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30.Oktober
2012

Helmut Schmidt & Peer Steinbrück – Zug um Zug

Benjamin Jendro

Schmidt und Steinbrück - Zug um ZugWährend für die Christlich Demokratische Union die Kanzlerkandidatin genau genommen schon seit dem Ergebnis der letzten Wahl feststand, gab es beim großen Gegenspieler der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gleich drei Kandidaten. Nachdem Parteichef Gabriel früh seinen Verzicht erklärte und auch das Aushängeschild der vergangenen Wahl, Steinmeier, eine erneute Kandidatur ausschloss, erklärte sich Peer Steinbrück bereit, in die großen Fußstapfen früherer Tage zu treten. Zu denen, die sie hinterlassen haben, muss man in jedem Fall Helmut Schmidt zählen. Dieser regierte nicht nur acht Jahre lang das Land, sondern gilt noch heute als jene Institution, an der sich alle SPD-Politiker messen müssen. In „Zug um Zug“ hat es Steinbrück versucht und Altkanzler Schmidt mit seinen Aussagen komplett überzeugen können.

Nur scheinbar geht es um Schach

Auf der Printausgabe ziert ein Schachfeld das Cover, an dem sich Schmidt und Steinbrück scheinbar duellieren. Dass beide gleichzeitig zur Spielfigur greifen und auch das Feld verdreht ist, sind schon vorab deutliche Indizien dafür, worum es eigentlich geht. Schach steht im Hintergrund. Viel wichtiger ist es, den schon seit langem von Schmidt präferierten Steinbrück in den Fokus zu rücken, dem eher Unbekannten Politiker Format zu verleihen. Genau das fehlte bei vielen Parteigenossen zuletzt, Steinbrück beweist, dass dies nicht mehr lange so sein muss. Um das deutlich darzustellen philosophieren die zwei Sozialdemokraten im Dialog über das Leben und Politik, Probleme und Chancen.

Einer, der zu seinen Aussagen steht

Dadurch, dass Schmidt und Steinbrück selbst geschrieben und die Hörbuchversion persönlich eingesprochen haben, bekommen wir ihre Meinungen aus erster Hand. Diejenigen, die vor allem interessant sind, dürften die des aktuellen Kanzlerkandidaten sein. Dieser hält nichts von fadenscheinigen Aussagen und steht dafür, klar und deutlich die eigene Meinung kundzutun. Dabei kritisiert er vor allem die außenpolitische Rolle der EU und Deutschlands. Warum wurde in Libyen interveniert, in Syrien aber nicht? Warum befürwortete man ein Eingreifen beim Völkermord während des Balkankrieges, blieb im Fall von Ruanda aber tatenloser Zuschauer? Es sind gerade jene Aussagen, die Steinbrück als wirkliche Alternative zu Merkel zeigen. Schmidt unterstützt ihn dahingehend, verweist darauf, dass es schlecht ist immer Ja und Amen zu sagen und erteilt seinem Schützling eine Bestnote nach der anderen.

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