...entführen dich in eine andere Welt

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kaeferkumpelDie Käfer sind die heimlichen Stars der Evolution: Mehr als 350.000 beschriebene Arten gibt es weltweit, jährlich werden dutzende neue entdeckt. Doch die meisten Menschen ekeln sich vor Insekten; Käfer werden mit wenigen Ausnahmen wie Marienkäfer oder Maikäfer meist negativ wahrgenommen. Ein Käfer als Kinderbuch-Star? Undenkbar. Und doch hat die britische Autorin M. G. Leonard in ihrem originellen Debütroman ihrem Protagonisten Darkus Cuttle einen „Käferkumpel“ zur Seite gestellt, der mit einer ganzen Horde von Krabblern die Handlung entscheidend vorantreibt.

Käferkumpel als Retter

Der 13jährige Darkus hat schon vor Jahren seine Mutter verloren, und nun ist auch noch sein Vater Dr. Bartholomeus Cuttle an seinem Arbeitsplatz im Naturhistorischen Museum auf mysteriöse Weise verschwunden. Darkus zieht zu seinem Onkel Max, einem Archäologen. Eines Tages beobachtet er einen Streit der beiden schrägen Nachbarn Pickering und Humphrey, in dessen Verlauf ein riesiger Käfer auf ihn zu krabbelt. Der Nashornkäfer rettet ihn vor prügelnden Schulkameraden, wird Baxter getauft und weicht ihm nicht mehr von der Seite. Als Darkus von seinen Nachbarn eingesperrt wird, befreit ihn Baxter mit seinen Käferkumpels. Und damit steckt Darkus mitten in einem wahnwitzigen Abenteuer: Warum ist die exzentrische Modedesignerin Lucretia Cutter hinter den Käfern her? Was ist das geheimnisvolle Fabre-Projekt? Und was hat das alles mit dem Verschwinden seines Vaters zu tun? Gemeinsam mit den Käfern und seinen Freunden Virginia und Bertolt macht sich der „Beetle Boy“ (englischer Originaltitel) Darkus daran, diese Rätsel zu lösen …

Käferkumpel ist eine Abenteuergeschichte

Mit dieser fantastischen Story ist M. G. Leonard eine spannende Abenteuergeschichte für Kinder ab 10 Jahren gelungen. Die gekürzte Lesung mit Sebastian Rudolph bringt die witzigen und gruseligen Szenen gleichermaßen intensiv zum Ausdruck, und alle Leser und Hörer der Geschichte werden die unscheinbaren Krabbler in Zukunft definitiv mit anderen Augen sehen. Käferkumpel ist als erster Teil einer Trilogie gedacht – wir dürfen uns also auf weitere Abenteuer mit Darkus und Baxter freuen!

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erbe des zauberersTerry Pratchett, der mit seinen geistreichen und witzigen Scheibenweltromanen das Fantasy-Genre frech durcheinander wirbelte, ist leider vor gut einem Jahr verstorben. Sein letzter posthum veröffentlichter Roman „Die Krone des Schäfers“ war somit definitiv der letzte Auftritt von Oma Wetterwachs, einer der beliebtesten Figuren seiner bizarren Fantasywelt. Das kleine Label Schall & Wahn hat nun einen seiner frühen Romane als ungekürzte Lesung herausgebracht, und wer den ersten Auftritt der legendären Hexe aus den Spitzhornbergen noch nicht kennt oder wieder entdecken will, dem sei diese gelungene Vertonung mit Katharina Thalbach ans Herz gelegt.

Emanzipation auf der Scheibenwelt

Oma Wetterwachs nimmt sich in Pratchetts drittem Scheibenwelt-Roman „Das Erbe des Zauberers“ einer jungen Zauberin an. So etwas dürfte es auf der Scheibenwelt eigentlich gar nicht geben: Magisch begabte Mädchen werden Hexen, Jungs werden zum Zauberer ausgebildet. Aber der kleinen Eskarina Schmied wurde als vermeintlich achter Sohn eines achten Sohnes vom Zauberer Drum Billet ein Zauberstab vermacht – als der Fehler aufflog, war Billet schon verstorben. Omas Versuche, Esk trotz ihrer „anderen“ magischen Kräfte als Hexe auszubilden, ihre abenteuerliche Reise nach Ankh Morpork und die turbulente Konfrontation mit den Zauberern der Unsichtbaren Universität, die natürlich kein Mädchen aufnehmen wollen, beschreibt Pratchett flüssig, mit dem ihm eigenen, feinen Humor, v.a. herrlichen Wortspielen und vielen skurrilen Szenen. Der Kampf der Geschlechter zwischen Hexen und Zauberern kumuliert in einem Duell zwischen Oma Wetterwachs und dem Erzkanzler der Universität – sehr spektakulär. Von Katharina Thalbach wird die Geschichte mit ihrer knarzigen Stimme hervorragend erzählt. Thalbach versteht es, Figuren unverkennbar mit eigenen Stimmen zu versehen, Spannung aufzubauen und Pratchetts Humor zu transportieren.

Das Erbe des Zauberers“ ist nicht unbedingt als Auftakt der Hexenreihe zu verstehen, da die anderen Hexen von Lancre und v.a. Omas beste Freundin Nanny Ogg nicht vorkommen. Wer mit dieser Lesung auf den Geschmack gekommen ist, dem sind Pratchetts weitere Hexenromanen aber unbedingt zu empfehlen.

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