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24.März
2016

Jonas Jonasson – Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind

Benjamin Jendro

Jonas JonassonWer es geschafft hat und den elend langen Titel des heute zu beschreibenden Hörbuchs bis zum Ende gelesen hat, läuft Gefahr, den dazugehörigen Autor längst wieder vergessen zu haben. Die Gefahr ist da, doch es wird den wenigsten passieren. Schließlich befinden wir uns längst in einer Phase, in der wir ganz genau wissen, dass derartige Titel nur auf einen Schriftsteller zurückzuführen sind. Ja, „Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind“ ist ein echter Jonas Jonasson. Der Schwede, der vor einigen Jahren mit „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster steig und verschwand“ debütierte, hat mal wieder ein Werk über einen Sonderling geschrieben, der eine sonderbare Geschichte durchläuft.

Mörder Anders in der Körperverletzungsagentur

Der neue Protagonist heißt Johan Andersson. So nennt ihn aber keiner. Er ist kurz und schmerzlos „Mörder Anders“. Dabei ist der Gute gar kein Lebensvernichter. Er saß zwar schon unzählige Male hinter Schwedischen Gardinen, allerdings wegen diverser anderer Delikte. Im Roman nur kommt er wieder mal auf freien Fuß und möchte dort auch länger bleiben. Die Grundlage sind geordnete Finanzen und genau deshalb sucht er sich einen Job. Das Angebot einer Pfarrerin kommt ihm da genau recht. Johanna hat zusammen mit dem Hotelmitarbeiter Per eine Firma aufgemacht, zu der die von Anders angebotenen Dienst bestens passen. Die Körperverletzungsagentur, bei der als Schläger für gute Manieren sorgt, ist allerdings nur das erste Sprungbrett für „Mörder Anders“.

Jonas Jonasson überzeugt mit wahnwitzigen Ideen

Sein 448-minütiges Abenteuer ist hier in der Tat noch nicht zu Ende. Sprecher Jürgen von der Lippe – welch gelungene Wahl – führt den Akteur in „Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind“ trotz guter Auftragslage in ein anderes Berufsfeld. Er beginnt plötzlich, das eigene Handeln massiv zu hinterfragen und wendet sich der Religion zu, weil Jesus zu ihm gesprochen hat. „Mörder Anders“ entwickelt eine waghalsige Idee, er möchte ein eigenes Gotteshaus bauen. Dies wird nochmal gesteigert, als er sich dazu entschließt, gleich eine eigene Religion aus dem Boden gedeihen zu lassen. „Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind“, und das merkt man schon bei diesem winzigen Auszug, sprüht nur so vor wahnwitzigen Einfällen. Dank ihnen und den lustigen Wendungen gelingt es Jonas Jonasson, mal wieder Leser und Zuhörer voll auf seines Seite zu ziehen.

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