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24.September
2013

Rainer Löffler – Blutsommer

Benjamin Jendro

Löffler - BlutsommerGanz persönlich finde ich es immer interessant, wenn Autoren sich im Literaturensemble versuchen, obwohl sie genau genommen aus ganz anderen Berufsbereichen stammen. Besonders im Genre Krimi scheint das bei weitem nicht ungewöhnlich. Immer mehr dieser ungelernten Schreiberlinge kreieren Werke, die schnell zu Bestsellern reifen. Der ganz gewöhnliche Lebensalltag schreibt wohl immer noch die größten Kriminalgeschichten und bietet viel Raum, um sich Gedanken über die menschlichen Abgründe zu machen. Der Schwabe Rainer Löffler ist so ein ungelernter Schreibnewcomer. Er verdient sich sonst als Industriekaufmann seinen Lebensunterhalt. Mit „Blutsommer“ ist deutlich geworden, dass er auch in der Literaturwelt das eine oder andere Sümmchen verdienen kann.

Ein Autor, der seinem Kommissar ähnlich scheint

Was einem bei Krimiautoren, die ursprünglich nicht dem Genre angehören, immer wieder auffällt, ist die Tatsache, dass sie vieles von sich in ihren Hauptprotagonisten packen. Sie erfüllen sich damit einen Traum, selbst auch mal ein wenig Spannung in den Alltag zu bringen und wortwörtlich auf Gangsterjagd zu gehen. Über den Autor Löffler weiß man zu wenig, als dass man ihm Derartiges vorwerfen kann. Zumindest äußerlich scheint Ermittler Martin Abel aber die gleiche Hülle vorzuweisen, ein wenig übergewichtig kommt er daher. Auch regional lässt sich das Werk ziemlich genau da verorten, wo der Schriftsteller sein Leben genießt. Abel ist ein Eigenbrötler der Sonderklasse, ein markanter Ermittler, der genial und anstrengend zugleich ist.

Sonderkommission Metzger

Die Ermittlungsgruppe der Mister Abel angehört, trägt ohne Frage einen sehr zutreffenden Namen. Die Sonderkommission Metzger jagt einen Täter, der seine Opfer nach allen Regeln der Kunst auseinandernimmt. Beginnen tut der Fall mit der Leiche des Juristen Hartmut Krentz, dem Gliedmaßen und das eine oder andere Organ abhanden gekommen sind. Abel wird beim Anblick dessen ordentlich aus der Bahn geworfen und zieht sich zur Verwunderung der Kollegin Christ erst einmal zurück. Ein paar Tage später wird der Metzger bei einer weiteren Tat beobachtet, doch stoppen kann ihn zunächst niemand. Das Täterprofil ist schnell erstellt. Die Frage, wie man seinen Gräueltaten ein Ende bereiten soll, bleibt aber lange Zeit ungeklärt. Das macht für den Zuhörer der von Thomas Wenke gesprochenen Hörbuchfassung ein sehr unterhaltsames, 450 Minuten andauerndes Krimiabenteuer.

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