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23.Juli
2012

Stephen King – Das Mädchen

Benjamin Jendro

Stephen King - Das MaedchenAls Kinder bekommen wir eine Geschichte von zwei verstoßenen Geschwistern erzählt, die von ihren Eltern ausgesetzt werden und sich fortan alleine durch die dunklen Momente des Waldes begeben müssen. Die beiden, Hänsel und Gretel, stoßen auf ein Lebkuchenhaus, in welchem eine Hexe ihr Unwesen treibt. Letztlich geht alles gut aus, beide überleben unverletzt, besiegen das Ungetüm und verbringen glückliche Tage. „Das Mädchen“, welches Stephen King im Wald alleine lässt, wird vielleicht in die gleiche Ausgangssituation versetzt, ihr folgender Weg jedoch ist alles andere als ein gut ausgehendes Märchen.

Von Base zu Base

Die kleine Patricia McFarland alias Trisha ist ein begeisterter Fan der Baseball-Mannschaft Boston Red Sox und möchte eigentlich viel lieber zu einem Spiel ihres Idols, dem Star-Pitcher Tom Gordon. Ihre Mutter hingegen hält nicht viel von Baseball und fährt stattdessen mit Trisha und ihrem Bruder Pete zum Wandern in die Appalachen. Dort möchte die 9-Jährige nur mal eben kurz auf Toilette, als sie sich kurz vom Weg entfernt. Leider nur findet sie weder Pete noch die Mutter wieder und ist in der Folge auf sich allein gestellt. Mit im Rucksack hat sie unter anderem eine Tüte Kartoffelchips und ein Thunfischsandwich, eine Flasche Wasser und einen Poncho sowie einen Walkman, dem eine ganz besondere Bedeutung zukommen wird. Dieser ist nicht nur ein treuer Begleiter, sondern versorgt die Kleine dank seiner Radiofunktion auch mit den aktuellen Ergebnissen ihres Lieblingsteams. Am Erfolg der Truppe zieht sie sich irgendwie hoch und bekommt eine Art Lebenselixier, das sie immer weiter antreibt, ihr ganz persönliches Spiel fortzusetzen.

Der Wald ist gefährlich

Anders als in vielen Werken von King ist es dieses Mal kein Monster und auch kein Kranker, der die Szenerie in eine Richtung bewegt. Zwar geht bei der Polizei ein Hinweis auf einen Pädophilen ein, dieser aber stellt sich schnell als nebensächlich heraus. Viel größer ist die Gefahr, die vom Wald selbst ausgeht. Trisha weiß kaum, was sie tun muss, um sich am Leben zu halten. Sie verzehrt aus unbändigem Hunger Sumpffarn und Kaulquappen, nimmt Scheinbeeren und Bucheckern als Müsli zu sich. Die Folgen sind Magenschmerzen und Schwächeanfälle, die zahlreiche Plagen wie Schlangen und von Insekten zerfetzte Kadaver nicht gerade hilfreicher erscheinen lassen.

 

 

 

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