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29.Dezember
2010

Sterbenskalt

Benjamin Jendro

Tana French ist im Krimigenre keine Unbekannte. Schon mit „Grabesgrün“ und „Totengleich“ hat sie von sich reden gemacht und konnte durch ihren raffinierten Schreibstil von sich überzeugen. Sie schafft es, Stimmungen und Atmosphären meisterhaft aufzubauen und zu transportieren. In Sterbenskalt haben wir zudem noch einen alten Bekannten in der Rolle des Protagonisten und Ich-Erzählers. Der Polizist Franck Mackey wird von seiner Vergangenheit eingeholt.

22 Jahre nachdem er aus Faithful Place, seiner Heimat, geflohen ist, bekommt er einen Anruf, der ihn wieder in die Zeit zurückversetzt, die er so gerne hinter sich gelassen hätte. Mit seiner Jugendliebe Rosie wollte er gemeinsam fliehen, doch nun hat man in einem verlassenen Haus ihren Koffer und einen Abschiedsbrief entdeckt und es verlangt ihn danach, die Sache aufzuklären. Hat er doch all die Jahre geglaubt, sie sei einen anderen Weg gegangen und glücklich. Doch was ist tatsächlich passiert?

Sterbenskalt lebt von der Verbitterung und Wehmut, die im Erzählten mitschwingen. Von seinen Erinnerungen und der tief vergrabenen Gewissheit, dass er seine Vergangenheit noch nicht wirklich hinter sich gelassen hat. Das Werk ist dick und es ist auch nicht der spannendste Thriller, den Sie je lesen werden. Aber von der Stimmung findet man wohl kaum etwas Gleichbedeutendes. Mackey ist hervorragend herausgearbeitet und diese Art Held, die man gleichzeitig liebt und hasst.

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