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27.März
2010

Der Turm – Hörbuch

Benjamin Jendro

Der TurmWir befinden uns in den Jahren 1982-1989 in einem Dresdner Villenviertel. Wer nun 1 und 1 zusammenzählt, wird feststellen, dass es zur Zeit der ehemaligen DDR ist. Und genau darum geht es. Um die letzten Jahre dieses so umstrittenen Landes. Von den einen geliebt, von den anderen verdammt. Im Mittelpunkt stehen die Geschichten der verschiedenen Charaktere, wie Lektor Meno Rhode, welcher sich immer mehr in seine Bücherwelt zurückzieht, der Chirurg Richard Hoffmann, welcher mit der Stasi zu kämpfen hat und dessen Sohn Christian, welcher Bekanntschaft mit dem Gefängnis macht. Tellkamp verfolgt dabei einen ganz eigenen, jedoch so gar nicht festgefahrenen Stil. Vielmehr variiert er sehr in seiner Prosa und lässt auf gut 1.000 Seiten seine Mannigfaltigkeit los, die ihm dann auch letztlich den wohlverdienten Bücherpreis 2008 bescherte.

Selbstverständlich ist Der Turm nicht unumstritten. Die Kritiken bspw. im Internet zeigen, dass nicht jeder dem Autor bei seiner Schwarzmalerei zustimmt und ihn gar einige für einen Bewohner des DDR-Elfenbeinturms halten. Denn was Tellkamp beschreibt, ist wenig beschönigend und schon gar kein Zeugnis von “Ostalgie”, wie sie in den letzten Jahren so gerne gelebt wurde. Stattdessen wird das Bild einer zerrütteten Gesellschaft präsentiert, welche sich gegenseitig, und aufgrund der Stasi, nicht mehr über den Weg traut. Eine Gesellschaft des Zerfalls, sowohl sozial als auch materiell, was im Grunde nur die physische Manifestation des Endes einläutet. Eine Wirtschaft, die sich selbst zu Grunde gewirtschaftet hat.

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