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Lee - Gehe hin, stelle einen WächterVierzig Millionen verkaufte Exemplare Harper Lee von ihrem einzigen bisher veröffentlichen Roman. „Wer die Nachtigall stört“ prägte eine ganze Generation und gilt als eines der einflussreichsten Bücher, das jemals geschrieben wurde. Besonders ist, dass dieser Erfolg sie zu einer der bekanntesten Autorinnen gemacht hat, ihr sogar den Pulitzer-Preis bescherte. Schließlich blieb ihr erster bis jetzt auch ihr letzter Roman. Mit der Veröffentlichung von „Gehe hin, stelle einen Wächter“ erscheint nun endlich ein zweites Werk aus ihrer Feder, erst 55 Jahre nach ihrem Erstling und das, obwohl das Manuskript bereits vorher fertig war.

Harper Lees Sicht der 1950er

Gehe hin, stelle einen Wächter“ spielt mitten in den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Ort und Charaktere sind die gleichen wie bei „Wer die Nachtigall stört“, doch die Handlung spielt eben zwei Jahrzehnte später. Jean Louise Finch ist mittlerweile erwachsen und dementsprechend in einem Zustand, in dem sie sich selbst ein Bild vom Geschehen in der Welt machen kann. Mit einer nunmehr eigenständigen Persönlichkeit ist sie in der Lage, auch Vater Atticus entgegenzutreten und die eigene Meinung mit Argumenten zu vertreten. Dazu gehört es eben auch, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse, so wie sie im Moment sind, sich wandeln müssen. Harper Lee thematisiert das wie schon im vorherigen Stück mit ganz eigenen Worten und einer grandiosen Sprache.

„Gehe hin, stelle einen Wächter“ war lange versteckt

Siebeneinhalb Stunden geht die Hörbuchfassung von „Gehe hin, stelle einen Wächter“. Nina Hoss spricht die Geschichte und verleiht der Erzählung einen ganz eigenen Charme. Dass es überhaupt zu einer Veröffentlichung kam, liegt an einer Bekannten, die das verschollene Manuskript wiederfand und Harper Lee im Alter von 89 noch mal in den literarischen Fokus rückte. Nun kam raus, dass der Text bereits vor „Wer die Nachtigall stört“ geschrieben wurde und sogar ursprünglich als eben dieses veröffentlicht werden sollte. Warum sich Harper Lee letztlich so entschied, bleibt ihr Geheimnis. Am Inhalt von „Gehe hin, stelle einen Wächter“ liegt es definitiv nicht.

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Minions

Benjamin Jendro

23.Juli
2015

MinionsIm Kino kommt man des Öfteren zum lachen. So doll wie bei den kleinen „Minions“ aber selten. Die gelben Zwerge mit Latzhose überzeugen mit ihrer unvergleichlich verpeilten Art und begeistern Groß und Klein. Nachdem sie die ersten beiden Episoden von „Ich – Einfach unverbesserlich“ rockten und letztlich dafür sorgten, dass das Animationsabenteuer so ein Erfolg wird, haben sie in diesem Jahr endlich ihren ganz eigenen Kinofilm bekommen. Gerade aufgrund ihrer sonderbaren Laute, die irgendwie niemand so recht versteht, sorgte das für pausenloses Gelächter. Natürlich gab es dabei auch ein wenig Story, die man sich in der Hörbuchversion ebenso mal zu Gemüte führen kann.

Die Minions, wie wir sie kennen und lieben

Noch immer befinden sich die kleinen Gelblinge auf der Suche nach einem echten Superschurken. Bisher sind alle Versuche, einem Bösewicht zur Weltherrschaft zu verhelfen, komplett gescheitert. Die „Minions“ haben zum Beispiel Napoleons Russland-Feldzug in den Sand gefahren. Jetzt aber könnte sich das Blatt endlich wenden, denn Kevin, Bob und Stuart haben eine tolle Idee und machen sich auf den Weg nach New York City, wo sie auf einer Tagung der Kriminellen nach einem neuen Partner suchen. Dort treffen sie Schurkin Scarlet Overkill, die der Queen Elizabeth II. die Krone entwenden möchte

Fast zwei Stunden Comedy pur

Dass die „Minions“ ultimativ lustig sind, daran mag niemand zweifeln. Interessanterweise, das hat der Film bewiesen, funktionieren sie auch recht gut alleine. Das Hörbuch dauert fast zwei Stunden und sorgt für viele Lacher. Gesprochen wird die Geschichte von Oliver von Rohrbeck und eben dieser zeigt sich verdammt variabel, sogar was die Intonation der einzelnen „Minions“ angeht. 899 sind es an der Zahl und da entsteht zwischendurch schon ein wenig der Eindruck, dass man die Übersicht verlieren könnte. Diese Planlosigkeit passt aber irgendwie zu den kleinen Helden und macht das Hörbuch für Fans umso unverzichtbarer.

 

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Der gestohlene SiegIn der Bundesliga bereiten sich die einzelnen Vereine derzeit auf die kommende Saison vor. In den Trainingslagern dieser Welt machen sie sich fit. In den anderen europäischen Spitzenligen sieht es nicht anders aus. Für den Fußball-Fan ist diese Zeit hart. Wenn keine Europa- oder Weltmeisterschaft auf dem Plan steht, sind das ein paar leere Wochen. Da trifft es sich gut, dass Deutschlands bekanntestes Ermittler-Trio sich dem Thema Fußball widmet und die Sommerpause für eine Episode rund um das runde Leder nutzt. „Die drei Fragezeichen – Der gestohlene Sieg“ ist Band Nummer 176 der grandiosen Hörspiel-Reihe.

Die drei Fragezeichen untersuchen ein manipuliertes Spiel

Die L. A. Strikers liegen zehn Minuten vor dem finalen Pfiff mit zwei Toren im Hintertreffen. Die Situation scheint ausweglos. Selbst, wenn der eingefleischte Fußballfan da einige historische Daten und Spiele im Repertoire hat, die großartige Aufholjagden bezeugen. Der Gegner, die Rochester Ravens, sind derart überlegen, dass wirklich nichts auf eine Wende hinweist. Plötzlich aber ist ein Bruch im Spiel und die Strikers sichern sich den Pokal. Eine Entwicklung, die mit rechten Dingen ablief? Mitnichten, sonst wäre „Der gestohlene Sieg“ ja kein neuer Fall für Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews. Die Geschichte lehnt sich sehr am Ärgernis um Schiedsrichter Robert Hoyzer und den vielen verschobenen Spielen im europäischen Fußball an. Hier hat allerdings ein skrupelloser Erpresser seinen Anteil.

Die drei Fragezeichen ermitteln mit Bravour

Nein, die Komponente Wettmafia wird nicht in „Der gestohlene Sieg“ eingebettet. Spannend ist der Fall aber dennoch, weil auch Nummer 176 die gewohnten Elemente von „Die drei Fragezeichen“ dazu nutzt, den Zuhörer für sich zu gewinnen. Die charismatischen Jung-Detektive, die mittlerweile auf reichlich Erfahrung zurückblicken können, bekommen einen neuen Fußballfall. Der erste in ihrer Geschichte ist es zwar nicht. Eine neue Herangehensweise aber durchaus. Es geht nämlich um Frauenfußball, womit man im 21. Jahrhundert angekommen scheint. Zwar wird das Rätsel schon vor dem Finale relativ gut aufgeschlüsselt, Unterhaltung ist aber trotzdem bis zum Schluss geboten. Ein richtiger Fall für „Die drei Fragezeichen“ halt.

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Stefan Ahnhem – Herzsammler

Benjamin Jendro

9.Juli
2015

Ahnhem - HerzsammlerMan kennt die Kriminalromane um den kultigen Ermittler Kurt Wallander von Henning Mankell zu genüge. Immer wieder plätschert ein neuer Fall des schwedischen Vorzeigeschriftstellers über die Flimmerkiste. Für diese umgesetzt wurden viele Stücke von Stefan Ahnhem, der sich neuerdings auch selbst an schaurigen Geschichten versucht und diese zu Papier bzw. zum Hörbuch bringt. „Herzsammler“ ist der zweite Fall für seinen Protagonisten Fabian Risk und einer, der dem Leser in jeder Minute der satten fünfzehn Stunden Hörbuch den Atem raubt – ein echter skandinavischer Kriminalroman halt.

Zwei Leiche und ein Ermittler mit privaten Problemen

Fabian Risk ist der typische Romanermittler. Seinen Job macht er gut, ständig brennt es irgendwo. Vor allem aber scheint er das eigene Privatleben nicht so ganz in den Griff zu bekommen. Risks Ehefrau klagt ständig über ihre Sorgen, am meisten leidet die gemeinsame Tochter unter der Situation. Für ihn selbst wäre es mal an der Zeit, ein wenig die Wogen zu glätten. Zeit dafür hat er aber nicht, denn der Tod des Justizministers verlangt seine ganze Aufmerksamkeit. Brutal ermordet wird kurz darauf auch die Gattin eines sehr erfolgreichen TV-Moderators. Wie dem Minister wurde auch ihr ein lebenswichtiges Organ entnommen – es ist das Werk vom „Herzsammler“.

Ein Handlungsstrang erinnert an „Saw“

Erinnern Sie sich noch an Jigsaw, den rechthaberischen Killer aus einer bekannten Horrorfilmreihe? Irgendwie erinnert eine Szenerie in „Herzsammler“ genau an diese Reihe. Sofie Leander möchte sich einen ewigen Wunsch erfüllen und endlich Mutter werden. Sie scheint auf der Zielgerade, doch nachdem sie aus der Narkose aufwacht, findet sie sich gefesselt in einer Zelle wieder. Was sie mit den beiden Leichen zutun hat, erklärt Ahnhem nach und nach. Risk jedenfalls versucht gemeinsam mit Niva, einer hochtalentierten Technikexpertin, ein wenig Licht in den Fall zu bringen. Nachdem sich ein Tatverdächtiger das Leben nimmt, scheint das Rätsel fast gelöst. Risk jedoch glaubt nicht an die Lösung und beweist damit großes Ermittlergespür.

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Martin Walker – Provokateure

Benjamin Jendro

2.Juli
2015

Walker - ProvokateureWer in Oxford studiert hat, der kann schon mal auf eine durchaus erfolgreiche Station in seinem Lebenslauf zurückgreifen. Wer von da dann nach Harvard geht, wird auch nicht gerade weniger Lorbeeren im Rucksack haben. Mal abgesehen davon, dass Martin Walker hinsichtlich der Studienrichtung nicht ganz so entschlossen war und von Geschichte hin zur Wirtschaft wechselte, kann sich seine Vita also sehen lassen. Nach dem Studium ging es für den Schotten zum The Guardian und von da direkt in die Bestsellerlisten der Welt. Besonders seine Romane um Ermittler Bruno Courrèges  kommen bei den Lesern gut an. In „Provokateure“ schickt er seinen Protagonisten in Fall Nummer Sieben.

Der Polizist von Saint-Denis hat Sorgen

Die Weinernte im Périgord könnte in diesem Jahr wesentlich schlechter ausfallen. Grund dafür ist ein nicht aufhörender Dauerregen, der die Bestände in große Gefahr bringt. Während die Anwohner um ihre wirtschaftliche Situation bangen, hat der einzige Polizist des Städtchen Saint-Denis wieder mal ganz andere Sorgen. Bruno Courrèges muss sich mit der Leiche eines muslimischen Undercover-Agenten beschäftigen. Erst kurz zuvor standen die beiden noch in Kontakt. Der Agent wandte sich an Courrèges  und bat um Hilfe. Diese würde nun definitiv zu spät kommen.

„Provokateure“ ist ein vielseitiger Kriminalroman

Provokateure“ hat aber noch mehr als diesen plötzlichen Tod zu bieten. Im Büro erwartet den Chefermittler eine merkwürdige Nachricht. Ein autistischer Junge aus Saint-Denis taucht in einer französischen Armeebasis in Afghanistan auf und will zurück in die Heimat. Es ist weder klar, wer der junge Mann ist, noch worin seine genauen Absichten bestehen. Auf den 640 Minuten, die das Hörbuch zu bieten hat, werden diese zwei Rahmenelemente gekonnt ausstrukturiert. Martin Walker lässt wie gewohnt den Zuhörer erst einmal ein wenig zappeln, ehe er ihm das ganze Übel präsentiert. Entgegen seiner journalistischen Laufbahn hebt er sich die Schmankerl für das Finale auf und so gelingt es ihm vermehrt, die wesentlichen Spannungsheber geschickt zu verteilen. Damit ist zu Beginn von „Provokateure“ längst nicht klar, wohin die Reise geht.

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