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13.Juni
2009

Das Foucaultsche Pendel – parallele Geschichtsschreibung

Benjamin Jendro

Das Foucaultsche PendelDer Name Umberto Eco ist wohl den meisten geläufig, wenn man ihn vielleicht auch nicht sofort zuordnen kann. Doch nicht selten verbinden sich damit Assoziationen zu dem Roman, welcher auch später mit Sean Connery und Christian Slater verfilmt wurde, „der Name der Rose“. So wurde Eco 1980 schlagartig weltberühmt und galt als einer der ganz großen Schriftsteller. 1988 erschien dann „Das Foucaultsche Pendel“ und zeigte erneut die Gabe Ecos schriftstellerische Meisterwerke zu erschaffen. Der Name des Romans geht auf den bekannten Pendel-Versuch von Léon Foucault zurück, der damit die Erdrotation bewies.

Dieses Buch wird gemeinhin als Verschwörungsroman bezeichnet, was dem ganzen jedoch nicht ganz gerecht wird. Hier geht es nicht unbedingt vordergründig um die Aufdeckung einer Verschwörung, vielmehr ist sie der Weg zum Ziel. 3 Lektoren entdecken so etwa wie die Mutter aller Verschwörungen und so wird die Geschichte der Welt und ihre Ereignisse in ein ganz neues Licht gerückt.

Um es mit aller Deutlichkeit zu sagen, dieses Buch ist dick und nicht immer leicht zu verstehen. Wer also leichte Kost wünscht, wird sich hier verschlucken. Wer sich allerdings den Zugang zu enormen Detailreichtum in den verschiedensten historischen Epochen zutraut, wer sich nicht von verschiedenen Sprachen (englisch, französisch, griechisch) irritieren lässt und einen gut durchdachten Roman liebt, der wird dieses Buch zu schätzen wissen. Lassen sie sich also in eine parallele Geschichtschreibung versetzen und erleben sie den Anachronismus schlechthin.

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