...entführen dich in eine andere Welt

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17.Dezember
2013

Jonas Jonasson – Die Analphabetin, die rechnen konnte

Benjamin Jendro

Jonasson - Die Analphabetin, die rechnen konnteWir nähern uns dem Jahresende und damit ist auch verbunden, dass es draußen kälter wird. Das ist eigentlich nicht so schön, zumindest nicht für all jene, die den Sommer lieben. Auch für diese aber hat der Winter seine Vorteile. Einer liegt darin begründet, dass wir mehr Zeit bekommen, um uns hochwertiger Literatur zu widmen. Unter der Kuscheldecke auf der heimischen Couch können wir da bei Kerzenschein und Räucherstäbchen entweder selbst die Seiten umblättern, es auf digitalem Format per Knopfdruck tun oder aber einem Hörbuch lauschen und sich von einem gefühlvollen Roman berieseln lassen.  Bei Jonas Jonassons „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ ist das besonders gut möglich. Die Geschichte um eine kleines afrikanisches Mädchen, das über besondere Fähigkeiten verfügt, ist unterhaltsam und arbeitet mit emotionaler Tiefe.

„Die Analphabetin, die rechnen konnte“, stammt aus den Slums

Nombeko Mayeki heißt „Die Analphabetin, die rechnen konnte“. Sie ist ein typisches afrikanisches Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen. Hat uns Jonasson in „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ noch die traumhafte Landschaft Schwedens gezeigt, entführt er uns nun in eine Welt, in der mehr Elend herrscht als die Meisten vertragen werden. Gerade auf den ersten Seiten kommt die einfühlsame Leseweise von Sprecherin Katharina Thalbach gut zur Geltung. Nombeko hat bereits viele Rückschläge hinnehmen müssen. Mit fünf geht sie erstmals arbeiten, mit zehn wird sie Waise, mit fünfzehn verliert sie beinahe das Leben. Wie viele ihrer Landsleute kann sie weder lesen noch schreiben. Ihr Talent aber liegt in hochwertigen Rechenkünsten, ist sie doch „Die Analphabetin, die rechnen konnte“.

„Die Analphabetin, die rechnen konnte“, erobert die Welt

Hat man zunächst das Gefühl, dass ihr sagenhaftes Talent unbeachtet bleibt, erobert „Die Analphabetin, die rechnen konnte“, schnell die politische Weltbühne. Nombeko gerät in ein System, in welchem sie mit Geheimagenten und hochdekorierten Wissenschaftlern kommuniziert. Dabei geht es um nukleare Sprengköpfe und die Interessen einzelner Machthaber. Im Moment, in welchem ihr alles zu viel wird, versucht sie sich in Schweden zur Ruhe zu setzen. Auch im beschaulichen Skandinavien aber möchte der Trubel des Lebens nicht aufhören.

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