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Elisabeth Herrmann – Schattengrund

Benjamin Jendro

24.Juni
2014

Herrmann - SchattengrundViele Frauen gibt es nicht, die wirklich interessante und gut konzipierte Psychothriller zu Papier bringen. Beim Genre handelt es sich deutlich um eine von Männern dominierte Domäne. Dabei müssen die Damen de Zunft das Kräftemessen der Psychothriller-Autoren gar nicht scheuen, denn einige von ihnen schaffen es, selbst das geübte Thriller-Publikum noch aus den Angeln zu reißen. Elisabeth Herrmann ist so eine dieser deutschen Vorzeigeautorinnen dieser Literatursparte. Verantwortlich für diese Anerkennung ist hauptsächlich ihr Werk „Schattengrund“, das in der 450-minütigen Hörbuchfassung von Laura Maire gesprochen wird. Das Werk wurde nicht umsonst mit dem Deutschen Hörbuchpreis für die Beste Interpretin geehrt, denn die Darbietung von Maire bringt alle eiskalten Facetten des Plots äußert authentisch wieder.

Schattengrund als Erbschaft unerwünscht

Jeder, zumindest die meisten Menschen, würde ein Angebot dieser Kategorie niemals ausschlagen. Die 17-jährige Nicola soll ein Haus erben. Gut, dieses hat ein paar Jahre gesehen, liegt etwas abgelegen in einem Ort, der jetzt nicht gerade eine Weltmetropole ist. Nichtsdestotrotz aber handelt es sich hier um eine Immobilie, was in unserer wirtschaftsorientierten Welt nicht gerade wenig ist. Demnach reagiert Nicola mit großem Unverständnis auf das Handeln ihrer Eltern, die als Vormund das Erbe für sie ausschlagen. Dem Teenager passt das wenig, so macht man sich auf nach „Schattengrund“, um nachzusehen, was man ihr da vorenthalten möchte.

Im Schattengrund tummeln sich die Erinnerungen

Schon bald, nachdem Nicola den Weg nach „Schattengrund“ auf sich genommen hat, bereut sie diesen Schritt. Es wäre ein Leichtes, wenn vor Ort nur alte, knarrende Treppenstufen und staubige Dachböden warten würden. Mit den Erinnerungen an Fili aber wird sie von etwas heimgeholt, das längst in die tiefsten Schubladen und dort ganz hinter verstaut wurde. Fili war einst ihre beste Freundin, eine echte Seelenverwandte, die einem grausamen Verbrechen zum Opfer fiel. Ein Verbrechen, dessen Täter noch immer im Dorf sein Unwesen treibt und das „Schattengrund“ zu einem Psychothriller der herausragenden Güteklasse macht.

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Green - Das Schicksal ist ein mieser VerräterEs ist eine alte Diskussion, ob bei der Verfilmung eines literarischen Bestsellers das Buch oder der Film besser ist. Ganz persönlich würde ich die Antwort nicht pauschalisieren. Manchmal entsteht der Zauber eines Werkes vor allem innerhalb seiner Seiten, manchmal aber kommen gerade auf der Leinwand ganz besondere Elemente zur Geltung. Es gibt sogar manche Bestseller, die sowohl im Rahmen des einen Mediums als auch in jenem des anderen eindrucksvoll erscheinen. John Greens Jugendroman „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist für mich ein solches Werk. Aktuell ist die Geschichte im Kino zu sehen, man hat sich dabei sehr ans sehr empfehlenswerte Buch gehalten. Selbst die Hörbuchfassung ist es wert, erlebt zu werden.

Die Geschichte zweier junger Menschen, die leben wollen

Was die junge Hazel Grace Lancaster bereits in ihren ersten Lebensjahren durchmachen muss, ist wirklich hart. Der Krebs hat sie befallen und so wirklich klare Auskunft, wie lange sie noch zu leben hat, bekommt sie nicht. Hazel hegt eine große Leidenschaft für Literatur, unter anderem für einen niederländischen Schriftsteller, der über ein junges Mädchen schreibt, dessen Leben zu Ende geht. Über ihre Erkrankung selbst redet sie ungern. Dementsprechend ist sie nicht ernsthaft davon beeindruckt, dass ihre Mama, eine durchweg fürsorgliche Person, sie zu einer Gesprächsrunde mit lauter Krebserkrankten bringen möchte. Hazel lässt sich breitschlagen und trifft vor Ort auf Gus, einen jungen Mann, den es ebenfalls bereits erwischt hat und der sofort Eindruck auf Hazel macht.

Eine Romanze zweier Gezeichneter

Natürlich entwickelt sich in „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, das im Übrigen in der deutschen Hörbuchvariante von Anna Maria Mühe gesprochen wird, eine Romanze zwischen den Beiden. Diese begründet sich ohne Frage auch auf dem gemeinsamen Schicksal, das sie heimgesucht hat. So präsent das Thema Krebs über die ganze Geschichte hinweg bleibt, im Zentrum steht es nicht, sondern die Heranwachsenden persönlich sowie ihre altersbedingten Probleme. Gus und Hazel wollen in die Niederlande reisen, um vom besagten Autor zu erfahren, was mit der Protagonistin passiert ist. Das Werk brach nämlich mitten im Satz ab. Ob Gus und Hazel ihr Ziel erreichen, hängt leider auch an ihrem eisernen Willen, die sich in den Weg stü

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John Dickie – Omerta

Benjamin Jendro

10.Juni
2014

Dickie - OmertaMan meint als geübter Kinogänger das Ausmaß der Mafia komplett überblicken zu können. Ohne Frage hat die Verfilmung von Mario Puzos „Il Padrino“ der Gesellschaft das Thema nähergebracht. In der Realität lässt sich das Phänomen Mafia aber nicht mehr auf das kleine sizilianische Dorf Corleone beschränken, das im Übrigen bei einem Besuch alles andere als mafiös erscheint. Nein, die Mafia oder das, was wir als Mafia bezeichnen, hat sich längst zu einem Geflecht entwickelt, in welchem es nicht nur um Gefallen und deren gegenseitige Erbringung geht, sondern um die brutale Wirklichkeit von Drogengeschäften, Menschenhandel, Mord, Korruption und Glücksspiel. Autoren wie John Dickie leisten einiges, um das gigantische Ausmaß zu verdeutlichen. Mit „Omerta“ haben wir einen guten Überblick dessen, was die Mafia heute alles beeinflusst.

Omerta – Fünf Stunden geballte Mafiageschichte

Mehr als dreihundert Minuten umfasst das Hörbuch, in dem Dickies Bestseller von Gordon Piedesack gesprochen wird. Sie informieren den Zuhörer über die Geschichte der drei großen Mafiaorganisationen, ihre Herkunft, den individuellen Werdegang und den heutigen Einfluss auf das globale Gefüge. Die Kreise der Cosa Nostra, Camorra und Ndrangheta haben sich längst über die Grenzen Italiens hinweg ausgedehnt. Heute, das macht Dickie schnell klar, leiten sie die Geschicke in ganz Europa, Nordamerika und selbst in Australien.

Omerta – Hier wird nichts verschwiegen

„Omerta“ bedeutet ins Deutsche übertragen das Schweigen. Über die Mafia und ihre Taten schweigt man, man verrät nichts und niemanden. Zahlreiche Akteure haben die „Omerta“ in der Vergangenheit gebrochen oder sie angetastet. Die Meisten von ihnen haben dafür mit dem Leben bezahlt und nebenbei auch mit dem ihrer Liebsten. Recherchefleißige Enthüllungsjournalisten wie Roberto Saviano („Zero Zero Zero“) oder eben John Dickie lassen sich davon nicht einschüchtern und geben uns so einen Überblick über die wahre Situation, die in dieser Form eben zumeist lieber verschwiegen wird. So bekommt der Unwissende mal ein paar Informationen über die Bereiche, die bereits fest in den Händen der Mafia sind, ihre Strukturen und ihre Strategien. So viel sei verraten – Wer dieses Hörbuch hört, wird seine Sicht auf unsere Welt verändern.

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Sylvia Day – Eine Frage des Verlangens

Benjamin Jendro

3.Juni
2014

Day - Eine Frage des VerlangensSylvia Day ist schon seit einiger Zeit nicht mehr von der literarischen Bühne wegzudenken. Die Kalifornierin mit japanischen Wurzeln hat bereits so manches Werk hervorgebracht, das dem Leser prickelnde Liebesgeschichten vorsetzt. Insbesondere mit ihren Crossfire-Romanen hat die 41-Jährige auch hierzulande immens einschlagen können. Insofern gehören Schriften wie „Eine Frage des Verlangens“ zum absoluten Muss für alle Day-Fans und jene, die bisher nichts von der talentierten Schriftstellerin gelesen haben, aber endlich einmal so richtig gut unterhalten werden wollen. Das nämlich kann man getrost allen Erzählungen von Sylvia Day attestieren – Ganz gleich, ob man sich mit den Charakteren identifizieren kann, der Plot an sich ist stets bemerkenswert.

Eine Frage des Verlangens und nicht des Vertrauens

Ein bemerkenswertes Phänomen bei uns Menschen ist, dass wir stets zu dem zurückkehren, von dem wir uns einmal gelöst haben. Diese Sucht kennt jeder, wenngleich sie in verschiedenen Bereichen zu Tage treten kann. Es sind alte Verhaltensmuster, in welche wir zurückfallen, Orte, an denen wir einmal waren oder aber Menschen, von denen wir uns einst getrennt haben. Letzteres macht Elizabeth Hawthorne, die einst mit Marcus Ashford verlobt war, diesen aber wegen dem Verdacht der Untreue verlassen hat. Die erotische Spannung zwischen den Beiden war nie das große Problem. Das muss Elizabeth leidvoll erfahren, als sie sich nach Jahren wieder begegnen und sie sich Marcus in „Eine Frage des Verlangens“ erneut hingeben muss.

Eine Frage des Verlangens – Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen

Die Erinnerung an die frühere Liebe hat in Elizabeth einige Wunden aufgerissen. Ganz ohne Spuren ist auch Marcus nicht aus der Trennung herausgegangen. So sehr sich Elizabeth ziert, sie verfällt ihrem Verlangen und beginnt eine Affäre mit Marcus. Alte Liebe rostet nicht? Zumindest in diesem Fall scheint der Spruch komplett ins Schwarze zu treffen. Die gut zehneinhalb Stunden Hörbuch, in denen Michael Hansonis die Geschichte von Elizabeth und Marcus erzählt, werden garantiert prickelnd an die Ohren jedes Zuhörers dringen.

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