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6.Mai
2014

Die drei ??? – GPS-Gangster

Benjamin Jendro

Die drei ??? - GPS-GangsterEndlich ist es soweit – Die drei Fragezeichen kehren zurück und präsentieren sich in ihrem mittlerweile 168. Abenteuer so modern wie nie zuvor. Die Erfolgsgeschichte von Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews kann sich wirklich sehen lassen. 1968 erschien der erste Kriminalfall um das legendäre Dreigestirn. 25 Jahre später wurde die Serie in den USA zwar eingestellt. Hier in Deutschland aber hat sie auch danach noch große Wellen geschlagen. Fast 50 Millionen Tonträger wurden bisher verkauft. Klar, dass das Interesse an „Die drei ??? – GPS-Gangster“ da bereits vorab gigantisch groß war. In der Tat wurden die Fans, die in vielen Fällen bereits seit Jahrzehnten die Treue halten, nicht enttäuscht, denn Episode 168 kann sich sehen lassen.

Die drei ??? – GPS-Gangster: Modernes Element Geocaching

Handys und das gern genutzte Internet zählen seit geraumer Zeit natürlich auch zum Inventar des Detektiv-Trios. Derart modern wie in „Die drei ??? – GPS-Gangster“ hat man Justus, Peter und Bob aber bisher nicht gesehen. Das Team gewinnt in der Nähe der Heimat Rocky Beach einen angesehenen Geocaching-Wettbewerb. Das an sich dürfte für alle Hörer der drei Fragezeichen keine allzu große Überraschung sein. Dass ihnen dies in Rekordzeit gelang, ist dann aber schon mehr als eine Fußnote wert. Das bringt Deborah Rodman, die Veranstalterin des Wettstreits, auf die Idee, „Die drei ???“ mit einem Fall zu betrauen, der die Geocaching-Gemeinde und auch die Polizei seit einiger Zeit dumm dastehen lässt.

Die drei ??? – GPS-Gangster: Ein Verbrecher nutzt Koordinaten

Captain Skull heißt der mysteriöse Gangster, der Kunstgegenstände raubt und die Polizei vor ein großes Rätsel stellt. Er gibt ihnen die Chance, die Beute sicherzustellen. Dafür hinterlässt er eine tickende Uhr und Koordinaten. Allerdings sind die Angaben so verschlüsselt, dass es den Behörden bisher nur einmal gelang, das Versteck rechtzeitig zu entlarven. Das wirft auch ein dunkles Licht auf die Geocaching-Gemeinde. Inspektor Cotta ist zwar wie gewohnt nicht davon überzeugt, dass „Die drei ???“ kompletten Zugang zur Akte von Captain Skull bekommen sollen. Wieder einmal scheint es aber nur Justus, Peter und Bob möglich, den Verbrecher zu überführen.

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29.April
2014

Gabriel Garcia Marquez – Chronik eines angekündigten Todes

Benjamin Jendro

Marquez - Chronik eines angekündigten TodesGabriel Garcia Marquez war einer der ganzen großen Autoren. Vor allem war er einer der wenigen lateinamerikanischen Schriftsteller, die dem Rest der Welt die Szenerie jenes Fleckchens auf dem Erdball, der von uns weit entfernt liegt, näher brachte. Dafür nutzte Marquez sein großartiges Talent, einfühlsam, teilweise emotionslos und letztlich verdammt unterhaltsam zu schreiben. „Chronik eines angekündigten Todes“ ist eines der Zeugnisse seiner Wirkungskraft. Es ist eine Geschichte, die von Unsicherheit und einer rückständigen Dorfgemeinschaft berichtet und eine, die aufgrund ihres Titels nach dem Versterben des Künstlers eine eigenartige Note verliehen bekommt.

Eine Chronik von einem Tag

Beim Blick auf den Titel des dreistündigen Hörbuchs, das von Hanns Zischler gesprochen wird, erscheint es merkwürdig, dass Marquez lediglich das Geschehen eines einzigen Tages berichtet. Genau genommen geht es nur um eine Nacht und einen Morgen. Aus der Sicht eines 27-jährigen Erzählers erfährt man von einer bevorstehenden Hinrichtung. Die Brüder Vicario wollen den jungen Santiago Nasar dafür büßen lassen, dass er die Ehre ihrer Schwester Angela beschmutzt hat. Diese wurde von ihrem designierten Bräutigam Bayardo zurückgewiesen, da er sich der Jungfräulichkeit der Gattin nicht mehr gewiss war. Santiago soll dafür verantwortlich sein. Bis zum Ende von „Chronik eines angekündigten Todes“ lässt Marquez offen, ob er wirklich der Verursacher ist.

Keiner durchkreuzt die „Chronik eines angekündigten Todes“

Das hinterfragt auch kein einziger Dorfbewohner, der Erzähler mal ausgenommen, so richtig. Die Bevölkerung scheint wie in Trance, jeder weiß um die bevorstehende Tat, doch niemand möchte sie verhindern, jedenfalls nicht persönlich. Stattdessen aber scheinen alle zu hoffen, dass das bevorstehende Töten noch irgendwie gestoppt werden kann. Selbst die Brüder Vicario sind sich nicht sicher, ob sie Santiago wirklich töten sollen. Einzig ihr Pflichtbewusstsein ist Triebfeder für den Mord. Marquez lässt den Leser in das Dorf und die Köpfe seiner Bewohner schauen, legt ihm aber auch irgendwie eine Starre auf, die verhindert, dass wir eingreifen wollen. So plätschert die Zeit zwischen Ankündigung und abschließendem Vollzug so vor sich hin.

 

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22.April
2014

Felix J. Palma – Die Landkarte des Himmels

Benjamin Jendro

Palma - Die Landkarte des HimmelsNur wenige Schriftsteller haben es in den letzten Jahren derart geschafft mich zu faszinieren wie Mister Felix J. Palma. Nicht nur, dass er mit „Die Landkarte der Zeit“ einen Traum der Menschheit real werden lassen hat und die Bürger des späten 19. Jahrhunderts in die Zukunft reisen ließ. Nein, mit dem folgenden Band aus der Mapa-Trilogie, „Die Landkarte des Himmels“, hat er dies noch einmal getoppt. So wird im Mittelband ein weiterer großer Wunsch von uns Menschen real – Die Suche nach Leben in anderen Bereichen des Universums. Zentraler Protagonist ist wie schon in Band Numero Uno Herbert G. Wells, dessen Romane Palma so begeistert haben, dass er sie prompt als Aufhänger seiner eigenen Geschichten auserwählt hat.

Die Landkarte des Himmels – Wieder geht es um Herbert G. Wells

Wie schon im ersten Roman der Viktorianischen Trilogie spielt ein Schriftstück von Herbert G. Wells eine entscheidende Rolle bei Palma, der sich so als Fan des legendären Autors von „Die Zeitmaschine“ und „Krieg der Welten“ offenbart. Letzteres thematisierte die Invasion von Marsmenschen, die London binnen eines Tages in ihre Gewalt bringen. Aus diesem Plot macht Felix J. Palma in „Die Landkarte des Himmels“ eine dreiteilige Story, in der sich der Erzähler (im Hörbuch Stefan Kaminski) auch gerne einmal selbst präsentiert.

Wenn der Himmel nicht genug ist

Los geht es mit einer Expedition im Eismeer. Berichtet wird von einer Schiffscrew, die dazu aufbrach, den Eingang zum Mittelpunkt der Erde zu finden. Der plan geht zwar nicht auf, dafür aber werden sie Zeugen eines Ufo-Absturzes und erste Beobachter eines Lebewesens, das nicht vom Planeten Erde kommt. Weiter geht es mit Wells, der als Wirt für jenen Bruchpiloten fungiert und einem alten Bekannten die Bitte abschlägt, für die Liebe eine Invasion gemäß seines großen Werkes „Krieg der Welten“ zu inszenieren. Dass diese dann dennoch in einer vergleichbaren Dimension erfolgt, ist der Brückenschlag zum dritten Teil, in welchem Palma den Leser und Zuhörer von „Die Landkarte des Himmels“ mal wieder zum Staunen bringt.

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15.April
2014

Jenke von Wilmsdorff – Wer wagt, gewinnt

Benjamin Jendro

von Wilmsdorff - Wer wagt, gewinntJenke von Wilmsdorff ist für mich eine der prägendsten Personalien, die uns die Fernsehwelt momentan präsentiert. Mit seinen Reportagen hat sich der Journalist in der Vergangenheit in so manch brenzlige Situation gebracht. Seit ein paar Jahren nun hat er alltägliche Phänomene unserer Gesellschaft untersucht und an sich einige Selbstversuche unternommen. Dabei ging es ihm zumeist um Probleme, die Menschen betreffen. Dafür hat Jenke sich als Alkoholiker und Rentner im fortgeschrittenen Alter versucht, tagelang auf sein Augenlicht und das eigene Hörvermögen verzichtet. Was all seine unterhaltsamen Reportagen eint, ist die Tatsache, dass die Themen in all ihrem Umfang für uns Menschen, obwohl omnipräsent, häufig sehr unbekannt sind. Das lässt sich auch in seinem Werk „Wer wagt, gewinnt“ erkennen.

Wer wagt, gewinnt – Heraus aus dem Alltäglichen

Eines ist für alle Jenke-Reportagen klar – was er macht, ist wahrlich nicht alltäglich. Es wird zu viel Routine im Job des Journalisten gewesen sein, die ihn dazu animierte, stetige Abwechslung in seine Arbeit zu integrieren. Jenke von Wilmsdorff widersetzt sich jeglicher Routine. Ein Leben, das nur so dahinplätschert? Das ist nichts für ihn. Stattdessen möchte er Sachen ausprobieren, neue Facetten des Lebens kennenlernen und so den eigenen Horizont erweitern. Dazu rät er auch jedem mit „Wer wagt, gewinnt“ – einer Hommage an den Versuch, Abwechslung ins Leben zu bringen. Ob Jobwechsel, Angstüberwindung oder eine Diät. Wer wirklich etwas will, kann alles in seinem Leben erreichen.

Der erste Schritt ist entscheidend

In den 284 Minuten, die Jenke von Wilmsdorff gemäß seines Naturells gleich selbst eingesprochen hat, verschweigt der Autor auch nicht, wo das Problem liegt, wenn man etwas ändern möchte. Das Entscheidende bei allen Entscheidungen ist der erste Schritt. Wer diesen tätigt, öffnet sich alle Türen. Aus eigener Erfahrung und dank der vielen Experimente hat Jenke festgestellt, dass sich Hürden in den Weg stellen, die es zu überwinden gilt. Die größte ist zumeist die erste. Es obliegt uns, diese zu überspringen. Die Möglichkeit dazu steckt in jedem von uns. Wir müssen uns nur trauen, sie zur Entfaltung kommen zu lassen.

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8.April
2014

Veronica Roth – Die Bestimmung: Divergent

Benjamin Jendro

Roth - Die BestimmungIn dieser Woche wird ein Film in den Kinos erscheinen, der gerade die jugendliche Zielgruppe ansprechen sollte und der irgendwie schon deutlich an Collins „Die Tribute von Panem“ erinnert. Es scheint beinahe so, als haben Verfilmungen von Jugendbuchreihen derzeit eine wahre Renaissance und in der Tat ist der Stoff, der in den einzelnen Werken das Geschehen bestimmt, einer, von dem Hollywood profitiert. Immer häufiger werden junge Charaktere in Situationen gebracht, in denen sie einiges leisten müssen. Lebenswichtige Handlungen in Kombination mit altersbedingten Zweifeln an der individuellen Charakterentwicklung sind eine brisante Mischung. Das ist auch bei der Bestimmungs-Trilogie von Veronica Roth zu erkennen. Ihr erster Band „Die Bestimmung – Divergent“ hat einen sofort für die Reihe gewonnen.

Die Bestimmung – Eine Ordnung der Zukunft

Selbst, wenn die gerade einmal 25-jährige Autorin darauf besteht, keine Einflüsse aus Suzanne Collins Meistertrilogie bezogen zu haben und die Idee bereits während ihrer Studienzeit entstand, sind die Parallelen unverkennbar. Das macht „Die Bestimmung“ aber nicht weniger unterhaltsam. Während die Welt in Panem in Distrikte eingeteilt ist und aus diesen in jedem Jahr jeweils zwei Tribute an einer perfiden Variante der Olympischen Spiele teilnehmen müssen, erzählt Roth von einem Chicago der Zukunft, in welchem die Gesellschaft in fünf Fraktionen eingeteilt ist. Diesen wird jeweils eine Tugend der Menschheit zugeordnet. Altruan (die Selbstlosen), Candor (die Freimütigen), Amite (die Friedfertigen), Ken (die Gelehrten) und die Ferox (die Furchtlosen) leben in Einklang miteinander. Sobald man selbst 16 ist, muss man sich entscheiden, welcher Fraktion man zukünftig angehören möchte, welche Tugend man in sich trägt.

Die Bestimmung – sich selbst verleugnen?

Eine dieser 16-Jährigen ist Beatrice Prior, kurz Tris. Um eine Entscheidungshilfe zu erhalten, werden die Teenager einem Eignungstest unterzogen. Bei Tris jedoch ist das Ergebnis bemerkenswert. Nicht nur scheint sich keine Tugend bei ihr besonders hervorzuheben. Nein, sie trägt mehrere gemeinsam in sich. Ihre Prüferin Tori rät ihr, das nicht preiszugeben, schließlich winkt ihr dadurch der Status einer Fraktionslosen, die vom System wiedererwartend nicht gerne gesehen werden. Tris´ Bruder Caleb entschließt sich, den Ken beizutreten. Tris selbst wählt die Ferox. Schnell gewinnt sie in der neuen Familie einige Freunde. Um vollständig anerkannt zu werden, muss sie ein Initiationsritus durchlaufen, der darüber entscheidet, ob Tris und die anderen neuen Mitglieder bei den Ferox bleiben dürfen. Es sind die einzelnen Phasen dieser Prüfung, die ihr erstmals zeigen, wie brenzlig und weit vernetzt die Problematik ihrer Eigenschaft als Unbestimmte ist. Im Hintergrund, auch das wird im von Laura Maire gesprochenen Hörbuch deutlich, rumort es im Übrigen zwischen den einzelnen Fraktionen.

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1.April
2014

Elisabeth Herrmann – Das Dorf der Mörder

Benjamin Jendro

Herrmann - Das Dorf der MörderMordgeschichten aus Dörfern kennt man zahlreiche. Ob in der realen Welt, in der man von grausigen Verbrechen in Dörfern zu hören bekommt oder aber der modernen Krimiszenerie, die sich in der neuen Kategorie Heimatthriller seit Jahren Geschichten ausdenkt, die in den entlegensten kleinen Orten spielen. Bei „Das Dorf der Mörder“ von Autorin Elisabeth Herrmann, die bereits mit ihrem NS-Krimi „Das Kindermädchen“ oder der DDR-Historie „Zeugin der Toten“ auf sich aufmerksam machen konnte, erweckt es anfangs nicht den Anschein, dass der Plot einen aufs Land führt. Zunächst bestimmt ein grausiger Fund im Berliner Tierpark das Geschehen. Dank einer jungen Ermittlerin aber werden wir dahin geführt, wo niemand etwas Action erwartet hat.

Eine Mörderin, die keine ist

Schaurig beginnt die Erzählung von Hörbuchsprecherin Eva Mattes, die uns durch die guten neun Stunden führt. Eine Kindergartengruppe steht gerade vor dem Gehege wilder Pekaris, als die Kleinen etwas sehen, was nicht so alltäglich ist. Die mittelamerikanischen Nabelschweine gelten als gefräßig. Menschenfleisch steht aber sonst nicht auf ihrem Speiseplan. Nachdem die männliche Person fast komplett verzehrt ist, trifft die junge Beamtin Sanela Beara am Tatort ein. Die Ermittlerin, die selbst mit einem Trauma durch die Gegend rennt, wirkt zunächst ein wenig verwirrt. Schnell aber kann mit der Tierfutterzüchterin Charlotte Rubin eine Tatverdächtige selektiert werden, die anschließend dem Ermittlungsrichter vorgesetzt wird. Vieles spricht gegen Rubin, nur Sanelas Intuition sowie die des Psychologiestudenten Jeremy Saaler könnten die Tatverdächtige davor bewahren, zu Unrecht überführt zu werden.

Ermittlung auf eigene Faust im „Dorf der Mörder“

Entgegen der Anweisung ihres Vorgesetzten Gehring ermittelt Sanela auf eigene Faust und bringt immer mehr Indizien hervor, die gegen Rubin als Mörderin sprechen. Die Spuren führen ins brandenburgische Dorf Wendisch Bruch, das dem Namen gemäß fast nur noch aus Bruchbuden besteht. Ein paar Alteingesessene wohnen noch im Dorf, ansonsten ist es aber weitgehend ausgestorben. Die Dorfbevölkerung, ausschließlich Frauen, verbirgt ein gruseliges Geheimnis, das den Fall in ein ganz anderes Licht stellt und für Sanela eine harte Prüfung darstellt. Dieser muss sich auch der Zuhörer unterziehen, wenn er erfahren will, welch grausiges Mysterium „Das Dorf der Mörder“ nicht preisgeben möchte.

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25.März
2014

Lukas Podolski – Dranbleiben

Benjamin Jendro

Podolski - DranbleibenMit einer Autobiographie hat es schon so mancher Spitzenfußballer versucht. Vor allem die ehemaligen Profis scheinen darin eine Chance zu sehen, sich wieder ein wenig ins Rampenlicht zu befördern. Mit mäßigem Erfolg gelingt ihnen dies sogar. Nämlich dann, wenn sie mysteriöse Geheimnisse ihrer Trainer und Mitspieler preisgeben und die Fußballfanwelt dadurch ein wenig ins Wanken bringen. Bei dem einen oder anderen gelingt das auch durch Frauengeschichten. Einer, der es weder auf die erste noch auf die zweite Art versucht und dem man eine autobiographische Schrift jetzt nicht unbedingt zugetraut hat, ist Lukas Podolski. Umso beeindruckender ist es, dass das Fazit für seine Schrift „Dranbleiben“ richtig positiv ausfällt.

Mit 28 schreibt der Poldi schon seine Autobiographie

Natürlich hat unser Poldi professionelle Hilfe beim Niederschreiben erhalten. Das kann man aber auch jedem anderen Vertreter seiner Zunft attestieren. Von daher ist das einzige Manko dieser sehr hörenswerten Autobiographie, dass der Kicker vom FC Arsenal die knapp sechs Stunden Hörbuch nicht selbst eingesprochen hat. Stattdessen führt Oliver Rohrbeck durch das Geschehen. Ansonsten war es das dann aber auch schon mit Kritik. Rohrbeck berichtet von Poldis ersten Schritten auf dem Bolzplatz, wo er natürlich mit Größeren gekickt und früh gelernt hat, sich durchzusetzen. Er geht in die Jugend des 1. FC Köln, seine Familie unterstützt ihn stets, nimmt lange Fahrten zum Training auf sich, um das Talent des Lukas gebührend zu nutzen. Der Rest ist uns allen bekannt. Der Weg führt über die Profimannschaft der Kölner zum FC Bayern und später in die Premier League. Nun ist der Gute 28 Lenzen alt, hat mehr als einhundert Länderspiele auf dem Buckel und darf als einer der wenigen den Bundestrainer duzen.

Eine Autobiographie, die Mut machen möchte

Doch es ist nicht nur die eigene Geschichte, die wir von Poldi bzw. Herrn Rohrbeck vorgesetzt bekommen. Ebenso zentral scheint sein Anliegen, sich sozial zu engagieren. Seit Jahren schon nutzt der Außenstürmer seine Popularität, um das Augenmerk auf Kinder und Jugendliche zu richten, die in Problembezirken groß werden und viele Hürden zu meistern haben. In seinem Buch schaut er auf Kids wie Kasim, die es schwer haben nicht den Drogen zu verfallen und die in einer ähnlich schweren Ausgangslage feststecken wie Poldi früher selbst. Er hat es vorgemacht, plädiert aber auch dafür, dass sie ihr Talent – in jedem schlummert eines – nicht wegwerfen und sich durchbeißen. Deshalb berichtet er in seinem Werk auch davon, wie er sich in den Einrichtungen der Arche Zeit für die Kids nimmt, mit ihnen bolzt und sich ihre Träume anhört. Gut so Poldi.

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18.März
2014

Robert M. Edsel – Monuments Men

Benjamin Jendro

Edsel - Monuments MenWenn man sich ein wenig für Geschichte interessiert, kommt man an Kinostreifen wie „Monuments Men“ nicht vorbei. Allein die Besetzung mit George Clooney, Matt Damon, Bill Murray oder John Goodman kann sich mehr als sehen lassen. Es ist umso besser, wenn derartige Streifen, die versuchen, einzelne Elemente einer sehr dunklen Epoche der Menschheitsgeschichte darzustellen, sich an den wahren Begebenheiten orientieren. Die „Monuments Men“ gab es wirklich, ihr Auftrag war es in der Tat, zu Ende des Zweiten Weltkriegs kulturelle Schätze sicherzustellen. Robert M. Edsel hat sich lange mit ihrer Geschichte auseiandersgesetzt. Die literarische Vorlage zum Kinofilm ist das Ergebnis seiner langen Forschungen. Auch die Hörbuchvariante kann sich sehen bzw.- hören lassen.

Monuments Men – Akademiker in Uniform

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Adolf Hitler ein kulturell gesehen äußerst interessierter Sammler war. Überall da, wo SS und SA wüteten, horteten sie Schätze eines unvergleichbaren Wertes. Das Interesse der „Monuments Men“ lag aber nicht allein an der Wiederauffindung einzelner Kunstgegenstände, sondern auch am Erhalt architektonisch bedeutender Gebäude. In Edsels Werk wird deutlich, dass dieser Wunsch hinten angestellt werden musste. Niemand der Verantwortlichen wollte ein Soldatenleben für ein Steingebilde hergeben. In der Tat lag es nicht an der militärischen Unterstützung, dass die „Monuments Men“ – Kunstprofessoren, Kuratoren und andere Kunstexperten – am Ende des Zweiten Weltkriegs Millionen Artefakte sichern und vor der Zerstörung bewahren konnten.

Der Auftrag der „Monuments Men“ war gefährlich

Selbst, wenn es in der momentanen Verfilmung so aussieht, als ob ihr Auftrag keinesfalls gefährlich gewesen sei, da der Krieg bereits so gut wie zu Ende war, wird beim Verlust von zwei Protagonisten deutlich, dass ihre Aufgabe mit einem hohen Risiko in Verbindung stand. Bei den so genannten „Monuments Men“ handelte es sich nicht nur um US-amerikanische Mitglieder. Die Gruppe wuchs und verzeichnete am Ende zahlreiche Mitglieder aus vielen europäischen Staaten, die aus dem Untergrund heraus agierten. Ohne Schutz und häufig komplett auf sich allein gestellt, opferten viele ihr Leben für die Sache. Es ist ihrem Mut zu verdanken, dass der Nationalsozialismus nicht die gesamten Erzeugnisse unserer Menschheit in Rauch und Asche verwandelte. Edsels etwa 17-stündiges Hörbuch ist eine nachträgliche Auszeichnung für ihr Wirken.

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11.März
2014

Frank Schätzing – Breaking News

Benjamin Jendro

Schätzing - Breaking News Die tagtäglichen Nachrichten dienen dazu, uns über die Geschehnisse auf dem ganzen Globus zu unterrichten. Was ist wo passiert, wer hat wo, welche Auszeichnung erhalten und welche Absprachen haben die führenden Politiker getroffen? An jedem Tag passiert etwas Neues und dank der Nachrichten bleiben wir Menschen auf dem Laufenden über alles und das, ohne es mit eigenen Augen erlebt zu haben. Da meint man dann, dank der News über die Welt Bescheid zu wissen. Autor Frank Schätzing bezweifelt diesen Umstand. Bei der Recherche zu seinem neuen Thriller „Breaking News“ hat er sich ein Jahr lang in Nahost mit den Menschen unterhalten, um eben nicht aus einer westeuropäischen Sicht zu erzählen, sondern den Tonus von Israelis und Palästinensern zu treffen.

Breaking News – 35 Stunden Spannung pur

Ganze fünfunddreißig Stunden bekommt der Zuhörer des Hörbuches „Breaking News“ vorgelegt. Die Sprecher Hansi Jochmann und Oliver Stritzel führen eindrucksvoll durch Schätzings etwa eintausend Seiten lange Geschichte. In dieser geht es um den Journalisten und früher sehr gefragten Kriegsberichterstatter Tom Hagen, der stets von Brennpunkten der Erde informiert hat. Seit einer misslungenen Geiselnahme in Afghanistan ist seine berufliche Karriere komplett zertrümmert. Da trifft es sich gut, dass ihm eine Information vom israelischen Geheimdienst in den Schoß fällt. Mithilfe dieser könnte Hagen an alte Zeiten anschließen und endlich wieder Fuß fassen. Dies soll ihm gelingen, natürlich erst, nachdem wir mit reichlich Spannung versorgt wurden.

Dank Schätzing wird es nie langweilig

Schätzing hat seine Fans bereits auf den Mond und in die Tiefsee entführt. In „Breaking News“ nun  geht es an den Gazastreifen, wo Hagens Recherche in einer perfiden Hetzjagd seinen Lauf nimmt. Entlang der scheinbaren Autobiographie von Ariel Scharon inszeniert der Autor eine Verschwörungstheorie, die selbst, wenn sie sich bewahrheitet, die wahre Geschichte nicht in Frage stellt. Zwei Familien sind in den 1920ern nach Palästina eingewandert, anhand ihrer Generationen lässt sich das Schicksal des bis heute nicht gesicherten Territoriums nachverfolgen. Doch Hagen ist nicht der Einzige, der nach Antworten sucht. Auch Killer und Geheimagenten spielen ihre Rolle in diesem Thriller.

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4.März
2014

Elias Canetti – Die Blendung

Benjamin Jendro

Canetti - Die BlendungNein, es schadet nicht, sich mit hochwertiger Literatur zu beschäftigen. Selbst, wenn ihre Ausarbeitung schon ein paar Jahrzehnte zurückliegt. Ganz im Gegenteil, ab und zu ist es durchaus empfehlenswert, sich mal ein paar älteren Stücken zu widmen, lässt sich aus ihnen doch eine Menge herausziehen, was uns das Leben wie es ist, in all seiner Ausführlichkeit aufzeigt. Irgendwann hat jeder Leser mindestens einen Autor aus früheren Tagen für sich auserkoren. Von diesem verschlingt er dann jedes Werk. Bei mir trifft das auf Elias Canetti zu. Mittlerweile habe ich all seine Schriften gelesen, einige wie „Die Blendung“ auch als Hörbuch erlebt.

Die Blendung – Eine Hommage auf Bücher

Wer Canettis eigene Biografie ein wenig betrachtet, stößt früh auf seine intensiv ausgelebte Vorliebe für alles Lesbare. Schon als kleiner Junge hat er sich umfassend mit Literatur beschäftigt, Bücher verschlungen und von ihrem Inhalt gezehrt. Sinologe Peter Kien, der den zentralen Charakter in Canettis zweitem Hauptwerk neben „Masse und Macht“ bildet, lebt ebenfalls mit einer engen Bindung zu Büchern. Ganze 25.000 Bände umfasst seine Bibliothek, täglich ist er auf der Suche nach neuen literarischen Schätzen. Kien pflegt nur wenige soziale Kontakte ist aber für sein Wissen im Bereich Bücher hoch angesehen. So wenig lebenswert sein Alltag für viele Menschen scheinen mag, Kien fühlt sich wohl, bis Therese in sein Leben tritt und alles zerstört.

Am Ende der Blendung steht die Selbstaufgabe

Canettis Werke sind stets philosophisch und häufig auch psychologisch geprägt. Am offensichtlichsten ist das bei der monumentalen Studie „Masse und Macht“. Auch „Die Blendung“ aber hat es dahingehend in sich. Therese, die als Haushälterin zu Kien kommt und anfangs nur Bücher abstauben und Essen zubereiten soll, schleicht sich in sein Leben, weil es finanziell lukrativ ist. Sie verführt ihn zur Ehe, Kien wird zur Passivität getrimmt. Überfordert mit der Situation und in zunehmender Verschmelzung mit seinen Büchern sieht Kien den einzigen Ausweg in seiner Selbstaufgabe. So verbrennt er sich mit all seinen Büchern und hinterlässt damit viele persönliche Fragen, die der Autor Zeit seines Lebens zu beantworten versuchte.

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