfinden könnten, treffen den Tonus der Leserschaft. Auch mit ihrem neuen Werk ist sie wieder einmal in der oberen Liga der meistverkauften Stücke angekommen. Dabei hat sie es dieses Mal mit ein bisschen weniger Herzschmerz und innerer Befindlichkeit versucht und stattdessen eine Geschichte geschaffen, die durchaus einen gewissen gesellschaftlichen Gehalt mit sich bringt. „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!“ ist eine erfrischende Mixtur aus Unterhaltung und Sozialkritik, die 220-minütige Hörbuchfassung geht herunter wie Butter.

Zwei Rentner auf einem Abzocktrip

Von Charlotte, Inge und Christine, die sonst fest zum Repertoire in der Familienbüchern der Dora Heldt gehören, erfährt der Zuhörer dieses Mal eher weniger. Zentraler sind die beiden, ebenfalls aus den Papa-Büchern bereits bekannten, Rentner Heinz und Walter. Letzterer hat in einem Gewinnspiel eine luxuriöse Reise ergattert und dank eines Tricks gelingt es ihm, den neidischen Heinz gleich mit in den Reisebus zu bringen. In diesem sollten eigentlich nur exklusive Gäste sitzen. Von Beginn an ist klar, dass die versprochene Gesellschaft sich als alles andere als exklusiv charakterisiert. Nur Finchen, in etwa im Alter der zwei, und ihre Nichte Johanna scheinen ein Lichtblick.

Heikle Immobilienversprechungen

Während Finchen die Reise mit dem Plan angetreten ist, ihre Begleiterin wieder mit dem Ehemann zu versöhnen, will Radiojournalistin Johanna hinter die betrügerische Abzocke der Kaffeefahrt gelangen. In der Tat geben auch die Unterkunft, die ein heruntergekommenes Landgut anstatt eines Luxusdomizils für die Gäste bereithält und die Versorgung während der Fahrt bereits erste Aufschlüsse. Wiener auf Papptellern anstatt Kaviar und Co. Selbst für die Getränke sollen die Reisenden plötzlich bezahlen. Auf einmal ist dann auch von einer Ferienanlage die Rede, die bei hohen Investitionen lukrative Renditen verspricht. Als wäre das nicht schon des Guten zu viel, macht die Reisegruppe auch noch einen mysteriösen Leichenfund.

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