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4.Februar
2014

Simon Beckett – Der Hof

Benjamin Jendro

Beckett - Der HofEin wenig ruhig ist es in den letzten Jahren um Simon Beckett geworden. Der Namensvetter des früheren Literaturnobelpreisträgers, mit welchem er bis auf das schriftstellerische Talent nur wenig gemeinsam hat, ist vor einigen Jahren vom Nobody zum absoluten Weltautor gewachsen. Viel Zeit bedurfte es dafür nicht, nur ein paar beeindruckende Thriller wie „Die Chemie des Todes“, „Kalte Asche“ oder „Voyeur“. Nach seinem letzten David-Hunter-Band „Verwesung“ aus dem Jahr 2011 hat er sich eine kleine Schaffenspause gegönnt. Nun ist er mit Der Hof zurück auf der ganz großen Bühne. Verlernt hat der Brite beileibe nichts, das Werk besticht mit dem für Beckett typischen Grauen, dessen Ausmaß dem Zuhörer erst im Verlauf deutlich wird.

Der Hof beginnt etwas verstörend

Zunächst erleben wir einen gehetzten Mann, der wie von der Tarantel gestochen durch die Landschaft jagt. Sein Gefährt ist blutbefleckt, seine Kleidung ebenfalls nicht im besten Zustand. Auf der Flucht vor den Behörden ist er unachtsam und tappt in eine rostige Eisenfalle. Mit höllischen Schmerzen, einer offenen Wunde und hilflos in der brütend heißen südfranzösischen Einöde verliert Sean langsam das Bewusstsein. Kurz bevor sein Ende bevorsteht, sieht er zwei junge Frauen, die keine Probleme damit haben, die alte Falle zu öffnen und Sean zumindest vorrübergehend vor dem Tod zu bewahren.

Es ist „Der Hof“, auf dem Eigenartiges vorgeht

Was Johannes Steck im Folgenden eindrucksvoll vorträgt, zeigt uns einen Beckett, den wir bereits sehr gut kennen. Sean wird auf einen Hof gebracht. Besitzer Arnaud, Vater der beiden Retterinnen, mag eigentlich keine Gäste, bietet Sean aber Asyl, wenn er dabei hilft, den maroden Wänden wieder Leben einzuhauchen. Natürlich willigt er in das Angebot ein. Zum einen hat man sich in Person von Mathilde hier bestens um seinen Fuß gekümmert, zum anderen wartet in der Heimat nicht wirklich eine Alternative. Irgendwas jedoch geht auf dem Hof vor. Nicht nur die von Arnaud aufgestellte Eisenfalle ist ein Indiz dafür, dass die Familie etwas mit rabiaten Mittel unter den Teppich kehren möchte.

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