...entführen dich in eine andere Welt

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3.Juli
2012

Henning Mankell – Der Chinese

Benjamin Jendro

Alter Schwede – selbst am skandinavischen Autor Mankell scheint das Phänomen Globalisierung nicht vorbei zu gehen. Konnte er sich in seinen Romanen rund um die eigenwillige Ermittlungsart des Kommissars Kurt Wallander noch dagegen wehren und die Szenerie in die Grenzen Schwedens eindämmen, wirken diese beim Thriller „Der Chinese“ wie weggeblasen. Ohne Frage hat Mankell mit der von ihm ausgelösten Pensionierung seiner Galionsfigur Wallander einen Schritt in eine andere Richtung gesetzt. Wo genau er damit angekommen ist, lässt sich so ohne Weiteres nicht genau definieren, denn die gewohnte Szenerie in Ystad oder Schonen hat sich in eine Art ganze Welt transformiert.

Zwar wirkt der Ausgangspunkt im kleinen und überschaubaren Dorf Hudiksvall noch recht typisch für den Autor, schnell wird der Hörer aber eines Besseren belehrt. Die Polizei findet 19 Leichen und ein rotes Seidenband am Tatort vor, ist aber vollkommen orientierungslos. Erst als Richterin Roslin, deren Adoptiveltern zu den Opfern zählen, eins und eins zusammenzählt, scheint sich das Blatt in Richtung Täter zu wenden. Um diesen ausfindig zu machen schicken uns Mankell und Sprecher Milberg in die USA, nach Afrika und China. Ohne so richtig zu wissen, warum letztendlich alles so passiert ist, gelangen wir zurück in des Autors Heimat und sind umso verblüffter von den Dingen, die er uns auf über acht Stunden erzählt hat.

 

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