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25.März
2014

Lukas Podolski – Dranbleiben

Benjamin Jendro

Podolski - DranbleibenMit einer Autobiographie hat es schon so mancher Spitzenfußballer versucht. Vor allem die ehemaligen Profis scheinen darin eine Chance zu sehen, sich wieder ein wenig ins Rampenlicht zu befördern. Mit mäßigem Erfolg gelingt ihnen dies sogar. Nämlich dann, wenn sie mysteriöse Geheimnisse ihrer Trainer und Mitspieler preisgeben und die Fußballfanwelt dadurch ein wenig ins Wanken bringen. Bei dem einen oder anderen gelingt das auch durch Frauengeschichten. Einer, der es weder auf die erste noch auf die zweite Art versucht und dem man eine autobiographische Schrift jetzt nicht unbedingt zugetraut hat, ist Lukas Podolski. Umso beeindruckender ist es, dass das Fazit für seine Schrift „Dranbleiben“ richtig positiv ausfällt.

Mit 28 schreibt der Poldi schon seine Autobiographie

Natürlich hat unser Poldi professionelle Hilfe beim Niederschreiben erhalten. Das kann man aber auch jedem anderen Vertreter seiner Zunft attestieren. Von daher ist das einzige Manko dieser sehr hörenswerten Autobiographie, dass der Kicker vom FC Arsenal die knapp sechs Stunden Hörbuch nicht selbst eingesprochen hat. Stattdessen führt Oliver Rohrbeck durch das Geschehen. Ansonsten war es das dann aber auch schon mit Kritik. Rohrbeck berichtet von Poldis ersten Schritten auf dem Bolzplatz, wo er natürlich mit Größeren gekickt und früh gelernt hat, sich durchzusetzen. Er geht in die Jugend des 1. FC Köln, seine Familie unterstützt ihn stets, nimmt lange Fahrten zum Training auf sich, um das Talent des Lukas gebührend zu nutzen. Der Rest ist uns allen bekannt. Der Weg führt über die Profimannschaft der Kölner zum FC Bayern und später in die Premier League. Nun ist der Gute 28 Lenzen alt, hat mehr als einhundert Länderspiele auf dem Buckel und darf als einer der wenigen den Bundestrainer duzen.

Eine Autobiographie, die Mut machen möchte

Doch es ist nicht nur die eigene Geschichte, die wir von Poldi bzw. Herrn Rohrbeck vorgesetzt bekommen. Ebenso zentral scheint sein Anliegen, sich sozial zu engagieren. Seit Jahren schon nutzt der Außenstürmer seine Popularität, um das Augenmerk auf Kinder und Jugendliche zu richten, die in Problembezirken groß werden und viele Hürden zu meistern haben. In seinem Buch schaut er auf Kids wie Kasim, die es schwer haben nicht den Drogen zu verfallen und die in einer ähnlich schweren Ausgangslage feststecken wie Poldi früher selbst. Er hat es vorgemacht, plädiert aber auch dafür, dass sie ihr Talent – in jedem schlummert eines – nicht wegwerfen und sich durchbeißen. Deshalb berichtet er in seinem Werk auch davon, wie er sich in den Einrichtungen der Arche Zeit für die Kids nimmt, mit ihnen bolzt und sich ihre Träume anhört. Gut so Poldi.

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