...entführen dich in eine andere Welt

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10.Dezember
2015

Sarah Lark – Eine Hoffnung am Ende der Welt

Benjamin Jendro

Lark - Eine Hoffnung am Ende der WeltNa endlich, Sarah Lark hat ihren neuen Roman vorgelegt und mit ihm erleben Fans der Autorin eine unglaublich einfühlsame Reise ins entfernte Neuseeland, in das sie uns bereits des Öfteren entführt hat. Hinter dem Pseudonym Sarah Lark versteckt sich eine Autorin, die je nach Genre in differente Identitäten schlüpft. Als Christiane Gohl, ihrem bürgerlichen Namen, verfasste sie Romane um die innige Verbindung zwischen Pferd und Mensch, als Elisabeth Rotenberg Kinderbücher, als Ricarda Jordan Mittelalterwerke. Sarah Lark nun dient ihr als Autorenname für Liebesgeschichten in Neuseeland und Jamaika. „Eine Hoffnung am Ende der Welt“ ist das neueste Stück.

Gibt es „Eine Hoffnung am Ende der Welt“?

Helena und Luzyna sind zunächst die zwei zentralen Figuren, die Sarah Lark in ihre Erzählung einbindet. Die beiden jungen Frauen sind nicht nur im Blute vereint, sondern auch im Geiste. Gemeinsam flüchten die Schwestern vor den politischen Wirren der 1940er-Jahre. Ihre Reise soll sie bis nach Persien führen, womöglich wartet dort die Erfüllung ihrer Träume. „Eine Hoffnung am Ende der Welt“ ist vorrangig mit ihren Wünschen bestückt. Sprecherin Yara Blümel verwendet in den 450 Hörbuch-Minuten viel Herz für die ausführliche Intonation der wesentlichen beschriebenen Sehnsüchte. Die Geschichte bekommt eine Wendung, als klar wird, dass nur eine der beiden Schwestern bis nach Persien weiterreisen darf. Stirbt die „Eine Hoffnung am Ende der Welt“?

Sarah Lark präsentiert eine Liebesgeschichte auf neuseeländischer Bühne

Parallel zu den beiden Schwestern wird auch ein gewisser James McKenzie in die Ereignisse von „Eine Hoffnung am Ende der Welt“ geworfen. Der Pilot möchte in umgekehrte Richtung reisen und mit seinen Fähigkeiten zur einer Lösung der Konflikte in Europa beitragen. Natürlich kreuzen sich sein Weg und derjenige der beiden Frauen und selbstverständlich wird diese Begegnung nicht folgenlos bleiben. Sarah Lark verbindet die Menschen, ihre Schicksale, Wünsche und ganz eigenwillige Beweggründe. Dies geschieht, wie von der Autorin zu erwarten war, auf sehr einfühlsame Art und Weise und folgend ihrer bisherigen Werke auf neuseeländischem Boden.

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3.Dezember
2015

Arne Dahl – Der elfte Gast

Benjamin Jendro

Dahl - Der elfte GastJan Arnald kennt man kaum. Er ist 52, Schwede, arbeitet als Literaturwissenschaftler für jene Akademie, die jährlich die Nobelpreise vergibt. Er hat auch selbst Bücher geschrieben, drei unter seinem Namen veröffentlicht, mit mäßigem Erfolg. Wesentlich besser verkauft haben sich die Bücher von Arne Dahl, einem Kollegen, den Arnald ganz gut kennt, wohl besser als jeder anderer. Genau genommen geht das auch gar nicht, denn Arnald selbst verbirgt sich hinter Arne Dahl und hat sich unter diesem Pseudonym zu einem der beeindruckendsten  schwedischen Autoren der Gegenwart herauskristallisiert. „Der elfte Gast“ ist nur einer der zahlreichen Kriminalfälle der so genannten „A-Gruppe“, aber definitiv einer der bisher besten.

„Der elfte Gast“ beginnt mit einem mysteriösen Brief

Ein mysteriöser Brief geht bei Arne Dahls bewährter Ermittlergruppe ein. Er beginnt mit den Worten „Verehrte Mitglieder der A-Gruppe„. Er richtet sich an alle zehn Personen der früheren Kriminalgruppe, stammt von einem unbekannten Absender. Auch wenn nicht ganz klar ist, was der Brief genau bewirken soll, kommen die zehn der Einladung nach und versammeln sich in einem sonderbaren einsamen Herrenhaus. Jeder von ihnen erzählt eine eigene Geschichte, jeder von ihnen eine andere. Die alten Herren machen das mit Freude, selbst wenn vollkommen unklar ist,  wer eigentlich genau für ihr Zustandekommen verantwortlich ist.

Arne Dahl bietet schauriges Hörvergnügen

431 Minuten lang ist die Hörbuchfassung von Dahls Roman „Der elfte Gast“ und wirklich jede, die Sprecher Achim Bucb da vorträgt, schürt die Spannung. Man weiß, dass etwas passiert, aber nicht was und wann. Zudem ist die A-Gruppe einfach eine zusammengewürfelte Truppe, die ein vergleichbares Pendant in der aktuellen Krimigeschichte sucht. Dahls Reihe ist innovativ und großartig konzipiert, durchgehend  spannend und  kaum vorhersehbar. Außerdem bekommt „Der elfte Gast“ mit der Zusammenführung der Veteranen einen Hauch von „The Expendables“, wobei die Erzählsituation ohne Frage an Boccaccios „Dekameron“ erinnert. Beides fügt sich zu einem wirklich abwechslungsreichen Kriminalfall zusammen.

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27.November
2015

Karin Slaughter – Pretty Girls

Benjamin Jendro

Slaughter - Pretty GirlsKarin Slaughter ist eine absolute Ausnahme in der Literatur. Ich habe bisher keine andere Schriftstellerin zugehört, die derart brutale Szenarien in Worte fassen kann. Die ehemalige Werbetexterin, die in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Georgia aufgewachsen ist und mit heute 44 Jahren eine der erfolgreichsten Autorinnen unserer Zeit darstellt, hat die Erfahrungen, die als Heranwachsende gesammelt hat, in ihre Werke einfließen lassen. „Pretty Girls“ ist wieder so ein Stück, das letztlich auf ihre Heimat, die punktuell mit großer Kriminalitätsrate aufwarten kann, zurückgeht. Es ist die Geschichte zweier Schwestern, die sich unterschiedlich entwickelt, gar voneinander entfernt haben und die durch einen grausamen Vorfall mit einem Schicksalsschlag aus der Vergangenheit konfrontiert werden.

Pretty Girls ist eigentlich die Geschichte dreier Schwestern

Claire ist entsetzt, als sie mit dem plötzlichen Tod ihres Ehemanns konfrontiert wird. Er wurde umgebracht. Doch nicht nur der herbe Verlust lässt sie fast verzweifeln, sondern auch ein sonderbarer Fund. Im Nachlass ihres Liebsten entdeckt sie Videomaterial. Auf diesem sind grauenhafte Morde zu sehen, eines der Opfer kommt Claire bekannt vor. Es ist ihre Schwester Julia, die mit 19 Jahren entführt wurde. Zwanzig Jahre später hat sie das eigentlich ganz gut verarbeitet, sich zu einer glamourösen Dame entwickelt, sie ist millionenschwer. Ganz anders ihre Schwester Lydia, die alleinerziehend ist, sich mit einem Ex-Häftling eingelassen hat. Die beiden sind komplett verschieden, müssen aber jetzt durch den brisanten Fund wieder zueinander finden.

Slaughter mal wieder in Höchstform

Die weiblichen Kollegen zollen Karin Slaughter für ihre Schreibart seit Jahren großen Respekt und auch die männliche Schreiberschaft zeigt sich stets fasziniert von ihren äußert grausamen Darstellungen. „Pretty Girls“ macht da keine Ausnahme. Was Sprecherin Nina Petri da in den 450 Hörbuchminuten vorträgt, lässt einen schon mal das Blut in den Adern gefrieren. Die Geschichte beginnt im März 1991. Besagte Julia geht auf eine Party. Es wird ihre letzte sein, denn sie kehrt niemals wieder zurück. Für die Ermittler scheint schnell klar, dass sie Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sein muss. Was aber genau geschehen ist, weiß niemand. Die Ermittlungen verlaufen im Sand, eine Leiche wird nie gefunden. Das Video, das Claire schließlich entdeckt, wirbelt den Fall neu auf und lässt die beiden Hauptprotagnisten tief in einen Sog fallen, der sich durch die Konfrontation mit der Vergangenheit weit öffnet.

 

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25.November
2015

Terry Pratchett – Die Krone des Schäfers

Gisela Blank

krone_des_schaefersDie magisch begabte Tiffany Weh hatte 2003 in dem Märchen „Kleine freie Männer“ ihren ersten Auftritt in der Scheibenwelt. Der im März verstorbene Terry Pratchett fand an diesem Charakter so sehr gefallen, dass bald drei weitere Bände mit der Nachwuchs-Hexe folgten und nun sogar sein letzter Scheibenwelt-Roman „Die Krone des Schäfers“ der Schülerin von Oma Wetterwachs gewidmet ist. Der schon lange erkrankte Fantasy-Autor muss gespürt haben, dass dies vermutlich sein letzter Roman wird, denn – zumindest für die Hexen-Reihe – ist dieser Band ganz klar als Abschluss konzipiert.

Über den Inhalt sollte hier deshalb geschwiegen werden, nur so viel sei verraten: Die Elfen (bekannt aus dem Hexen-Roman „Lords und Ladies“) wollen wieder in die Scheibenwelt eindringen, und die Hexen von Lancre und aus dem Kreideland müssen sich zusammenraufen, um die Invasion im Keim zu ersticken. Es gibt ein Wiedersehen mit allen bekannten und über die Jahre liebgewonnenen Hexen-Charakteren – u.a. Königin Magrat, Agnes Nitt, Frau Prust, Frau Tick, und selbstverständlich Nanny Ogg und Oma Wetterwachs – und natürlich den rauflustigen Wir-sind-die-Größten, die Tiffany wie immer zur Seite stehen. Entwicklungen aus den letzten Romanen – die Emanzipation der Goblins, der Ausbau des Eisenbahnnetzes – baut Pratchett geschickt in die Handlung ein. Mag manches Kapitel unvollständig wirken und v.a. die Entwicklung im letzten Teil des Hörbuchs zu schnell vorangehen: Es gibt keine großen Lücken in diesem unvollendeten Werk und es ist ein Genuss, ein letztes Mal Pratchetts unvergleichlichen Stil zu genießen.

Etwas enttäuscht war ich zunächst, dass Boris Aljinovic, der alle bisherigen Tiffany-Romane gelesen hatte, nicht mehr als Sprecher dabei ist. Aber Volker Niederfahrenhorst macht seine Sache in dieser ungekürzten Lesung sehr gut. Auch ihm gelingt es, Pratchetts Sprachwitz zu übertragen und allen Figuren auf wundervolle Art und Weise Leben einzuhauchen.

Ein schöner, leider letzter fantasievoller Ausflug in die Scheibenwelt!

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20.November
2015

Tommy Jaud – Sean Brummel: Einen Scheiß muss ich

Benjamin Jendro

Jaud - Einen Scheiß muss ichEin Typ wie Sean Brummel ist ja schon von seinem Namen her jemand, dem das Verhalten praktisch in die Wiege gelegt wird. Tommy Jauds erfundene Persönlichkeit mit besagtem Namen ist aber auch jemand, der dem in seiner Lebensführung absolut gerecht wird. „Sean Brummel: Einen Scheiß muss ich“ ist dann so gesehen auch noch der perfekte Titel für ein Hörbuch, in dem es letztlich um nichts anderes geht als die Akzeptanz des Individuellen. Mit der gewohnten, komischen Art hat der mehrfach prämierte Bestsellerautor und Schreiberling für diverse Fernsehsendungen da mal wieder was für unser Zwerchfell ausgepackt.

Einen Scheiß muss ich – nur Spaß haben muss ich

Mangelnde Faulheit soll zu Burnout führen. So zumindest lautet die Theorie. US-Bestsellerautor Sean Brummel, der sich darüber Gedanken gemacht hat, sieht das alles ein wenig anders. Er hinterfragt die Hypothese, hinterfragt den Wahn abnehmen zu müssen, die chronische Aufräumlust und das zwanghafte ökologisch korrekte Verhalten. Sein Fazit ist klar: Wir müssen nicht herausgehen, nur weil die Sonne scheint oder im Job Karriere machen. „Einen Scheiß muss ich“. Niemand geht zugrunde, weil er kein Tageslicht sieht. Stattdessen fehlt es den Menschen in erster Linie an Spaß. Genau dafür tritt Sean Brummel, hinter dem sich natürlich Autor Tommy Jaud selbst versteckt, ein. Mehr Spaß am Leben.

Tommy Jaud wird zu Sean Brummel

Inspiriert und offensichtlich auch sehr fasziniert von den vielen US-amerikanischen Ratgeber-Büchern hat Tommy Jaud jetzt mit „Sean Brummel: Einen Scheiß muss ich“ einen eigenen verfasst. Weil er selbst kein Ami ist, hat er Brummel geschaffen und dessen fiktiven Bestseller „Do Whatever the Fuck You Want“ ins Deutsche übertragen. So kommen auch die deutschen Leser in den Genuss einer Hommage an das selbstbestimmte Leben, ganz ohne Bevormundung und Leistungswahn. Das Stück spricht der Autor dann auch noch selbst und verleiht seinen einzelnen Aspekten so die nötige komische Klangfarbe, die er stets anschlägt. Das macht dann summa summarum 350 Minuten tolle Kost für unser Gemüt.

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13.November
2015

Helmut Schmidt – Was ich noch sagen wollte

Benjamin Jendro

Schmidt - Was ich noch sagen wollteEr hat sein Leben lang gequalmt, viel Kaffee getrunken, Kautabak förmlich inhaliert. Es sind wahrlich nicht die gesündesten Methoden, sich bei Laune zu halten und dennoch hat Helmut Schmidt es geschafft, 96 Jahre auf dieser Welt zu leben. Ein Leben, das in dieser Woche beendet wurde und an das wir uns trotzdem noch lange zurückerinnern werden. Nach aktuellen Umfragen ist Dr. Wolfgang Schäuble, gestern mit einem Bambi geehrt, derzeit der beliebteste deutsche Regierungspolitiker. Helmut Schmidt ist einer der beliebtesten aller Zeiten. Der Hanseat stand stets zu dem, was er sagte und wenn er etwas sagte, dann hatte es immer Hand und Fuß sowie großes Aneckpotenzial. In „Was ich noch sagen wollte“ berichtet der Altkanzler von seinen großen Vorbildern.

Eine ganz persönliche Bilanz

Die Deutsche Presseagentur (dpa) resümierte, dass es sich bei „Was ich noch sagen wollte“ um „Eine ganz persönliche Bilanz“ handle und genau diese stand einem Mann wie Helmut Schmidt stets zu. Sein Verdienst für unser Land, seine politischen Leistungen und vor allem seine Persönlichkeit werden wir so schnell nicht vergessen. Das zeigt auch das enorme Medienecho, welches sein Tod in dieser Woche auslöste. Das Vorbild Schmidt erzählt im Werk, das in der fünfeinhalbstündigen Hörbuchversion von Hanns Zischler gelesen wird, von seinen individuellen Vorbildern. Er zeigt uns, welche Leute ihn geprägt, ihn zu einer der zentralen Säulen unserer politischen Historie geformt haben.

Helmut Schmidt – Ein Mann des Pragmatismus

Es mag den Zuhörer wenig verwundern, dass die Namen Cicero oder Marc Aurel fallen. Auch Helmut Schmidt war immer ein Mann, der für seine Ideale stand und der vorausging. Natürlich beschäftigte er sich als ein Mann von Welt später mit Kant oder Weber. Auch der Name Karl Popper fällt in „Was ich noch sagen wollte“, ebenso der des Konfuzianers Deng Xiaoping. Schmidt, der Politiker des Pragmatismus und der fest verankerten Grundorientierung, die sein Handeln lenkte. Auch die Begegnungen zur Schulzeit und selbstverständlich auch Loki haben ihn beeinflusst und zu einer der Lichtgestalten gemacht, an die man sich immer zurückerinnern wird, wenn es um die deutsche Nachkriegsgeschichte geht.

 

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6.November
2015

Jeff Kinney – Gregs Tagebuch Band 10: So ein Mist!

Benjamin Jendro

So ein MistEr ist jung, sympathisch, clever und mit all jenen jugendlichen Problemen gesegnet, die Teenager heute zu durchlaufen haben bzw. alle Erwachsenen einmal in einer ihrer Zeit gerechten Form durchlaufen mussten. Jeff Kinneys Comicheld Greg Heffley. Das Strichmännchen wird von seinem Autor immer wieder in brenzlige Situationen geschickt. Dabei sucht Kinney diese nicht in irgendwelchen besonderen Abenteuerausflügen, sondern im ganz alltäglichen Dahinvegetieren. Greg ist ein Kerl, der sich mit Übeln wie Schule, Wünsche und Bedürfnisse der eigenen Familienmitglieder sowie mit dem stetigen mit-sich-selbst-Ringen, wenn es darum geht, einmal nicht auf der faulen Haut zu liegen. „So ein Mist!“ ist bereits die zehnte Episode des beliebten Helden.

Gregs Mom will Elektronik aus dem Wochenende vertreiben

Die Telekom zeigt gerade werbetechnisch mit ironischer Bravour, wie sinnlos es ist, Kindern den Zugang zu Smartphones zu versperren. Jeff Kinney greift diesen Leitfaden in „Gregs Tagebuch Band 10: So ein Mist!“ elegant auf. Gregs Mom plant nämlich, ein komplett elektronikfreies Wochenende für die gesamte Stadt zu organisieren. Das bedeutet: keine Handys, kein Fernsehen und keine Computerspiele. Dafür aber das Genießen in freier Natur, Saubermachen und Limonadenstände. Im wahrsten Sinn des Wortes: „So ein Mist!“. Man konnte es bereits erwarten, dass Greg nur wenig vom Engagement seiner Mama hält und als wäre das nicht schon genug, muss er sich nun auch noch Gedanken über die anstehende Klassenfahrt zur Schweiß-und-Fleiß-Farm machen.

Jeff Kinneys Held begeistert Millionen

Vor zehn Jahren ist Greg das erste Mal aufgetaucht. Spieldesigner Jeff Kinney hat einen kleinen Satansbraten kreiert, der eigenwillig durchs Leben tappst und in dem sich viele Heranwachsende gut abgebildet fühlen. Gregs Tagebücher haben sich längst zu einem internationalen Kult entwickelt. Mittlerweile wurde die einzelnen Bände millionenfach verkauft, jede neue Ausgabe erreicht in wenigen Tagen Bestsellerstatus. Deshalb ist natürlich auch „So ein Mist!“ Pflichtlektüre für alle Fans der Reihe. Zumal der nunmehr zehnte Band, der von Marco Esser eingesprochen wurde, wirklich sehr gelungen ist und wieder eine Thematik behandelt, die sehr am jugendlichen Alltag anzusiedeln ist.

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30.Oktober
2015

Mary Higgins Clark – Wenn du noch lebst

Benjamin Jendro

Clark - Wenn du noch lebstDie Liebe und einen Kriminalfall zusammenzuführen, ist ein cleverer Handgriff, um eine wirklich explosive literarische Mischung zu synthetisieren. Entscheidet sich ein Autor oder im Fall von Mary Higgins Clark eine Autorin dazu, vereint sie das älteste alle Themen mit dem aktuell favorisierten Genre. Die Leser lieben spannende Geschichte und mehr als es zugeben wollen, präferieren brisante Fälle um Mord und Totschlag als Nachtlektüre. Die Liebe an sich spielt eh in jedem kulturellen Erzeugnis eine Rolle. In „Wenn du noch lebst“ hat die Lady of Crime allerdings nichts mit der Herangehensweise vielen anderer Autoren gemein. Oftmals dichten diese einem verrohten und vom Leben gezeichneten Kommissar irgendeine Verflossene oder neue heiße Liebschaft an. Nein, der neue Thriller von Clark stellt die Liebe in den Fokus. Ohne sie würde „Wenn du noch lebst“ gar nicht funktionieren.

„Wenn du noch lebst“ beginnt mit einem lukrativen Auftrag

Hier eine Menge Crime und da eine Menge Love. Man mag es kaum verstehen, wie stark sich Mary Higgins Clark in „Wenn du noch lebst“ beidem widmet. Wie bereits erwähnt, ist die Liebe hier nicht einfach nur ein Nebenstrang des hauptsächlich zentral angesiedelten Kriminalfalls. Genau betrachtet wird Letzteres durch Ersteres erst ernsthaft spannend. Erzählt wird die Geschichte von Innenarchitektin Lane Harmon, die mehr schlecht als recht durch das Leben kommt, weil ihr Lohn kaum reicht, um ihrer fünfjährigen Tochter Katie ein tolles Leben zu ermöglichen. Umso wichtiger ist für die Alleinerziehende ein neuer Auftrag, den sie auf keinen Fall verpatzen darf. Sie soll das Haus der vermögenden Familie Bennett mit dem richtigen Inventar ausstatten. An sich kein Problem, doch in der Familie gibt es einen Vermissten-Fall, bei dem nicht alles zusammenpasst. Als Lane das entdeckt, ist es für sie bereits zu spät. Sie hat sich hoffnungslos in ein Familienmitglied verliebt.

Veruntreuung, mysteriöses Verschwinden und eine große Gefahr

Peter Bennett, der Hausherr der Casa Bennett, ist spurlos verschwunden. Mit ihm die sagenhafte Summe von fünf Milliarden Dollar, die aus einem Fonds veruntreut worden, den er gemanagt hat. Ohne ersichtlichen Grund kehrt Peter von einem Segelturn nicht mehr zurück. Hat er sich abgesetzt oder gar das Leben genommen? Steckt vielleicht noch etwas anderes dahinter? Lane beginnt zu spekulieren. Die Überlegung, was mit Peter Bennett geschehen ist, begleitet sie bis in ihre Träume. Die Familie glaubt keinesfalls, dass er eine Schuld an seinem Verschwinden trägt und irgendwann gelangt auch Lane in „Wenn du noch lebst“ zu dieser Überzeugung. Der Grund dafür ist ein Sohn des Hauses. Dieser verschleiert nicht nur Lanes Blick für die Realität, sondern bringt sie und die kleine Katie in große Gefahr.

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29.Oktober
2015

George R.R. Martin – Der Krieg der Könige

Gisela Blank

Krieg der Könige - Das Lied von Eis und FeuerGeorge R.R. Martins derzeit fünf dicke Bände umfassendes, brillantes Fantasy-Epos „Das Lied von Eis und Feuer“ verdient keine Kürzungen. Zu vieles von der erzählerischen Wucht würde sonst verloren gehen, und da die Reihe noch nicht beendet ist, wäre es auch gefährlich, Handlungsstränge zu straffen – wer weiß, welches Detail noch wichtig wird! Deshalb erscheint die Vertonung der Reihe bei Random House Audio dankenswerterweise als ungekürzte Lesung.

Vom Auftaktband „Die Herren von Winterfell“ bis zum zehnten und bislang letzten Teil „Ein Tanz mit Drachen“ (in Deutschland wurden alle Bände der Reihe in zwei Bücher aufgeteilt) vermag es der der ausgezeichnete Sprecher Reinhard Kuhnert (u.a. Synchronstimme von Pierce Brosnan und Kevin Spacey), die Hörer von der ersten bis zur letzten Minute in den Bann der fiktiven Welt von Westeros zu ziehen. Die gefährlichen Ränkespiele in den sieben Königreichen des Kontinents, der brutal entfesselte Machtkampf zwischen den mächtigen Adelshäusern der Starks, Lannisters, Baratheons,Tyrells und Greyjoys, die eisige Bedrohung von jenseits der Mauer im Norden des Reiches und das Schicksal der verbannten Königstochter Daenerys Targaryen in Essos sind zwar weitschweifig erzählt, aber bei George R.R. Martin erscheint kein Wort zu viel, zu spannend entwickelt sich die Geschichte trotz der Erzählfreude des Autors. Mit der alten deutschen Übersetzung von Jörn Ingwersen und einem vorzüglichen Sprecher, der allen Personen eine eigene Stimme verleiht und trotz langer Sätze perfekt betont, ist das hier wirklich allerbeste Unterhaltung.

Für „Game of Thrones“-Fans und auch Kenner der Buchreihe, welche die lange Wartezeit auf die nächste Staffel bzw. den nächsten Band der Serie verkürzen wollen, gibt es jetzt einen besonderen Geschenktipp: Alle bisherigen Hörbücher der Reihe in einer Box. Auf 20 MP3-CDs kommen da schlappe 127 Stunden und 49 Minuten zusammen.
Winter is coming – da hat man viel Zeit für Hörbücher …

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23.Oktober
2015

Die drei Fragezeichen – Der Geist des Goldgräbers

Benjamin Jendro

Drei Fragezeichen - Der Geist des GoldgräbersWenn eine Reihe bereits ihre 177. Episode veröffentlicht, dann kann man schon von einer sehr erfolgreichen Produktion reden. „Die drei Fragezeichen“ sind aus der Hörbuchszene schon längst nicht mehr herauszudenken. Seit Jahrzehnten sorgen Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews für akustische Spannung der Extraklasse. Die Hörspiele sind sogar um noch einiges erfolgreicher als die Buchversionen. So ist es für Fans immer wieder erfreulich, wenn eine neue Erzählung auf den Markt kommt. Der Hörbuchkrimi-Oktober steht da ganz im Zeichen von „Der Geist des Goldgräbers“.

Wer ist „Der Geist des Goldgräbers“?

Miranda Kramer hat die drei Detektive mit einem sonderbaren Fall aus ihrer Heimat, dem Dead Man´s Canyon, beauftragt. Schon bevor sie vor Ort eintreffen, gestaltet sich die neue Erzählung als äußerst interessant, denn der Fall beginnt bereits unterwegs. Justus, Peter und Bob treffen auf einen Goldgräber, der einem vor 100 Jahren verstorbenen Abenteuer namens John Dewey verdammt ähnlich sieht. Dieser hat alle Dorfbewohner, inklusive Miranda, davor gewarnt, jemals seinem Gold zu nah zu kommen. Nun also terrorisiert entweder sein Geist das Dorf oder jemand, der sich einen üblen Scherz erlaubt und die Historie ausnutzen möchte. Sofort checken die drei Spürnasen sämtliche Bewohner ab. Der Zuhörer darf es mit ihnen tun und bekommt sehr schnell einen Überblick, welche unsympathisch vorgestellten Charaktere dafür in Frage kommen.

„Der Geist des Goldgräbers“ endet natürlich unvorhersehbar

Bei 177 Folgen ist es schwer, sich wirklich stetig neu zu erfinden. Den „Drei Fragezeichen“ aber gelingt es. Vor allem haben sich die drei zentralen Figuren über die Jahre mit ihren Zuhörern weiterentwickelt. „Der Geist des Goldgräbers“ ist wieder eine vollkommen innovative Geschichte, die viel Spannung mit sich bringt und jeden Zuhörer bei Laune hält. Fest verankert sind alle bewährten Facetten der kniffligen Detektivarbeit, dank der Justus, Peter und Bob wieder einmal zum Ziel gelangen. Natürlich geschieht das erst nach mehreren Wendungen, so dass auch das Ende vollkommen überraschend erscheint, was wiederum nicht überraschend sein dürfte. Es ist letztlich nämlich absolut typisch für „Die drei Fragezeichen“, dass sie uns schlussendlich überraschen.

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