...entführen dich in eine andere Welt

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Der gestohlene SiegIn der Bundesliga bereiten sich die einzelnen Vereine derzeit auf die kommende Saison vor. In den Trainingslagern dieser Welt machen sie sich fit. In den anderen europäischen Spitzenligen sieht es nicht anders aus. Für den Fußball-Fan ist diese Zeit hart. Wenn keine Europa- oder Weltmeisterschaft auf dem Plan steht, sind das ein paar leere Wochen. Da trifft es sich gut, dass Deutschlands bekanntestes Ermittler-Trio sich dem Thema Fußball widmet und die Sommerpause für eine Episode rund um das runde Leder nutzt. „Die drei Fragezeichen – Der gestohlene Sieg“ ist Band Nummer 176 der grandiosen Hörspiel-Reihe.

Die drei Fragezeichen untersuchen ein manipuliertes Spiel

Die L. A. Strikers liegen zehn Minuten vor dem finalen Pfiff mit zwei Toren im Hintertreffen. Die Situation scheint ausweglos. Selbst, wenn der eingefleischte Fußballfan da einige historische Daten und Spiele im Repertoire hat, die großartige Aufholjagden bezeugen. Der Gegner, die Rochester Ravens, sind derart überlegen, dass wirklich nichts auf eine Wende hinweist. Plötzlich aber ist ein Bruch im Spiel und die Strikers sichern sich den Pokal. Eine Entwicklung, die mit rechten Dingen ablief? Mitnichten, sonst wäre „Der gestohlene Sieg“ ja kein neuer Fall für Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews. Die Geschichte lehnt sich sehr am Ärgernis um Schiedsrichter Robert Hoyzer und den vielen verschobenen Spielen im europäischen Fußball an. Hier hat allerdings ein skrupelloser Erpresser seinen Anteil.

Die drei Fragezeichen ermitteln mit Bravour

Nein, die Komponente Wettmafia wird nicht in „Der gestohlene Sieg“ eingebettet. Spannend ist der Fall aber dennoch, weil auch Nummer 176 die gewohnten Elemente von „Die drei Fragezeichen“ dazu nutzt, den Zuhörer für sich zu gewinnen. Die charismatischen Jung-Detektive, die mittlerweile auf reichlich Erfahrung zurückblicken können, bekommen einen neuen Fußballfall. Der erste in ihrer Geschichte ist es zwar nicht. Eine neue Herangehensweise aber durchaus. Es geht nämlich um Frauenfußball, womit man im 21. Jahrhundert angekommen scheint. Zwar wird das Rätsel schon vor dem Finale relativ gut aufgeschlüsselt, Unterhaltung ist aber trotzdem bis zum Schluss geboten. Ein richtiger Fall für „Die drei Fragezeichen“ halt.

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Stefan Ahnhem – Herzsammler

Benjamin Jendro

9.Juli
2015

Ahnhem - HerzsammlerMan kennt die Kriminalromane um den kultigen Ermittler Kurt Wallander von Henning Mankell zu genüge. Immer wieder plätschert ein neuer Fall des schwedischen Vorzeigeschriftstellers über die Flimmerkiste. Für diese umgesetzt wurden viele Stücke von Stefan Ahnhem, der sich neuerdings auch selbst an schaurigen Geschichten versucht und diese zu Papier bzw. zum Hörbuch bringt. „Herzsammler“ ist der zweite Fall für seinen Protagonisten Fabian Risk und einer, der dem Leser in jeder Minute der satten fünfzehn Stunden Hörbuch den Atem raubt – ein echter skandinavischer Kriminalroman halt.

Zwei Leiche und ein Ermittler mit privaten Problemen

Fabian Risk ist der typische Romanermittler. Seinen Job macht er gut, ständig brennt es irgendwo. Vor allem aber scheint er das eigene Privatleben nicht so ganz in den Griff zu bekommen. Risks Ehefrau klagt ständig über ihre Sorgen, am meisten leidet die gemeinsame Tochter unter der Situation. Für ihn selbst wäre es mal an der Zeit, ein wenig die Wogen zu glätten. Zeit dafür hat er aber nicht, denn der Tod des Justizministers verlangt seine ganze Aufmerksamkeit. Brutal ermordet wird kurz darauf auch die Gattin eines sehr erfolgreichen TV-Moderators. Wie dem Minister wurde auch ihr ein lebenswichtiges Organ entnommen – es ist das Werk vom „Herzsammler“.

Ein Handlungsstrang erinnert an „Saw“

Erinnern Sie sich noch an Jigsaw, den rechthaberischen Killer aus einer bekannten Horrorfilmreihe? Irgendwie erinnert eine Szenerie in „Herzsammler“ genau an diese Reihe. Sofie Leander möchte sich einen ewigen Wunsch erfüllen und endlich Mutter werden. Sie scheint auf der Zielgerade, doch nachdem sie aus der Narkose aufwacht, findet sie sich gefesselt in einer Zelle wieder. Was sie mit den beiden Leichen zutun hat, erklärt Ahnhem nach und nach. Risk jedenfalls versucht gemeinsam mit Niva, einer hochtalentierten Technikexpertin, ein wenig Licht in den Fall zu bringen. Nachdem sich ein Tatverdächtiger das Leben nimmt, scheint das Rätsel fast gelöst. Risk jedoch glaubt nicht an die Lösung und beweist damit großes Ermittlergespür.

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Martin Walker – Provokateure

Benjamin Jendro

2.Juli
2015

Walker - ProvokateureWer in Oxford studiert hat, der kann schon mal auf eine durchaus erfolgreiche Station in seinem Lebenslauf zurückgreifen. Wer von da dann nach Harvard geht, wird auch nicht gerade weniger Lorbeeren im Rucksack haben. Mal abgesehen davon, dass Martin Walker hinsichtlich der Studienrichtung nicht ganz so entschlossen war und von Geschichte hin zur Wirtschaft wechselte, kann sich seine Vita also sehen lassen. Nach dem Studium ging es für den Schotten zum The Guardian und von da direkt in die Bestsellerlisten der Welt. Besonders seine Romane um Ermittler Bruno Courrèges  kommen bei den Lesern gut an. In „Provokateure“ schickt er seinen Protagonisten in Fall Nummer Sieben.

Der Polizist von Saint-Denis hat Sorgen

Die Weinernte im Périgord könnte in diesem Jahr wesentlich schlechter ausfallen. Grund dafür ist ein nicht aufhörender Dauerregen, der die Bestände in große Gefahr bringt. Während die Anwohner um ihre wirtschaftliche Situation bangen, hat der einzige Polizist des Städtchen Saint-Denis wieder mal ganz andere Sorgen. Bruno Courrèges muss sich mit der Leiche eines muslimischen Undercover-Agenten beschäftigen. Erst kurz zuvor standen die beiden noch in Kontakt. Der Agent wandte sich an Courrèges  und bat um Hilfe. Diese würde nun definitiv zu spät kommen.

„Provokateure“ ist ein vielseitiger Kriminalroman

Provokateure“ hat aber noch mehr als diesen plötzlichen Tod zu bieten. Im Büro erwartet den Chefermittler eine merkwürdige Nachricht. Ein autistischer Junge aus Saint-Denis taucht in einer französischen Armeebasis in Afghanistan auf und will zurück in die Heimat. Es ist weder klar, wer der junge Mann ist, noch worin seine genauen Absichten bestehen. Auf den 640 Minuten, die das Hörbuch zu bieten hat, werden diese zwei Rahmenelemente gekonnt ausstrukturiert. Martin Walker lässt wie gewohnt den Zuhörer erst einmal ein wenig zappeln, ehe er ihm das ganze Übel präsentiert. Entgegen seiner journalistischen Laufbahn hebt er sich die Schmankerl für das Finale auf und so gelingt es ihm vermehrt, die wesentlichen Spannungsheber geschickt zu verteilen. Damit ist zu Beginn von „Provokateure“ längst nicht klar, wohin die Reise geht.

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Agatha Christie – Geburtstags-Edition

Benjamin Jendro

25.Juni
2015

Agatha ChristieHeute kennt man in fast jedem Genre bestimmte Vertreter, die man als Aushängeschilder bezeichnen würde. Thriller assoziiert man mit Dan Brown, Horror mit Stephen King oder erotische Lektüre mit E. L. James. In Sachen Kriminalromane gibt es heute auch so einige Vorreiter. Vor allem die Skandinavier scheinen da besonders unterhaltsam. Henning Mankell schon seit Längerem, Jussi Adler-Olsen seit ein paar Jahren. Früher war das eine rein britische Sparte. Neben Sir Arthur Conan Doyle ist hier vor allem Agatha Christie zu nennen. Unzählige ihrer Kriminalgeschichten wurden verfilmt und vertont. Sehr erfolgreich waren auch ihre Romane. Im September würde sich ihr Geburtstag zum 125. Mal jähren. Dafür gibt „der Hörverlag“ eine 10 CDs umfassende Geburtstags-Edition heraus.

Agatha Christie – Eine Frau der großen Fälle

Miss Marple, die alte Jungfer. Hercule Poirot, der belgische Spitzendetektiv und sein Kompagnon Hastings. Tommy und Tuppence Beresford, das Geheimagentenduo. Der charismatische Sir Clithering. Mrs. Oliver, die gerne mal einen interessanten Krimi zu Papier brachte. Oder auch der unverkennbar Inspektor Battle. Na, kommt Ihnen eine dieser Personen bekannt vor? Das ist schon gut möglich, denn sie sind in vielen Werken von Agatha Christie zu bewundern und so ein fest in Beton gemeißeltes Kapitel in der Krimigeschichte. Das gilt auch für die Autorin selbst, ohne die das Genre Krimi heute nicht das wäre, was es ist. Schätzungsweise vier Milliarden Werke hat Agatha Mary Clarissa Christie, geborene Miller, heute verkauft. Ihre Stücke werden der Voraussicht nach auch im 22. Jahrhundert noch gelesen, gehört und geschaut.

Drei große Stücke von Agatha Christie

Satte zwölf Stunden Unterhaltung bietet die Agatha Christie Geburtstags-Edition, für die Regina Lemnitz, David Nathan und Friedhelm Ptok drei der größten Stücke eingesprochen haben. Los geht es mit „Karibische Affäre“, einem Fall für Miss Marple. Diese hat eigentlich Urlaub, doch ein toter Hotelgast zieht ihre Aufmerksamkeit auf sich. Zumal sich die Miss am Tag zuvor noch mit dem Toten unterhalten hat. In „Das unvollendete Bildnis“ wird Hercule Poirot damit beauftragt, die Unschuld einer Frau zu beweisen. Hat die Mutter von Carla Lemarchant ihren Mann umgebracht oder nicht? Poirot muss die Angelegenheit klären und einen neuen Verdächtigen finden. Davon handelt auch „Die Kleptomanin“, wenngleich es zunächst nur um Diebstahl geht. Als die Diebin gefunden ist, wird sie am nächsten Tag entdeckt, allerdings mausetot. Enden kann der Fall da aber nicht, den Poirot hat gerade erst angefangen, seine Nase in die Angelegenheit hineinzustecken.

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Dan Smith – Big Game

Benjamin Jendro

18.Juni
2015

Big GameEs ist ein eher seltenes Phänomen, dass Actionfilme aus dem Kino als Grundlage Romane nutzen. Im Fall von Dan Smith ist es aber so. Sein „Big Game“ erzählt eine interessante und recht ungewöhnliche Geschichte. Ein kleiner Knirps trifft dort mitten in der Wildnis den mächtigsten Mann der Welt. Fortan muss er sich um ihn kümmern und tut dies mit Bravour. Es ist die recht besondere Konstellation, von der die Geschichte lebt und dank der „Big Game“ zum Kinohighlight des Sommers aufsteigen könnte. Das Hörbuch eignet sich für jene, die anstatt der Kinofassung lieber zuhause Spannung haben wollen. Die siebeneinhalb Stunden sind auf jeden Fall hörenswert.

Big Game – Ein außergewöhnliches Jagderlebnis

13 Lenzen ist der kleine Oskari und gemäß der Tradition muss er in den Wald und ein großes Tier erlegen. So wie sein Vater und dessen Vater, Oskari ist nämlich der Spross einer Jägerfamilie. Um der Historie seines finnischen Dorfs gerecht zu werden, ist der Übergang vom Jungen zu Mann das Erlegen einer großen Beute. Je nachdem, worum es sich handelt, erhält der Jäger dann auch Aufschluss darüber, was er für ein Mann geworden ist. Im Fall von „Big Game“ ist die Beute des kleinen Mannes ein wirklich großes Tier. Es handelt sich um den Präsidenten der Vereinigten Staaten, der Oskari da vor den Bogen läuft.

Ein kleiner und schwacher Junge beschützt den mächtigsten Mann der Welt

Oskari hat ein wenig Angst, als er sich in den Wald begibt. Er ist nicht gerade das Ideal eines großen Kriegers. Selbstzweifel sind dennoch unangebracht, denn Oskari erweist sich in „Big Game“ als Fels in der Brandung. Nachdem der Präsident notlanden muss, weil ein Terrorist seine Air Force One vom Himmel pustet, wirkt er mitten in der Wildnis recht orientierungslos. Oskari hält ihn für einen Außerirdischen. Genau diese Konstellation ist so bemerkenswert und Autor Dan Smith zeigt viel Herz in der Geschichte. Oskari beschützt den Präsidenten, der fernab der Staaten hoffnungslos verloren ist und Zielscheibe für jede Menge Bösewichte abgibt.

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Spielman - Nur einen Horizont entferntGute Romane, die einfühlsam sind und Wert auf große Emotionalität legen, zeigen ihren Inhalt zumeist bereits im Titel. Erinnern Sie sich an Jonassons großartigem Schriftstück „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“? Es gibt immer mal wieder solche Werke, denen man den internationalen Bestseller schon bei der Veröffentlichung ansieht. Das traf auf „Morgen kommt ein neuer Himmel“ von Lori Nelson Spielman zu, das insgesamt gute 600.000 Mal über die deutschen Ladentheken ging und so der erfolgreichste Bestseller des abgelaufenen Kalenderjahres war. Ob sie mit „Nur einen Horizont entfernt“ in ähnliche Sphären aufsteigt, lässt sich noch nicht absehen. Eingeschlagen hat die Geschichte aber auf jeden Fall.

Wenn ein Brief ein Leben umkrempelt

Wir leben in einem Zeitalter, in welchem immer weniger Menschen zum Medium Brief greifen und stattdessen lieber eine SMS, Mails oder sonstige Kurznachrichten verschicken. Hannah Farr ist TV-Moderatorin und kennt dieses gesellschaftliche Phänomen zu genüge. Dementsprechend verwundert ist sie, als ein handgeschriebener Brief bei ihr eintrifft. Er stammt von einer früheren Schulkameradin, die um Vergebung bittet, weil sie Hannah früher immer gemobbt hat. Im Kuvert enthalten sind auch zwei Steine. Mit einem soll ihre Vergebung eingeholt werden, mit dem anderen kann sie selbst einen anderen um Verzeihung bitten. Hannah weiß sofort, für wen ihr Stein in „Nur einen Horizont entfernt“ bestimmt ist. Sie weiß nur nicht, ob sie die dunkle Vergangenheit zurück in ihr helles, erfolgreiches Leben dringen lassen soll.

Das komplette Glück ist „Nur einen Horizont entfernt“

Zwei Fragen stellen sich Hannah. Kann sie der früheren Weggefährtin vergeben? Ja das kann sie. Viel wichtiger aber scheint die ganz persönliche Enttäuschung, die sie ihrer Mutter antat und die sich kurz nach dem Lesen des Briefes vollkommen in ihr manifestiert. Hannah hat ihr wehgetan und ein Übel vollbracht, das man nur schwer wieder gerade biegen kann. Ist ein Stein die Lösung, Mutter und Tochter wieder zu vereinen? Mit der jugendlichen Stimme, fängt Sprecherin Eva Gosciejewicz in den 453 Hörbuchminuten sowohl das zittrige Hin und Her in Hannah als auch die einfühlsam aufgebaute Szenerie der Autorin perfekt auf. Das macht ein äußerst hörenswertes Hörbuch für die Sommertage aus.

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Haruki Murakami – Wenn der Wind singt

Benjamin Jendro

27.Mai
2015

Murakami - Wenn der Wind singtDie Zahl derjenigen, die aus meiner Sicht noch immer zu Unrecht auf den Nobelpreis für Literatur wartet, steigert sich Jahr für Jahr. Immer wieder wird man überrascht und bekommt einen Autor vor die Nase gesetzt, der es durchaus verdient hat, der einem aber nicht als erster Name in den Sinn gekommen ist. Haruki Murakami ist für mich derjenige, dessen Name seit Jahren fallen müsste, wenn die Akademie einen Sieger verkündet. Seine Romane versprühen großen Unterhaltungswert und zehren von einer ganz eigenen Sprache. Der 1949 geborene Japaner hat sicher noch ein Paar Jahre Zeit, dennoch sind seine Werke nobelpreiswürdig. Sein Debüt „Wenn der Wind singt“ war es schon.

„Wenn der Wind singt“ ist der Beginn einer Trilogie

Gerade ist der Wunsch vieler Literaturfans in der realen Welt erfüllt worden. Haruki Murakamis Debütroman „Wenn der Wind singt“ wurde endlich auch außerhalb Japans veröffentlicht. Somit hat der Bestsellerautor sich nach langem Hin und Her nun doch entschlossen, seinen Fans, von denen es in Deutschland wahrlich viele gibt, das gute Stück vorzulegen. Es erscheint in der Buchvariante zusammen mit „Pinball 1973“, dem Folgeband. Zusammen mit dem bereits 1991 in Deutschland erschienen Werk „Wilde Schafsjagd“ ergibt das die so genannte „Trilogie der Ratte“ – Murakamis Einstieg in die literarische Welt.

Die Geschichte in „Wenn der Wind singt“

Haruki Murakamis Romane erkennt man oft an wiederkehrenden Elementen. Eines besteht darin, die Erzählung an einer Figur entlang zu führen und das Werk so auch immer ein wenig autobiographisch zu gestalten. In „Wenn der Wind singt“ ist ein 21-jähriger Student dieser Eckpfeiler. Murakami, der seinen Schriften gerne mal etwas Mystisch-Märchenhaftes verleiht, gibt ihm keine Namen. Er ist eine Person, die sinnbildlich zu sehen ist und deshalb auch keinen Namen tragen muss. Besagter Student verbringt die Sommersemesterferien des Jahres 1970 in seinem kleinen Heimatdörfchen. So wirklich viel macht er dort nicht. Trotzdem enthalten die fünf Stunden Hörbuch, die David Nathan spricht, viel Interessantes. Es geht um die Gespräche von dem Protagonisten mit seinen drei engsten Vertrauten, seinem besten Freund Ratte, einem Mädchen, dem ein Finger fehlt und einem Barkeeper.

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Victor Hugo – Die Elenden

Benjamin Jendro

20.Mai
2015

Hugo - Die ElendenFrankreich hat eine Menge große Literaten zu bieten. Im Land, das seit jeher eine Art Vorbote der menschlichen Geistesentwicklung scheint, sind Autoren aus dem Boden gewachsen wie in anderen Ländern das Unkraut. Balzac, Voltaire und Co. haben die Welt mit ihren Worten bereichert, ihr viele schöne Stunden geschenkt. Von einem Alexandre Dumas möchte man da noch gar nicht sprechen. Einer, der in Deutschland eigenartiger Weise gar nicht so großen Erfolg hatte, in der Welt aber recht große Anerkennung findet, ist Victor Hugo. Dessen Todestag jährt sich am Freitag zum 130. Mal. Grund genug, einen Blick auf „Die Elenden“ zu werfen, sein mit Sicherheit größtes Stück.

Die Elenden als Zeugnis des politischen Wandels

Zeit seines Lebens variierten die politischen Ansichten von Victor Hugo. Dieser Wandel spiegelt sich auch in seinen Werken wider. 1846 wechselte er erneut das Lager und begann sich nach und nach sozial zu engagieren. In Manier des großen Sues arbeitete er fortan an seinem Meisterstück, das schließlich 1862 als „Les Miserables“, zu dt. „Die Elenden“ vorgestellt wurde. In diesem Aushängeschild der Romantik, als dessen Hauptakteur Hugo heute in Frankreich gesehen wird, widmet er sich dem Schicksal des Sträflings Jean Valjean. Um diesen herum baut er ein Gesellschaftsbild der Zeit von Napoleon bis Louis Philippe.

Hugo beschreibt die Umstände der Zeit

Mal abgesehen von den Geschehnissen rund um Valijean und einige andere Protagonisten beschreibt Victor Hugo in „Die Elenden“ vor allem auch den Pariser Juniaufstand von 1832. Dabei zeigt er verstärkt Sympathie für die Aufständler, die eine Republik errichten wollen. Alle wichtigen Akteure treffen direkt an den Barrikaden aufeinander. Besonders handlungstragend scheint dabei der vorher eher nebensächliche Gassenjunge Gayroche. Er ist ein wesentliches Puzzlestück, das in den 56 Mammutstunden Hörbuchversion mit vielen anderen Elementen zusammengeführt wird. Sprecher Gert Westphal schaffte es mit einer erstklassigen Mixtur aus ruhiger und bei Bedarf auch bewegter Intonation Victor Hugos großen Klassiker neu aufleben zu lassen.

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Dörte Hansen – Altes Land

Benjamin Jendro

13.Mai
2015

Hansen -Altes LandManche Dinge in dieser Welt können wir bestimmen, die meisten aber eben nicht. So ist unser Leben geprägt von vielem Unvorhersehbaren und jeder Menge Überraschungen, die es besonders spannend machen. Eine Sache, die sich nicht vorhersehen lässt, ist beispielsweise der Unterhaltungswert eines literarischen Werkes. Zwar kennen wir einige Autoren und Autorinnen und können bei einem Folgewerk von ihnen in etwa erahnen, was da zu hören ist. Bei gänzlich neuen Schriftstellern aber lässt sich der Überraschungseffekt nicht minimieren. Insofern wusste ich auch vor meinem letzten Hörbuchkauf nicht, was mich erwartet. Ich griff zur Dörte HansensAltes Land“ und bereute die Entscheidung bei keiner der 313 Hörminuten.

Altes Land ist ein historisch gefärbtes Stück

Fünf Jahre alt ist die kleine Vera, die als das „Polackenkind“ gemeinsam mit ihrer Mutter auf einem Hof gelandet ist. „Altes Land“ erzählt von ihrer Flucht aus Ostpreußen im Jahr 1945. Die neue Heimstätte ist zwar sicher, doch die Szenerie erscheint ihr fremd. Das große und karge Bauernhaus strahlt nicht gerade große Gastfreundschaft aus. Dennoch aber ist Vera am neuen Ort gefangen. Sechs Jahrzehnte später klopft ihre Nichte Anne an die Tür. Auch sie ist geflüchtet, vor ihrem Mann, der auf einmal eine andere liebt. Sie hat ihren kleinen Sohn mitgebracht.

Dörte Hansen berührt den Leser

So unterschiedlich Dörte Hansen Anne und Vera auch darstellt, so vergleichbar ist ihre Situation. Die beiden Frauen, um die sich das komplette Werk „Altes Land“ dreht, haben mehr gemeinsam als es den Anschein macht. Es ist durchaus interessant zu beobachten, dass beide letztlich nach exakt dem gleichen Medium suchen – einer Familie, in der Glück sprießt. Das entschlüsselt die Autorin, die mit einer klaren aber stetig einfühlsamen Sprache, mit Verlauf der Erzählung immer mehr. So berührend die Geschichte ist, so viel ist sie auch vom hanseatisch-trockenen Witz gesegnet, den Dörte Hansen immer mal wieder einfließen lässt.

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Die drei Fragezeichen – Schattenwelt

Benjamin Jendro

7.Mai
2015

SchattenweltJustus Jonas, Peter Shaw, Bob Andrews – Das Triumvirat der Hörbuchszenerie kehrt zurück und präsentiert seinen nunmehr 175. Fall. Das wohl erfolgreichste Dreigestirn der Krimihistorie poltert seit Jahrzehnten erfolgreich durch die Boxen von Kassettenrekordern und CD-Playern. „Schattenwelt“ ist nun ihr neuestes Abenteuer und eines, das sich genauer betrachtet in gleich mehrere Episoden unterteilt. Wie viele genau? Na raten Sie mal! Exakt drei sind es, ganz gemäß der Dreifaltigkeit, die Justus, Peter und Bob als Kriminalisten stets verkörpern.

Die drei Fragezeichen als Studis

Das gab es in der langen Bandreihe der drei Fragezeichen noch gar nicht. In „Schattenwelt“ bekommen sie erstmals die unvergleichliche Chance, als Studenten für ein paar Wochen das Uni-Leben zu testen. Wie erwartet, geht es in Ruxton aber nicht allein um Vorlesungen und Uni-Partys, sondern um einen neuen tollen Fall. Dieser benötigt etwas Anlaufzeit, kommt etwas spärlich in die Gänge. Zunächst einmal müssen sie sich mit einem Mitbewohner herumärgern. Auf dem Campus werden die sonst so freundlichen Zukunftsakademiker plötzlich zu aggressiven Kommilitonen.  Des Rätsels Lösung soll wohl der sogenannte Teumessische Fuchs sein. Dieser ist aber nicht so wirklich identifizierbar.

Schattenwelt begeistert mit drei Teilen

Das neue Abenteuer „Schattenwelt“ beginnt mit „Teuflisches Duell“ und eben jener merkwürdigen Ausgangslage auf dem Campus. Weiter geht es mit „Angriff in der Nacht“ und so immer tiefer in den dunklen Sumpf und immer weiter an den Teumessischen Fuchs heran. Der scheint omnipräsent, ist aber irgendwie doch nicht auffindbar. Bis zu einer Nacht, in der er eiskalt und unerwartet zuschlägt. Das Grande Finale von „Schattenwelt“ erfolgt in „Die dunkle Macht“. Spektakuläre Entdeckungen wirbeln den ganzen Fall durcheinander und bringen „Die drei Fragezeichen“ näher auf die Spur ihres Gegenspielers. Dieser aber scheint gewieft und ist immer einen Schritt voraus. Der finale Showdown bringt dann sein wahres Gesicht ans Tageslicht. Eine wirklich gelungene Jubiläumsausgabe, die dort mit „Schattenwelt“ vorgelegt wird.

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