...entführen dich in eine andere Welt

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Alexander Groth hat mit seinem Hörbuch „Führungsstark in alle Richtungen“ ein einprägsames Buch zur Führung des mittleren Managements geschaffen. In einer Fülle von Ratgebern, die meist zu eindimensional aufgebaut sind, hat er durch die richtige Mischung von Ernsthaftigkeit und Witz ein Werk geschaffen, das für dieses zumeist eher trockene Thema geradezu Funken sprüht.

Groth schafft es zunächst einmal die Komplexität des mittleren Managements darzustellen. Dabei geht es nicht nur um die Führung der untergebenen oder gleichgestellten Mitarbeiter und Team-Mitglieder. Auch der Umgang mit höheren Managementstufen wird klar und darf nicht außer Acht gelassen werden.

In den verschiedenen Kapiteln werden diverse Themen behandelt, die für das richtige Management von entscheidender Bedeutung sind. Vor allem die vermittelte Praxisnähe, welche der Coach wohl aus unzähligen Seminaren und seiner eigenen Arbeit kennengelernt hat, hilft dem Zuhörer ganz konkret. Hier wird nicht abstrakt geredet, hier wird gehandelt.

Die vorgeschriebenen Übungen sind nicht immer leicht, dafür aber wichtig. Um ein guter Manager zu sein, muss man zuallererst sich selbst managen können, so das Credo. Allerdings wirkt der Autor dabei nicht moralisch, sondern stets sachlich, bis hin zu humorvoll.

Wer also eine solche Position innehat oder zukünftig darauf spekuliert, sollte dieses Hörbuch kennen und dafür lieber auf das eine oder andere Seminar verzichten.

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Isabel García hat mit ihrem Hörbuch „Ich rede. Kommunikationsfallen und wie man sie umgeht!“ das momentan wohl beste Werk in puncto Rhetorik auf dem Markt. Allein ihre Stimme, die für einen Rhetoriktrainer erfreulich charmant und nicht gekünstelt wirkt, lässt den Zuhörer nicht mehr los. Darüber hinaus vermittelt sie anschaulich die angesprochenen Kommunikationsfallen und die Vermeidung dieser. Das Reden und Vortragen gehört heute, mehr denn je, zu unserem privaten als auch und vor allem zu unserem beruflichen Alltag. Meetings, Vorträge, Präsentationen oder einfach das Verkaufen der eigenen Person nehmen eine immer höhere Gewichtung bei uns ein. Daher ist dieses Hörbuch quasi ein Muss und zudem sehr verständlich. Ich möchte fast sagen „spannend“.

In anschaulichen Beispielen aus Alltagssituationen zeigt García auf, worum es gerade geht und wo das Problem liegt. Anschließend gibt sie leicht umzusetzende Lösungsvorschläge und passende Übungen, um dem Problem zu begegnen. Darüber hinaus gibt es noch ganz allgemeine Tipps, um sich selbst und seine Rhetorik besser in Szene zu setzen, von der richtigen Atmung über Intonation und die eigene Präsenz.

Für viele Leser, bzw. Zuhörer, ist es sicher erfreulich, dass sie es hier nicht mit einem Mammutwerk, sondern einer kompakten Ausgabe zu tun haben, die ihnen schnell das Wichtigste zu diesem Thema vermittelt und einen idealen Einstieg darstellt.

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Wenn du es eilig hast, gehe langsam

Thorsten Karras

31.Dezember
2010

Hört sich schon etwas paradox an: Wenn du es eilig hast, gehe langsam. Da könnte man ja genauso gut behaupten: Wenn dir kalt ist, ziehe dich aus. Worum es hier geht, ist mit einem Wort erklärt: Zeitmanagement. In einer scheinbar stetig schneller werdenden Welt muss man den Überblick bewahren. Emails, Handys und das Internet haben eine omnipotente Präsenz, der man sich kaum noch entziehen kann. Hier kommt es darauf an, sich zurecht zu finden und nicht darin unterzugehen.

Was das Buch von Lothar J. Seiwert von anderen Ratgebern auf diesem Gebiet abgrenzt, ist seine Unterscheidung zwischen links- und rechtslastigen Menschen. Damit ist die Orientierung der Gehirnhälften gemeint. Während die einen monochromatisch veranlagt und für ihre Pünktlichkeit bekannt sind, haben es die anderen eher mit polychromatischen Verhältnissen und einer ausgezeichneten Empathiefähigkeit. Sie gehen schlicht und einfach mit Zeit unterschiedlich um. Haben andere Vorstellungen von Flexibilität und Ordnung.

Das muss man beachten, wenn man Zeitmanagement in Angriff nimmt. Dem einen helfen To-Do-Listen, für den anderen verschlimmern sie alles. Dagegen sind farbige Post-Its die Offenbarung. Neben diesen praktischen Tipps, geht der Autor gerade zu Beginn auch sehr analytisch an die Sache heran, weshalb man gewisse Zusammenhänge sehr gut versteht und nun begreift, warum es manchmal im Team kracht und Lebensweisen aufeinanderprallen.

Wer es mit Zeitmanagement ernst meint und mehr aus der zur Verfügung stehenden Zeit machen möchte, sollte sich dieses Hörbuch vornehmen.

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Mit seinem Buch „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ hat Richard David Precht einen Bestseller geschrieben, der Millionen zu Philosophen machte und sie dabei noch unterhielt. Infotainment könnte man es fast nennen. Mit seinem neuen Buch „Die Kunst, kein Egoist zu sein: Warum wir gerne gut sein wollen und was uns davon abhält“ knüpft der Autor nahtlos an und hat erneut ein Werk geschaffen, dessen philosophische Ausrichtung unverkennbar ist. Doch ist die Kunst, kein Egoist zu sein, auch politischer als sein Vorgänger. Precht zeigt nicht nur den Ist-Zustand, er zeigt auch Wege auf, um diesen zu einem Besseren zu verändern, ohne dabei belehrend zu wirken.

Das Hörbuch ist in drei Teile gegliedert
- Gut und Böse
- Wollen und Tun
- Moral und Gesellschaft

Der erste Teil beschreibt so etwas wie eine Bestandsaufnahme des moralischen Handelns, was es hier und da so gibt und warum. Im zweiten Teil wird deutlich, dass zwischen Vorstellung und Realität eine Lücke klafft, die es vom Individuum zu überwinden gilt, oftmals immer aufs Neue, manchmal initial. Der letzte Teil beschäftigt sich dann eingehend mit der Bedeutung von Moral in unserer Gesellschaft. Was für einen Stellenwert hat sie?

Mit seinem neuen Buch gelingt es Precht aufs Neue, unterhaltsam ein Sachbuch zu schreiben und viele Denkanstöße zu geben. Außerdem erhält man einen interdisziplinären Eindruck von Moral, was manchmal ein wenig viel erscheint und erst mal verdaut werden muss, in der Fülle jedoch wohl kaum woanders in der Art geboten wird.

Dieses Hörbuch ist ein „Must-Listen“!

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Die Enden der Welt

Thorsten Karras

13.Oktober
2010

Roger Willemsen tritt in seinem Buch Die Enden der Welt als eine Art Reiseführer auf. Er entführt Sie literarisch an die entlegensten Orte unserer Erde – vom Nordpol nach Südafrika oder in den Himalaya. Viele, wenn nicht gar alle seiner Orte haben einen gewissen Endzeitcharakter und beschreiben ein Ende.

Dabei sind die Enden manchmal symbolisch, oder auch zum Greifen nahe. Das Ende einer Bahnfahrt, das Ende von Land und der visuelle Einsturz der Wassermassen. Aber auch das Ende vom Leben, zumindest dem Leben davor und die Neugeburt. Ein Neubeginn. Willemsen ist oft nachdenklich, ernst, bis hin zu philosophisch. Dabei vergisst er jedoch nicht, humorvoll aufzutreten und große Gefühle zu transportieren. Der Neubeginn, bei all den Enden, ist ihm wichtig und er kanalisiert damit Hoffnungen und Ängste unserer Gesellschaft. Hin und wieder zeigt er sogar Auswege.

Die Enden der Welt ist kein Krimi und wohl auch nicht unbedingt als abendliche Unterhaltung im klassischen Sinne gedacht. Es ist tatsächlich ein Führer zu entlegenen Welten, ein Ausbruch aus dem Alltag und wer sich an die anspruchsvolle Sprache des Autors gewöhnt hat, wird in ihr schwelgen und sich daran bereichern.

Eine Biografie des Autors, in der sich der Leser wohl nur allzu gerne wiederentdeckt und, wenn auch nur für kurze Zeit, ein anderes Leben führen kann.

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Alter Sack, was nun?

Thorsten Karras

14.April
2010

Alter Sack, was nun?Die Midlife Crisis war schon vor etwa 20 Jahren und die letzte “spontane” Erektion führte eine blaue Pille herbei. Alle Kerzen auf der Geburtstagstorte auszublasen führt höchstwahrscheinlich zu einer anhaltenden Atemnot und Horrorfilme schaut man sich nicht mehr an, weil man Angst vor einem Herzinfarkt hat. Ja, man muss es sich wohl eingestehen: Man wird langsam alt. Was man an Haaren verliert, gewinnt man an Falten und püriertes Essen hört sich immer verlockender an. Es knackt und knirscht und das einzig Straffe ist der Bierbauch.

Doch alt sein, oder alt werden, heißt ja nicht automatisch, dass man keinen Spaß mehr haben kann, oder sich nicht altersgerecht benimmt. Klar, der Opa auf der Harley ist nicht unbedingt angebracht, aber wer hat behauptet, die alten Säcke könnten nicht mehr ordentlich einen draufmachen? Immerhin hat man mehr als ein halbes Jahrhundert Erfahrung vorzuzeigen!

Alter Sack, was nun? ist ein kleiner, nicht ganz ernstzunehmender Ratgeber, der einen durch die Wirrungen des Alltags führen soll. Verschiedene Themen werden angesprochen und leiten an. Man sollte nicht zu viel erwarten, da man vieles so oder so ähnlich schon mal gehört hat, und auch eine gehörige Portion Humor mitbringen. Alles in allem ein originelles Hörbuch, das aber nicht unbedingt DIE Weisheiten des Lebens bereithält.

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Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück – HörbuchSie werden dieses Buch eventuell kontrovers finden. Es ist in einer Kindersprache geschrieben, die witzig wie in einem Asterix-Buch ist und dennoch ein psychologisch so wichtiges Thema wie das Finden des Glückes behandelt. Es wird beschrieben wie man bei der Suche fremdgeht, sowohl körperlich als auch gedanklich. Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück ist alles andere als normal, aber vielleicht ist es deshalb auch so einzigartig und liebevoll.

Es erinnert ein wenig an den kleinen Prinz von Antoine de Saint-Exupéry. Wie mit den Augen eines Kindes wird die Welt in 23 Lektionen neu betrachtet und erscheint in einem ganz neuen Licht.

Anstoß war die zunehmende Verzweiflung, die den Psychiater Hector überkam, als dieser feststellen musste, dass er den Leuten, die eigentlich überglücklich dank ihres Lebens sein müssten, nicht helfen konnte. Sie blieben traurig. So macht sich Hector auf um das Glück in der Welt zu suchen und macht die interessantesten Erfahrungen unter anderem in Hong Kong oder Afrika.

Wochenlang führte das Buch die Bestsellerlisten vor allem in Frankreich an und entführte die Leser in eine andere Welt. Wer denkt er hätte schon alles gelesen, muss dieses Buch in den Händen halten und sich eines Besseren belehren lassen. Es ist einfach anders! Nicht bierernst, aber auf seine Weise äußerst tiefsinnig.

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Denken sie selbst! Sonst tun es andere für sieAn und für sich kann man den Titel so stehen lassen und muss nichts weiter dazu schreiben. Doch weil wir uns hier schließlich in der guten Blogwelt befinden und diese nach wie vor, oder trotz Podcasts und Videos, nun mal vom geschriebenen Wort lebt, möchte ich doch das ein oder andere zu diesem Hörbuch verlieren. Tja, welch Ironie.

Denken Sie selbst! Sonst tun es andere für Sie von Vince Ebert ist meiner Meinung nach eines der besten, unterhaltsamsten und trotzdem nachdenklichen Hörbücher weit und breit. Wenn man den guten Mann denn unbedingt mit einem anderen Komiker vergleichen müsste, würde ich spontan zu Dieter Nuhr oder Hirschhausen tendieren. Denn er ist nicht nur komisch, sondern regt mit seinem Hörbuch auch zum Nachdenken an, und wie!

Als ehemaliger Physiker versteht er sein Handwerk und bringt komplizierte Dinge einfach auf den Punkt. Er zeigt, wie sich Vorurteile bilden und wie man den geneigten Leser bzw. Zuhörer in die Irre führt. Kurz gesagt, er lüftet in so manchem Gebiet den Schleier, öffnet einem die Augen, oder um eine weitere Metapher anzuführen: Er tritt Ihnen mal verbal so richtig in den Allerwertesten und weckt Sie auf!

Wer also auf der Suche nach etwas Anspruchsvollem ist, sich aber nicht langweilen möchte und sogar schmunzeln will, der MUSS hier zugreifen. Sie werden es definitiv nicht bereuen.

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Irre – Wir behandeln die Falschen

Thorsten Karras

7.Oktober
2009

Irre – Wir behandeln die FalschenSind sie geistig krank? Nein? Ganz sicher? Dr. Manfred Lütz nimmt in seinem neuen Buch: Irre – Wir behandeln die Falschen die Prominenz aufs Korn und zeigt uns wie krank sie doch alle eigentlich sind. Erst mal mit einem Paukenschlag Aufmerksamkeit und Bewusstsein schaffen. Das ist ihm gelungen. Der Chefarzt und Psychiater eines Kölner Klinikums nimmt in seinem neusten Werk mal unsere Psyche unter die Lupe und vollführt dabei ein Kunststück; die Veranschaulichung von komplizierten Zusammenhängen auf dem Gebiet der Psychologie.

Das Buch ist grob in drei Teile gegliedert, vom ersten wissen sie ja nun schon einiges. Der zweite befasst sich dann mit der Sinnhaftigkeit von psychiatrischen Behandlungen. Wir wussten es doch schon immer, diese mentalen Kurpfuscher sind doch ihr Geld nicht wert, oder vielleicht doch? Gibt es eigentlich mehr Schwachsinnige, oder kommt es mir nur so vor? Darauf werden sie hier Antworten finden, um dann im 3. Teil mehr über populäre und dennoch von Vorurteilen behafteten Geisteskrankheiten zu erfahren. Man wird sozusagen nicht nur unterhalten, sondern gleich noch informiert…wie geisteskrank man ist :)

Das Hörbuch zum Buch kommt voraussichtlich im November, so dass sie nicht mehr allzu lange darauf warten müssen. Ungeduldigen sei natürlich das Buch selber nahe gelegt, doch dem Faulen werden noch ein, zwei Wochen sicherlich keine grauen Haare bescheren.

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Sternstunden der Bedeutungslosigkeit

Thorsten Karras

21.August
2009

Sternstunden der BedeutungslosigkeitSternstunden der Bedeutungslosigkeit gehört quasi zur Pflichtlektüre für Dauerstudenten, sagen wir ab dem 13. Semester :) Ein Hauch von Existentialismus ist hier zwischen zwei Buchdeckel gepresst und vermittelt eine Idee vom Leben, vom eigentlichen Leben, sofern es so etwas gibt. Hier werden die Ansichten von Michael Sonntag zum Besten gegeben. Seines Zeichens Kunststudent mit dem Hang zum nie fertig werden. Viel vor und noch weniger geschafft könnte sein Motto sein. Und so verfolgt der Leser ihn bei seinen Streifzügen durch die Welt.

Lassen sie sich in die Welt von Michel entführen und nehmen sie an so einer Art Stammtischphilosophie teil. Es ist die Welt eines Mannes, der vieles sein möchte, nur nicht normal und zum Erreichen dieses Ziels in Kauf nimmt lieber gar nichts zu sein, als einen Schein zu erfüllen, der von Außenstehenden erwartet wird. Hier prallt einem die Banalität des Lebens ins Gesicht und lacht auch noch darüber, wobei man als Mensch mit Humor einfach mitlachen muss. Doch ist dieser Roman auch eine Kritik an einer Gesellschaft, die Eitelkeit und Heuchlerei in schier stumpfsinniger Einfältigkeit auf ein Podest hebt, dass von Unverbindlichkeit getragen wird. Fragt sich nur…wie lange.

Es zeigt aber auch wie wenig Hoffnung man darin setzen sollte sich dem gesellschaftlichen Bedeutungszwang zu entziehen, holt er einen doch immer wieder ein und macht einem unmissverständlich klar, dass er immanent und nicht abzuhängen ist.

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