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18.Juni
2013

Lucinda Riley – Der Lavendelgarten

Benjamin Jendro

riley - der lavendelgartenBei einigen Autoren und Autorinnen erkennt man ganz gut, dass sie den Ort, über den sie schreiben, ganz gut kennen, sich also vermutlich direkt vor Ort Inspirationen geholt zu haben. Bei Lucinda Riley konnte man das bisher bei all ihren Bestsellern erleben. „Das Orchideenhaus“ beförderte den Leser von Seite zu Seite immer näher in Richtung asiatischem Lebensgenuss. Auch bei ihrem letzten Werk „Das Mädchen von den Klippen“ fühlte man sich, als wäre man direkt an die irische Küste versetzt. Hinzu kommt neben der regionalen Authentizität auch eine gewisse Glaubwürdigkeit der Themen, die sie anspricht. Alle von ihnen zeigen irgendwie immer eigene biografische Züge. So darf auch davon ausgegangen werden, dass sich diese in „Der Lavendelgarten“ widerspiegeln.

Ein Erbe, das sie nicht antreten will

Hauptprotagonistin Emilie hat sich bereits in frühen Jahren von ihrer Familie abgekoppelt. Entfernt von der aristokratischen Herkunft und dem hohen Stand, den die Familie de la Martinières genießt, hat sie sich ein komplett neues Leben aufgebaut. Die junge Tierärztin hatte bereits seit dem Tod ihres Vaters kein gutes Verhältnis mehr zu ihrer Mutter. Trotzdem aber liegt es nun an ihr, das Familienerbe anzutreten und an jenen Ort in der Provence zurückzukehren, der ihr in der Vergangenheit manchen Kummer bereitet hat.

Geheimnisvolle Heimat

Was sie anfangs nur für ein kurzes Intermezzo hielt, das zwanghaft erledigt werden muss, wandelt sich zu jenem Zeitpunkt, als Emilie auf eine alte Gedichtsammlung trifft. Schon vorher erfährt der Zuhörer, den Sprecherin Simon Kabst brillant durch die siebenstündige Hörfassung führt, einiges über die Beziehung Emilies zu einzelnen Familienangehörigen. Richtig tiefgründig wird das Personengeflecht aber erst mit jenen Briefen, in denen Tante Sophia von einer Liebesgeschichte berichtet, die die langreichende Familienhistorie in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Dies verändert nicht nur das, was einmal war, sondern kann auch Türen aufsperren, die in der Zukunft einen anderen Weg ermöglichen.

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