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2.Mai
2012

Agatha Christie – Vier Frauen und ein Mord

Benjamin Jendro

Vier Frauen und ein MordDie Krimis von Agatha Christie wurden oft, gern und gut verfilmt. Dass Drehbuch und Romanvorlage zumeist aber entscheidend voneinander abweichen, ist den Wenigsten bekannt. Ein vortreffliches Beispiel hierfür ist das von Oliver Kalkofe gelesene Original von „Vier Frauen und ein Mord“, in der Agatha Christie ihren kauzigen Kommissar, Hercule Poirot, in einem Fall auf die Suche nach Beweisen schickt, der im Grunde längst schon geschlossen wurde.

Als die betagte Dame Mrs McGinty in ihrer Wohnung beraubt und ermordet gefunden wird, scheint die Lage klar: Zweifelsohne handelt es sich bei ihrem Mörder um ihren Untermieter James Bentley, auf den alle Indizien zeigen und der seine Schuld auch nicht widerlegt. Das Urteil lautet „Galgen“. Inspektor Spence vermutet einen größeren Zusammenhang und rekrutiert seinen Freund Hercule Poirot zur Aufklärung. Auch er tappt lange im Dunkeln, bis ihm ein Brief der Toten in die Hände fällt, der das Zeitungsbild von vier Verbrecherinnen beinhaltet. Zufall oder Zusammenhang?

Agatha Christie sät Zufälle so spärlich wie in der Wüste Blumen wachsen. Auch in „Vier Frauen und ein Mord“ durchwandert der Protagonist viele Sackgassen, Kreisverkehre und kommt schlussendlich doch ans Ziel. Oliver Kalkofe, eher bekannt als sympathisches Schandmaul der TV-Landschaft, navigiert seriös und unterhaltsam durch drei CDs. Der Facettenreichtum seiner Stimme passt perfekt zu den skurrilen Persönlichkeiten der Handlung, deren Ton er durchweg grandios trifft. Christie und Kalkofe – eine gelungene Kollaboration!

 

 

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