...entführen dich in eine andere Welt

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23.Oktober
2012

Sebastian Fitzek & Michael Tsokos – Abgeschnitten

Benjamin Jendro

Fitzek und Tsokos - AbgeschnittenAn sich halte ich nicht besonders viel davon, wenn sich zwei oder mehrere Autoren daran versuchen, ein gutes Werk aus dem Hut zu zaubern. Insbesondere bei Thrillern finde ich das schwierig, da es doch bei weitem nicht einfach ist, sich spannende Gedanken gemeinsam auszumalen. Der eine Autor hat ein Idee und spinnt sie in seinem Kopf weiter, der andere möchte darin einhaken. Das Problem sind dann aber die Lücken im Konstrukt, die so einem Werk schon einmal im Weg stehen können und für Spannungsverlust sorgen. Bei dem Autorengespann Fitzek und Tsokos muss ich diese Aussage relativieren. Ihre Coproduktion „Abgeschnitten“ ist wirklich ein schauriges Werk, das bis zur letzten Hörminute spannend bleibt.

Wie kommt der Zettel in den Kopf

Als Rechtsmediziner Paul Herzfeld, der unweigerlich an Tsoskos selbst erinnert, eine Leiche auf dem Tisch in der Berliner Gerichtsmedizin zu liegen hat, scheint es ein gewöhnlicher Tag zu sein. Natürlich handelt es sich hierbei um einen arg zugerichteten Körper, aber für ihn gehört auch so etwas zum alltäglichen Geschäft. Der Schrecken ergreift ihn, als er den Kopf des Opfers öffnet und sich in diesem ein Zettel befindet. Darauf steht zu allem Übel die Telefonnummer seiner Tochter, die er natürlich sofort anruft. Es gehört zur Spannungssteigerung, dass sie nicht herangeht. Wenig später steht fest, dass Hannah entführt wurde und auf Herzfeld eine gefährliche Hetzjagd zukommt.

Nächste Leiche in der Abgeschiedenheit

Der nächste Hinweis taucht auf Helgoland auf. Dumm nur, dass sich die Insel im Moment des Erscheinens heftigen Unwettern ausgesetzt sieht und so von der Außenwelt abgeschottet ist. Herzfeld hat keine Chance, die Leiche selbst zu untersuchen. So rennt ihm die Zeit immer mehr davon. Auf der Insel befindet sich Comiczeichnerin Linda, die ihrerseits auf der Flucht vor einem brutalen Exfreund ist. Zwar werkelt sie mit ihren Händen grazil und geschwind, ein Skalpell hatte sie aber noch nie in der Hand. Genau das soll sie jetzt unter telefonischer Anleitung von Herzfeld tun, um das Leben von Hannah zu retten. Besonders beeindruckend ist dieser Thriller, weil Tsokos´ Fachkenntnisse direkt in die Rolle des Hauptakteurs einfließen und dem ohnehin begnadeten Autoren Fitzek ein weiteres Element sehr realistischer Schriftstellerei ermöglichen.

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