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10.Dezember
2010

Robert Enke – Ein allzu kurzes Leben

Benjamin Jendro

„Der Tod eines depressiven Menschen ist niemals eine freie Entscheidung. Die Krankheit verengt die Wahrnehmung so sehr, dass der Leidende nicht mehr versteht, was es heißt zu sterben. Er glaubt es hieße nur, die Krankheit loszuwerden. (…) Robert Enke war am Dienstag, den 10. November 2009, acht Stunden in der Nähe von Empede umhergefahren. (…) Dann fuhr er an Empede vorbei zum nächsten Bahnübergang in Eilvese. (…) Er wußte, dass um 18.15 Uhr der Regionalexpress aus Bremen ohne Halt durch Eilvese hindurchraste.“

Ronald Reng schildert in dem Hörbuch Robert Enke – Ein allzu kurzes Leben zunächst einmal die Karriere von Robert Enke, welche jedoch unzertrennlich mit seiner Depression verbunden war und daher natürlich auch einen wichtigen Punkt einnimmt. Er führt behutsam an die Krankheit heran und erläutert den Weg Enkes, der 2003 und 2009 zu besonders dramatischen Ausbrüchen führte. Bei alledem merkt man aber auch, wie groß die Liebe zwischen dem Paar Enke gewesen sein muss, was die Tragik um den Tod von Robert nur noch schlimmer erscheinen lässt.

Reng ging es auch nicht darum, einen Schuldigen zu finden für das Geschehene. Auch wenn nicht jeder gut in dem Buch wegkommt, sind es nur Entscheidungen, die letztlich zu dem einen tragischen Tag vor gut einem Jahr führten. Bei all der Romanprosa könnte man fast vergessen, dass es sich bei diesem Hörbuch um etwas tatsächlich Geschehenes handelt und man merkt auch Reng an, wie er mit der Aufarbeitung kämpfte. So wenig hätte es nur gebraucht, um diesen einen Moment zu verhindern, doch es ist passiert…

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