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1.April
2014

Elisabeth Herrmann – Das Dorf der Mörder

Benjamin Jendro

Herrmann - Das Dorf der MörderMordgeschichten aus Dörfern kennt man zahlreiche. Ob in der realen Welt, in der man von grausigen Verbrechen in Dörfern zu hören bekommt oder aber der modernen Krimiszenerie, die sich in der neuen Kategorie Heimatthriller seit Jahren Geschichten ausdenkt, die in den entlegensten kleinen Orten spielen. Bei „Das Dorf der Mörder“ von Autorin Elisabeth Herrmann, die bereits mit ihrem NS-Krimi „Das Kindermädchen“ oder der DDR-Historie „Zeugin der Toten“ auf sich aufmerksam machen konnte, erweckt es anfangs nicht den Anschein, dass der Plot einen aufs Land führt. Zunächst bestimmt ein grausiger Fund im Berliner Tierpark das Geschehen. Dank einer jungen Ermittlerin aber werden wir dahin geführt, wo niemand etwas Action erwartet hat.

Eine Mörderin, die keine ist

Schaurig beginnt die Erzählung von Hörbuchsprecherin Eva Mattes, die uns durch die guten neun Stunden führt. Eine Kindergartengruppe steht gerade vor dem Gehege wilder Pekaris, als die Kleinen etwas sehen, was nicht so alltäglich ist. Die mittelamerikanischen Nabelschweine gelten als gefräßig. Menschenfleisch steht aber sonst nicht auf ihrem Speiseplan. Nachdem die männliche Person fast komplett verzehrt ist, trifft die junge Beamtin Sanela Beara am Tatort ein. Die Ermittlerin, die selbst mit einem Trauma durch die Gegend rennt, wirkt zunächst ein wenig verwirrt. Schnell aber kann mit der Tierfutterzüchterin Charlotte Rubin eine Tatverdächtige selektiert werden, die anschließend dem Ermittlungsrichter vorgesetzt wird. Vieles spricht gegen Rubin, nur Sanelas Intuition sowie die des Psychologiestudenten Jeremy Saaler könnten die Tatverdächtige davor bewahren, zu Unrecht überführt zu werden.

Ermittlung auf eigene Faust im „Dorf der Mörder“

Entgegen der Anweisung ihres Vorgesetzten Gehring ermittelt Sanela auf eigene Faust und bringt immer mehr Indizien hervor, die gegen Rubin als Mörderin sprechen. Die Spuren führen ins brandenburgische Dorf Wendisch Bruch, das dem Namen gemäß fast nur noch aus Bruchbuden besteht. Ein paar Alteingesessene wohnen noch im Dorf, ansonsten ist es aber weitgehend ausgestorben. Die Dorfbevölkerung, ausschließlich Frauen, verbirgt ein gruseliges Geheimnis, das den Fall in ein ganz anderes Licht stellt und für Sanela eine harte Prüfung darstellt. Dieser muss sich auch der Zuhörer unterziehen, wenn er erfahren will, welch grausiges Mysterium „Das Dorf der Mörder“ nicht preisgeben möchte.

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