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Durbridge - Paul Temple und der Fall GregoryWas Francis Durbridge für das Genre Krimi geleistet hat, kann man nicht mal so eben in einem winzigen Blogbeitrag zusammenfassen. Der Mann aus Yorkshire hat das 20. Jahrhundert in jedem Fall sehr vielfach bereichert und so muss festgehalten werden, dass 1998 ein Virtuose von uns gegangen ist, dem wir viele unterhaltsame Stunden verdanken. Durbridges Leistungen konnte man im Fernsehen bewundern. Noch viel eindrucksvoller aber sind sie dann, wenn man ihnen in der Hörspielform lauscht. Um die Kultfigur Paul Temple gab es einige interessante Fälle. Mit „Paul Temple und der Fall Gregory“ wird dem ein weiteres Kapitel, genau genommen der Erstling in Hörbuchversion hinzugefügt. Eine Inszenierung mit einem Ensemble rund um Komiker Bastian Pastewka macht das nicht weniger interessant.

Paul Temple zurück im Rampenlicht

Man mag über den Humor von Bastian Pastewka denken, wie man will. Schlussendlich aber ist der Entertainer sehr erfolgreich und das mittlerweile nicht ausschließlich als Comedian. In „Paul Temple und der Fall Gregory“ beweist er gemeinsam mit den anderen Sprechern, Janina Sachau und Kai Magnus Sting, dass seine Stimme da ein tragendes Element ist. Im Verbund lassen die drei den Zauber der Paul Temple Reihe neu aufleben und holen so ein großes Stück Krimigeschichte zurück ins Rampenlicht.

Der erste spannende Fall für Paul Temple

In den 50er- und 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts war Paul Temple fester Bestandteil in der Krimiszene und auch nachhaltig blieben die einzelnen Episoden in den Köpfen präsent. Sein erstes Abenteuer aber, „Paul Temple und der Fall Gregory“, verschwand nach der Ursendung im Jahr 1949 für lange Zeit. Pastewka und Co. ist es zu verdanken, dass Mister Temple nun zurückkehrt. Fast zwei Stunden lang bekommt man hier einen tollen Einblick in eine Zeit, in der sich mittels vergifteten Martinis ungeliebten Personen entledigt wurde und man als Bösewicht mit falschen Visitenkarten für Irrglauben sorgte. Gespickt mit Witz, aber auch großer Detailtreue gibt es hier die Neuauflage wirklich einzigartiger Krimiliteratur.

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William Shakespeare

Benjamin Jendro

18.November
2014

William ShakespeareLiteratur ist Geschmackssache. Jeder Leser oder in diesem Fall auch jeder Zuhörer präferiert andere Autoren und Autorinnen, differente Genres und niemand kann sich anmaßen, dass das Buch, was er gelesen hat, das beste aller Zeiten ist. Nein, das geht nicht, denn literarischer Geschmack ist stets subjektiv. Dennoch gibt es aber einige Werke, denen man einen allgemeingültigen Unterhaltungswert zuspricht. Werke, die prägend für ihre Zeit sind und womöglich auch über diese hinaus einen gewissen Sonderstatus verinnerlichen. Zu diesen Werken gehören einige aus der Feder eines Herren Shakespeare. Der Brite ist ohne Frage und ganz objektiv gesehen einer der Größten, die es in der Literaturgeschichte jemals gab. Insofern ist eine Sammlung seiner größten Stücke gar nicht hoch genug einzuschätzen. „William Shakespeare“ sorgt definitiv für ein paar Tage absoluten Hörgenuss.

William Shakespeare – 46 Stunden grandiose Literatur

Einem Literaturfan würde es nicht wirklich schwer fallen, eine Liste mit den größten Klassikern aller Zeiten aufzustellen und bei der Top-5 nur auf Schriften von William Shakespeare zurückzugreifen. Ohne Frage hat der britische Dramaturg aus dem späten 16. und frühen 17. Jahrhundert, wenngleich seine Vita bis heute nicht vollständig rekonstruiert werden konnte, einiges bewegt und die Welt nachhaltig beeinflusst. Gesammelt sind seine Leistungen in dieser einzigartigen Anthologie, die alle zehn Tragödien, die fünf Königsdramen, zwei Komödien und ein Fragment beinhaltet.

Schauspielgrößen erweisen dem Meister Shakespeare die große Ehre

Einen Teil zum großen Unterhaltungswert dieser Hörbuchsammlung trägt auch die sehr vielstimmige Erzählweise bei. Keinesfalls werden die Werke von „Hamlet“ bis „Der Kaufmann von Venedig“ hier einfach nur heruntergesagt. Nein, „William Shakespeare“ ist eine Hommage großer deutscher Schauspieler aus den vergangenen Jahrzehnten, die den Literaturklassikern viel Leben und Emotion einhauchen. Gesammelt aus den deutschen Hörspielarchiven lauscht man so beispielsweise einem Klaus Kinski, wie er seine Interpretation von „Romeo und Julia“ vorlegt, oder Peter Lohmeyer, wie er den „Sommernachtstraum“ verstanden hat. Summa Summarum macht das ein echtes Meisterstück klassischer Dicht- und Erzählkunst.

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Eckart von Hirschhausen – Wunderheiler

Benjamin Jendro

11.November
2014

Hirschhausen - WunderheilerWenn man als Comedian Erfolg haben möchte, muss man entweder besonders lustig aussehen oder aber ein Programm haben, das zeitlich relevante Themen behandelt und den Menschen lustige Aspekte aus ihrem alltäglichen Leben präsentiert. Über diese lachen wir nämlich am meisten. Aus diesem Grund ordnen erfolgreiche Komiker ihrem jeweiligen Programm, mit dem sie unterhalten wollen, einen Schwerpunkt zu. Marion Barth geht auf die Unterschiede zwischen Mann und Frau ein, Kaya Yanar auf die Facetten des interkulturellen Austauschs. Eckart von Hirschhausen, seinerseits promovierter Doktor, hat die Medizin für sich auserkoren und bringt diese mittels viel Humor seinem Publikum näher. Er erklärt die Eigenarten unseres Körpers und sorgt dabei für viele Lachen erregende Momente. Das gelingt ihm brandaktuell auch mit „Wunderheiler“.

Wunderheiler von China bis Mecklenburg-Vorpommern

Ob auf literarische Art und Weise wie in „Wohin geht die Liebe, wenn sie durch den Magen durch ist?“ oder in Form der medial präsenten Unterhaltung bei „Hirschhausens Quiz des Menschen“, der Hobbyzauberer von Hirschhausen versteht es phänomenal, Interessantes aus der Medizin in hübsche Anekdoten zu verpacken. „Wunderheiler“ lautet der Titel seines aktuellen Bühnenprogramms. Das dazugehörige Hörbuch ist ein Livemitschnitt, der den Zuhörer über 70 Minuten hinweg entertainen wird. Mit einer gesunden Mixtur aus wissenschaftlichem Fachjargon und allgemeinverständlicher Darstellung widmet sich Eckart von Hirschhausen den Zauberkünstlern der Wundheilung, stellt Magier aus dem entfernten asiatischen Raum und auch jene aus den einzelnen deutschen Bundesländern vor.

Wer an etwas glaubt, wird gesund

Interessanterweise wird dabei einiges als Placebo-Effekt klassifiziert. Wer von Hirschhausen kennt, weiß, dass er generell die Meinung vertritt, der Körper könne die meisten Krankheiten von alleine heilen. Insofern ist vieles, das als sonderbar verkauft wird, reiner Hokuspokus, an den wohlgemerkt viele glauben. Eine Heilung resultiert dann weniger durch den „Wunderheiler“ als mehr durch den individuellen Glauben an dessen Fähigkeiten. Es ist immer wieder amüsant zu beobachten, wie von Hirschhausen das seinen Zuhörern vor Augen führt.

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Jo Nesbø – Der Sohn

Benjamin Jendro

4.November
2014

Nesbo - Der SohnInnerhalb der Literaturszene gibt es einige Konstanten, die eine bestimmte Epoche bestimmen und die sinnbildlich für sie stehen. Heute ist das Spektrum sehr vielseitig, es gibt Werke zu allen Thematiken und als Resultat unterschiedlicher Herangehensweisen. Jeder findet heute etwas für seinen Geschmack, Grenzen gibt es keine mehr. Müsste man die heutige Szenerie aber beschreiben, würde es dennoch eine gute Bezeichnung geben. Wir leben in der Epoche, in welcher keiner an skandinavischen Kriminalromanen vorbeikommt. In der Tat ist die Flut, die da mit stetigen Neuerscheinungen auf uns einprasselt, enorm. Jo Nesbø ist einer dieser Vertreter, die heute die Literatur bestimmen. Der Norweger hat in den letzten Jahren mit seinen Romanen um Ermittler Harry Hole Leser aller Altersklassen und Berufsschichten für sich gewonnen. In „Das Kind“ nun zeigt er, dass er auch außerhalb seiner Reihe vielversprechende Plots erzählen kann.

Das Kind ist ein Heroinsüchtiger

Das Interessante an Jo Nesbøs neuem Roman „Das Kind“ ist, dass hier zwei Gegenspieler gegenüberstehen und der Ermittler nicht zwangsläufig der Gute ist. Ob er am Ende das Gesetz verkörpert, sei an dieser Stelle offen gelassen. Zunächst sieht es danach aus, im Verlauf aber dreht sich das vermehrt. Sprecher Sascha Rotermund jedenfalls lässt das Abschließende dank der wechselnden Intonation und aufgrund der Vorlage lange offen. In den zehn Stunden Hörbuch lernen wir zum einen Sonny Lofthus, „Das Kind“, kennen. Bei ihm handelt es sich um einen Heroin-Abhängigen, der zu Unrecht im Gefängnis sitzt und den anderen Insassen als Gegenleistung für die benötigte Drogenration ihre Sünden vergibt. Zum anderen geht es um Simon Kefas, einen Cop der alten Schule, der einst mit Sonnys Vater nicht nur einen guten Partner, sondern auch einen Freund hatte. Besagter Ab Lofthus ist das Bindeglied zwischen beiden, sein Schicksal der Aufhänger für diesen Kriminalroman.

Das Kind hat nichts zu verlieren

Sonny hat sich zu Beginn des Werkes mit seinem Dasein abgefunden. Doch nachdem es neue Erkenntnisse hinsichtlich des vermeintlichen väterlichen Suizids gibt, wandelt sich seine Haltung. Ab Lofthus galt als korrupter Ex-Cop, der sich letztlich selbst aus dem Leben riss. Mit den neuen Informationen scheint die Geschichte aber ganz anders abgelaufen zu sein. Ab war unschuldig und wurde umgebracht. Sonny will das nicht auf sich beruhen lassen und plant seinen Ausbruch sowie die alte Rechnung zu begleichen. Simon Kefas soll ihn davon abhalten und hat aufgrund der eigenen Historie auch allen Grund dazu. Spannend, sehr turbulent und mit einigen brisanten Wendungen avanciert „Das Kind“ zum sehr unterhaltsamen Kriminalroman mit Thrillerwürze.

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