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2.September
2011

Simon Urban – Plan D (Hörbuch)

Benjamin Jendro

Wie würde die DDR heute aussehen? Dieser Frage geht Simon Urban in bester Manier nach und zeigt einen fiktiven, sozialistischen Staat, der vieles mit dem Land von damals gemein hat, und so manch ein Leser wird sich an die „gute, alte Zeit“ zurückerinnert fühlen.

Egon Krenz ist an der Macht und hat den guten „Honni“ abgelöst. Die Mauer wurde wieder, nach einer kurzen Öffnung, dicht gemacht. Es sind einfach doch zu viele gegangen. Der Phobos ist der neuste Trabant und verpestet seine Umwelt nach Belieben (Phobos ist im Übrigen ein Mond des Mars, also ein Trabant). Solcherlei intelligente Wortspiele finden sich öfter und machen das Hörbuch zu einem Genuss.

Martin Wegener, Volkspolizist, muss den Mord an einem Berater von Krenz aufklären, in den die Stasi verwickelt zu sein scheint. Keine leichte Aufgabe, wenn diese ständig dazwischenfunkt und man keine Ahnung hat, wem man Glauben schenken soll. Zudem muss er bei der Ermittlung mit einem Westpolizisten zusammenarbeiten. Wenn das mal gutgeht.

Plan D schafft einen ungewöhnlichen Rück- oder Ausblick auf die DDR und ist sowohl „ostalgisch“ als auch gehässig. Wortgewandt schreibt Urban über die Zustände und so mancher Rückblick wird hier im Lichte der Fiktion neu gesehen.

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