...entführen dich in eine andere Welt

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Jaud - Einen Scheiß muss ichEin Typ wie Sean Brummel ist ja schon von seinem Namen her jemand, dem das Verhalten praktisch in die Wiege gelegt wird. Tommy Jauds erfundene Persönlichkeit mit besagtem Namen ist aber auch jemand, der dem in seiner Lebensführung absolut gerecht wird. „Sean Brummel: Einen Scheiß muss ich“ ist dann so gesehen auch noch der perfekte Titel für ein Hörbuch, in dem es letztlich um nichts anderes geht als die Akzeptanz des Individuellen. Mit der gewohnten, komischen Art hat der mehrfach prämierte Bestsellerautor und Schreiberling für diverse Fernsehsendungen da mal wieder was für unser Zwerchfell ausgepackt.

Einen Scheiß muss ich – nur Spaß haben muss ich

Mangelnde Faulheit soll zu Burnout führen. So zumindest lautet die Theorie. US-Bestsellerautor Sean Brummel, der sich darüber Gedanken gemacht hat, sieht das alles ein wenig anders. Er hinterfragt die Hypothese, hinterfragt den Wahn abnehmen zu müssen, die chronische Aufräumlust und das zwanghafte ökologisch korrekte Verhalten. Sein Fazit ist klar: Wir müssen nicht herausgehen, nur weil die Sonne scheint oder im Job Karriere machen. „Einen Scheiß muss ich“. Niemand geht zugrunde, weil er kein Tageslicht sieht. Stattdessen fehlt es den Menschen in erster Linie an Spaß. Genau dafür tritt Sean Brummel, hinter dem sich natürlich Autor Tommy Jaud selbst versteckt, ein. Mehr Spaß am Leben.

Tommy Jaud wird zu Sean Brummel

Inspiriert und offensichtlich auch sehr fasziniert von den vielen US-amerikanischen Ratgeber-Büchern hat Tommy Jaud jetzt mit „Sean Brummel: Einen Scheiß muss ich“ einen eigenen verfasst. Weil er selbst kein Ami ist, hat er Brummel geschaffen und dessen fiktiven Bestseller „Do Whatever the Fuck You Want“ ins Deutsche übertragen. So kommen auch die deutschen Leser in den Genuss einer Hommage an das selbstbestimmte Leben, ganz ohne Bevormundung und Leistungswahn. Das Stück spricht der Autor dann auch noch selbst und verleiht seinen einzelnen Aspekten so die nötige komische Klangfarbe, die er stets anschlägt. Das macht dann summa summarum 350 Minuten tolle Kost für unser Gemüt.

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So ein MistEr ist jung, sympathisch, clever und mit all jenen jugendlichen Problemen gesegnet, die Teenager heute zu durchlaufen haben bzw. alle Erwachsenen einmal in einer ihrer Zeit gerechten Form durchlaufen mussten. Jeff Kinneys Comicheld Greg Heffley. Das Strichmännchen wird von seinem Autor immer wieder in brenzlige Situationen geschickt. Dabei sucht Kinney diese nicht in irgendwelchen besonderen Abenteuerausflügen, sondern im ganz alltäglichen Dahinvegetieren. Greg ist ein Kerl, der sich mit Übeln wie Schule, Wünsche und Bedürfnisse der eigenen Familienmitglieder sowie mit dem stetigen mit-sich-selbst-Ringen, wenn es darum geht, einmal nicht auf der faulen Haut zu liegen. „So ein Mist!“ ist bereits die zehnte Episode des beliebten Helden.

Gregs Mom will Elektronik aus dem Wochenende vertreiben

Die Telekom zeigt gerade werbetechnisch mit ironischer Bravour, wie sinnlos es ist, Kindern den Zugang zu Smartphones zu versperren. Jeff Kinney greift diesen Leitfaden in „Gregs Tagebuch Band 10: So ein Mist!“ elegant auf. Gregs Mom plant nämlich, ein komplett elektronikfreies Wochenende für die gesamte Stadt zu organisieren. Das bedeutet: keine Handys, kein Fernsehen und keine Computerspiele. Dafür aber das Genießen in freier Natur, Saubermachen und Limonadenstände. Im wahrsten Sinn des Wortes: „So ein Mist!“. Man konnte es bereits erwarten, dass Greg nur wenig vom Engagement seiner Mama hält und als wäre das nicht schon genug, muss er sich nun auch noch Gedanken über die anstehende Klassenfahrt zur Schweiß-und-Fleiß-Farm machen.

Jeff Kinneys Held begeistert Millionen

Vor zehn Jahren ist Greg das erste Mal aufgetaucht. Spieldesigner Jeff Kinney hat einen kleinen Satansbraten kreiert, der eigenwillig durchs Leben tappst und in dem sich viele Heranwachsende gut abgebildet fühlen. Gregs Tagebücher haben sich längst zu einem internationalen Kult entwickelt. Mittlerweile wurde die einzelnen Bände millionenfach verkauft, jede neue Ausgabe erreicht in wenigen Tagen Bestsellerstatus. Deshalb ist natürlich auch „So ein Mist!“ Pflichtlektüre für alle Fans der Reihe. Zumal der nunmehr zehnte Band, der von Marco Esser eingesprochen wurde, wirklich sehr gelungen ist und wieder eine Thematik behandelt, die sehr am jugendlichen Alltag anzusiedeln ist.

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Timur Vermes – Er ist wieder da

Benjamin Jendro

8.Oktober
2015

Vermes - Er ist wieder daKein deutscher Film wird in diesem Jahr so viel Aufsehen erregen wie David Wnendts „Er ist wieder da“. Mit einer tollen Herangehensweise hat er einen brillanten filmischen Rahmen für Timur Vermes gleichnamigen Roman gefunden. Teilweise filmte er einzelne Szenen mit versteckter Kamera direkt auf den Straßen Berlins und fing so die authentischen Reaktionen der Menschen auf einen Adolf Hitler mitten im 21. Jahrhundert ein. Mit seinem viel diskutierten Schriftstück hat Timur Vermes ihm die richtige Grundlage geschaffen. Er lässt seinen Protagonisten, der im Hörbuch brillant von Christoph Maria Herbst gesprochen im Jahr 2011 auf alle Gegebenheiten der heutigen Zeit treffen.

Er ist wieder da

In den Annalen kann man ausführliche Notizen finden, Adolf Hitler ist am 30. April 1945 offiziell für tot erklärt worden. Für viele Literaten und Medienvertreter spielt er dennoch weiterhin eine Rolle, das Spektrum Hitler ist noch lange nicht ausgereizt. Timur Vermes hat das mit seinem Roman einmal mehr bewiesen und ein vollkommen neues Konzept entwickelt. In „Er ist wieder da“ platziert er Adolf Hitler im Jahr 2011 in Berlin Mitte, auf einem leeren Grundstück und in unmittelbarer Nähe zum damaligen Bunker. Er ist noch immer derselbe, doch die Zeit hat sich komplett. Mittlerweile regiert eine Frau in Deutschland, einem Land des multikulturellen Austauschs. Krieg herrscht im Zentrum Europas keiner mehr, die NSDAP gehört der Geschichte an. Sichtlich überfordert mit seiner Umgebung tapst er erst einmal hilflos durch die Straßen. Auch dank der vielen Ahnungslosen um ihn herum aber erlangt er nach und nach immer mehr Souveränität.

Hitler gelangt durch die Medienwelt zurück in den Fokus

Alle Menschen, die auf ihn treffen, halten ihn für einen begnadeten Komiker, der sowohl die Denkweise des einstigen „Führers“ verinnerlicht zu haben scheint als auch seine Mimik und Gestik. Niemand, weder die waschechten Neonazis, noch führende Politiker oder Prominente ahnen, mit wem sie es hier wirklich zu tun haben. Hitler steigt auf zum gefeierten Medienstar und erntet dank der Genialität seiner witzigen Darstellung großen Beifall. Vermes zeigt in „Er ist wieder da“, wie sehr unsere heutige Gesellschaft von Medien abhängig ist. Hitler sammelt Facebook-Likes, jeder möchte mit ihm gesehen werden. Niemand nimmt die scheinbare Witzfigur ernst und so schiebt sie sich immer weiter empor. Das ist gefährlich und beweist letztlich nur, dass auch die Gesellschaft des 21. Jahrhundert anfällig für die Verführung eines Demagogen ist. Selbstverständlich ist alles mit reichlich Humor verpackt.

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Paul Maar – Ein Sams zu viel

Benjamin Jendro

6.August
2015

Ein Sams zu vielMeine Kindheit wurde von einigen lustigen Gestalten begleitet. Eine war ein lustiges Kerlchen mit dem sonderbaren Namen „Das Sams“. Dieses hat sich mit seiner frechen Art und den immer wieder spaßigen Erlebnissen richtig eingebrannt in mein Gedächtnis. Umso erfreuter bin ich nun, selbst aus den Kindesschuhen heraus, dass solche Helden meiner Kindheit noch nicht von der Bildfläche verschwunden sind und immer noch große Präsenz ausstrahlen. Dass die Geschichte noch längst nicht ausgeschöpft ist und immer weiter erzählt werden kann, beweist Paul Maar mit der aberwitzigen Story „Ein Sams zu viel“.

Plötzlich sind es zwei Samse

Abrakadabra, simsalabim und plötzlich sind es zwei Samse. Verantwortlich dafür ist ein unbedachter Moment von Herrn Taschenbier. Der Chef mit dem toll klingenden Namen hat einen Wunsch frei, denn das Sams möchte ihm zum Geburtstag seinen letzten Wunschpunkt schenken, der hinter dem Ohrläppchen schlummert. Herr Taschenbier aber wünscht sich etwas, dass der Schenkende so eher nicht vorhergesehen hat. Damit die ewig schimpfende Frau Rotkohl endlich Ruhe gibt, wünscht er ihr ein eigenes Sams herbei. Ehe er sich versieht, hat der Titelheld einen Doppelgänger. Leider entspricht der so gar nicht seiner Vorstellung und wirkt irgendwie wie ein äußerst schlechter Klon des Originals – des legendären Taschenbier-Sams.

Das neue Sams ist eines zu viel

Das neue Sams ist merkwürdig geraten. Es ist das perfekte Wunschkind, genau so, wie es Eltern sich immer wünschen. Es hält sich an Regeln und passt sich an, ist zugleich aber extrem naiv und ziemlich dümmlich. Das passt dem Original natürlich gar nicht, zumal ein zweiter seiner Art ohnehin vollkommen neuartig und fehl am Platz ist. Das Sams reagiert wütend und eifersüchtig, das erste Aufeinandertreffen ist schon eine recht giftige Begegnung. Dass Herr Taschenbier Sympathien für den Charakter des Neulings entwickelt, ist nicht gerade förderlich für das ohnehin sehr angeknackste Selbstvertrauen des Sams. „Ein Sams zu viel“ ist so ein Titel, der clever gewählt scheint und den Inhalt der 108 Hörbuchminuten recht gut zusammenfasst.

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Minions

Benjamin Jendro

23.Juli
2015

MinionsIm Kino kommt man des Öfteren zum lachen. So doll wie bei den kleinen „Minions“ aber selten. Die gelben Zwerge mit Latzhose überzeugen mit ihrer unvergleichlich verpeilten Art und begeistern Groß und Klein. Nachdem sie die ersten beiden Episoden von „Ich – Einfach unverbesserlich“ rockten und letztlich dafür sorgten, dass das Animationsabenteuer so ein Erfolg wird, haben sie in diesem Jahr endlich ihren ganz eigenen Kinofilm bekommen. Gerade aufgrund ihrer sonderbaren Laute, die irgendwie niemand so recht versteht, sorgte das für pausenloses Gelächter. Natürlich gab es dabei auch ein wenig Story, die man sich in der Hörbuchversion ebenso mal zu Gemüte führen kann.

Die Minions, wie wir sie kennen und lieben

Noch immer befinden sich die kleinen Gelblinge auf der Suche nach einem echten Superschurken. Bisher sind alle Versuche, einem Bösewicht zur Weltherrschaft zu verhelfen, komplett gescheitert. Die „Minions“ haben zum Beispiel Napoleons Russland-Feldzug in den Sand gefahren. Jetzt aber könnte sich das Blatt endlich wenden, denn Kevin, Bob und Stuart haben eine tolle Idee und machen sich auf den Weg nach New York City, wo sie auf einer Tagung der Kriminellen nach einem neuen Partner suchen. Dort treffen sie Schurkin Scarlet Overkill, die der Queen Elizabeth II. die Krone entwenden möchte

Fast zwei Stunden Comedy pur

Dass die „Minions“ ultimativ lustig sind, daran mag niemand zweifeln. Interessanterweise, das hat der Film bewiesen, funktionieren sie auch recht gut alleine. Das Hörbuch dauert fast zwei Stunden und sorgt für viele Lacher. Gesprochen wird die Geschichte von Oliver von Rohrbeck und eben dieser zeigt sich verdammt variabel, sogar was die Intonation der einzelnen „Minions“ angeht. 899 sind es an der Zahl und da entsteht zwischendurch schon ein wenig der Eindruck, dass man die Übersicht verlieren könnte. Diese Planlosigkeit passt aber irgendwie zu den kleinen Helden und macht das Hörbuch für Fans umso unverzichtbarer.

 

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Lutz Hübner – Frau Müller muss weg

Benjamin Jendro

3.Februar
2015

Frau Müller muss wegDie Schulpflicht ist im deutschen Gesetz fest verankert. Deshalb schicken die meisten Eltern ihre Schützlinge Tag für Tag in die Bildungseinrichtung. Dass sie mit den Elementen dieser zufrieden sind, ist damit aber nicht gesagt. Tatsächlich gibt es im Schulunterricht so einiges, was Mama und Papa so rein gar nicht in den Kram passt. Für eine ganze Gruppe von ihnen ist eine Lehrerin in Lutz HübnersFrau Müller muss weg“ ein wahrer Dorn im Auge. Die Akademikerin ist der Grund dafür, dass viele Kids eine schlechte Zukunftsaussicht haben. Zumindest halten die Eltern sie für den Grund.

Frau Müller muss weg – Keine Frage

Die Zeugnisse stehen an und mit ihnen die Empfehlung für die jeweilige Oberstufe. Dieser Zeitpunkt sollte Eltern eigentlich zufrieden stimmen. Schließlich zeigt das, dass ihre Kids heranwachsen. Für mehrere Paare im Theaterstück „Frau Müller muss weg“, das derzeit auch im Kino für Furore sorgt, steigt aber die Angst, je mehr sich besagter Tag nähert. Schuld daran ist allein die nicht immer freundlich dargestellte Frau Müller. Die Klassenlehrerin ist mit ihrer Notenvergabe schließlich das Zünglein an der Waage und bevor man die Schuld beim eigenen Kind sucht, macht man doch lieber jemand anderes für das stetige Versagen in den Klassenarbeiten verantwortlich.

Eltern im Kampf gegen Frau Müller

Wenn es sich um ein, vielleicht auch zwei Kids handeln, wäre es ja noch im Bereich des Möglichen, dass die Notenvergabe rechtens abläuft. So aber sehen sich Jessica Höfel, Ehepaar Jeskow, Wolf Heider und Katja Grabowski förmlich dazu gezwungen, Frau Müller einmal die Leviten zu lesen. Diese ist sich natürlich keiner Schuld bewusst und zudem recht uneinsichtig. Mit steigender Erzählzeit werden die Bandagen der besorgten Eltern immer härter. Dass sie sich dabei von einer wenig erwachsenen Seite zeigen, macht das ganze Szenario umso lustiger. Im Kino erlebt man unter anderem Anke Engelke, Ken Duken und Alwara Höfels, wie sie in eine Peinlichkeit nach der anderen schlittern. Im zugrunde liegenden Stück, denen die besagten Schauspieler in der Hörbuchvariante von „Frau Müller muss weg“ ihre Stimmen geliehen haben, kommt das aber auch schon recht gut durch.

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Jogis Eleven

Benjamin Jendro

23.Dezember
2014

Jogis ElevenIn dem nun bald abgelaufenen Jahr gab es viele bewegende Ereignisse. Einige bis dahin vollkommen unbekannte Personen wuchsen zu bedeutenden Persönlichkeiten, politisch und kulturell tat sich einiges. Das größte Ereignis dürfte dennoch der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft sein, den sich die Männer von Bundestrainer Jogi Löw verdientermaßen sicherten. Neben der hohen fußballerischen Qualität, die dieses Generation Deutscher Ballstreichler auszeichnet, wurde immer wieder auch über den internen Zusammenhalt und den gemeinsamen Spaß am Fußballspielen gesprochen. Es gibt keinen besseren Beweis dafür als „Jogis Eleven“ – ein Hörbuch, das zwar nicht immer ernst gemeint ist, dafür aber die Erinnerung ans Maracana erneut aufleben lässt.

Jogis Eleven vom Radio zum Hörbuch

Jogis Eleven“ kann man derzeit auf zahlreichen Radiosendern des Landes genießen. Immer wieder werden neue Ideen entwickelt, die uns vollkommen unerwartete Seiten des schwäbischen Bundestrainers und seiner Spieler präsentieren. Gelegentlich kommt da auch mal einer der historischen Kicker zu Wort. Lustig ist es immer, weil Christian Schiffer, der dieses 75-minütige Hörbuch eingesprochen hat, vielseitig variiert und von Löw über Poldi bis hin zu Neuer sämtliche Stars im Repertoire hat. Gerade im Zusammenspiel von Löw und Podolski kommt da großer Unterhaltungswert auf. Klar, die beiden arbeiten ja nun auch schon mehr als zehn Jahre gemeinsam beim DFB.

Daheim beim Weltmeischder

So kontrolliert Bundestrainer Löw immer rüberkommt, so viel Humor besitzt der Mann aus dem Schwabenländle. Schiffer treibt dies natürlich auf die Palme und spielt vor allem mit Jogis Akzent. Bei den einzelnen Spielern zeigt sich eine große Liebe fürs Detail, so erkennen wir bei jedem besondere Eigenarten. Der Kölner Prinz Lukas sagt, was er denkt und geht im Werk in Brasilien auf Pyramidensuche. Der Noch-Rekordnationalkicker Loddar sucht in den Favelas – wie soll es anders sein? – eine neue Ehegattin. Es sind diese Einblicke in die Welt der Weltmeischder, die auch unser Weihnachtsfest bereichern können.

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Eckart von Hirschhausen – Wunderheiler

Benjamin Jendro

11.November
2014

Hirschhausen - WunderheilerWenn man als Comedian Erfolg haben möchte, muss man entweder besonders lustig aussehen oder aber ein Programm haben, das zeitlich relevante Themen behandelt und den Menschen lustige Aspekte aus ihrem alltäglichen Leben präsentiert. Über diese lachen wir nämlich am meisten. Aus diesem Grund ordnen erfolgreiche Komiker ihrem jeweiligen Programm, mit dem sie unterhalten wollen, einen Schwerpunkt zu. Marion Barth geht auf die Unterschiede zwischen Mann und Frau ein, Kaya Yanar auf die Facetten des interkulturellen Austauschs. Eckart von Hirschhausen, seinerseits promovierter Doktor, hat die Medizin für sich auserkoren und bringt diese mittels viel Humor seinem Publikum näher. Er erklärt die Eigenarten unseres Körpers und sorgt dabei für viele Lachen erregende Momente. Das gelingt ihm brandaktuell auch mit „Wunderheiler“.

Wunderheiler von China bis Mecklenburg-Vorpommern

Ob auf literarische Art und Weise wie in „Wohin geht die Liebe, wenn sie durch den Magen durch ist?“ oder in Form der medial präsenten Unterhaltung bei „Hirschhausens Quiz des Menschen“, der Hobbyzauberer von Hirschhausen versteht es phänomenal, Interessantes aus der Medizin in hübsche Anekdoten zu verpacken. „Wunderheiler“ lautet der Titel seines aktuellen Bühnenprogramms. Das dazugehörige Hörbuch ist ein Livemitschnitt, der den Zuhörer über 70 Minuten hinweg entertainen wird. Mit einer gesunden Mixtur aus wissenschaftlichem Fachjargon und allgemeinverständlicher Darstellung widmet sich Eckart von Hirschhausen den Zauberkünstlern der Wundheilung, stellt Magier aus dem entfernten asiatischen Raum und auch jene aus den einzelnen deutschen Bundesländern vor.

Wer an etwas glaubt, wird gesund

Interessanterweise wird dabei einiges als Placebo-Effekt klassifiziert. Wer von Hirschhausen kennt, weiß, dass er generell die Meinung vertritt, der Körper könne die meisten Krankheiten von alleine heilen. Insofern ist vieles, das als sonderbar verkauft wird, reiner Hokuspokus, an den wohlgemerkt viele glauben. Eine Heilung resultiert dann weniger durch den „Wunderheiler“ als mehr durch den individuellen Glauben an dessen Fähigkeiten. Es ist immer wieder amüsant zu beobachten, wie von Hirschhausen das seinen Zuhörern vor Augen führt.

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Evers - Wäre ich Du, würde ich mich liebenMan soll ja ein abgelaufenes Kalenderjahr immer mit etwas Positivem abschließen, damit letztlich auch gut ins neue gestartet werden kann. Dies gilt selbstverständlich auch für den kulturellen Bereich. Aus diesem Grund soll im heutigen Beitrag nicht alles ganz so ernst genommen und stattdessen besser mal ein wenig gelacht werden. Lauscht man den 350 Minuten pure Unterhaltung des Berliners Horst Evers, wird man aus der Erheiterung gar nicht mehr herauskommen. Zu lustig charakterisieren sich seine 65 Tracks, die vor Anekdoten und Neologismen nur so strotzen. Evers philosophiert in Wäre ich Du, würde ich mich lieben über verschiedene Elemente unseres Lebens, vor allem auch über dieses selbst.

Horst Evers – Ein Studienabbrecher mit Unterhaltungstalent

Germanistik und Sozialkunde hat der heute 46-jährige Kabarettist an der Freien Universität zu Berlin studiert. Ein Abschluss findet sich nicht in seiner Vita. Das scheint aber kein Muss, um erfolgreich mit Worten unterhalten zu können. Mehrfach schon hat Horst Evers das bewiesen, in „Für Eile fehlt mir die Zeit“ und „Der König von Berlin“. Dementsprechend zuverlässig entführt er uns auch jetzt wieder in seine Gedanken über die mehr oder weniger normalen Sachen unserer Welt. Themen wie die Pünktlichkeit bei der Deutschen Bahn und die Zuverlässigkeit beim Bau des Hauptstadtflughafen werden angesprochen und ausgeführt, teilweise karikiert, dies aber stets mit Stil.

Horst Evers – Ein Erzähler, der einem nichts aufzwingt

So sehr Horst Evers seine Leser und Zuhörer auch mit auf die Reise nimmt, so wenig versucht er ihnen etwas aufzuzwingen. Es steckt halt auch bei der noch so übertriebenen Ausformung der eigenen Gedanken immer noch ein Funke Wahrheit verborgen, durch den wir ihm und seinen Ansichten irgendwie immer zustimmen müssen. Ohne Frage ist die elektronische Zahnbürste eine tolle Erfindung, ein sich selbst ausleerende Mülleimer wäre aber definitiv auch eine langjährige Forschung wert. Es sind die banalen Phänomene des Alltags, die Evers in „Wäre ich Du, würde ich mich lieben“ interessieren und die er auf komische Art und Weise problematisiert.

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Heldt - Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnnen!Dora Heldt ist ohne Frage eine der erfolgreichsten Autorinnen, die sich in den letzten Jahren an die Spitze der Bestsellerlisten geschoben haben. Ihre Werke um Menschen, die sich auch im Bekanntenkreis oder gar in der eigenen Familie jedes einzelnen Lesers wiederfinden könnten, treffen den Tonus der Leserschaft. Auch mit ihrem neuen Werk ist sie wieder einmal in der oberen Liga der meistverkauften Stücke angekommen. Dabei hat sie es dieses Mal mit ein bisschen weniger Herzschmerz und innerer Befindlichkeit versucht und stattdessen eine Geschichte geschaffen, die durchaus einen gewissen gesellschaftlichen Gehalt mit sich bringt. „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!“ ist eine erfrischende Mixtur aus Unterhaltung und Sozialkritik, die 220-minütige Hörbuchfassung geht herunter wie Butter.

Zwei Rentner auf einem Abzocktrip

Von Charlotte, Inge und Christine, die sonst fest zum Repertoire in der Familienbüchern der Dora Heldt gehören, erfährt der Zuhörer dieses Mal eher weniger. Zentraler sind die beiden, ebenfalls aus den Papa-Büchern bereits bekannten, Rentner Heinz und Walter. Letzterer hat in einem Gewinnspiel eine luxuriöse Reise ergattert und dank eines Tricks gelingt es ihm, den neidischen Heinz gleich mit in den Reisebus zu bringen. In diesem sollten eigentlich nur exklusive Gäste sitzen. Von Beginn an ist klar, dass die versprochene Gesellschaft sich als alles andere als exklusiv charakterisiert. Nur Finchen, in etwa im Alter der zwei, und ihre Nichte Johanna scheinen ein Lichtblick.

Heikle Immobilienversprechungen

Während Finchen die Reise mit dem Plan angetreten ist, ihre Begleiterin wieder mit dem Ehemann zu versöhnen, will Radiojournalistin Johanna hinter die betrügerische Abzocke der Kaffeefahrt gelangen. In der Tat geben auch die Unterkunft, die ein heruntergekommenes Landgut anstatt eines Luxusdomizils für die Gäste bereithält und die Versorgung während der Fahrt bereits erste Aufschlüsse. Wiener auf Papptellern anstatt Kaviar und Co. Selbst für die Getränke sollen die Reisenden plötzlich bezahlen. Auf einmal ist dann auch von einer Ferienanlage die Rede, die bei hohen Investitionen lukrative Renditen verspricht. Als wäre das nicht schon des Guten zu viel, macht die Reisegruppe auch noch einen mysteriösen Leichenfund.

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