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19.November
2013

Felix J. Palma – Die Landkarte der Zeit

Benjamin Jendro

Palma - Die Landkarte der ZeitDie Zeit gilt als eine der wenigen Konstanten im Leben des Menschen. So sehr es uns auch gelingen mag, im Lauf der Zeit Sachen zu verbessern, neue Entdeckungen zu machen und Errungenschaften zu entwickeln, bleibt doch unsere Bindung an die Zeit ein unabdingliches Faktum. Unsere Zeit auf der Welt ist begrenzt, ein Menschenleben ist ein Menschenleben, ein Tag hat 24 Stunden und kann nicht einfach so verlängert werden. Ein Aspekt der Zeit jedoch möchte das Wesen Mensch nicht so akzeptieren, nämlich, dass wir in der Zeit nicht so einfach umherreisen können. Zeitreisen sind faszinierend, bieten viel literarischen und kinotauglichen Stoff. Felix J. Palma hat vor einiger Zeit dieses Thema aufgegriffen und es in seinem Roman „Die Landkarte der Zeit“ sehr unterhaltsam problematisiert.

Protagonisten, denen „Die Landkarte der Zeit“ Bewegungsfreiraum ermöglicht

Es sind drei Teilgeschichten, die Palma im ersten Band seiner Mapa-Trilogie erzählt. Sie alle sind durch die einzelnen Handlungsstränge und das gemeinsame Thema miteinander verbunden. Ende des 19. Jahrhunderts ist das Fable für Zeitreisen enorm. Nicht zuletzt durch einen Roman von H. G. Wells ist eine wahre Zeitreise-Euphorie entstanden. Der bekannte Schriftsteller wird selbst zum Protagonisten in Palmas Roman. Geeint werden die Schicksale im von Andreas Fröhlich gelesenen Hörbuch durch den Wunsch, durch die Zeit zu reisen. Andrew will in die Vergangenheit, um seine Geliebte zu retten, Claire in die Zukunft, um ihrem Geliebten zu folgen und Inspektor Garrett jagt ein Phantom durch „Die Landkarte der Zeit“ komplett durch alle Zeiten.

„Die Landkarte der Zeit“ spielt mit der Illusion

Zentral ist das Unternehmen Murray, welches eine Zeitreise ins Jahr 2000 anbietet, um dort einer entscheidenden Schlacht zwischen Mensch und Maschine beizuwohnen. Der geübte Literaturfan weiß ziemlich schnell, dass dies nicht mit realen Mitteln funktioniert, ist dennoch über die angewandten Mittel und ihr Resultat verblüfft. Insofern schafft es „Die Landkarte der Zeit“ trotz einer gewissen Durchschaubarkeit enorm zu unterhalten. Manch erlesener Aha-Effekt wird dabei ebenso erzeugt wie unser Mitgefühl mit den vielen Getäuschten.

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