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9.August
2012

Hermann Hesse – Der Steppenwolf

Benjamin Jendro

An manchen Tagen lohnt es, die Zeit mal ein wenig zurückzudrehen und sich an Vergangenes, große Taten und Ereignisse, zurückzuerinnern. Am heutigen Donnerstag vor exakt 50 Jahren verstarb mit Hermann Hesse eine der schillernsten Figuren der europäischen Literaturgeschichte. Diese wiederum hat selten so einen inhaltsschweren Autoren hervorgebracht wie den besagten aus Baden-Württemberg. Mit zahlreichen Erzählungen machte er auf sich aufmerksam und sorgte dafür, dass bei Beachtung großer deutscher Literaten eben nicht allein die Namen Goethe und Schiller fallen. Zu den ganz großen Stücken zählt neben der indischen Dichtung „Siddharta“ und der Jugendgeschichte „Demian“ auch „Der Steppenwolf“. Dieser verweist wohlgemerkt auf den Autor selbst, der sein Leben lang den individuellen Platz in der globalen Gesellschaft gesucht hat.

Biografische Studie

Die 450 min lange Hörspielfassung von Sprecher Will Quadflieg schafft es vielleicht noch mehr als das bloße Lesen in einem Buch die psychoanalytischen Widersprüche des Werkes zu verdeutlichen. Teil davon ist eine von drei Erzählern geprägte Beschreibung, die sich selbst in drei Teile unterteilt. Nach einer kurzen Einführung mit Blick auf Hauptakteur Harry Haller kommt dieser selbst zu Wort ehe wir im Steppenwolf-Tractat weitere Erkenntnisse über ihn in Erfahrung bringen. Nicht ganz zufällig wirkt die Gemeinsamkeit des Autors und seiner Figur mit Blick auf ihre Initialen. Auch die Liebesgeschichten und der ständige Kampf zwischen Verstand und Trieb scheinen sinnbildlich für Hesse selbst.

Drogenkonsum und sexuelle Fantasien

Ähnlich wie auch bei Nietzsche ist es nicht ungewöhnlich, dass man Hesse für seine fatalistischen Gedanken über eine missratende Gesellschaft kritisiert. Insofern sind seine Erzählungen schwer zu verarbeiten und wirken wie ein Stein in der Kehle, der sich nicht so einfach wegspülen lässt. Haller versucht seinen Frust über das Leben und die Ausgrenzung mit Halluzinogenen und erotischen Fantasien zu bewältigen. Dabei gibt er sich den Spielen der Prostituierten Hermine hin und wirkt mehr als ein Spielball gen als ein Akteur auf einer Welt, die so wenig bereit zu halten vermag.

 

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