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24.August
2009

Extrem Laut und unglaublich nah

Benjamin Jendro

Extrem laut und unglaublich nahDer 11. September 2001, umgangssprachlich 9/11, wird wohl für alle Zeit ins Gedächtnis der Menschheit eingebrannt sein. Ein Trauertag der modernen Welt, der deutlich machte das Terrorismus jederzeit und überall „einschlagen“ kann. Wo vorher in den Köpfen die die Meinung vorherrschte, dass Krieg und Gewalt solchen Ausmaßes nur in Ländern fernab der Heimat stattfindet wurde nun in erschreckender Weise vom Gegenteil überzeugt.

Anstatt in den Tenor des Weltschmerzes einzuschlagen, schafft es der Autor Jonathan Safran Foer diesen Trauertag an einem fiktiven Einzelschicksal festzumachen und zu beschreiben. Was bedeutet es für eine Familie, die hier involviert war? Oskar hat seinen Vater in den Trümmern des WTC verloren und macht sich nun stellvertretend auf die Suche nach einem ominösen Schlüssel. Was genau es damit auf sich hat, müssen sie schon selber in Erfahrung bringen.

Oskar ist so detailliert geschildert und seine Gedankenwelt dargelegt, dass man ihn nur all zu gut versteht und nachempfinden kann, wie es für einen 9 jährigen sein muss, so etwas zu erleben. Sein subtiler Witz und die Intelligenz machen ihn unglaublich sympathisch, ja geradezu realistisch und man wünscht sich mit ihm in Kontakt treten zu können.

Mit Extrem laut und unglaublich nah ist ein Buch gelungen, das seines Gleichen sucht und wohl nur schwer finden wird. Sehr lesenswert.

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