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2.August
2012

Rita Falk – Dampfnudelblues

Benjamin Jendro

Rita Falk DampfnudelbluesBei einigen Werken fällt es immer schwer, sie einer Rubrik zuzuordnen. Bei Rita Falk beispielsweise hat man nie so wirklich eine Ahnung, was die Autorin mit ihrer Reihe um Kommissar Franz Eberhofer so wirklich erreichen möchte. In „Dampfnudelblues“ deuten viele Aspekte auf eine Art Comedy hin, die den Leser versucht mit hübschen Anekdoten zum Lachen zu bewegen. In diese Interpretation passt auch der Sprecher des Hörbuchs Christian Tramitz. Dem entgegen springt das Thema, ein mysteriöser Mordfall, den es aufzuklären gilt und der ein ganzes Dorf in Atem hält. Ein Realschulrektor erscheint nicht zum Unterricht, vor Ort ziert eine böse Botschaft die Szenerie und kurze Zeit später findet man ihn zerteilt auf Bahngleisen.

Bayrische Idylle durch eine Winzigkeit gestört

Eigentlich geht es inmitten des niederbayrischen Niederkaltenkrichen eher gesittet zu. Doch nachdem die Worte „Stirb, Du Sau“ auf einer Rauputzwand zu sehen sind und diese in Verbindung mit dem Verschwinden des Pädagogen Höpfl  gebracht werden, herrscht schon ein gewisser Trubel. Der Lehrer ist zwar keinesfalls beliebt, den Tod wünscht ihm aber wohl niemand. Dass es sich dabei um einen Irrtum handelt, zeigt sein zerteilter Körper auf Bahngleisen. Die Ermittlungen im Mordfall übernimmt wieder einmal der skurrile Franz Eberhofer, den Fans von Rita Falk bereits aus „Winterkartoffelknödel“ kennen. Dieser glänzt mehr mit persönlichen Geschichten als durch erfolgreiche Ermittlungsarbeit.

Das viele Drumherum ist das eigentliche Highlight

Wenngleich der Krimi, als der das Werk deklariert wird, durchaus mit einem mysteriösen Mordfall auf sich aufmerksam macht, sind es doch in erster Linie die Randgeschichten um den Hauptprotagonisten, die für den Unterhaltungswert sorgen. Ein Mord in einem kleinen Provinznest in Bayern ist zwar durchaus einen Blick auf das Geschehen wert. Viel entscheidender scheinen aber Eberhofers Vorliebe für den Leberkäse der liebevollen Oma und das zerrüttete Verhältnis zum Rest der Familie. Erwähnenswert wirkt auch seine Beziehung zu Susi, die ein wenig verändert aus dem Italienurlaub heimkehrt. Selbst, wenn das alles nichts mit dem Mord an Höpfl zu tun hat, wirken diese Nebengeschichten doch systematisch für die Autorin. Sie schafft es so, zahlreiche Leser und auch Zuhörer zu begeistern.

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