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2.April
2013

James Joyce – Ulysses

Benjamin Jendro

Joyce - UlyssesLiteraturklassiker tragen eine ganz besondere Bedeutung für uns Menschen. Gerade deshalb klassifizieren wir sie ja auch als Klassiker. Es sind jene literarischen Werke, die aufgrund ihres Inhaltes Elemente in sich binden, die für den Leser bzw. Zuhörer Werte vermitteln und ihn für sein Leben prägen. Erkennen kann man einen Klassiker ganz gut an der Tatsache, dass er es nicht nur in eine aktuelle Bestsellerliste schaffen konnte, sondern auch noch Jahre, Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte später eine gewisse Bedeutsamkeit zugeschrieben bekommt. Der dazugehörige Autor wird dann ebenfalls mit einer gewissen Wertschätzung verbunden. Auf den Iren James Joyce trifft diese Einschätzung ganz sicher zu, die Anerkennung erfolgt nicht nur auf der grünen Insel. Nein Joyce hat die globale Menschheit geprägt, sein Werk „Ulysses“ ist auch heute noch die berühmteste Beschreibung eines erlebten Tages, die jemals in Literatur verpackt wurde.

Ein Tag mit Leopold Bloom

Diesen besagten Tag verbringen wir als Leser oder Zuhörer an der Seite von Leopold Bloom, seinerseits Anzeigenakquisiteur einer Zeitung inmitten von Dublin. Die Erlebnisse, die er am erzählten Tag durchlebt, hören wir unter anderem von Corinna Harfouch, Manfred Zapatka und Dietmar Bär. Diese erzählen das Geschehen, bei dem der Protagonist an den verschiedensten Orten Dublins auf die facettenreichsten Gesichter trifft, die von der Stadt bereitgehalten werden. Das ist letztlich derart interessant, dass auch die Vergabe des Deutschen Hörbuchpreises 2013 für das Beste Hörbuch nicht wirklich überraschend kam. Auch das ist nur ein weiteres Zeichen für die große Klasse, die das Werk von Joyce in sich trägt.

Parallelen zur Odyssee

Wenn man mal bedenkt, dass der Tag, an dem wir Mister Bloom begleiten, der 16. Juli 1904 ist, scheint der Bezug zu einem gewissen Homer durchaus verwegen. Nicht umsonst aber wählte Joyce für sein wohl größtes Stück die englische Übersetzung von Odysseus, jenen bekannten Helden, der einst im antiken Griechenland auf Reisen ging. Auch dabei handelt es sich um einen großen Klassiker der Literaturgeschichte. Wohlgemerkt bestand dieser aus drei Teilen, die „Ulysses“ setzt sich aus der gleichen Anzahl zusammen. Die insgesamt 18 Episoden, die den Tag des Herrn Bloom bestimmen, ähneln denjenigen des früheren Epos ebenso. Anders als der große Odysseus aber plagt sich Leopold Bloom eher mit seinen inneren Gedanken als mit üblen Seemonstern und anderen scheinbar unbesiegbaren Wesen. Während der eine durch die Irren der Welt fährt, geht der andere durch die Irren seiner Stadt und der eigenen Befindlichkeit.

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