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Umberto Eco – Der Friedhof in Prag

Benjamin Jendro

27.Mai
2014

Eco - Der Friedhof in PragEr ist der Meister der verschlüsselten Literatur, denn niemand schafft es, den Leser oder Zuhörer mit seinen Schriften so zu verwirren, dass er oder sie komplett die Übersicht verliert. Der Italiener Umberto Eco hat dies sowohl in „Der Name der Rose“ als auch „Das Foucaultsche Pendel“ mit Bravour erreicht. Profitieren kann der Verschleierungsexperte vor allem davon, dass er im Bereich Verschwörungstheorien, Geheimbünde und Co. enormes Wissen angehäuft hat und so sämtliche Gruppierungen mit großer Authentizität in seine Geschichten einfließen lassen kann. Das ist ihm auch bei „Der Friedhof in Prag“ gelungen. Vom Stück sollte man sich keinesfalls abwenden, weil man mal kurz den Überblick verloren hat. Das gehört zum Programm Ecos dazu.

Der Friedhof in Prag ist Ausgangspunkt des Ganzen

Alle Werke Ecos beweisen, welch ausgebildetes Spektrum an historischer Fachkompetenz ihn zu seinen Schriften führt. Die fast 1000 Minuten lange Hörbuchfassung von „Der Friedhof von Prag“ beginnt im späten 19. Jahrhundert. Dort erwacht der Italiener Simonini in Paris, ohne sich an die Geschehnisse der vergangenen Tage zurückerinnern zu können. Um sich diese wieder ins Gedächtnis zu rufen, beginnt er Tagebuch zu schreiben und entgleitet dadurch in Richtung weit zurückliegender Vergangenheit. Interessanterweise kommentiert ein Unbekannter Simoninis Einträge während dessen Ruhephasen und entlarvt ihn als einen Fälscher, der eine bedeutende historische Rolle einnimmt und ihn in einen Zusammenhang bringt, in dem „Der Friedhof von Prag“ einen wichtigen Ort darstellt.

Der Friedhof in Prag zwischen Schein und Realität

Der Unbekannte, der Simoninis Tagebuch nutzt, um eigene Zeichen zu hinterlassen, trägt den Namen Dalla Piccola. Eigentlich sollte dieser sich in der Pariser Kanalisation befinden, wo ihn Simonini einst abgelegt hat. Was das Ganze so brisant macht, ist die Tatsache, dass der schreibende Abbe Dalla Piccola keine rekonstruierenden Antworten hinsichtlich der Ereignisse gibt, sondern selbst nach etwas auf der Suche ist. Folgt man der mehr oder weniger gemeinsamen Suche, entdeckt man, worum es in „Der Friedhof von Prag“ wirklich geht. Thematisiert wird eine zunächst ungefährliche Verschwörung, die schon bald ein immenses Ausmaß nimmt und die Historie markant ins Wanken bringt.

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William Shakespeare – Hamlet

Benjamin Jendro

20.Mai
2014

Shakespeare - HamletSein oder Nichtsein? – Das ist die Frage, die sich „Hamlet“, Prinz von Dänemark, stellen muss. Ohnehin scheint etwas in seinem Staate faul zu sein. Der Zuhörer von Shakespeares großem Werk, das für mich persönlich sein größtes überhaupt darstellt, erfährt recht schnell, was so alles falsch läuft. Der Prinz selbst aber steckt in einem perfiden Spiel voller Lug und Trug fest, ohne so richtig zu wissen, wer hier wen hinters Licht führt und ob die Geister, die zu ihm sprechen, Realität sind. Shakespeares „Hamlet ist sicherlich eine der tragischsten Figuren der Literaturgeschichte.

Hamlet – Eine Geschichte voller Macht, Liebe und Wahnsinn

Anlässlich Shakespeares 450. Jahrestag kam es zu einer Reihe neuer Hörbücher, die dem Meister des eindrucksvollen Schauspieles das Denkmal weiter in Zement gießen. „Hamlet“, das von Wolfgang Reichmann, Christiane Hörbiger und Christoph Bantzer eingesprochen wurde, ist eines der herausragenden Exemplare. Die 95 Minuten, in denen die einzelnen Akte mit viel Emotion an die Ohren des Zuhörers dringen, empfehlen sich für jeden, der die Geschichte des dänischen Prinzen, der Vater und Verstand verloren hat und am Ende erkennen muss, dass seine Liebsten dafür verantwortlich sind, mal in einem anderen Format vermittelt bekommen möchte. Liebe, Macht und Wahnsinn heißen die zentralen Gewürze, die alle Schauspiele Shakespeares so unterhaltsam machen und die natürlich auch festes Inventar bei „Hamlet“ sind.

Hamlet – Ein Getäuschter?

Es ist Claudius, der Bruder des ermordeten Herrschers und Hamlets Onkel, der anschließend die Krone an sich reißt und Witwe Gertrude erneut auf den Königinnenstuhl transferiert. Da dabei unlautere Mittel ergriffen werden, bewegt Hamlet zu einem Rachedurst, der in Wahnsinn kulminiert und alle Beteiligten ins Unglück stürzt. Für sein Stück orientierte sich Shakespeare an einer mittelalterlichen Erzählung aus dem Norden. 1602 erschien „Hamlet“ erstmals auf der Bühne, 1604 ging das Werk autorisiert in den Druck, schon in den 1590ern entstand der Ur-Hamlet. Niemand konnte ahnen, welche Geschichte Shakespeares Erzählung einmal nimmt. Sein Wert für uns heute ist aber definitiv unschätzbar hoch.

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Camilleri - Das Netz der großen FischeNiemand auf der Welt braucht sich mehr einreden, dass Szenarien wie sie von Hollywood auf der gleichnamigen literarischen Grundlage von Mario Puzo dargestellt wurden, keinen Funken Reales in sich tragen. Genau betrachtet ist „Der Pate“ sogar noch eine Beschönigung dessen, was die reale Welt durchzieht. Das enge Netzwerk, mit welchem die Mafia das gesellschaftlich-globale Leben beeinflusst und kontrolliert, ist gar noch um einiges engmaschiger und gefährlicher. Nicht zuletzt hat der Ottonormalverbraucher das durch Enthüllungsjounalisten wie Saviano vor Augen geführt bekommen. Andrea Camilleri macht dies auf eine andere Art. Er schreibt keine enthüllenden Reportagen, sondern offenbart das Treiben der sizilianischen Cosa Nostra in Romanen, die unkommentiertes Geschehen verdeutlichen. Das gilt auch für „Das Netz der großen Fische“.

Das Netz der großen Fische – Sinngemäßer Titel für das Wirken der Mafia

Camilleri, der selbst in Sizilien auf die Welt gekommen ist und so seit den Kindheitsjahren mit dem alltäglichen Geschäft der Mafia in Kontakt steht, hat seinen Titel wie so oft nicht ganz zufällig gewählt. Wenn man in den Gassen seines Geburtsortes, dem kleinen Fischerdorf Porto Empedocle herumläuft, spürt man das selbstverständlich nicht. Ohnehin wird kaum ein Sizilientourist mit den Machenschaften in Kontakt kommen. Wer dort lebt, hat dies aber bereits verinnerlicht und meist auch akzeptiert. Das Unterwandern sämtlicher Institutionen gehört zum Geschäft dazu. Das erkennt auch Michele Caruso, Programmdirektor von RAI in Palermo. Dieser muss sich nach dem Mord an der Tochter eines hochrangigen Politikers ganz genau überlegen, was er wie in den Nachrichten darlegt.

Politik, Justiz und Medien

Es ist ein Wechselspiel, was die rund vier Stunden Hörbuch „Das Netz der großen Fische“ charakterisiert. Ein Wechselspiel zwischen Justiz, Politik und Medienwelt. Die einzelnen Protagonisten schieben sich den Spielball stetig zu, lassen aber zu keiner Zeit erkennen, in welchem Team sie spielen. Jeder Schritt ist vorher genau abgewogen, jedes Manöver eiskalt kalkuliert. Während der eine seinen Stuhl räumen muss, nimmt einer andere ihn ein. Scheinbar Unbeteiligte müssen mit dem Leben bezahlen und der Hauptverdächtige, der irgendwie komplett passiv bleibt, kommt ungeschadet raus. Viel Verwirrung summiert sich zu einem unetrhaltsamen Mafia-Kriminalroman, in welchem selbst Caruso keinen kühlen Kopf bewahrt und irgendwann auch erkennen muss, dass der Hase anders läuft als er es gedacht hat.

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Die drei ??? – GPS-Gangster

Benjamin Jendro

6.Mai
2014

Die drei ??? - GPS-GangsterEndlich ist es soweit – Die drei Fragezeichen kehren zurück und präsentieren sich in ihrem mittlerweile 168. Abenteuer so modern wie nie zuvor. Die Erfolgsgeschichte von Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews kann sich wirklich sehen lassen. 1968 erschien der erste Kriminalfall um das legendäre Dreigestirn. 25 Jahre später wurde die Serie in den USA zwar eingestellt. Hier in Deutschland aber hat sie auch danach noch große Wellen geschlagen. Fast 50 Millionen Tonträger wurden bisher verkauft. Klar, dass das Interesse an „Die drei ??? – GPS-Gangster“ da bereits vorab gigantisch groß war. In der Tat wurden die Fans, die in vielen Fällen bereits seit Jahrzehnten die Treue halten, nicht enttäuscht, denn Episode 168 kann sich sehen lassen.

Die drei ??? – GPS-Gangster: Modernes Element Geocaching

Handys und das gern genutzte Internet zählen seit geraumer Zeit natürlich auch zum Inventar des Detektiv-Trios. Derart modern wie in „Die drei ??? – GPS-Gangster“ hat man Justus, Peter und Bob aber bisher nicht gesehen. Das Team gewinnt in der Nähe der Heimat Rocky Beach einen angesehenen Geocaching-Wettbewerb. Das an sich dürfte für alle Hörer der drei Fragezeichen keine allzu große Überraschung sein. Dass ihnen dies in Rekordzeit gelang, ist dann aber schon mehr als eine Fußnote wert. Das bringt Deborah Rodman, die Veranstalterin des Wettstreits, auf die Idee, „Die drei ???“ mit einem Fall zu betrauen, der die Geocaching-Gemeinde und auch die Polizei seit einiger Zeit dumm dastehen lässt.

Die drei ??? – GPS-Gangster: Ein Verbrecher nutzt Koordinaten

Captain Skull heißt der mysteriöse Gangster, der Kunstgegenstände raubt und die Polizei vor ein großes Rätsel stellt. Er gibt ihnen die Chance, die Beute sicherzustellen. Dafür hinterlässt er eine tickende Uhr und Koordinaten. Allerdings sind die Angaben so verschlüsselt, dass es den Behörden bisher nur einmal gelang, das Versteck rechtzeitig zu entlarven. Das wirft auch ein dunkles Licht auf die Geocaching-Gemeinde. Inspektor Cotta ist zwar wie gewohnt nicht davon überzeugt, dass „Die drei ???“ kompletten Zugang zur Akte von Captain Skull bekommen sollen. Wieder einmal scheint es aber nur Justus, Peter und Bob möglich, den Verbrecher zu überführen.

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