...entführen dich in eine andere Welt

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brandis pallas„Mein Name ist Mark Brandis. Zum ersten Mal erzähle ich von der Zeit, als ich noch nicht Commander eines Schiffes unter den Sternen war, sondern nur ein junger Mann voller Hoffnung, Neugier und Verzweiflung auf dem Weg zur Erfüllung seines größten Traums.“

Die Abenteuer des Weltraumpartisanen Mark Brandis zählen neben der Perry Rhodan-Reihe zu den beliebtesten SciFi-Hörspielen in Deutschland. Nikolai von Michalewsky entwickelte Anfang der 70er Jahre die Figur des heldenhaften Astronauten, der in 32 spannenden Hörspielen in der Welt des ausgehenden 21. Jahrhunderts viele brenzlige Situationen durchsteht. Wie Mark Brandis zum „Superhelden“ wurde, wird seit 2014 in einer weiteren Reihe geschildert: „Mark Brandis, Raumkadett“ erzählt in bisher zehn Folgen aus den Lehrjahren des Astronauten.

Mark Brandis – Einsatz im Nirgendwo

In der neunten Folge „Endstation Pallas“ tauchen Marks Freunde von der Astronautenschule – Alec, Annika und Robert – nur am Rande auf. Denn Mark wird zusammen mit Rodrigo Rojas für einen Monat auf eine abgeschiedene Raumstation im Inneren des Asteroiden Pallas geschickt. Ein vermeintlich langweiliger Routinejob. Doch kurz vor dem Ende ihres Arbeitseinsatzes erreicht sie die Nachricht, dass bei einem Republikenangriff auf Nairobi JUSTITIA zerstört wurde, die Institution, bei der Marks Aussage zum Attentat auf Präsident Bähler hinterlegt ist. Mark befürchtet, dass die Augenzeugenberichte vernichtet werden sollten und nun auch die Augenzeugen selbst in Gefahr sind. Tatsächlich geraten er und Rodrigo bald darauf in eine im wahrsten Sinne des Wortes eiskalte Falle …

Mark Brandis – Die Reise geht weiter

Mit „Endstation Pallas“ hält INTERPLANAR Produktion das hohe Niveau der Mark Brandis-Hörspiele: Die Handlung ist plausibel, die Geschichte wird dank toller Sprecher und gelungener Soundeffekte äußerst kurzweilig inszeniert und die Spannungsschraube kontinuierlich angezogen. Besonders schön für Fans ist es, Michael Lott, den Sprecher des erwachsenen Mark Brandis, als Erzählstimme zu hören. Dass Mark, um sein und Rodrigos Leben zu retten, zu harten Maßnahmen greift und deshalb unter Gewissensbissen leidet, trägt glaubhaft zur Entwicklung des Charakters bei. Mit den Folgen „Zwischen den Fronten“ und „Das Jupiter-Risiko“ (erscheint im Januar) können Fans Marks Werdegang weiter verfolgen – die Serie soll bis zur Katastrophe bei seinem ersten Kommando weiter erzählt werden.

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welt für anfängerSeit er 1996 mit seinem Bühnenprogramm „Zapped“ bekannt wurde, zählt Michael Mittermeier zu den bekanntesten und beliebtesten deutschen Comedians. Der gebürtige Oberbayer bringt mit seinen Programmen (u.a. „Back to Life“, „Paranoid“, „Wild“) Millionen von Zuschauern zum Lachen und ist auch mit einer englischsprachigen Bühnenshow u.a. in Südafrika und Russland erfolgreich aufgetreten. Man kann also sagen, dass er in der Welt herumgekommen ist, und in seinem neuesten Hörbuch „Die Welt für Anfänger“ erklärt er eben diese auf gewohnt humorvolle Weise.

Geschichten zum Wundern & Weglachen

Der Aufhänger für Mittermeiers neues Werk ist das Thema „Anfänger“. Alles hat einen Anfang und alles hat man irgendwann einmal zum ersten Mal gemacht: erster Schultag, das erste Mal, der erste Auftritt … Auch Gott war in Sachen Schöpfung ein Anfänger – klar, dass dabei nicht alles geklappt hat. Als Hörer lernt man Amüsantes aus Mittermeiers Kindheit, z.B. über Palmesel und Glitzerhendl, bis zu seinem ersten Auftritt vor 400 betrunkenen Engländern. Urkomisch geht es bei allen Anekdoten aus seinem Leben zu, und da Michael Mittermaier dieses Hörbuch natürlich selbst liest, werden alle Witze auch punktgenau rübergebracht.

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feder eines greifsEs ist tatsächlich schon 19 Jahre her, dass Cornelia Funke mit ihrem Fantasyroman „Drachenreiter“ die weltweiten Bestsellerlisten eroberte. Fans der darin geschaffenen magischen Welt können sich nun endlich auf die Fortsetzung freuen: „Die Feder eines Greifs“ erzählt ein neues irrwitziges Abenteuer mit dem Silberdrachen Lung und dem Waisenjungen Ben. Alle liebgewonnenen Figuren tauchen wieder auf – sei es Bens Adoptivvater Professor Barnabas Wiesengrund, der Homunkulus Fliegenbein oder das Koboldmädchen Schwefelfell. Aber auch Hörer, die den „Drachenreiter“ nicht kennen, können getrost ohne Vorwissen in Cornelia Funkes fantastische Geschichte eintauchen.

Fantastische Expedition zu gefährlichen Fabelwesen

Ben ist nun vierzehn Jahre alt und lebt mit seinen Adoptiveltern in Norwegen, wo sie in einem Fjordtal eine Heim- und Zufluchtsstätte für Fabelwesen geschaffen haben. Als sie die Nachricht erhalten, dass die letzten drei Pegasusfohlen vermutlich nie schlüpfen werden, brechen sie aber zu einer gefährlichen Expedition auf, um die geflügelten Pferde vor dem Aussterben zu bewahren. Denn durch die Sonnenfeder eines Greifs können die Fohlen vielleicht noch gerettet werden. Kleiner Haken an der Sache: Die furchterregenden Greife, die im indonesischen Urwald leben, hassen Pferde und sind außerdem die größten Feinde der Drachen. Deshalb muss Lung zu Hause bleiben …

Hörgenuss vom Feinsten

Die weite, gefährliche Reise in „Feder eines Greifs“ wird als ungekürzte Lesung perfekt zum Leben erweckt. Rainer Strecker hat schon in früheren Hörbüchern von Cornelia Funke eindrucksvoll bewiesen, dass er ihre fantastischen Geschichten packend vermitteln kann. Die Autorin selbst ist ebenfalls mit ihrer sanften Stimme zu hören und erweist sich als sehr gute Sprecherin. Untermalt mit einem atmosphärischen Soundtrack aus Musik und Geräuschen wird die etwa zehnstündige Lesung zu einem Hörerlebnis, bei dem die Zeit wie im Flug vergeht. Das Warten auf die Fortsetzung hat sich für Drachenreiter-Fans definitiv gelohnt!

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schande der lebendenDer preisgekrönte britische Krimiautor Mark Billingham (u.a. Die Scherben der Wahrheit, Zeit zum Sterben) ist einer der international erfolgreichsten seiner Zunft. Sein vor zwei Jahren erschienener Thriller „Die Lügen der Anderen“ war in Großbritannien ein Nummer-1-Bestseller, der von Kritikern wie Lesern gleichermaßen gefeiert wurde. Nun gelang ihm mit „Die Schande der Lebenden“ wieder ein Psychothriller der Extraklasse, der als autorisierte Hörfassung bei GoyaLit erschienen ist. Die Hörer erwarten über fünf Stunden Spannung mit starken Dialogen und feinen Charakterzeichnungen.

Hattet ihr eine gute Woche?

Jeden Montag treffen sich im Haus des Therapeuten Tony fünf sehr unterschiedliche Menschen zur Therapiesitzung: Der medikamentenabhängige Arzt Robin, der süchtige Stricher Chris, die Alkoholikerin Diana, die essgestörte Caroline und die drogen- und spielsüchtige Heather. In ihrem kleinen Kreis offenbaren sie ihr Innerstes, doch alle Geheimnisse bleiben in der Gruppe. Als ein Mitglied der Therapiegruppe ermordet wird ist schnell klar, dass der Mörder im Kreis der montäglichen Sitzungen zu suchen ist. Doch wer hatte ein Motiv?

Spannende Tätersuche

Mark Billingham erzählt diesen fast unblutigen, spannenden Thriller geschickt in drei Zeitebenen. Das verwirrt anfangs etwas, doch bald wird man beim Zuhören in den Sog der Tätersuche gezogen. Alle Hauptfiguren werden detailliert charakterisiert, immer wieder werden dem Hörer neue Motive offen gelegt und der Verdacht in die eine oder andere Richtung intensiviert. Bis zum überraschenden Ende zieht der Autor die Spannungsschraube geschickt an, und die Auflösung mag zwar für den einen oder anderen etwas unbefriedigend sein, ich fand sie jedoch sehr schlüssig. Dazu erweist sich Uve Teschner als sehr passender Sprecher, der die fesselnde Geschichte nuancenreich vorzutragen weiß.

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kleiner mannHans Fallada gehört zu zwischenzeitlich fast vergessenen Autoren, die plötzlich eine Renaissance erleben. Über 60 Jahre nach seinem Tod wurde sein Widerstandsroman „Jeder stirbt für sich allein“ in der ungekürzten Originalfassung neu veröffentlicht und ein Verkaufserfolg. V.a. im englischsprachigen Ausland war „Alone in Berlin“ ein Bestseller; die Hollywoodverfilmung des Stoffes wird im Herbst 2016 zu sehen sein. Weltberühmt wurde Fallada 1932 mit einem anderen Roman: „Kleiner Mann, was nun?“ über das Schicksal des Verkäufers Pinneberg und seiner Frau Lämmchen, die sich in den letzten Jahren der Weimarer Republik mühsam durchschlagen, begeisterte damals nicht nur die Leserschaft in Deutschland. Auch dieser Roman wurde nun im Aufbau Verlag in einer ungekürzten Originalfassung veröffentlicht und vertont.

Der Krise trotzen

Das junge Paar Johannes Pinneberg und Emma Mörschel – die beiden nennen sich nur „Lämmchen“ und „Junge“ – lernt sich im Sommer 1930 in der norddeutschen Provinz kennen und heiratet, als sich Nachwuchs ankündigt. Als Pinneberg seine Stellung verliert, kommen die jungen Leute zunächst bei seiner ungeliebten Mutter Mia in Berlin unter, deren Lebensgefährte Jachmann dem gelernten Verkäufer auch eine Stelle beim großen Warenhaus Mandel verschafft. Doch die Sorgen reißen nicht ab: Wie soll das Paar mit dem mickrigen Gehalt über die Runden kommen? Wie verkraftet Pinneberg den steigenden Verkaufsdruck im Laden? Wo findet man eine günstige Wohnung? Und wird es den beiden gelingen, den neu geborenen Murkel richtig großzuziehen?

Erstmals in der Originalfassung

Neben all den Alltagssorgen versteht es Hans Fallada, in „Kleiner Mann – was nun?“ immer wieder humorvolle Szenen und Dialoge einzubauen. Seine grundsympathischen Protagonisten wachsen dem Hörer schnell ans Herz, und die authentische Schilderung des Milieus der Pinnebergs, die Mischung aus Sentimentalität und Sachlichkeit, beruflicher Ausweglosigkeit und privater Idylle, verleiht dem Roman einen ganz eigenen Charme. Die Lesung mit Frank Arnold ist zwar gekürzt; die ursprünglich gestrichenen Teile wie z.B. der Besuch verschiedener Nachtclubs, politische Kommentare und innere Monologe Pinnebergs sind aber erfreulicherweise in dieser Vertonung dabei. Durch die Details der Originalfassung gewinnen die Charaktere an Tiefe, und die Atmosphäre zum Ende der Weimarer Republik wird noch greifbarer.

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geisterfrauMit seiner Dr. Siri-Reihe schreibt der seit langem in Südostasien lebende britische Autor Colin Cotterill immer wieder außergewöhnliche Krimis. Das liegt zum einem am exotischen Schauplatz der Fälle – Laos – und der chaotischen Zeit, in der sie spielen: die späten 70er Jahre, als nach dem Vietnamkrieg auch in Laos die Kommunisten die Macht übernahmen. Zum anderen aber auch an der unwiderstehlich charmanten Hauptfigur: Dr. Siri ist bereits über 70 Jahre alt und freut sich auf den verdienten Ruhestand, als er, der eigentlich Chirurg ist, zum einzigen Leichenbeschauer des Landes ernannt wird. Mit übersinnlicher Intuition, einem alten französischen Pathologie-Handbuch und seinem loyalen Team hat er bereits acht schräge Fälle gelöst. Im neuesten Band „Dr. Siri und die Geisterfrau“ scheint sein Traum von der Rente endlich Wirklichkeit zu werden.

Dr. Siri geht in Rente

Tatsächlich hat sich Siri Paiboun zu Beginn des Krimis in den Ruhestand verabschiedet, und die einzige Rechtsmedizinische Abteilung im Laos der späten 70er Jahre ist geschlossen. Aber einen Krimi, ja sogar einen spannenden Thriller gibt es mit „Dr. Siri und die Geisterfrau“ natürlich trotzdem zu hören. Denn Siri soll im Auftrag seines ehemaligen Vorgesetzten Richter Haeng die Suche nach dem verschollenen Bruder eines Ministers im Osten des Landes unterstützen. Genauer gesagt soll er die vermeintliche Hexe Madame Keui im Auge behalten und prüfen, ob die Frau, die angeblich schon zweimal von den Toten wieder auferstanden ist, tatsächlich eine spirituelle Verbindung ins Jenseits hat. Da in Vientiane gerade ein seltsamer Franzose aufgetaucht ist, der sich nach Siris Frau erkundigt, nimmt er Madame Daeng vorsichtshalber mit nach Pak Lai – und das Abenteuer beginnt…

Dr. Siri – wie immer vergnüglich und skurril

Dr. Siri und die Geisterfrau“ ist wieder ein typischer Siri-Krimi: ein kniffliger Fall, voller knochentrockenem Humor und amüsanter Dialoge. Peter Weis habe ich hier erstmals als Sprecher gehört, aber seine Stimme passt perfekt zu diesem schrägen Krimi. Unterstützt wird er von Traudel Sperber, die Siris Frau Madame Daeng spricht. Denn das Besondere an diesem Band ist, dass es hier v.a. um Siris bessere Hälfte geht. Dass sie früher als Spionin unter dem Decknamen Fleur-de-Lis für die Pathet Lao gearbeitet hat, wissen Fans aus früheren Krimis der Reihe. Das Auftauchen des Franzosen Hervé Barnard konfrontiert sie mit ihrer Vergangenheit, und sie gibt ihre Erlebnisse für Siri (und die Hörer) wieder. Eine spannende Lebensgeschichte, die definitiv genauso unterhaltsam ist wie der Handlungsstrang um Siris Hexe und die Verfolgung durch den Franzosen.

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kaeferkumpelDie Käfer sind die heimlichen Stars der Evolution: Mehr als 350.000 beschriebene Arten gibt es weltweit, jährlich werden dutzende neue entdeckt. Doch die meisten Menschen ekeln sich vor Insekten; Käfer werden mit wenigen Ausnahmen wie Marienkäfer oder Maikäfer meist negativ wahrgenommen. Ein Käfer als Kinderbuch-Star? Undenkbar. Und doch hat die britische Autorin M. G. Leonard in ihrem originellen Debütroman ihrem Protagonisten Darkus Cuttle einen „Käferkumpel“ zur Seite gestellt, der mit einer ganzen Horde von Krabblern die Handlung entscheidend vorantreibt.

Käferkumpel als Retter

Der 13jährige Darkus hat schon vor Jahren seine Mutter verloren, und nun ist auch noch sein Vater Dr. Bartholomeus Cuttle an seinem Arbeitsplatz im Naturhistorischen Museum auf mysteriöse Weise verschwunden. Darkus zieht zu seinem Onkel Max, einem Archäologen. Eines Tages beobachtet er einen Streit der beiden schrägen Nachbarn Pickering und Humphrey, in dessen Verlauf ein riesiger Käfer auf ihn zu krabbelt. Der Nashornkäfer rettet ihn vor prügelnden Schulkameraden, wird Baxter getauft und weicht ihm nicht mehr von der Seite. Als Darkus von seinen Nachbarn eingesperrt wird, befreit ihn Baxter mit seinen Käferkumpels. Und damit steckt Darkus mitten in einem wahnwitzigen Abenteuer: Warum ist die exzentrische Modedesignerin Lucretia Cutter hinter den Käfern her? Was ist das geheimnisvolle Fabre-Projekt? Und was hat das alles mit dem Verschwinden seines Vaters zu tun? Gemeinsam mit den Käfern und seinen Freunden Virginia und Bertolt macht sich der „Beetle Boy“ (englischer Originaltitel) Darkus daran, diese Rätsel zu lösen …

Käferkumpel ist eine Abenteuergeschichte

Mit dieser fantastischen Story ist M. G. Leonard eine spannende Abenteuergeschichte für Kinder ab 10 Jahren gelungen. Die gekürzte Lesung mit Sebastian Rudolph bringt die witzigen und gruseligen Szenen gleichermaßen intensiv zum Ausdruck, und alle Leser und Hörer der Geschichte werden die unscheinbaren Krabbler in Zukunft definitiv mit anderen Augen sehen. Käferkumpel ist als erster Teil einer Trilogie gedacht – wir dürfen uns also auf weitere Abenteuer mit Darkus und Baxter freuen!

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erbe des zauberersTerry Pratchett, der mit seinen geistreichen und witzigen Scheibenweltromanen das Fantasy-Genre frech durcheinander wirbelte, ist leider vor gut einem Jahr verstorben. Sein letzter posthum veröffentlichter Roman „Die Krone des Schäfers“ war somit definitiv der letzte Auftritt von Oma Wetterwachs, einer der beliebtesten Figuren seiner bizarren Fantasywelt. Das kleine Label Schall & Wahn hat nun einen seiner frühen Romane als ungekürzte Lesung herausgebracht, und wer den ersten Auftritt der legendären Hexe aus den Spitzhornbergen noch nicht kennt oder wieder entdecken will, dem sei diese gelungene Vertonung mit Katharina Thalbach ans Herz gelegt.

Emanzipation auf der Scheibenwelt

Oma Wetterwachs nimmt sich in Pratchetts drittem Scheibenwelt-Roman „Das Erbe des Zauberers“ einer jungen Zauberin an. So etwas dürfte es auf der Scheibenwelt eigentlich gar nicht geben: Magisch begabte Mädchen werden Hexen, Jungs werden zum Zauberer ausgebildet. Aber der kleinen Eskarina Schmied wurde als vermeintlich achter Sohn eines achten Sohnes vom Zauberer Drum Billet ein Zauberstab vermacht – als der Fehler aufflog, war Billet schon verstorben. Omas Versuche, Esk trotz ihrer „anderen“ magischen Kräfte als Hexe auszubilden, ihre abenteuerliche Reise nach Ankh Morpork und die turbulente Konfrontation mit den Zauberern der Unsichtbaren Universität, die natürlich kein Mädchen aufnehmen wollen, beschreibt Pratchett flüssig, mit dem ihm eigenen, feinen Humor, v.a. herrlichen Wortspielen und vielen skurrilen Szenen. Der Kampf der Geschlechter zwischen Hexen und Zauberern kumuliert in einem Duell zwischen Oma Wetterwachs und dem Erzkanzler der Universität – sehr spektakulär. Von Katharina Thalbach wird die Geschichte mit ihrer knarzigen Stimme hervorragend erzählt. Thalbach versteht es, Figuren unverkennbar mit eigenen Stimmen zu versehen, Spannung aufzubauen und Pratchetts Humor zu transportieren.

Das Erbe des Zauberers“ ist nicht unbedingt als Auftakt der Hexenreihe zu verstehen, da die anderen Hexen von Lancre und v.a. Omas beste Freundin Nanny Ogg nicht vorkommen. Wer mit dieser Lesung auf den Geschmack gekommen ist, dem sind Pratchetts weitere Hexenromanen aber unbedingt zu empfehlen.

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jogis eleven 032014 holte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Brasilien den WM-Titel – und seitdem parodiert Christian Schiffer den Bundestrainer Jogi Löw und das Team sehr erfolgreich in seiner Radiocomedy „Jogis Eleven“. Die Parodie wird bundesweit in über 400 Radioshows gesendet und wurde auch schon erfolgreich auf zwei CDs veröffentlicht. Nachdem zunächst augenzwinkernd gezeigt wurde, wie das Leben „Beim Weltmeischder daheim“ weitergeht, wurde der „Maschterplan“ für die „Mission Europameischter“ erläutert. Kurz vor dem Turnierauftakt in Frankreich heißt es nun: „Jetzt wird’s ernscht“!

Jogis Eleven auf dem Weg zum Titel

Brasilien und Argentinien sind bei der Europameisterschaft nicht dabei, da sollte es nach 20 Jahren doch mal wieder mit dem Titel klappen. Welches Erfolgsgeheimnis flüstert Jogi seinen Jungs ins Ohr? Wir lauschen an der Kabinentür, wenn der „Meischter“-Trainer, wie immer perfekt gekleidet mit Rollkragenpulli und „Schal de Gaulle“, die Mannschaft auf die EM einstimmt. Dazu kommen echte Größen der Fußballwelt zu Wort: „Calli“ Calmund freut sich auf Paris, die Stadt der Mode („Hoffentlich haben die meine Konfektgröße“), Poldi sorgt sich um Schweini („Ey, ich hab gehört, die planen einen Sturm auf den Bastie“) und Mesut und Jérôme philosophieren über die richtige Strategie, die aus Jogis Eleven nach Weltmeistern auch zu Europameistern machen soll.

Jogis Eleven – Das Ein-Mann-Hörspiel

Ob Jogi Löw, Rainer Calmund, Jérôme Boateng, Poldi, Franz Beckenbauer, Mesut Özil, … Christian Schiffer kann sie alle perfekt parodieren und sorgt mit seinem Ein-Mann-Hörspiel für Bauchmuskelkater – und das ganz ohne Sport.

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straße der wunder 02Seit seinem Durchbruch mit „Garp und wie er die Welt sah“ landen John Irvings Romane regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Nicht nur „Garp“, auch „Hotel New Hampshire“ oder „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ wurden erfolgreich verfilmt. Und in all diesen beliebten Geschichten greift der große Erzähler immer wieder die gleichen Motive auf: vaterlose Kinder, groteske Unfälle, Schriftstellerei, Transsexualität, Religion und Krankheit.

Auch in seinem neuesten Werk „Straße der Wunder“ erkennt man als Irving-Leser die Kern-Themen des amerikanischen Autors sofort wieder.

Von der mexikanischen Müllkippe nach Iowa

Straße der Wunder“ erzählt die dramatische Geschichte des mexikanischen Müllkippenkindes und späteren Erfolgsschriftstellers Juan Diego Guerrero, der sich mit seiner hellsichtigen Schwester Lupe aus ärmlichen Verhältnissen zu retten versucht. Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen: In der Gegenwart ist Juan Diego ein gefeierter Schriftsteller mittleren Alters, der in den USA lebt, aber endlich ein lange gegebenes Versprechen einlösen will und eine Reise auf die Philippinen antritt. In seinem ersten Leben im mexikanischen Oaxaca hat er nämlich dem „Gringo bueno“, einem vor dem Einberufungsbefehl geflüchteten Amerikaner, versprochen, das Grab dessen Vaters in Manila zu besuchen. Diese Szene und weitere Erlebnisse aus Juan Diegos Jugend bilden die zweite Zeitebene des Romans. Immer wieder driftet der Schriftsteller nämlich auf seiner Reise in Träume ab, in denen er die wichtigsten Ereignisse seiner Kindheit erneut erlebt. V.a. das Zusammentreffen mit dem amerikanischen Jesuiten Eduardo und der transsexuellen Prostituierten Flor, die schließlich seine Adoptiveltern werden und ihn nach Iowa mitnehmen, spielen in Juan Diegos Erinnerungen eine große Rolle. Aber auch, wie er seine geliebte Schwester Lupe verlor.

Magisch und spannend erzählt

Straße der Wunder“ mag sich durch diese zahlreichen Erinnerungsschleifen zunächst etwas schleppend in Gang setzen, aber die farbenprächtigen Ausflüge in die mexikanische Vergangenheit des Protagonisten und seine Erlebnisse in der Gegenwart mit den beiden Zufallsbekanntschaften Dorothy und Miriam, die ihm vom New Yorker Flughafen weg wie Groupies folgen, verknüpfen sich schließlich doch zu einem amüsanten Reigen mit Irving-typischen skurrilen Szenen. In denen kann der ausgezeichnete Sprecher Johannes Steck sein Talent voll zur Geltung bringen. Er verleiht in der ungekürzten Lesung allen Protagonisten eine eigene Stimme, hat ein Gespür sowohl für die slapstickhafte Komik als auch leise Tragik in Irvings Geschichte und erweist sich als ideale Stimme für diesen fabulierfreudigen Erzähler.

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