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19.April
2011

Elke Heidenreich: Nero Corleone kehrt zurück

Gisela

Vor 16 Jahren gelang Elke Heidenreich mit der Katzengeschichte Nero Corleone ihr erster Bestseller. Jetzt hat sie eine Fortsetzung über den lässigen schwarzen Prachtkater mit der weißen Pfote geschrieben, wieder wunderbar illustriert von Quint Buchholz. Doch trotz der netten Bilder ist bei Nero Corleone kehrt zurück dem Hörbuch der Vorzug zu geben – denn Elke Heidenreich liest ihre liebevolle Geschichte über Katzen und die Liebe selbst, und das macht die Kölnerin sehr gut: sanft und sensibel, mit klarer Stimme und in einem angenehmen Tempo.

Neros „Dosenöffner“ Isolde und Robert, mit denen er damals vom italienischen Bauernhof nach Köln gezogen ist, haben sich getrennt. Isolde zieht allein in das Ferienhaus am Comer See zurück, wo ihnen der Kater einst wieder abhanden gekommen ist. Natürlich hofft sie, ihn wieder zu finden, und tatsächlich lässt der Prachtkerl sich blicken: „Na, wo werde ich gewesen sein, im Himalaya? Auf den Balearen? Am Schwarzen Meer? Ich war hier in Italien. Sie stellt ja immer noch so dusselige Fragen wie damals.“

Aber trotz Neros Rückkehr bleibt der Kater fast eine Nebenfigur, denn Heidenreichs Erzählung dreht sich hauptsächlich um Isoldes Neuanfang, den sie dazu nutzt, um über die Liebe, das Altwerden und die Schrullen des gehobenen Mittelstands zu philosophieren. Das macht sie schonungslos und mit feiner Ironie, weshalb wir es ihr verzeihen, dass in dieser Fortsetzung die menschlichen Probleme die tierischen überwiegen.

Fazit: Ein liebevolles Hörbuch nicht nur für Katzenfreunde, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

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