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11.September
2012

Lucinda Riley – Das Mädchen auf den Klippen

Benjamin Jendro

Riley - Das Mädchen auf den KlippenWas denken Sie ist die beste Möglichkeit, um besonders einfühlsame Familiengeschichten zu schreiben? Sollte man selbst Teil einer großen Familie sein, in der täglich neue Ereignisse passieren oder eher das ein oder andere schwere Schicksal verarbeiten müssen. Ausschließen tut sich beides ohnehin in den seltensten Fällen, denn Rückschläge, egal welcher Natur, wiederfahren jedem von uns. Ist die Zahl der Angehörigen höher, ist es auch die Wahrscheinlichkeit, eben solch Sonderbares zu erleben. Ob Autorin Lucinda Riley letztlich bei einem ihrer Spaziergänge in der irischen Heimat auf ein Mädchen gestoßen ist, das verwaist an einer Klippe saß, entzieht sich mir jeder Kenntnis. Dennoch aber ist ihr Werk „Das Mädchen auf den Klippen“ sehr authentisch und demnach einfühlsam und bewegend geschrieben.

Bei emotionalen Büchern ist die eigene Geschichte nicht auszublenden

Durchaus realistisch wäre eine solche Begegnung auf jeden Fall. Schließlich hat sich die Autorin Riley bisher stets daran gehalten, ihre individuellen Erfahrungen verstärkt in ihre Werke einfließen zu lassen. Ihr Welterfolg „Das Orchideenhaus“ erzählt die Geschichte einer thailändischen Familie. Unweigerlich auffallend wirken da ihre zahlreichen Reisen während der Kindheit in eben jene Region, was der Arbeit des Vaters geschuldet war. Auch in der Szenerie ihres neuen Werkes kennt sie sich bestens aus und kann so aus erster Hand die Landschaft um das Geschehen beschreiben.

Ein fremdes Mädchen zur Erklärung der eigenen Wurzeln

Heimatverbunden wie sie ist, schickt Riley ihre Akteurin Grania zurück in die irische Heimat. Mit Herzschmerz gesegnet verlässt die Bildhauerin ihre Wahlresidenz in New York, um sich wieder dem Wesentlichen zu widmen. Bei einem Spaziergang entdeckt sie ein kleines, nur mit einem Nachthemd bekleidetes, Mädchen. Grania bringt die Kleine zurück zu ihrem Vater, der ihr ein Angebot macht, das sie nicht ablehnen kann. Aus Mitgefühl erklärt sie sich bereit, auf das Mädchen aufzupassen, während sich der Vater auf einer Reise befindet. Damit baut sie zugleich eine Brücke zu ihrer eigenen Vergangenheit, die schon bald aufgeschlüsselt wird. Womöglich werden dabei auch Parallelen zur Lebensgeschichte der Autorin gezogen.

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