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7.Mai
2009

Schwarze Schwäne auf dem Wissenschaftsteich

Benjamin Jendro

schwarze SchwanEin schwarzer Schwan war vor noch nicht all zu langer Zeit undenkbar. Man war der festen Überzeugung, dass es auf der Welt nur weiße Schwäne gibt. Dieses „Weltbild“ wurde allerdings eines Tages erschüttert, als man schwarze Schwäne in Australien entdeckt hat. Ein solches unvorhergesehenes Ereignis nennt man seit dem einen schwarzen Schwan. In der Wissenschaft wird diese Metapher seitdem für aufgestellte Theorien verwendet. Sie besagt, dass eine Theorie nur so lange gültig ist, bis sie falsifiziert wird. Mit anderen Worten, man kann Tausende von weißen Schwänen finden, ist auch nur ein schwarzer Schwan darunter hat die Theorie: „es gibt nur weiße Schwäne“ keine Gültigkeit mehr.

Nassim Taleb benutzt nun diese Metapher in seinem Hörbuch „Der schwarze Schwan“ dazu eine gewisse statistische Verteilung und Wahrscheinlichkeit zu beschreiben. Mit unterhaltsamen Anekdoten verweist er darauf, dass viele der unvorhergesehenen Ereignisse gar nicht so überraschend sind, wie es uns zunächst vorkommt. Dabei spielt die Naivität bzw. Bequemlichkeit der Menschen eine Rolle, die sich gar nicht vorstellen können, dass Änderungen bevorstehen. Das Buch wurde kontrovers mit Kritik belegt, spiegelt darin aber auch Glaubensdogmen und Geschmäcker wieder. Sein Schreibstil ist flüssig und gut zu verstehen und auch die Leserstimme ist fachlich gut umgesetzt. Alles in allem ein interessantes Buch, das gleichermaßen Anhänger und Kritiker finden wird.

Kleine (unnütze) Info am Rande: Alle britischen Schwäne sind Eigentum der Queen.

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