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16.Juli
2012

Jean Christophe Grangé – Der Flug der Störche

Benjamin Jendro

Bei aller Hochachtung für die in dem Beruf Tätigen erscheint mir der Job eines Ornithologen doch recht trist zu sein. Diese beobachten Vögel, studieren ihr Verhalten und wundern sich über Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf, der gewöhnlich immer nach dem selben Schema abläuft. Von eben so einem Wissenschaftler bekommt der exmatrikulierte Louis Antioche ein Jobangebot. Ohne langes Zögern begibt sich der Jungakademiker unter die Fittiche des Schweizers Max Böhm. Dieser muss mit Besorgnis feststellen, dass in diesem Jahr die Störche nicht wie sonst so zahlreich den Weg in die Heimat finden. So will er sich gemeinsam mit Louis nach Afrika begeben, um der Ursache auf den Grund zu kommen. Ehe es jedoch soweit ist, wird Böhm ermordet und Louis muss sich in „Der Flug der Störche“ allein auf die Reise begeben.

Von der Schweiz über den Balkan bis nach Afrika        

Zunächst erkennbar verwirrt, wagt Louis die bereits gebuchte Reise und begibt sich damit in ein Abenteuer, dessen grausame Episoden selbst der Zuhörer nicht glauben mag. Noch vor der Abreise findet er in den Sachen des Toten ein Foto von einem menschlichen Schlachthaus, das bereits einen Vorgeschmack auf das weitere Geschehen liefern soll. Bei eigentlich allen weiteren Etappen der Reise, den Ostblockstaaten, Israel und im afrikanischen Dschungel ist der Weg mit Leichen gepflastert. Louis stößt auf ein Geheimnis, das nicht nur ihm die Nackenhaare emporsprießen lässt.

Grangé versteht es zu schockieren

Dass der Franzose Jean-Christophe Grangé mit dem Werk ein ganz besonders brutales Szenario darstellt, wird schon in den ersten paar Minuten deutlich. Selbst beim bloßen Hören der Geschehnisse wie dem Leichenfund Böhms im Storchennest zu Beginn läuft einem der Schauer über den Rücken. Man möchte sich die Bilder dazu gar nicht erst ausmalen. Brillant von Sprecher Joachim Kerzel erzählt, wird dieser Thriller so zu einem Hörerlebnis, das man besser nicht in einsamen Stunden genießt.

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