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Die gute, alte (aber auch neue) Bildung

Thorsten Karras

20.Mai
2009

Die BildungDer aufmerksame Leser wird sich nun vielleicht denken, er wäre hier in einem Bildungsmarathon und in der Tat, der Gedanken ist nicht ganz abwegig, wenn man den vorherigen Artikel in Bezug zu diesem setzt. Auch hier soll nun die Bildung in der Vordergrund gerückt und ein wenig Kultur gepriesen werden. Man kann den Wert von Bildung gar nicht überschätzen, da sie Grundlage alles Denkens ist. Erst mit einer umfassenden Bildung ist man in der Lage im Kontext zu denken und über den Tellerrand hinaus zu schauen. Dietrich Schwanitz hat sich daher unglaublich viel Mühe gemacht uns einen so umfassenden Teil der Bildung in komprimierter Form zu präsentieren, dass sogar der faulste Mensch davor seinen Hut ziehen muss.

Zu allem Überfluss bekommt man diese Bildung nun auch noch vorgelesen und so wird auch das letzte Argument der Faulheit überwältig und niedergerungen. Schwanitz geht dabei auf Geschichte, Literatur, Musik und Kunst ein und vermittelt einen eingängigen und amüsanten Überblick. Mit der „Lektüre“ dieses Hörbuchs sind sie Small-Talk Weltmeister und brauchen kein tiefer führendes Gespräch über andere Bücher fürchten.

Hier wird dem Suchenden kompaktes Wissen präsentiert und Querverweise aufgedeckt, die zu ganz neuen Einsichten führt. Nichts für all zu ungebildete, aber perfekt für aufstrebende Denker.

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schwarze SchwanEin schwarzer Schwan war vor noch nicht all zu langer Zeit undenkbar. Man war der festen Überzeugung, dass es auf der Welt nur weiße Schwäne gibt. Dieses „Weltbild“ wurde allerdings eines Tages erschüttert, als man schwarze Schwäne in Australien entdeckt hat. Ein solches unvorhergesehenes Ereignis nennt man seit dem einen schwarzen Schwan. In der Wissenschaft wird diese Metapher seitdem für aufgestellte Theorien verwendet. Sie besagt, dass eine Theorie nur so lange gültig ist, bis sie falsifiziert wird. Mit anderen Worten, man kann Tausende von weißen Schwänen finden, ist auch nur ein schwarzer Schwan darunter hat die Theorie: „es gibt nur weiße Schwäne“ keine Gültigkeit mehr.

Nassim Taleb benutzt nun diese Metapher in seinem Hörbuch „Der schwarze Schwan“ dazu eine gewisse statistische Verteilung und Wahrscheinlichkeit zu beschreiben. Mit unterhaltsamen Anekdoten verweist er darauf, dass viele der unvorhergesehenen Ereignisse gar nicht so überraschend sind, wie es uns zunächst vorkommt. Dabei spielt die Naivität bzw. Bequemlichkeit der Menschen eine Rolle, die sich gar nicht vorstellen können, dass Änderungen bevorstehen. Das Buch wurde kontrovers mit Kritik belegt, spiegelt darin aber auch Glaubensdogmen und Geschmäcker wieder. Sein Schreibstil ist flüssig und gut zu verstehen und auch die Leserstimme ist fachlich gut umgesetzt. Alles in allem ein interessantes Buch, das gleichermaßen Anhänger und Kritiker finden wird.

Kleine (unnütze) Info am Rande: Alle britischen Schwäne sind Eigentum der Queen.

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Liebe – ein unordentliches Gefühl

Thorsten Karras

24.April
2009

Liebe – ein unordentliches GefühlVielen wird Richard David Precht mittlerweile aus seinem Bestsellererfolg: „Wer bin ich – und wenn ja wie viele?“ bekannt sein. Sein schöner Schreibstil vermochte damals eine Philosophieaversion zu durchbrechen und zu einer kleinen Affinität umzukehren. Dieses Mal wagt sich der Autor an ein Gebiet, das wohl jedem selbst bekannt sein dürfte, die Liebe. Doch keine Angst, dies wird keiner der vielen erwerblichen Ratgeber, die unser Leben so viel besser machen sollen, oder eine Partnerschaft retten müssen. Viel mehr nähert sich Precht dem Thema mit einer wissenschaftlichen Distanz, schafft es jedoch durch eingebaute Anekdoten von einer allzu sachlichen Herangehensweise abzukommen. Nichts desto trotz wird die Liebe und ihre Existenz hier von verschiedenen Seiten geprüft, so z.B. einer psychologischen, einer biologischen, oder soziologischen Komponente. Das Thema wird also rundum beleuchtet und soll so eine gewisse Klarheit schaffen.

Natürlich darf auch hier die Philosophie nicht ganz ausgeschlossen werden und so schreibt Precht etwa:
“Das skurrilste aller Argumente für die Zweigeschlechtlichkeit ist übrigens, dass eingeschlechtliche Lebewesen stets primitiv geblieben sind und sich nicht weiter zu neuen und spektakulären Formen entwickelten. 3,3 Milliarden Jahre evolutionärer Stillstand, wenn man so will. Schon richtig, aber was ist daran schlecht? Aus welcher Perspektive argumentieren wir, wenn wir dies anprangern?”

Die Beantwortung der Frage überlasse ich freilich ihrem Geiste. Das Hörbuch: “Liebe – ein unordentliches Gefühl” ist jedoch ein interessanter Ausflug in die Welt der Liebe und weiß mit sprachlicher Gewandtheit und interessanten Einsichten zu überzeugen.

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Wer bin ich – und wenn ja wie viele?

Thorsten Karras

27.März
2009

Wer bin ichSchon an anderer Stelle habe ich den geneigten Zuhörer dazu ermutig, sich dem Denken zu widmen. Eine allgemein hin unterschätze Aufgabe, die jedoch paradoxer Weise von vielen als weitgehend besonders intensiv genutzte Tätigkeit angesehen wird. Angesichts der Boulevardpresse, oder des nachmittäglichen Fernsehens eine, wie ich finde, nicht ganz zutreffende Aussage. Wie dem auch sei. Mit „Wer bin ich – und wenn ja wie viele?“ schafft Richard Precht den Einstieg in das Denken. Dabei geht er durchaus methodisch vor und führt uns in die Welt der Philosophen, ohne dabei abgehoben oder metaphysisch zu werden. Wichtige Fragen werden behandelt und vor allem gestellt, so dass man unweigerlich anfangen muss mitzudenken. Precht bewegt sich dabei auf einem spielerischen Niveau, welches Verständnis und Unterhaltung im gleichen Maße vereint und schon deshalb eine Kunst bei dieser Thematik darstellt. Wo sonst ist man anderenorts von Bildung fasziniert und wird nicht gleich mit Nichtbeachtung gestraft?


Dabei schafft der Autor es auch immer wieder die verschiedenen Standpunkte heraus zu kristallisieren, wodurch man zunächst dem Einen und dann umgehend dem Anderen lauthals zustimmen möchte. Ein Wechselbad der Gefühle, das so durchaus gewollt ist. Auch der Verknüpfung der einzelnen Kapitel stellt eine wahre Glanzleistung dar, wenngleich sich beim geschulten Zuhörer womöglich Protest regen möchte. Doch genau darum geht es – mitdenken!

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der FürstNiccolo Machiavellis „Der Fürst“ ist wohl eines der bedeutendsten Bücher der vergangenen Jahrhunderte und sollte jedem ein Begriff sein. Über Generationen hinweg galt es als Leitlektüre für die Staatsführung und darüber hinaus für die Führung von Untergebenen allgemein. Für Kritiker ist es ein Handbuch der Tyrannen, Fürsprecher halten dagegen, dass erst mit der Lektüre dieses Buches die Mechanismen der Macht verstanden werden. Machiavelli entwickelt in seinem Buch eine Staatstheorie, die ethische Verpflichtungen, bzw. eine Staatsmoral unterhalb der Sicherheit eines Staates ansiedelt und damit skrupelloser Machtpolitik Tür und Tor öffnet. Dagegen betont Machiavelli auch, dass ein Führer sich nicht lange an der Spitze halten kann, der das Volk gegen sich hat. Die Geschichte lehrt uns selbstverständlich auch Ausnahmen! Keineswegs aber ist es der Aufruf an Herrscher sich ihrer absolutistischen Macht rücksichtslos zu bedienen.

Das Hörbuch gibt es in zwei Versionen. Wer Bildung light bevorzugt, der holt sich die 1 CD Version, welche die komplette Einleitung weglässt und sich mehr oder minder auf die Highlights beschränkt. Wer hingegen einen umfassenden Beitrag zur Bildung erlangen möchte, der sollte in jedem Fall die 4 CD Version wählen, da sie das komplette Werk, als auch Anmerkungen zu Geschichte und Personen hat, um sie im Kontext besser zu verstehen. Die Stimme des Lesers wird hier auch so manch einem bekannt vorkommen, ist es doch die Synchronstimme von Gandalf aus dem Herrn der Ringe – Achim Höppner.

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Dem Weltall so nahe

Thorsten Karras

19.März
2009

Der geheime Schlüssel zum UniversumWie kann man selbst Kindern vom Faszinosum Weltall erzählen? Wie schafft man Interesse für so abstrakte Dinge, wie schwarze Löcher, oder einer Supernova zu wecken? Ist es gar ein völlig sinnloses Unterfangen und zum Scheitern verurteilt? Mitnichten, denn Stephen Hawking schafft es erneut sein geballtes Wissen so vorzutragen, dass selbst Laien ihm folgen können und in die weiten Fernen eintauchen. Dabei hilft ihm dieses Mal seine Tochter Lucy über das reine Erzählen von Sachverhalten hinaus zu gehen und gemeinsam spinnen seine eine Geschichte rund um George und seinem Schwein. Alles fängt mit einem Loch im Garten und einem ausgebüchstem Schwein an und endet mit einem Ritt auf dem Kometen. Das Hörbuch: „Der geheime Schlüssel zum Universum“ ist gleichermaßen für Kinder ab ca. 10 geeignet, als auch für jeden Älteren, der sich vom Geheimnis des Universums beeindrucken lassen möchte.

Sollte sie dieses Thema nicht mehr loslassen, oder sie einen sachlicheren, dabei aber nicht minder unterhaltsamen Ansatz wünschen, so empfiehlt sich auch ein Blick auf “Das Universum in der Nußschale“, welches ebenfalls von Stephen Hawking stammt und von seinem witzigen Stil profitiert. Es wurde in kürzester Zeit zum Bestseller und hat so manchen Weltall-Fan hervorgebracht. Natürlich ist Stephen Hawking nicht der Einzige, der über dieses Thema zu berichten weiß. „Eine kurze Geschichte von fast allem“ versucht darüber hinaus uns mit dem wichtigsten zwischen Himmel und Erde vertraut zu machen und sollte in keiner Allgemeinbildung fehlen.

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